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Datenweitergabe durch Lehrerin

3.5.2013 Thema abonnieren
 Von 
julieann
Status:
Beginner
(140 Beiträge, 17x hilfreich)
Datenweitergabe durch Lehrerin

Hallo!

Folgende Situation:
In einer Grundschule (3. Klasse) wurde eine externe Person eingeladen, um über dessen "Beruf" bzw. Tätigkeitsfeld zu berichten.
Das fand ich als Elternteil unpassend ( der Tätigkeit wegen) und teilte dies der Klassenlehrerin mit. Ich habe eine Email geschrieben, da ich beruflich sehr eingespannt bin und die Lehrerin diese Möglichkeit der Kontaktaufnahme angeboten hatte.
Nun leitete die Lehrerin meine Mails (2) nicht nur innerhalb der Schule (z.B. an den Rektor), sondern auch nach außen weiter an die eingeladene Person. Damit gab sie nicht nur meinen Mailinhalt, sondern auch meinen vollständigen Namen sowie meine Emailadresse weiter.
Mit dem Erfolg, dass die schulfremde Person mich prompt kontaktierte, weil der Mann meinte, mich aufklären zu müssen über seine Tätigkeiten.

Das stellt doch mit Sicherheit einen Verstoß dar? Ich habe einer Weitergabe ja niemals zugestimmt.

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20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4527 Beiträge, 2222x hilfreich)

Ja, und?

Dann melde dies doch der Schule (z.B. dem Rektor, Adresse hast du ja jetzt).

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#2
 Von 
julieann
Status:
Beginner
(140 Beiträge, 17x hilfreich)

Ich wollte mich erkundigen, ob das einen Verstoß darstellt.
Da wollte ich mich hier versichern.

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#3
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9535 Beiträge, 2275x hilfreich)

Ich sehe hier weit und breit keinen Verstoß gegen irgendwelche Datenschutzbestimmungen.

E-Mails werden in den meisten Fällen nicht anders behandelt als normale Briefe auch. Wenn die Lehrerin einen handgeschriebenen Brief bekäme, könnte sie diesen ja auch dem Rektor oder jemand anderem vorlegen.

Ich sehe hier weit und breit kein Fehlverhalten.

Mich würde interessieren, was für ein Beruf das denn gewesen ist, der vorgestellt werden sollte. Wenn es nicht grade der Beruf einer Bahnhofsprostituierten war, dann kann ich mir nicht vorstellen, warum man etwas dagegen haben könnte.



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"justice"

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81240 Beiträge, 33940x hilfreich)

quote:
Das stellt doch mit Sicherheit einen Verstoß dar?

Nein, grundsätzlich wäre erst mal kein Verstoß gegeben.



quote:
Ich habe einer Weitergabe ja niemals zugestimmt.

Man muss nicht für alles seinen Zustimmung geben.
Je nach Formulierung lag eine konkludente Zustimmung vor.
Das können wir hier nicht beurteilen, da der Inhalt nicht bekannt ist.


Im Zweifel wendet man sich an den jeweiligen Datenschutzbeauftragten.



quote:
Wenn es nicht grade der Beruf einer Bahnhofsprostituierten war, dann kann ich mir nicht vorstellen, warum man etwas dagegen haben könnte.

Nun, es gibt diese veganen Öko-Extremisten welche z.B. S.c.h.w.e.i.n.e.mörder (=Metzger) als unpassend empfinden, evetnuell war es auch der Programmgestalter von RTL II, ...





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

-- Editiert Harry van Sell am 04.05.2013 19:59

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#5
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9535 Beiträge, 2275x hilfreich)

quote:
evetnuell war es auch der Programmgestalter von RTL II

gröööööhl... :grins:

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"justice"

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#6
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8367 Beiträge, 3401x hilfreich)

quote:
Das stellt doch mit Sicherheit einen Verstoß dar?
Nicht im Sinne des BDSG! Bei einer sorgfältigen Korrespondenz sollte man Sperrvermerke oder Bemerkungen wie "nur für Sie persönlich", "bitte meine persönlichen Daten vertraulich behandeln" o.ä. aufnehmen.

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"Vernunft ist wichtiger als Paragraphen"

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#7
 Von 
julieann
Status:
Beginner
(140 Beiträge, 17x hilfreich)

Mir ging es darum, dass mein vollständiger Name sowie meine Emailadresse weitergegeben wurden. Und zwar nicht innerhalb der Schule, sondern an eine externe Person.
Es handelt sich dabei doch um personenbezogene Daten und ich war der Meinung, dass dies nicht ohne Zustimmung gestattet ist.
Danach wollte ich mich hier erkundigen.

Das Weitergeben des Inhaltes finde ich nur moralisch verwerflich, wenn man sich als Elternteil an eine Lehrerin wendet.

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#8
 Von 
guest-12306.05.2013 09:20:00
Status:
Beginner
(98 Beiträge, 153x hilfreich)

Das war keine "Bahnhofsprostituierte", sondern ein Politoffizier, der für drei Jahre Armeedienst werben wollte! :fight:

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#9
 Von 
julieann
Status:
Beginner
(140 Beiträge, 17x hilfreich)

Gibt es eigtl jemanden, der hier eine ernsthafte Antwort gibt?
Ich bin weder Öko-Extremistin noch sonstirgendwas. Ich habe mich lediglich bei der Lehrerin beschwert, weil ich der Meinung war, dass in einer 3. Klasse nicht unbedingt eine umstrittene Berufsgruppe vorgestellt werden müsste, wie in diesem Falle ein Chiropraktor/Chiropraktiker, der den Kindern suggeriert hat, dass (die wahren) Ärzte der Zukunft ohne Medikamente heilen.
Hier wollte ich mich nach der Rechtslage bzgl. des Datenschutzes erkundigen.

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#10
 Von 
HeHe
Status:
Schlichter
(7630 Beiträge, 3398x hilfreich)


Die Beträge von justice und HarryvanSell waren doch ziemlich sachlich und vor allem korrekt.

Das Zeigen und Weitergeben empfangener Briefe und EMails unterliegt nicht dem Datenschutz, außer der Schreiber bittet um entsprechende Behandlung.

Ob dieses Berufsbild einer 3. Klasse vorgestellt werden soll, ist doch durchaus eine Diskussion aller Beteiligten wert – auch der des geplanten Dozenten. Im günstigsten Fall kann er Ihre Bedenken zerstreuen!? Ihre Meinung ist doch Ihr eigenes Standing wert.


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#11
 Von 
julieann
Status:
Beginner
(140 Beiträge, 17x hilfreich)

Mir geht es vorrangig darum, dass meine Daten herausgegeben wurden, ohne vorher um meine Erlaubnis zu bitten.
Ich war der Meinung, dass die Schule/Lehrerin personenbezogene Daten nicht ohne Einwilligung weitergegeben darf.
Ist dem nicht so?

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#12
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9535 Beiträge, 2275x hilfreich)

Ich bin auch gegen diese Alternativen Heilmethoden und denke auch, dass das sicher kein Thema für Grundschüler ist. Rechtlich bleibt es aber bei dem gesagten. Datenschutz ist hier nicht betroffen. Es ist völlig normal, dass man solche Zuschriften mit Kollegen, betroffenen oder Vorgesetzten bespricht. Die Lehrerin kann das ja sowieso nicht alleine entscheiden.

Mit dem Alternativen Heiler brauchen Sie ja nicht zu sprechen.

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"justice"

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#13
 Von 
julieann
Status:
Beginner
(140 Beiträge, 17x hilfreich)

@ justice005: Danke für die Rückmeldung.
Allerdings verstehe ich nicht ganz, wann dann der Datenschutz greift? Die Schule darf also personenbezogene Daten der Eltern, die im Zusammenhang des Schulkontaktes erfasst wurden, nach außen weitergeben? Das finde ich wirklich seltsam!

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#14
 Von 
HeHe
Status:
Schlichter
(7630 Beiträge, 3398x hilfreich)


Welche personenbezogenen Daten?
Sie haben EMail oder Adresse in einem Brief angegeben und dieser kann vom Empfänger weitergezeigt werden, es wurde nicht um vertrauliche Behandlung gebeten.

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#15
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81240 Beiträge, 33940x hilfreich)

Datenschutz ist in Deutschland zwar ein Grundrecht, tritt aber häufiger hinter andere Belange zurück. Also eher ein sekundäres Grundrecht.



Zum eine ist Datenschutz das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Das bedeutet, der Betroffene kann grundsätzlich selbst darüber entscheiden, welche persönlichen Informationen er anderen gegenüber bekannt gibt.

Zum anderen ist Datenschutz der Schutz vor missbräuchlicher Datenverarbeitung / Schutz des Persönlichkeitsrechts bei der Datenverarbeitung.


Hier hat man entschieden, Name/Adresse und E-Mail weiterzugeben, zumindest an die Lehrerin und auch an ihre Vorgesetzen (Schulleitung, Aufsichtsbehörde etc.)

Ob das Schreiben vor der Weitergabe an den Dritten hätte anonymisiert werden müssen oder ob eine konkludente Zustimmung vorlag, können wir hier mangels relevanter Fakten nicht beurteilen.

Wer sicher gehen will nimmt einen Sperrvermerk auf
Hiermit widerspreche ich jeglicher Nutzung, Übermittlung oder Speicherung meiner Daten, die über diesen Kontakt hinausgeht, gleichgültig zu welchen Zwecken sie erfolgt. Insbesondere widerspreche ich der Weitergabe an externe Dritte.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#16
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8367 Beiträge, 3401x hilfreich)

quote:
dass die Schule/Lehrerin personenbezogene Daten nicht ohne Einwilligung weitergegeben darf.

Noch ein Aspekt: hier fand eine private Kommunikation statt. Die unterliegt nicht dem BDSG. Oder ging die Mail an eine Schuleadresse?

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"Vernunft ist wichtiger als Paragraphen"

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#17
 Von 
julieann
Status:
Beginner
(140 Beiträge, 17x hilfreich)

@ Harry:
Die Email ging nicht an die Schulleitung, Aufsichtsbehörde oder sonstige Stellen.

@Mr. Cool:
Aus meiner Sicht handelte es sich überhaupt nicht um ein privates Gespräch. Ich habe die Emailadresse angeschrieben, die uns die Lehrerin als Kontaktmöglichlkeit bei Fragen oder Probleme gegeben hat (Elternbrief mit Schulbriefkopf). Natürlich nicht als Privatkontakt sondern in ihrer Funktion als Lehrerin.

Ich bin einfach irritiert davon. Wenn ich ihr als Privatperson geschrieben hätte, könnte ich das verstehen. Aber aus meiner Sicht handelt es sich bei einer Lehrer-Eltern-Kommunikation dieser Art stets um etwas, das man nicht weitergibt, schon gar nicht die Daten an sich. Aber das scheint nur meine Sicht.
Dennoch werde ich mich darüber beschweren in der Schule und ab jetzt diesen "Disclaimer" verwenden.

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#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81240 Beiträge, 33940x hilfreich)

quote:
Die Email ging nicht an die Schulleitung, Aufsichtsbehörde oder sonstige Stellen.

Das ist unerheblich.
Denn die Lehrerin kann aufgrund dienstlicher Belange gezwungen sein, die E-Mail an entsprechende Stellen weiterzuleiten.
Ob die Mail an die Stellen adressiert ist oder nicht.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#19
 Von 
Veannon
Status:
Beginner
(93 Beiträge, 31x hilfreich)

Hallo julieann,

ich verstehe nicht, warum man sich bei dieser Angelegenheit Rat in einem Rechtsforum holt. Dass die vorgestellten Berufe nichts in der 3. Klasse zu suchen haben, sehe ich genauso. Doch warum muss man da jetzt im Nachhinein mit Kanonen auf Spatzen schießen und sich rechtlichen Beistand einholen. Sie finden es doch unabhängig der rechtlichen Grundlage (zurecht) unschön, dass Ihre Mail nicht vertraulich behandelt wurde. Dann klären Sie das doch einfach zwischenmenschlich anstatt die Rechtskeule schwingen zu wollen.
Lehrer sind auch nur Menschen und sie dachte vielleicht es wäre der richtige Weg. Wenn Sie Ihren Standpunkt klarmachen, wird sie das sicher verstehen.

Es ist letztlich ja auch kein Schaden entstanden, sondern bloß eine verletzte Eitelkeit. Denken Sie daran, dass letztlich Ihr Kind das Leidtragende ist, wenn Sie sich mit der Lehrerin zoffen.

1. Tipp: Zwischenmenschlich klären oder 2. Tipp: Es auf sich beruhen lassen.

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#20
 Von 
Chylla
Status:
Student
(2089 Beiträge, 613x hilfreich)

Hallo,

dies scheint mir ein rechtlicher Grenzfall zu sein.

Grundsätzlich gilt: eine Datenübermittlung an private Stellen gem. § 30 Abs. 3 S. 2 SchulG bedarf der Einwilligung der Eltern oder der volljährigen Schülerinnen und Schüler. (ich gehe mal davon aus, dass dieses Gesetz bei allen Bundesländern ähnlich ist, dieses ist hier von Meck-Vorp.)

Eine E-Mail Adresse und Telefonnummer oder sogar auch noch Adresse kann m.E. auch darunter fallen. Auf jeden Fall ist die Lehrerin extrem unsensibel. Ich würde eine E-Mail schreiben, in der ich ihr untersage in Zukunft
E-Mails oder telefonate oder Briefe ausserhalb der Schule zu zitieren oder weiterzuleiten.

Im Wiederholungsfall an das zuständige Schulamt wenden ! Innerhalb des Kollegiums gitl meist: Eine Krähe hackt der andern ....

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"Chylla"

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