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1/6 geerbt - und jetzt?

 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)
1/6 geerbt - und jetzt?

Liebe Forengemeinde,
Gehen wir mal von folgendem Fall aus: eine klassische Erbengemeinschaft bestehend aus drei Kindern, untereinander zerstritten. Der Erbstreit kann beginnen!

Kind eins: 4/6
Kind zwei und drei: je 1/6.

Der Einfachheit halber gehen wir von folgender Rechnung aus:
Erbmasse 100.000 Vermögen
Schulden 40.000

Was mich interessieren würde ...
Welche Lösungen der Aufteilung wären nun denkbar?

Mal angenommen Kind 3 hat keinerlei finanzielle Interessen, möchte lediglich, dass das Elternhaus nicht verkauft wird.

Kind 1 bietet Kind 2 und 3 jeweils 10.000 für deren Anteil an, damit wären Schulden und Erbanteil abgegolten. Demnach wäre Kind 3 ja völlig raus und hätte keinen Einfluss mehr auf den Verbleib des Hauses im Familienbesitz.

Was würde sich jetzt also anbieten? Kann Kind 3 den anderen beiden Erden mitteilen auf jegliche Nutzung für die nächsten X Jahre zu verzichten und damit das Nutzungsrecht den anderen beiden überlassen? Falls ja, wäre es hier sinnvoll Bedingungen zu stellen? Zum Beispiel Beteiligung bzw. keine Beteiligung an Einnahmen für Vermietung?

Wenn sich einer der Erben, also eines der drei Kinder konsequent weigert die Anteile abzugeben, können die anderen beiden Erben trotzdem irgendwie erwirken, dass das Haus verkauft wird?

Was würde euch sonst noch spontan zu diesem fiktiven Fall einfallen? Immer aus Sicht von Kind 3, dass keinerlei finanzielle Interessen hat, sondern nur möchte, dass das Haus nicht verkauft wird ....

Welche Möglichkeiten hätte Kind 3?

Würde mich über zahlreiche Ideen freuen.

Euch allen eine schöne Woche und bleibt gesund.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Kind Aufteilung Nutzungsrecht


52 Antworten
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#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Zitat:
Kind 1 bietet Kind 2 und 3 jeweils 10.000 für deren Anteil an, damit wären Schulden und Erbanteil abgegolten.

Faires Angebot

Zitat:
Demnach wäre Kind 3 ja völlig raus und hätte keinen Einfluss mehr auf den Verbleib des Hauses im Familienbesitz.

So ist es.

Zitat:
Was würde sich jetzt also anbieten? Kann Kind 3 den anderen beiden Erden mitteilen auf jegliche Nutzung für die nächsten X Jahre zu verzichten und damit das Nutzungsrecht den anderen beiden überlassen? Falls ja, wäre es hier sinnvoll Bedingungen zu stellen? Zum Beispiel Beteiligung bzw. keine Beteiligung an Einnahmen für Vermietung?

Das kann man alles machen. Welchen Erfolg das hat dürfte sehr davon abhängen, was Kind eins mit dem Haus vor hat.

Zitat:
Wenn sich einer der Erben, also eines der drei Kinder konsequent weigert die Anteile abzugeben, können die anderen beiden Erben trotzdem irgendwie erwirken, dass das Haus verkauft wird?

Dann kann jeder Erbe die Teilungsversteigerung beantragen.

Zitat:
Welche Möglichkeiten hätte Kind 3?

Kind drei könnte Kind eins den eigenen Anteil verkaufen oder verbilligt überlassen unter der Bedingung, dass das Haus nicht veräußert werden darf. Diese Bedingung kann im Grundbuch abgesichert werden. Zu den Details berät ein Notar.

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#2
 Von 
aspergius
Status:
Praktikant
(528 Beiträge, 152x hilfreich)

100.000 - 40.000 werden vererbt. 1/6 davon sind 10.000. Wenn ich richtig rechne zahlt Kind 1 die Kinder 2 und 3 aus. Das heißt, dann wäre Kind 1 alleiniger Besitzer des Hauses und den Kindern 2 und 3 zu nichts verpflichtet, auch nicht zu einer Mitnutzung. Kind 1 kann frei über das Haus verfügen, es verkaufen oder vermieten zum eigenen Nutzen. Kind 1 ist den anderen Kindern keine Rechenschaft schuldig

Signatur:
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#3
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von aspergius):
Kind 1 ist den anderen Kindern keine Rechenschaft schuldig

Korrekt.
Und das gilt es zu verhindern. Daher mein Aufruf zur Ideensammlung was Kind 3 alles für Möglichkeiten hätte.
Heute. In einem Jahr. In 10 Jahren ... usw. ...

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#4
 Von 
aspergius
Status:
Praktikant
(528 Beiträge, 152x hilfreich)

Die 10.000 Eiro Ausgleichszahlung an ein Kind ist ist nur
möglich, wenn es damit einverstanden ist. Ein nicht abgefundenes Kind besitzt weiterhin 1/6 und kann dadurch am Nutzen (Mieteinnahmen) teilhaben. Alle besitzenden Kinder (Kind 1 mit 7/6
und Kind 3 mit 1/6 bilden eine Erbengemeinschaft. Das mit 10.000 ausgezahlte Kind
spielt keine Rolle mehr.
Als 1/6 Mitbesitzerin kann ohne ihr Einverständnis das Haus nicht verkauft werden...aber es gibt ein Schlupfloch. Jeder Teil der Erbengemeinschaft kann eine amtliche Versteigerung beantragen. Dabei wird das Haus öffentlich versteigert. Jedermann, auch Teileigentümer können mitsteigern und so das Haus alleine zum Höchstgebot erwerben.
Andere Möglichkeiten gibt es natürlich auch, aber nur auf freiwilliger Basis. Es müssen also beide einverstanden sein. In diesem Fall ist alles möglich. Beispielweise bleibst du Eigentümer, verzichtest aber auf die Teilmiete. Der andere Eigentümer sichert dir zu keine amtliche Versteigerung zu beantragen. Zu einem Verkauf braucht der andere eh deine Zustimmung. In meinen Augen ist diese Lösung fragwürdig.. und unsicher ob überhaupt zulässig. Bei einer solchen Konstellation sollte unbedingt ein Fachmann beraten.

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#5
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2499 Beiträge, 477x hilfreich)

Eine Erbengemeinschaft ist auf Auseinandersetzung ausgelegt. Wenn ein Miterbe eine solche Auseinandersetzung anstrebt, wird Kind 3 nicht verhindern können, dass das bebaute Grundstücke am Ende des Tages notfalls versteigert wird.

Kind 3 bleibt insoweit lediglich übrig, mit den übrigen Miterben eine gütliche Einigung zu erzielen, sofern es denn nicht beabsichtigt, das Grundstück anlässlich einer eingeleiteten Versteigerung selbst zu erstehen. Diese Einigung kann so aussehen, dass die Erbengemeinschaft nicht oder nicht hinsichtlich des Grundstückes auseinandergesetzt wird. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass Grundstück durch Abschluss eines Abschichtungs- oder Auseinandersetzungsvertrages zu übernehmen. Anspruch hat es - wie gesagt - hierauf jedoch nicht.

Insoweit ist hier ein Stück weit Verhandlungsgeschick von Kind 3 gefragt.

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#6
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Mal eine Frage zur Versteigerung:

Nochmal der Einfachheit halber ... Haus mit Grundstück 100.000 wert, aber mit 50.000 verschuldet.
Wenn ich das richtig verstehe sind sowohl die Anteile an dem Vermögen, als auch den den Schulden entsprechend Erbschein aufgeteilt ... also Kind 1 4/6 und Kind 2 und 3 jeweils 1/6.

Jetzt bringt die Versteigerung 50.000 ....
Diese 50.000 würden dann gemäß der Sechstel-Anteile aufgeteilt, das Haus ist weg, es würden aber noch die Schulden übrig bleiben, richtig !? Oder werden die Schulden quasi mitversteigert?

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#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Zitat:
Oder werden die Schulden quasi mitversteigert?

Die Schulden werden mitversteigert.

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#8
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von hh):
Zitat:
Oder werden die Schulden quasi mitversteigert?

Die Schulden werden mitversteigert.

100%ig sicher?
Verwechsel ich das mit Privatinsolvenz, wo bei Zwangsversteigerungen die Schulden bleiben?

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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Zitat:
100%ig sicher?
Verwechsel ich das mit Privatinsolvenz, wo bei Zwangsversteigerungen die Schulden bleiben?

Ja, in diesem Punkt unterscheiden sich Teilungsversteigerung und Zwangsversteigerung.

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#10
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von hh):

Ja, in diesem Punkt unterscheiden sich Teilungsversteigerung und Zwangsversteigerung.

Darf ich mal fragen, was genau ist hier der Unterschied?
Einmal generell, und dann was macht den Unterschied bei den Schulden !?

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#11
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Eine Zwangsversteigerung erfolgt auf Betreiben eines Gläubigers. Die Grundschuldeintragungen des Gläubigers und alle nachrangigen Eintragungen werden im Rahmen der Zwangsversteigerung gelöscht. wenn ein nachrangiger Gläubiger die Zwangsversteigerung beantragt, dann schöießt sich fast immer der erstrangige Gläubiger an. Der Käufer zahlt dann sein Gebot und erhält eine lastenfreie Immobilie. Sollte das Gebot nicht zum Ausgleich der Schulden reichen, dann bleibt der Alteigentümer auf den restlichen Schulden sitzen.

Bei einer Teilungsversteigerung bleiben dagegen die Grundschuldeintragungen erhalten, müssen also vom Bieter mit übernommen werden. Wenn bei einer Immobilie 50.000€ Grundschulden eingetragen sind und es bietet jemand 20.000€, dann kostet ihn das in Wirklichkeit 70.000€. Um die Immobilie lastenfrei zu bekomen, muss der Bieter neben dem Gebot auch noch eine Zahlung in Höhe der Grundschulden an die Bank zahlen. Im Regelfall sind die Grundschulden höher als die tatsächliche Restschuld. Die Bank zahlt dann den übersteigenden Betrag an die Alteigentümer aus.

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#12
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Ah OK, verstehe. Danke für die Verdeutlichung.
Grundschuldeintragung heißt beispielsweise ein Darlehen für diese Immobilie, welches noch nicht abbezahlt ist?

Nach Deiner Erklärung habe ich das Wort "Teilungsversteigerung" mal gegoogelt und auch dazu ein bißchen gelesen. Wenn ich das richtig verstanden habe geht es bei einer solchen Versteigerung eigentlich nur darum Anteile einzelner Erben auszuzahlen, oder was sonst könnte einer der Erben bei dieser Art der Versteigerung für einen Vorteil haben? Wenn sich drei Erben, wie in meinem Eingangsbeitrag eigentlich gar nicht um das Geld streiten, sondern Kind 3 nur im Grundbuch stehen bleiben möchte um zu verhindern, dass das Haus die Familie jemals verlässt, würde es Kind 1 und/oder 2 dann irgendetwas bringen eine solche Teilungsversteigerung zu beantragen?

Klar, Kind 1 oder 2 hätten die Möglichkeit nun durch das höchste Gebot alleinige Eigentümer zu werben.
Aber sie laufen ja dennoch Gefahr, dass das Haus deutlich teurer wird als es aktuell für sie wäre,
oder habe ich da einen Denkfehler?

Mir bleibt unklar wie sinnvoll es für einen der Erben wäre eine solche Versteigerung zu beantragen AUSSCHLIEßLICH deshalb, damit man einen Erben aus dem Grundbuch raus bekommt ...

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#13
 Von 
salkavalka
Status:
Lehrling
(1270 Beiträge, 848x hilfreich)

Nicht einen, alle.
Das Haus ist dann weg. Ich wäre jetzt auch nicht zwingend begeistert, wenn ich mit einem hohen Erbanteil ein Haus an der Backe habe, das Kosten verursacht, das ich nicht verkaufen kann, um das sich irgendwer kümmern muss, für das Kredite weiter bezahlt werden müssen und für Jahrzehnte mit einer Zwangsgemeinschaft alles abstimmen muss, nur weil einer der Erben das Haus gerne in der Familie behalten will.
Bei einer Teilungsversteigerung ist das Haus dann weg, Schulden normalerweise auch und ich hab Geld.

-- Editiert von salkavalka am 13.05.2020 18:40

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#14
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von hh):

Bei einer Teilungsversteigerung bleiben dagegen die Grundschuldeintragungen erhalten, müssen also vom Bieter mit übernommen werden. Wenn bei einer Immobilie 50.000€ Grundschulden eingetragen sind und es bietet jemand 20.000€, dann kostet ihn das in Wirklichkeit 70.000€. Um die Immobilie lastenfrei zu bekomen, muss der Bieter neben dem Gebot auch noch eine Zahlung in Höhe der Grundschulden an die Bank zahlen. Im Regelfall sind die Grundschulden höher als die tatsächliche Restschuld. Die Bank zahlt dann den übersteigenden Betrag an die Alteigentümer aus.

Wie bereits geschrieben habe ich nach Deinem Beitrag nochmal gezielter gegoogelt ...
Ich glaube wenn ich als Laie von Schulden rede, dann meine ich nicht das, um was es bei Grundschulden geht.
Bei einer Teilungsversteigerung gehen wie ich gerade lese Grundschulden und Hypotheken auf den Höchstbieter über.

Ich aber hatte Schulden im Form eines noch nicht abbezahlten Darlehens im Hinterkopf, was ja nicht im Grundbuch eingetragen ist, sondern was lediglich bei der Bank auf einem Kontoauszug nachzuschauen wäre.

Daher nochmals die Frage ... wenn also die Immobilie 100.000 wert ist, aber von dem Darlehen für die Immobilie noch 50.000 nicht abbezahlt sind, dann hat das - so fürchte ich jetzt nach weiterer Lektüre des Netzes - glaube ich nichts mit dem zu tun, was hier bisher geschrieben wurde.
Dass Grundschulden an den Höchstbieter übergehen mag stimmen, wie hier bereits geschrieben.
Aber ich vermute, dass Restschulden in Form eines Darlehens nicht an den Höchstbieter übergehen, oder !?
Ich glaube ich habe die beiden Begriffe einfach unter "Schulden" zusammen gefasst,
die aber in dieser Thematik einen Unterschied machen ...

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#15
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12319 Beiträge, 1913x hilfreich)

google doch bitte noch zu Hypothek und Darlehen, oder auch Kredit zur Immobilienfinanzierung.

Zitat (von StefanHAM):
Mal angenommen Kind 3 hat keinerlei finanzielle Interessen, möchte lediglich, dass das Elternhaus nicht verkauft wird.
Soll doch selbst das Haus kaufen.

Ist denn überhaupt schon wer gestorben?

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#16
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von Anami):

Ist denn überhaupt schon wer gestorben?

Wäre jemand gestorben, dann wäre das hier ja eine Rechtsberatung, die nicht gestattet ist.
Nein, es ist niemand gestorben ... wie im Eröffnungsbeitrag geschrieben geht es um einen ausgedachten Fall.

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#17
 Von 
aspergius
Status:
Praktikant
(528 Beiträge, 152x hilfreich)

Ich will noch mal verdeutlichen, was eine Grundschuldeintragung bedeutet.
Wenn ein Hausbesitzer ein Darlehen haben will, muss er der Bank eine Sicherheit bieten. Diese Sicherheit ist z.B. das Haus. Angenommen es ist 400.000 Euro Wert, wird die Bank es niederer bewerten und als Beispiel nur eine maximale Grunschuld von 75% , also 300.000 Euro zulassen. Die Eintragung der Grundschuld ins Grunbuch kostet natürlich Geld.
Wenn der Hausbesitzer z.B. nur 200.000 braucht, wird er nur eine Grundschuld von 200.000 eintragen lassen um ein Darlehen der Bank eben in Höhe von 200.000 zu bekommen.
Dieses Darlehen zahlt er monatlich ab. Nach 10 Jahren ist die Restschuld vll noch 120.000.. Nach 20 Jahren vll 0 Euro. Das Darlehen ist in diesem Falle ganz abbezahlt. Im Grundbuch läßt der Hausbesitzer aber meistens die eingetragene Grundschuld mit 200.000 weiter bestehen. Das Löschen der Grundschuld kostet nämlich wiederum Geld. Das heißt in diesem Fall ist das Darlehen zurückgezahlt und trotzdem ist auf das Haus eine Grundschuld eingetragen. Die eingetragene Grundschuld hat also nicht unbedingt was mit realen Schulden zu tun. Ob wirklich noch Schulden da sind, kann man bei der Bank erfahren.

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#18
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12319 Beiträge, 1913x hilfreich)

Zitat (von StefanHAM):
Mir bleibt unklar wie sinnvoll es für einen der Erben wäre eine solche Versteigerung zu beantragen AUSSCHLIEßLICH deshalb, damit man einen Erben aus dem Grundbuch raus bekommt .
Ja, mir auch. Wer denkt sich nur sowas aus?
Du?

Es wäre auch mit einem Verstorbenen in einem ausgedachten Fall keine Rechtsberatung. ;)

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#19
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von aspergius):
Ob wirklich noch Schulden da sind, kann man bei der Bank erfahren.

Danke für die ausführliche Erklärung. Ich gebe zu, ich finde das verwirrend.
Ich verweise nochmal auf meinen Beitrag 14, wo ich feststelle, dass ich hier vielleicht was durcheinander bringe, weil ich es einfach nicht weiß bzw. differenzieren kann.

Für mich ist selbst nach mehrfachem Lesen Deiner Erklärung immer noch nicht klar,
was nun die Antwort auf meine Frage ist ...

Nach wie vor folgende Situation: Erbe 1 hat 4/6, Erben 2 und 3 jeweils 1/6.
So steht es im Grundbuch.
Wert der Immobilie 100.000.
Gehen wir mal davon aus die im Grundbuch eingetragene Grundschuld ist 50.000.
Dann gibt es einen noch abzubezahlenden Rest des Darlehens fürs Haus i. H. v. 40.000

Einer der Erben beschließt nun eine Teilungsversteigerung.
Der Höchstbieter ersteigert die Immobilie für 30.000

Anhand dieser Daten nochmal meine Frage ... vielleicht wird es mir dann klarer ...
Was muss der Bieter jetzt insgesamt zahlen?
Sei es an die Erben, an Banken, an wen auch immer um das Haus sein Eigen zu nennen?
Nur die 30.000 an die Erben und das war's?
Oder 30.000 an die Erben plus eingetragene Rest-Grundschuld,
die de facto nur noch 40.000 (und nicht wie eingetragen 50K) ist?

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#20
 Von 
aspergius
Status:
Praktikant
(528 Beiträge, 152x hilfreich)

Die eingetragene Grundschuld spielt keine Rolle. Entscheidend ist die Restschuld des Darlehens. Und so weit ich weiß, wird die Bank dem Verkauf nicht zustimmen, wenn das Höchstgebot kleiner als die Restschuld ist.
Aber noch ein Hinweis auf den Wert des Hauses. Wenn die Bank eine Grundschuld-Eintragung akzeptiert, kann man davon ausgehen, dass das Haus weit mehr Wert ist, wie die Höhe der Grundschuldeintragung.

Signatur:
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#21
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von aspergius):
Die eingetragene Grundschuld spielt keine Rolle. Entscheidend ist die Restschuld des Darlehens.

Also nur nochmal um sicher zu sein, dass ich es richtig verstanden habe ...
Wenn eine Immobilie in eine Teilungsversteigerung geht, dann ersteigert der Bieter die Immobilie und das Darlehen, was darauf noch läuft. Habe ich Dich da richtig verstanden?
Das würde dem entsprechen, was User hh hier schon geschrieben hatte.

Aber asperigius, da bleibt nach wie vor meine Frage nach dem Verkehrswert.
Wie wird der definiert? Geht das noch laufende Darlehen mit in die Berechnung ein?
Oder musss ich der Bieter (idealerweise vorm Bieten) selber hierüber informieren?
Falls ja, wie kann er sich sicher sein hierzu sichere Informationen zu bekommen?


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#22
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Zitat (von aspergius):
Die eingetragene Grundschuld spielt keine Rolle.

Doch, natürlich. Aus der Grundschuld wird das geringste Gebot ermittelt.

Zitat:
Oder 30.000 an die Erben plus eingetragene Rest-Grundschuld

So ist es.

Zitat:
die de facto nur noch 40.000 (und nicht wie eingetragen 50K) ist?

De facto zahlt der Ersteigerer die 50T€ an die Bank, so dass er insgesamt 80T€ zahlt. Die Bank zahlt das den überzähligen Betrag an den Eigentümer aus.

Zitat:
Aber asperigius, da bleibt nach wie vor meine Frage nach dem Verkehrswert.
Wie wird der definiert?

Das Gericht lässt vor der Versteigerung ein Gutachten erstellen, in das potentielle Bieter vor der Versteigerung Einblick nehmen können.

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#23
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Super hh, vielen lieben Dank für Deinen letzten Beitrag.
Jetzt ist mir die Sache wirklich endgültig klar. Glaube ich jedenfalls :)

Wie ich schrieb habe ich die letzten Tage nach Versteigerungen im Netz geschaut ...
Und hier lese ich immer nur was von Verkehrswert, aber nie was von möglichen Schulden.
Selbst dann nicht wenn darauf hingewiesen wird, dass es eine Teilungsversteigerung ist.
Daher war mir das unklar.

Das heißt rein technisch sieht es so aus, dass EINER der Erben eine Teilungsversteigerung beantragt.
Dann ermittelt das Gericht durch einen Gutachter den Verkehrswert, erstellt ein Gutachten.
Dieses Guthaben ist für potentielle Bieter zugänglich, hierin enthalten sind auch Informationen zu noch nicht abbezahlten Darlehen, die vom Bieter "mitgekauft" werden. Richtig?

Falls ja, das Ganze kostet doch sicher. Und das dann noch mit einem unsicheren Ausgang.
Wenn es Kind 1 wirklich nur darum geht Kind 3 aus dem Grundbuch zu bekommen,
wäre die Teilungsversteigerung dann nicht eine ziemlich risikoreiche Variante FÜR KIND 1?
Denn es ist ja völlig unklar für welchen Betrag das Haus nachher weg geht ...
Plus man hat Kosten ...

Gibt es für irgendeinen der drei Erben irgendeinen Vorteil von so einer Versteigerung?

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#24
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3265 Beiträge, 1829x hilfreich)

Zitat (von StefanHAM):
Gibt es für irgendeinen der drei Erben irgendeinen Vorteil von so einer Versteigerung?
wenn du so fragst, dann hast du es immer noch nicht verstanden
Der Vorteil liegt darin, das Kind1+2 auf diese Weise die Erbengemeinschaft auch gegen den Willen von Kind3 beenden können.

"Das heißt rein technisch ..." - JA

Und JA, das Ganze kostet nicht wenig - aber: NEIN, nicht risikoreich/teuer nur für Kind1 - sondern für alle Beteiligten der Erbengemeinschaft, denn die Kosten der Teilungsversteigerung hat letztendlich jeder der Beteiligten gemäß seiner Erbquote zu zahlen. Der Antragsteller muss lediglich die Kosten zunächst vorstrecken.

Aus Sicht von Kind1+2 ist Kind3 eben ein Quertreiber, der der gesamten Erbengemeinschaft vermeidbare Kosten verursacht bzw. dafür sorgt, dass das Erbe für alle i.d.R. geschmälert wird

Kind1 hat doch ein sehr vernünftiges und faires Angebot gemacht.
Wenn Kind3 das nicht schmeckt, steht muss er eben ein ebenso vernünftiges Angebot an Kind2+3 machen, damit ER dann Allein-Eigentümer des Erb-Häuschens wird.
Als Allein-Eigentümer kann Kind3 dann mit seinem Eigentum verfahren, wie ER möchte.


Signatur:Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand
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#25
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Doch Lolle, ich habe es natürlich verstanden .... ich hatte in einigen Beiträgen zuvor bereits wiederholt angemerkt, dass es den Miterben womöglich bei einer solchen Versteigerung nur darum geht Kind 3 aus dem Grundbuch rauszubekommen.

ABER: die Gefahr wäre doch, dass Kind 3 am Ende Höchstbieter ist.
Was wäre aber, wenn Kind 1 das Haus alleine haben möchte?
Schließlich hat Kind 1 ja Kind 3 angeboten seinen Erbteil abzukaufen.
Sprich, Kind 1 hat ja scheinbar Interesse an dem Haus, was auch immer Kind 1 damit auch vor hat.

Aber wie gesagt, wenn es nun in eine Versteigerung geht, dann kann Kind 1 auch leer ausgehen,
weil entweder ein Fremder oder aber auch Kind 3 Höchstbieter wird.

Daher die Frage was für einen Vorteil für welches der drei Kind auch immer es geben könnte von so einer Teilungsversteigerung.

Kind 3 muss nicht unbedingt Quertreiber sein.
Wir reden ja über einen fiktiven Fall ... und ich schrieb bereits zu Beginn,
dass Kind 3 keine finaziellen Interessen hat, sondern nur möchte, dass das Haus in der Familie bleibt.
So, wenn nun aber alle Kinden untereinander zerstritten sind,
Kind 3 nun seinen Teil an Kind 1 verkauft, Kind 2 vielleicht auch,
dann kann Kind 1 mit dem Haus machen, was es will. Also auch verkaufen.
So, aber eben genau das ist es ja, was Kind 3 eben nicht möchte.
Da kann das Angebot noch so fair sein wie Du schreibst.
Das spielt keine Rolle, weil es Kind 3 nicht ums Geld geht.

Es geht Kind 3 nicht darum das Vermögen zu schmälern.
Damit würde Kind 3 sich ja selber schaden.
Es geht Kind 3 nicht darum den anderen beiden das Leben schwer zu machen.
Es geht einzig und allein darum sicher zu stellen, dass das Haus in der Familie bleibt.
Und das lässt sich wohl nur sicherstellen, wenn Kind 3 Miteigentümer ist.

Klar, Kind 3 kann Kind 1 und 2 ein Gegenangebot machen und damit alleiniger Eigentümer der Immobilie werden. Aber die Wahrscheinlichkeit wäre wohl groß, dass Kind 1 und 2 das wiederum nicht wollen.

Es wäre ja noch einiges denkbar ... wichtig wäre vermutlich zu wissen, was die anderen beiden Kinder für Interesse haben. Wenn 2 Kinder das Haus verkaufen und mit der Knete 'ne dicke Party auf Mallorca machen wollen, während ein Kind das Haus um jeden Preis im Familienbesitz halten will, dann wird man hier nicht zusammen finden. Wenn Kind 1 die Anteile von Kind 3 nur deshalb abkaufen will, weil Kind 1 selber in das Haus einziehen und nicht Gefahr laufen will, dass Kind 3 irgendwann auch einziehen will, dann sind das Dinge, die kann man unkompliziert lösen.

Oder wenn alle drei Kinder sich einig sind, dass das Haus nicht verkauft werden soll,
keines der Kinder will selber einziehen ... Kind 1 und 2 wollen es vermieten.
Kind 3 ist egal was damit passiert, Hauptsache - ich wiederhole - das Haus bleibt in der Familie.
Auch das ließe sich unkompliziert lösen.

Also an dieser Stelle schonmal vielen Dank für Eure Antworten.
Ich finde das Thema super spannend und hoffe, dass ich nie tatsächlich in die Situation komme.

Doch nach dem, was bisher geschrieben wurde möchte ich mal überlegen was nun möglich wäre ...

So, nun muss es aber irgendwie weiter gehen ... was würdet Ihr vorschlagen?

Kind 1 hat die Auseinandersetzung ja angestoßen und will Kind 3 die Anteile abkaufen.
Das macht Kind 3 nicht.
Jetzt könnte Kind 3 ähnliche Angebote machen und Kind 1 und 2 die Anteile abkaufen.
Wenn sie das mitmachen hat Kind 3 das Haus alleine, somit ist sichergestellt,
dass es in der Familie bleibt. Alles bestens.
Kind 3 kann selber einziehen, kann vermieten oder wie auch immer.

Was aber, wenn Kind 1 und 2 ihre Anteile nicht an Kind 3 abgeben? Warum auch immer ...
Wäre es nicht eine gute Lösung wenn Kind 3 den anderen beiden anbietet,
dass es an seinem Anteil festhalten möchte,
aber selber die eigene Nutzung der Immobilie bis zum Jahre 20xx den anderen beiden überlässt.
Sei es durch Eigennutzung oder durch Vermietung, ohne an Mieteinnahmen beteiligt werden zu wollen.
Wäre das nicht ein faires Gegenangebot?
Würden die anderen beiden Kinder dieses Angebot ablehnen wüsste Kind 3 doch direkt,
dass es den anderen beiden um den Verkauf geht ....

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#26
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Einen deutlichen Hinweis darauf, was Kind 3 machen könnte, habe ich bereits in Antwort#1 gegeben.

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#27
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

hh, richtig. Habe ich auch nicht vergessen.
Wenn jetzt im Grundbuch steht, dass das Haus nicht verkauft werden darf,
Kind 3 aber keinen Anspruch mehr an diesem Haus hat, dann ist das vielleicht für Kind 3 unter Umständen auch nicht so gut ... was wäre, wenn Kind 3 vielleicht in 10 Jahren doch eigenes Interesse an dem Haus hätte?
Das Thema wäre dann aber durch ...

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#28
 Von 
FareakyThunder
Status:
Lehrling
(1047 Beiträge, 565x hilfreich)

Wenn Kind 3 das Haus im Familienbesitz behalten will dann ist die einzige Lösung mit 100% erfolg das Haus selbst zu kaufen und die Kind 1 und 2 auszuzahlen. Möchten Kind 1 und 2 dass nicht so beantragt Kind 3 die Teilungsversteigerung und schaut zu, dass es am Ende der Höchstbietende ist.

Zitat (von StefanHAM):
Was wäre aber, wenn Kind 1 das Haus alleine haben möchte?

Dann bietet auch Kind 1 bei der Versteigerung mit. Am Ende steht fest wem das Haus mehr wert ist.

Probleme: Hat man nicht die finanziellen Mittel, kann man selber nicht mit steigern.
Gefahr: Ein dritter steigert mit, dem das Haus mehr wert ist, ist und mehr finanzielle Mittel als Kind 1 und 3 hat.

Die Teilungsverstigerung ist, unter der Annahme das Kind 1 und 3, welche Interesse am Haus haben, "unbeschränkte" finanzielle Mittel haben die fairste. Möchte man das Risiko vermeiden, dass eine dritt Person mitsteigert., macht man die Versteigerung im kleinen, privaten Kreise. Das geht aber nur wenn nicht alle zerstritten sind. Am Ende hat jeder seinen Preis, auch die, die sagen, dass sie nicht käuflich seien.

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#29
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12319 Beiträge, 1913x hilfreich)

Zitat (von StefanHAM):
was wäre, wenn Kind 3 vielleicht in 10 Jahren doch eigenes Interesse an dem Haus hätte?
Dann hättest du Grund, eine neue phantastische Reise in die Zukunftswelt zu beginnen.

Es könnte sein, dass das Haus total an (Verkehrs)-Wert verloren hat oder gewonnen hat, die Hypothek und/oder das Darlehen und/oder der Immokredit sich verringert hat, damit die Schulden auch geringer würden.

Kind 1 und Kind 2 könnten inzwischen nach Tasmanien bzw. Spitzbergen ausgewandert sein und würden Kind 3 die Hütte mit allem einfach so überlassen.

Kind 3 könnte sein Interesse an dem Haus verloren haben, weil es über den Ärger mit seinen Geschwistern schon völlig *** geworden wäre.
...und wenn es nicht gestorben ist

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#30
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

FareakyThunder, danke für Deine Antwort.

Tatsächlich bin ich bei Dir, dass nur der alleinige Besitz einem Kind (welches auch immer) die Möglichkeit einräumt zu machen was es will. Wenn Kind 1 die Anteile von Kind 3 abkaufen will, Kind 3 das nicht will, dann kann Kind 1 nix machen. Wenn Kind 3, der das Haus ja im Familienbesitz wissen will, Kind 1 die Anteile abkauft, gleichzeitig aber die kostenlose Nutzung für X Jahre einräumt, dann gibt es immer noch Kind 2, was da einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Auch wenn Kind 3, was vielleicht jetzt 5/6 hat, weil es Anteile von Kind 1 abgekauft hat, irgendwann selber einziehen will, gibt es Kind 2 mit 1/6, was da einen Strich durch die Rechnung machen kann ... also alles schwierig. So schwierig, dass dieses alleinige Recht wirklich nur - wie Du schreibst und wie hier auch vorher ja schon erwähnt würde - durch eine Teilungsversteigerung erwirkt werden kann, die allerdings - wie Du ebenfalls schreibst - entsprechende Gefahren birgt.

Klar, es kann ja sein, dass irgendjemand mehr bietet als die Kinder bieten wollen oder können.
Das hätte dann zwar den finanziellen Vorteil, weil vielleicht mehr geboten als das Haus wert ist und man so einen finanziellen Nutzen hat, aber am Ende ist das Haus weg. Und das war ja das, was Kind 3 eben verhindern wollte.

Jetzt könnte es natürlich sein, dass die 3 Kinder eine gemeinsame millionenschwere Tante haben, deren Lieblingskind Kind 1 ist ... ihm zuliebe bietet die Tante einfach eine Unsumme für das Haus. Nur, wie gerade beschrieben, hat Kind 3 dann zwar einen finanziellen Vorteil, aber keinen EInfluss mehr auf das Haus.
Sei es durch den Wunsch einer eigenen Nutzung in einigen Jahren, oder aber durch die Einflussnahme auf den Verkauf der Immobilie.

Ich möchte nochmal auf meine in Beitrag 25 vorgeschlagene Variante zurück kommen.
Wäre das nicht eine faire Variante?

Ich wiederhole nochmal ... um wirklich über das Haus verfügen zu können muss man alleiniger Besitzer sein.
Selbst wenn Kind 3 dem Kind 1 die Anteile abkauft ... was würde es bringen? Was auch immer Kind 3 dann vor hat, Kind 2 könnte mit seinem 1/6 Anteil quer schlagen. Oder hätte Kind 1 mit der Mehrheit von 5/6 am Haus irgendwelche Sonderrechte bzw. Möglichkeiten den 1/6 Teilhaber zu überstimmen oder zu übergehen?
Ich vermute nicht.

Meine Variante aus Beitrag 25 ... wenn Kind 3 den Geschwistern 1 und 2 nun klar macht, dass es das Grundbuch unverändert lassen möchte, ihnen (also den Geschwistern Kind 1 und Kind 2) aber das kostenlose Nutzungsrecht oder auch Vermietungsrecht einräumt, ohne daran finanziell beteiligt zu werden ...
Wäre das nicht ein faires Angebot von Kind 3 and die anderen beiden?
Grundbuch unverändert, dadurch hat Kind 3 erstmal sein Ziel erreicht (Haus bleibt in der Familie),
Kind 1 und 2 können Profit daraus schlagen ohne abgeben zu müssen
UND - das ist vermutlich der wichtigste Punkt - Kind 1 und 2 wissen,
dass Kind 3 bis Jahr XY (das würde man dann vereinbaren) keinerlei Schwierigkeiten bereiten wird.
Also weder eine Teilungsversteigerung beantragt, noch Eigenbedarf, noch sonst was macht ...

Was glaubt Ihr würden Kind 1 und 2 von so einer Variante halten?
Wäre das fair?
Bzw. welche "unkomplizierte" Variante, die allen (zumindest für einen Zeitraum X) zugute kommt,
wären noch denkbar?

Abschließend möchte ich mich nochmals für den regen Austausch bedanken ...
Ich weiß selber, dass ich lange vor meiner Anmeldung hier sehr sehr viel gelesen habe,
wenn mich irgendetwas gerade interessiert hat.
Ich glaube auch dieser Beitrag ist gar nicht so weit von der Realität entfernt.
Ich denke es wird früher oder später viele geben, denen jeder einzelne Beitrag hier sehr helfen wird,
weil sie vielleicht in einer tatsächlichen privaten Situation auf neue Ideen kommen.

Von daher hoffe ich auch weiterhin auf einen regen Austausch hier im Thema!



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