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Kann mein Nachbar, Zutritt in meiner Wohnung verlangen?

8.1.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Frage Haus
 Von 
nixda00
Status:
Beginner
(132 Beiträge, 19x hilfreich)
Kann mein Nachbar, Zutritt in meiner Wohnung verlangen?

Und wenn ja, muss ich ihn hineinlassen.
Ich bin mir nicht ganz sicher, in welche Sparte, mein Beitrag gehört. Bau-oder Nachbarschaftsrecht.
Mein Nachbar möchte sein Haus abreißen und neu bauen. Da unsere Häuser, aneinander gebaut sind, möchte er vor dem Abriss in mein Haus und die evtl. Schäden(Risse) die mein Haus hat, dokumentieren. Um bei evtl. Spätfolgen gewappnet zu sein. Sein Anliegen kann ich schon verstehen, aber da ich überhaupt kein gutes Verhältnis zu ihm habe, möchte ich auch nicht, das er in meiner Privatsphäre rumschnüffelt uns evtl. fotografiert oder sonst etwas macht. Meine Frage lautet: Muss ich ihn überhaupt hinein lassen? Und wenn nicht, welche Konsequenzen könnten daraus entstehen?


-- Editiert von nixda00 am 08.01.2019 07:21

-- Editiert von nixda00 am 08.01.2019 07:22

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Frage Haus


12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
HeHe
Status:
Schlichter
(7436 Beiträge, 3273x hilfreich)

Zitat:
möchte er vor dem Abriss in mein Haus und die evtl. Schäden(Risse) die mein Haus hat, dokumentieren.

Das ist doch nur zu deinem Vorteil: Sollte der Abriss des Nachbarhauses Schäden an deinem Haus verursachen, wäre es sehr nützlich, wenn dokumentiert ist, dass diese Schäder vorher NICHT schon da waren.

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#2
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2154 Beiträge, 722x hilfreich)

Schließe mich HeHe an.
Und wenn du ihn nicht hereinlässt und es kommt zu Schäden, die nicht dokumentiert sind, ist der Ärger noch größer.

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(72322 Beiträge, 32566x hilfreich)

Zitat (von nixda00):
Frage lautet: Muss ich ihn überhaupt hinein lassen?

Nein.



Zitat (von nixda00):
Und wenn nicht, welche Konsequenzen könnten daraus entstehen?

Dann müsste man im Falle des Falles selber (gerichtsfest) beweisen, das der Nachbar schuld an behaupteten Schäden ist.
Wobei, wenn ungünstig läuft könnten dem Nachbarn ja auch Beweise abhanden kommen ...



Zitat (von nixda00):
Da unsere Häuser, aneinander gebaut sind, möchte er vor dem Abriss in mein Haus und die evtl. Schäden(Risse) die mein Haus hat, dokumentieren.

Und welche Kompetenzen hat er nachweislich erworben um das in der nötigen Qualität anzufertigen?
Ansonsten würde ich mir selbst einen Bausachverständigen nehmen und den das entsprechend dokumentieren lassen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3105 Beiträge, 1770x hilfreich)

Sehe ich ebenso wie HeHe
Außerdem würde es ja reichen, wenn du nur dem Bausachverständigen/Gutachter den Zutritt gewährst.

Signatur:Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand
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#5
 Von 
Anami
Status:
Richter
(8688 Beiträge, 1496x hilfreich)

Zitat (von nixda00):
Muss ich ihn überhaupt hinein lassen?
Nein, das musst du nicht.
Zitat (von nixda00):
möchte er vor dem Abriss in mein Haus und die evtl. Schäden(Risse) die mein Haus hat, dokumentieren. Um bei evtl. Spätfolgen gewappnet zu sein.
Dabei wird es weniger um Rumschnüffeln in der Wohnung gehen. Er bietet dir das schliesslich nur an.
Zitat (von nixda00):
Und wenn nicht, welche Konsequenzen könnten daraus entstehen?
Daraus könnte entstehen, dass er alle Schäden, die evtl. durch den Abriss an deinem Haus entstehen, mit leichter Hand ablehnen kann. *Ist nicht durch den Abriss passiert*
Und du? Kannst du beweisen, dass DIESE Schäden erst durch den Abriss entstanden sind?
Anwälte reiben sich schon vorfreudig die Hände. ;)
Und diverse Bausachverständige auch...

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#6
 Von 
aspergius
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 139x hilfreich)

1. Du kannst auch einen eigenen Architekten als Bausachverständigen beauftragen und für ein evtl. später notwendiges Beweissicherungsverfahren ein Gutachten über den Ist.-Zustand des Hauses vor dem Bau des Nachbarhauses erstellen lassen.
Du kannst fast davon Ausgehen, dass Schäden durch den Nachbarschaftsbau entstehen werden und das die Beseitigung am Ende gerichtlich geklärt werden muß. Wenn du selber einen Sachverständigen beauftragst, mußt du ihn aber auch selber bezahlen. Der von dir beauftragte Architekt bzw. Sachverständige muß bei Gericht als Sachverständiger zugelassen sein. Das ist bei Weitem nicht jeder Architekt.

2. Andere Lösung ist, dass du den Sachverständigen des Nachbarbauherrn in dein Haus rein läßt und er dieses Gutachten für ein eventuelles Beweissicherungsverfahren erstellt. Aber auch er muß vor Gericht zugelassen sind, sonst bringt das nichts. Du kannst ja auch die Bedingung stellen, dass du eine Kopie des Gutachtens bekommst. Bei diesem Verfahren entstehen dir erst einmal keine Kosten.

Die sichere Variante ist aber die erste. Am besten erkundigst du dich bei der Architektenkammer nach einem geeigneten Architekten und läßt dir einen Kostenvoranschlag machen.

Signatur:
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#7
 Von 
Anami
Status:
Richter
(8688 Beiträge, 1496x hilfreich)

Zitat (von aspergius):
Der von dir beauftragte Architekt bzw. Sachverständige muß bei Gericht als Sachverständiger zugelassen sein.
Warum wäre das nötig?

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#8
 Von 
aspergius
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 139x hilfreich)

Weil bei solchen Fällen sehr oft Streit vorprogrammiert ist und es am Ende doch vor Gericht geht. Und ein Gericht setzt bei Bedarf eh einen zugelassenen Sachverständigen ein.
Man stelle sich folgende Situation vor: Jede Seite hat irgendeinen Sachverständigen vom Bau. Die Gutachten sind nicht identisch, was ja meist in der Natur der Sache liegt. Der Richter soll aber Recht sprechen, also sucht er einen dritten Sachverständigen, der bei Gericht zugelassen ist. Die Kosten steigen ohne Ende weil drei Sachverständige, mehrere Gerichtstermine usw.

Signatur:
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#9
 Von 
Anami
Status:
Richter
(8688 Beiträge, 1496x hilfreich)

Zitat (von aspergius):
Man stelle sich folgende Situation vor:
Bisher bietet der Nachbar solch ein *Beweissicherungsverfahren* auf eigene Rechnung an.
Aus welchem Grund sieht man schon in weiter Ferne ein Gerichtsverfahren?
Soll der Nachbar das doch beauftragen und bezahlen. Der will doch vernünftigerweise auf kleiner Flamme kochen.
Also sollte der TE das den Nachbarn und seinen *Spezi* doch machen lassen.
Aus lauter unbegründeter Angst vor einem Schnüffler sollte der TE eigenes Geld nicht zum Fenster rauswerfen.

Zitat (von aspergius):
Weil bei solchen Fällen sehr oft Streit vorprogrammiert ist und es am Ende doch vor Gericht geht
Streit mag es geben. Den kann man auch ohne Gericht und X Gutachten und jahrelange Zeterei beilegen.

Nach deinem Vorschlag sollte zuerst bei Gericht angefragt werden, welcher öbuv SV dem Richter (wann und wie auch immer), *genehm* sei... Denn auch Richter haben ihre bevorzugten Gutachter. (Dürfen sie aber nicht vorher schon empfehlen).

Für den TE:
Sonstwas wird der Beweissicherer im Haus nicht machen. Er wird die Schäden oder Zustände des Bauwerks VOR dem Abriss dokumentieren. Wenn vorher nichts ist, braucht er nicht dokumentieren.

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#10
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6821 Beiträge, 4722x hilfreich)

Zitat (von aspergius):
Und ein Gericht setzt bei Bedarf eh einen zugelassenen Sachverständigen ein.
Und weshalb soll nun der TE einen gerichtlich zugelassenen Sachverständigen nehmen, wenn er einen beauftragen wollte? Meinst du ernsthaft, wenn das Gericht ein eigenes Gutachten haben will, beauftragt es einen Sachverständigen, der in der gleichen Sache schon ein Parteigutachten erstellt hat und dessen neues Gutachten dann auch nichts anderes ergeben kann als das Parteigutachten?

Signatur:Wo lagert die Post eigentlich die ganzen Briefe, die angeblich nie zugestellt worden sind?
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#11
 Von 
aspergius
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 139x hilfreich)

Es ist ganz einfach. Ein jeder kann ein Gutachten als Sachverständiger schreiben. Sachverständiger ist ja kein geschützter Begriff. Vor Gericht ist die Ausgangspostion des TE erheblich besser, wenn er einen gerichtsfesten Sachverständigen hat.

Mal angenommen der Nachbar bittet einfach seinen Bauunternehmer ein Gutachten zu schreiben , dann macht der das vielleicht aus Gefälligkeit, er will ja einen Bauauftrag. Aber vor Gericht geht der Wert dieses Gutachtens gegen Null. Also wird es einen eigenen Sachverständigen beauftragen. Nur ist dann die Ausgangslage erheblich schwieriger, da er dass Haus vor der Baummaßnahme ja nicht gesehen hat.

Deshalb gibt es das sogenannte Beweissicherungsverfahren, das VOR der Baumaßnahme durchzuführen ist. Und dieses von einem nicht anerkannten Sachverständigen erstellen zu lassen, halte ich für sinnlos (siehe oben).

Aber es ist richtig, dass ein Gericht selbst den bei Gericht zugelassenen Sachverständigen nicht akzeptieren muß. Es kann natürlich einen eigenen Sachverständigen beauftragen. Aber es liegt auf der Hand, dass es eher bereit ist den "mitgebrachten" gerichtsfesten Sachverständigen zu akzeptieren um weitere Kosten zu sparen. Es wird auch keinen Sachverständigen empfehlen und deshalb wäre eine Anfrage, welcher Sachverständige "genehm" wäre sinnlos. Aber der Architektenkammer sind gerichtsfeste Sachverständige bekannt und die geben Auskunft.

Übrigens ist ein Gutachten das keine Beschädigungen findet und deshalb nicht erstellt wird, kein Gutachten. Ein Gutachten muß natürlich auch dokumentieren, dass eben keine Beschädigungen vorhanden sind.

Noch was dazu, ob solch ein Streitfall vor Gericht landen muß. Nein natürlich kann man den auch außergerichtlich beilegen, das ist keine Frage. Aber bei Bauschäden geht es schnell um große Summen und dann ist eine gerichtliche Auseinandersetzung und eine größere zeitliche Verzögerung vorprogrammiert. Wem die Folgekosten auferlegt werden, entscheidet das Gericht.

Letztlich muß TE entscheiden, wie er das alles sieht und welchen Aufwand er treiben will.

Signatur:
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#12
 Von 
guest-12316.02.2019 18:29:37
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 28x hilfreich)

Zur Frage des TE wäre mein Sicht der Dinge folgendes-

Soweit ich das beurteilen kann, handelt es sich um Nachbarschaftsrecht. Ein Schadensersatzanspruch setzt den Nachweis eines Verschuldens voraus. Oft fehlt dieser Voraussetzung wenn der Nachbar, hier Bauherr, nachweisen kann, dass nach Regeln der Technik gearbeitet wurde.
So oder so. Sollte es zu Schäden kommen ist durch ein schlechtes Verhältnis unter Nachbarn die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es zu einem Prozess kommt. Wer klagen wird (muss)? Wahrscheinlich der Geschädigte.
Den Nachbarn braucht man nicht zur Dokumentation ins Haus lassen. Man kann aber selbst tätig werden und den Zustand festhalten einschl. Veränderungen während der Bauphase. Was ist, wenn ein Schaden an einer Stelle entsteht, die ein Gutachter bzw. der Nachbar nicht festgehalten hat? Somit sind diese unangenehmen bzw. teuren Dokumentationen auch nicht aussagekräftiger oder?

Der Eigentümer einer Grenzwand ist grundsätzlich berechtigt, diese abzureißen. Überschreitet die Grenzwand nicht die Grundstücksgrenze ist es keine Grenzanlage. Hier muss man als betroffener Nachbar aufpassen. Für eine eventuell erforderliche Außenisolierung seiner Wand ist man selber verantwortlich. Der abreißende Nachbar ist nicht verpflichtet die Funktionsfähigkeit der Grenzwand zu erhalten. Vorher war die Nachbargrenzwand ein Wärmeschutz der nun erst einmal entfällt. Baut er wieder deckungsgleich an entsteht automatisch ein Wärmeschutz durch die neue Wand.

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