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Muss ich die Namen der Mitarbeiter und das Fahrzeugkennzeichen weitergeben?

22.6.2018 Thema abonnieren
 Von 
cirius32832
Status:
Lehrling
(1228 Beiträge, 568x hilfreich)
Muss ich die Namen der Mitarbeiter und das Fahrzeugkennzeichen weitergeben?

Im Eventbereich kommt es immer vor, dass Kunden darauf bestehen, den Namen (teilweise auch die Handynummer) und das Kennzeichen des Fahrzeuges zu bekommen, mit dem die Mitarbeiter anreisen.

Jüngst hat eine Kundin sogar gedroht, dass ohne diese Angaben die Veranstaltung nicht stattfinden kann. Mir ist bewusst, dass es Firmen mit Wachswchutz gibt, aber eine derartige Drohung ist mir doch etwas hochtragend. Eine Einlasskontrolle kann man auch ohne diese Daten realisieren. Unsere Mitarbeiter haben immer einen Tourenplan dabei und natürlich auch einen Führerschein oder Personalausweis, sollte es um sensible Firmengelände gehen.

Zum einen schränkt es unseren Arbeitsablauf ein, wenn wir - wie von den Kunden verlangt - teilweise ein bis zwei Wochen im vorraus die Namen herausgeben und zum anderen sind unsere Dienstleistungen nicht an Personen gebunden. Heisst: Person A kann sowohl auf Tour A, B, C... eingesetzt werden. Und es kommt immer vor, dass man mal durchtauschen muss.

Mich interessiert insbesondere auch die rechtliche Seite:
Darf ich ohne weiteres die Daten weitergeben - besonders vor dem Hintergruns: An wen gibt der Kunde diese Daten weiter? (Wachschutz, Weitere Mitarbeiter??)

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(62312 Beiträge, 30612x hilfreich)

Die Weitergabe der Namen ist nicht zu beanstanden.

Bei Handynummer und Kfz-Kennzeichen, kommt es zum einen darauf an, ob das private oder dienstliche Daten sind.

Wenn es private Daten sind, wäre die Weitergabe von der Einwilligung des Arbeitnehmers abhängig.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
eh1960
Status:
Lehrling
(1513 Beiträge, 629x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):

Darf ich ohne weiteres die Daten weitergeben

Ja, denn es liegt ein berechtigtes Interesse vor.
Zitat:

- besonders vor dem Hintergruns: An wen gibt der Kunde diese Daten weiter? (Wachschutz, Weitere Mitarbeiter??)

Der Kunde darf sie im Rahmen des berechtigten Interesses weitergeben.

Der Kunde kann im übrigen auch Sicherheitsausweise o.ä. für die Leute ausstellen, die auf dem Event tätig sind, und dafür Namen, Geburtsdatum, Foto usw. verlangen, er kann auch für Fahrzeuge Zugangserlaubnisse ausstellen, auf denen die Autonummer eingetragen ist, usw.

Zitat:
Zum einen schränkt es unseren Arbeitsablauf ein, wenn wir - wie von den Kunden verlangt - teilweise ein bis zwei Wochen im vorraus die Namen herausgeben und zum anderen sind unsere Dienstleistungen nicht an Personen gebunden. Heisst: Person A kann sowohl auf Tour A, B, C... eingesetzt werden. Und es kommt immer vor, dass man mal durchtauschen muss.

Das ist dann Pech, aber der Kunde kann selbstverständlich verlangen, daß längerfristig im Voraus verbindlich vereinbart wird, welche Mitarbeiter bei ihm tätig werden und welche nicht.

Wenn das dann nicht klappt, dann sind die Vertragspartner von ihren Erwartungen und Möglichkeiten her nicht kompatibel.

Man kann vereinbaren "A schickt B zehn Kellnerinnen". Man kann auch vereinbaren "A schickt B die Kellnerinnen Meier, Müller, Schulze, ..." Man kann auch vereinbaren "A legt dem B zwei Wochen vor dem Termin polizeiliche Führungszeugnisse für die Kellnerinnen vor, die A dem B schickt."

-- Editiert von eh1960 am 23.06.2018 01:09

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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