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1/6 geerbt - und jetzt?


#31
 Von 
malia
Status:
Schüler
(158 Beiträge, 7x hilfreich)


Hallo,StefanHAM

Ich habe Dir eine PM geschrieben.

Ich hoffe, Du weisst, wie man dahin kommt.
Wenn nicht, dann melde Dich hier noch einmal.

grüsse

malia

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#32
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Schade, dass niemand meine Idee kommentieren möchte bzw. einschätzen möchte ob das für die anderen Erben von Interesse sein könnte ...!

Wenn man bedenkt, dass wie in Beitrag 1 geschrieben die Familie seit Jahren zustritten wäre und die Kinder auch untereinander keinen Kontakt hätten, dann wäre es ja durchaus denkbar, dass die Erbangelegenheit nun Kind 3 sehr überraschend trifft und Kind 3 heute einfach noch nicht genau weiß ob es vielleicht selber Interesse an der Immobilie hat ... in einem Jahr, in fünf Jahren in 10 Jahren.

Von daher ja die Überlegung ob es für Kind 1, was zwar die Anteile von Kind 3 abteilen wollen würde, interessant sein könnte von Kind 3 die Ablehnung diesbezüglich zu bekommen, gleichzeitig aber zu erfahren, dass Kind 3 den anderen beiden Geschwistern bis zum Jahre 20XX die alleinige Nutzung einräumt und versichert keinerlei Interessen oder Ansprüche geltend zu machen ...

Die Idee dahinter wäre, dass alle Kinder jetzt erstmal keine groben Veränderungen zu erwarten hätten.
Kind 1 und 2 hätten definitiv einen Vorteil falls sie das Haus vermieten wollen, Kind 3 von der Miete aber nichts haben will. Außerdem könnten Kind 1 und Kind 2 auch selber einziehen ohne Kind 3 dafür irgend etwas geben zu müssen ...

Und andererseits, auch das sprach ich bereits an ... würde ich vermuten, dass Kind 3 so erfahren könnte, was die anderen beiden mit dem Haus vor haben ... sprich, wenn dieses an sich doch gute Angebot abgelehnt wird, dann läge doch quasi auf der Hand, dass die anderen beiden das Haus verkaufen wollen.
Wieso sonst sollten sie so ein Angebot ausschlagen, von dem sie sogar profitieren würden !?

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#33
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3266 Beiträge, 1829x hilfreich)

Zitat (von StefanHAM):
Kind 1 und 2 hätten definitiv einen Vorteil falls sie das Haus vermieten wollen, Kind 3 von der Miete aber nichts haben will. Außerdem könnten Kind 1 und Kind 2 auch selber einziehen ohne Kind 3 dafür irgend etwas geben zu müssen ...
Vielleicht wollen die das aber nicht.

Es nutzt doch nichts herumzuspinnen.
Klarheit bekommt man, wenn man die Involvierten direkt fragen - und sich direkt mit denen auf einen Weg einigt.
Wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist, dann kommt man eben nicht weiter.

Manche schließen z.B. auch gern mal mit einer Sache ab.
Und vermieten ist auch kein Zuckerschlecken - zumal, wenn man da einfach ohne Vorkenntnisse "hineinrutscht". Ist auch mit Risiken verbunden und zudem muss eine vermietete Immobilie auch instandgehalten werden.
Alles nur, damit Kind3 die Chance hat, sich noch zu überlegen, was es nun eigentlich will?

Zitat (von StefanHAM):
Wieso sonst sollten sie so ein Angebot ausschlagen, von dem sie sogar profitieren würden !?
Das WIESO ist völlig wurscht. Sie können es. Und jedes der 3 Kinder kann eine Teilungsversteigerung beantragen, wenn es gerne einen Strich ziehen möchte.

Signatur:Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand
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#34
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12319 Beiträge, 1913x hilfreich)

Zitat (von StefanHAM):
Nein, es ist niemand gestorben ... wie im Eröffnungsbeitrag geschrieben geht es um einen ausgedachten Fall.
Zitat (von StefanHAM):
Daher mein Aufruf zur Ideensammlung was Kind 3 alles für Möglichkeiten hätte. Heute. In einem Jahr. In 10 Jahren ... usw. ...
Zitat (von Lolle):
Es nutzt doch nichts herumzuspinnen.
So ist es. Niemand weiß, was in 1 Jahr oder 5 oder 10 ist---wie die 3 Kinder dann ticken, was sich bis dahin in deren Leben und am Haus und an der Erbmasse getan hat...
Zitat (von Lolle):
Das WIESO ist völlig wurscht. Klarheit bekommt man, wenn man die Involvierten direkt fragen - und sich direkt mit denen auf einen Weg einigt.
So ist es. Das geht jetzt, und in 1,5 oder 10 Jahren. Oder im Erbfall.

Schon in #1:

Zitat (von hh):
Dann kann jeder Erbe die Teilungsversteigerung beantragen.
und in #26:
Zitat (von hh):
Einen deutlichen Hinweis darauf, was Kind 3 machen könnte, habe ich bereits in Antwort#1 gegeben.

Im Forum Erbrecht geht es um Erbrechtsfragen. Nicht um Ideensammlungen für die Zukunft. Auch nicht um Rechtsberatungen zu Erbrechtsfragen.

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#35
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Hier hatte doch irgendjemand geschrieben man könne im Grundbuch eintragen lassen, dass ein Haus/Grundstück nicht verkauft werden darf. Habe ich das richtig verstanden?

Falls ja, wer kann einen solchen Eintrag veranlassen?
Angenommen Kind 3 verkauft nun doch seine Anteile an Kind 1, macht allerdings zur Auflage,
dass das eingetragen wird ... geht sowas?

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#36
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von hh):

Zitat:
die de facto nur noch 40.000 (und nicht wie eingetragen 50K) ist?

De facto zahlt der Ersteigerer die 50T€ an die Bank, so dass er insgesamt 80T€ zahlt. Die Bank zahlt das den überzähligen Betrag an den Eigentümer aus.

Wäre auch die Variante denkbar, dass keine Grundschuld eingetragen ist,
aber es für das Haus trotzdem noch ein abzuzahlendes Darlehen gibt?

Falls ja, dann würde ich das jetzt so deuten, dass der Bieter bei einer Teilungsversteigerung da nichts mehr mit zu tun hätte und das Darlehen an den Erben hängen bleibt, weil keine Grundschuld im Grundbuch mehr eingetragen ist?

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#37
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Zitat:
Wäre auch die Variante denkbar, dass keine Grundschuld eingetragen ist, aber es für das Haus trotzdem noch ein abzuzahlendes Darlehen gibt?

Denkbar wäre das, allerdings wäre das sehr ungewöhnlich.

Zitat:
Falls ja, dann würde ich das jetzt so deuten, dass der Bieter bei einer Teilungsversteigerung da nichts mehr mit zu tun hätte und das Darlehen an den Erben hängen bleibt, weil keine Grundschuld im Grundbuch mehr eingetragen ist?

Richtig.

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#38
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von hh):
Zitat:
Wäre auch die Variante denkbar, dass keine Grundschuld eingetragen ist, aber es für das Haus trotzdem noch ein abzuzahlendes Darlehen gibt?

Denkbar wäre das, allerdings wäre das sehr ungewöhnlich.

Zitat:
Falls ja, dann würde ich das jetzt so deuten, dass der Bieter bei einer Teilungsversteigerung da nichts mehr mit zu tun hätte und das Darlehen an den Erben hängen bleibt, weil keine Grundschuld im Grundbuch mehr eingetragen ist?

Richtig.

Denkbar, aber ungewöhnlich ... ok.
Wie ließe sich sowas rausfinden für was so ein Kredit/Darlehen genutzt wurde?
Könnte es nicht sein, dass das einfach zur Modernisierung einer Immobilie genutzt wird,
die als solches bereits grundschulden-frei ist?

Grundschuld, so jedenfalls habe ich es bisher verstanden in diesem Thema, heißt,
man geht zur Bank, beantragt einen Kredit und diese Bank bekommt quasi einen Anteil des Hauses als Sicherheit. Diese Sicherheit wird in Form einer Grundschuld ins Grundbuch eingetragen.
Der Kredit wird nach und nach abbezahlt, bis er getilgt ist. Dann kann die Grundschuld ausgetragen werden.
Wird sie nicht ausgetragen, würde der Höchstbieter im Falle einer Teilungsversteigerung die volle Höhe der Grundschuld zusätzlich zum Gebot zahlen, diese dann aber erstattet bekommen, weil diese nicht mehr besteht, da Kredit abbezahlt. Soweit habe ich es verstanden. Hoffentlich :)

Dann zurück zur Frage .... es wäre doch auch denkbar, dass man eine Modernisierung nicht über eine Grundschuld realisiert, sondern über einen einfachen, normalen Kredit, oder nicht !?
Dann wäre das Darlehen zwar hausbezogen, aber eben nicht in Form einer Grundschuld hinterlegt/eingetragen. Was ich aber verstanden habe (wieder hoffentlich :) ) ist, dass bei einer Teilungsversteigerung ausnahmslos alles an Schulden an den Erben hängen bleibt, selbst wenn es Kredite für Hausmodernisierungen waren ... an Schulden wird vom Höchstbieter bei der Teilungsversteigerung nur das übernommen, was als Grundschuld im Grundbuch eingetragen ist. Richtig?

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#39
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Ich lerne von Tag zu Tag mehr ...
Habe ich es richtig verstanden, dass Teilungsversteigerung und Erbauseinandersetzung zwei unterschiedliche Dinge sind?

Demnach, was ich jetzt gelesen habe bedeutet Teilungsversteigerung, dass eine Immobilie, die laut Grundbuch einer Erbengemeinschaft gehört, nach der Versteigerung nicht mehr der Erbengemeinschaft gehört, sondern verkauft ist. Was natürlich nicht ausschließt, dass einer aus der Erbengemeinschaft Höchstbieter und damit neuer Eigentümer wird. Aber der Erbengemeinschaft als solches ist somit raus aus dem Grundbuch. Richtig?

Dem gegenüber steht die Erbauseinandersetzung, die lediglich besagt, dass die Erbengemeinschaft nicht als solche im Grundbuch steht, sondern die einzelnen Erben der Gemeinschaft de facto mit ihren einzelnen Anteilen gemäß Erbschein im Grundbuch geführt werden, richtig?

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#40
 Von 
Sir Berry
Status:
Richter
(8484 Beiträge, 2790x hilfreich)

Zitat (von StefanHAM):
an Schulden wird vom Höchstbieter bei der Teilungsversteigerung nur das übernommen, was als Grundschuld im Grundbuch eingetragen ist. Richtig?
Nein.

Zitat (von StefanHAM):
Demnach, was ich jetzt gelesen habe bedeutet Teilungsversteigerung, dass eine Immobilie, die laut Grundbuch einer Erbengemeinschaft gehört,
es muss keine Erbengemeinshaft sein. Die Teilungsversteigerung ist immer dann möglich wenn es sich um mehrere Eigentümer handelt, z.B. auch nach Trennung eines Ehepaares.

Zitat (von StefanHAM):
Aber der die Erbengemeinschaft als solches ist somit raus aus dem Grundbuch. Richtig?
ja, richtig.

Zitat (von StefanHAM):
Dem gegenüber steht die Erbauseinandersetzung, die lediglich besagt, dass die Erbengemeinschaft nicht als solche im Grundbuch steht, sondern die einzelnen Erben der Gemeinschaft de facto mit ihren einzelnen Anteilen gemäß Erbschein im Grundbuch geführt werden, richtig?
nein, nicht richtig.

Unter Erbauseinandersetzung versteht man die Aufteilung des gesammten Erbes auf alle Erbberechtigte.
https://www.erbrecht-lahn.de/erbrecht/erbauseinandersetzung/

Berry

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#41
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Danke für die Antwort, berry.
Gut, dann habe ich "Erbauseinandersetzung" falsch verstanden.
Wenn der Erbschein doch besagt wer welchen Anteil bekommt,
besteht dann irgendeine Möglichkeit das Grundbuch dahin gehend zu ändern,
dass die Erbengemeinschaft nicht als Erbengemeinschaft im Grundbuch steht,
sondern mit den Anteilen gemäß Erbschein? Geht sowas?
Und wie nennt sich sowas dann?
Welches Verfahren oder welchen Begriff muss ich hierzu googeln?

-- Editiert von StefanHAM am 19.05.2020 14:27

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#42
 Von 
salkavalka
Status:
Lehrling
(1270 Beiträge, 848x hilfreich)

Teilerbauseinandersetzung. Geht nur mit notariellem Vertrag.

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#43
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Zitat:
dass die Erbengemeinschaft nicht als Erbengemeinschaft im Grundbuch steht,
sondern mit den Anteilen gemäß Erbschein? Geht sowas?

Ja, das geht, aber warum will man das machen?

Das kostet Gebühren für Notar und Grundbuchamt und führt nur in seltenen Fällen zu einem Vorteil.

Zitat:
Hier hatte doch irgendjemand geschrieben man könne im Grundbuch eintragen lassen, dass ein Haus/Grundstück nicht verkauft werden darf. Habe ich das richtig verstanden?

Falls ja, wer kann einen solchen Eintrag veranlassen?
Angenommen Kind 3 verkauft nun doch seine Anteile an Kind 1, macht allerdings zur Auflage,
dass das eingetragen wird ... geht sowas?

Ja, das geht. Für den Verkauf an Kind 1 benötigt man sowieso einen notariellen Vertrag. In den nimmt man so eine Klausel auf. Über die Details berät der Notar.

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#44
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Was wäre eigentlich wenn ein Teil der Erbengemeinschaft verstirbt?
Eine Erbengemeinschaft von 4 Personen hat jeweils 25 % laut Erbschein.
Im Grundbuch stehen sie als Erbengemeinschaft ohne Anteile.

So, wenn nun einer der vier verstirbt,
was passiert dann mit den 25 % der/des Verstorbenen?

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#45
 Von 
malia
Status:
Schüler
(158 Beiträge, 7x hilfreich)

Hallo, Stefan HAM,

Nach meinem Kenntnisstand gehen dann die z.B. 25% des Verstorbenen an die Erben
des Verstorbenen.

also: entweder an die im Testament benanntn Erben
oder
falls kein Testament vorliegt: tritt die gesetzliche Erbfolge ein.

viele grüsse

malia

s. auch die PM

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#46
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen ... und ich habe weiter viel im Netz gelesen ... teilweise kommen in jeder Antwort hier neue Stichworte und man kann weiter googeln und sich ins Thema einlesen ...!

Nachdem ich nun Wochen gelesen habe frage ich mich echt ob Erbrecht das komplizierteste Recht ist, was es gibt. Schein fast so ...!

Nochmal zu dem Thema Grundschulden und Versteigerungspreis.
Angenommen eine Immobilie ist 100.000 wert und hat im Grundbuch eingetragene Grundschulden in Höhe von 50.000. Es gibt ein Darlehen, was noch abbezahlt werden muss, aktueller Rest 25.000 ...
Nun wird diese Immobilie in einer Teilungsversteigerung versteigert für 20.000 € ...!

Ich weiß, ich habe es schon oft gefragt, aber nachdem was ich nun gelesen habe bin ich mir nun doch nicht mehr sicher.

Der HÖCHSTBIETER, also der, der die Immobilie nun ersteigert hat und nun als alleiniger Besitzer ins Grundbach eingetragen wird zahlt nun was an die bisherigen Besitzer? 20.000 (Gebot) + 50.000 (eingetragene Grundschulden) und sonst nichts? So hatte ich es bisher eigentlich angenommen.

So wie ich es bisher verstanden hatte würde der Höchstbieter diese 70.000 bezahlen, gleichzeitig aber auch das and die Immobilie gebundene Darlehen in Höhe von 25.000 übernehmen und die Überzahlung (=eingetragene Grundschuldin Höhe minus tatsächliche Restdarlehens-Höhe) selber von der Darlehen-führenden Bank zurück bekommen. Hieße der Höchstbieter zahlt 70.000, übernimmt damit Immobilie und Darlehen, bekommt aber 25.000 zurück, zahlt also 45.000 ... !?

Was mir mitterlweile nicht mehr ganz klar ist: die Überzahlung, also die Differenz aus Grundschuld und tatsächlicher Darlehenshöhe, geht die an den neuen Besitzer, also den Höchstbieter, oder an die Erben, die die Immobilie abgeben?

Und andere Frage zur Abschichtung ... wenn ich das richtig lese gibt es keinerlei Grundlage, auf der jeder einzelne Erbe die Abschichtung berechnen muss/kann. Heißt 2 Erben, Immobilie ist 100.000 wert ... trotzdem könnte einer der Erben eine Abschichtung anbieten und dafür 60.000 verlangen? Wäre zwar nicht die Hälfte, aber würde trotzdem gehen, weil die Höhe der Abschichtung frei verhandelt bar ist?

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#47
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Zitat:
So wie ich es bisher verstanden hatte würde der Höchstbieter diese 70.000 bezahlen, gleichzeitig aber auch das and die Immobilie gebundene Darlehen in Höhe von 25.000 übernehmen

Nein, das Darlehen gilt als gekündigt und wird aus den 50.000€ für die Grundschulden gezahlt. Der Käufer zahlt insgesamt 70.000€.

Zitat:
die Überzahlung, also die Differenz aus Grundschuld und tatsächlicher Darlehenshöhe, geht die an den neuen Besitzer, also den Höchstbieter, oder an die Erben, die die Immobilie abgeben?

An die Erben. Die Erben erhalten daher 20.000€ direkt vom Ersteigerer und 25.000€ von der Bank als Überschuss, insgesamt also 45.000€

Zitat:
Heißt 2 Erben, Immobilie ist 100.000 wert ... trotzdem könnte einer der Erben eine Abschichtung anbieten und dafür 60.000 verlangen? Wäre zwar nicht die Hälfte, aber würde trotzdem gehen, weil die Höhe der Abschichtung frei verhandelt bar ist?

Richtig, die Höhe der Abfindung im Rahmen einer Abschichtung ist frei verhandelbar.

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#48
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Ich lese, dass bei Abschichtung unter Umständen nicht alle Verbindlichkeiten des Erblassers abgegeben werden, stimmt das? Also der Erbe, der mittels Abschichtung aus der Erbengemeinschaft aussteigt würde ggf. noch für Verbindlichkeiten des Erblassers mithaften. Ist das so?

Wie sieht es bei einer Erbteilsübertragung aus ... muss sich dieser zwingend an den tatsächlichen Werten orientieren oder können die Erben auch hier über die Höhe verhandeln?

Dann nochmal zu Antwort 47 ...

Das Darlehen gilt als gekündigt. Hier wurde in einem der ersten Antworten vermutet, dass die Bank einem Höchstgebot nicht zustimmen würde, wenn das Gebot geringer ist als das noch abzuzahlende Darlehen.
Ist das wirklich so? Wie sähe das praktisch aus ... wie ich gelesen habe und wie hier auch schon geschrieben wurde wird vor der Versteigerung ein Gutachten erstellt, was für Bieter einsehbar ist.
Stehen hier Darlehen drin? Vermutlich nicht, denn das ist ja für den Bieter irrelevant eigentlich,
da er nicht das Darlehen übernimmt, sondern nur die Grundschulden ...
Heißt der Bieter bietet, erhält den Zuschlag und erfährt dann ein paar Tage später von der Bank,
die das Darlehen der bisherigen Erbengemeinschaft führt, dass das Haus zu dem Preis nicht verkauft wird?
Oder wird im Gutachten bereits ein Mindestgebot definiert um dieses Problem zu umgehen?

Tatsächlich habe ich es bis heute so verstanden, dass die Überzahlen an den Höchstbieter geht.
Hier wurde in einem der ersten Beiträge geschrieben, dass die Überzahlung an den Eigentümer geht.
Und für mich war ab Auktions-Zuschlag der Höchstbieter der neue Eigentümer.
Deswegen habe ich bis heute angenommen, dass die Überzahlung an den Höchstbieter,
also den NEUEN Eigentümer geht und nicht an die bisherigen Erbengemeinschaft.
Da habe ich mich wohl geirrt, wie ich nun lese.
Der Höchstbieter zahlt sein Höchstgebot PLUS die volle Höhe der im Grundbuch eingetragenen Grundschulden! Sind die Grundschulden höher als der tatsächliche Darlehens-Saldo,
geht die Differenz, also die Überzahlung an die Erbengemeinschaft und NICHT zurück an den Höchstbieter.

Gehen in die Berechnung des Verkehrswertes in einem Gutachten (nicht nur in Gutachten für eine Teilungsversteigerung, sondern auch so allgemein wenn man eine Immobilie bewerten lässt) auch nicht abgezahlte Darlehen mit ein oder spielen die bei der Bewertung der eigentlichen Immobilie keine Rolle?
Anders formuliert: wenn in einem Gutachten "aktueller Verkehrswert" steht, ist das nicht abbezahlte Darlehen da mit eingerechnet oder nicht?

Und in diesem Zusammenhang ... mal angenommen der Verkehrswert ist 100.000,
aber es sind 120.000 Grundschulden eingetragen ... da kann man sich die Teilungsversteigerung doch gleich sparen, denn selbst bei einem Höchgebot von 5 € würde dem Höchstbieter die Immobilie, die nur 100.000 wert ist trotzdem 120.005 kosten. Wenn also Grundschulden höher sind als der Verkehrswert, was sagt das dann?
Hier wurde schon genannt, dass Grundschulden nicht immer ausgetragen werden, weil es ja kostet.
Dann lese ich im Netz, dass Grundschulden vor einer Teilungsversteigerung ausgetragen werden sollten, eben um genau dieses Problem nicht zu haben. Aber nochmal: Versteigerung zu beantragen wenn die noch eingetragenen Grundschulden höher sind als der Verkehrswert scheint sinnlos zu sein !?

Schönes Wochenende Euch allen!

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#49
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Zitat:
Also der Erbe, der mittels Abschichtung aus der Erbengemeinschaft aussteigt würde ggf. noch für Verbindlichkeiten des Erblassers mithaften. Ist das so?

Im Außenverhältnis: Ja
Im Innenverhältnis: Nein

Zitat:
Wie sieht es bei einer Erbteilsübertragung aus ... muss sich dieser zwingend an den tatsächlichen Werten orientieren oder können die Erben auch hier über die Höhe verhandeln?

Auch da kann verhandelt werden.

Zitat:
Hier wurde in einem der ersten Antworten vermutet, dass die Bank einem Höchstgebot nicht zustimmen würde, wenn das Gebot geringer ist als das noch abzuzahlende Darlehen.

Die Bank hat da kein Mitspracherecht.

Zitat:
Stehen hier Darlehen drin?

Im Verkehrswertgutachten stehen weder die Grundschulden noch die Höhe des Darlehens.

Zitat:
Oder wird im Gutachten bereits ein Mindestgebot definiert um dieses Problem zu umgehen?

Das steht zwar nicht im Gutachten, aber das Gericht legt ein Mindestgebot fest. Der richtige Begriff lautet "geringstes Gebot". Das geringste Gebot muss nicht nur die Grundschuld abdecken, sondern z.B. auch die Verfahrenskosten und weitere Dinge.

Zitat:
Der Höchstbieter zahlt sein Höchstgebot PLUS die volle Höhe der im Grundbuch eingetragenen Grundschulden! Sind die Grundschulden höher als der tatsächliche Darlehens-Saldo, geht die Differenz, also die Überzahlung an die Erbengemeinschaft und NICHT zurück an den Höchstbieter.

Richtig

Zitat:
Und in diesem Zusammenhang ... mal angenommen der Verkehrswert ist 100.000,
aber es sind 120.000 Grundschulden eingetragen ... da kann man sich die Teilungsversteigerung doch gleich sparen,

Ein Miterbe, dem bekannt ist, dass das Darlehen in Wahrheit nur noch 90.000€ beträgt kann ja die 5€ bieten. Ein Fremder ist in so einem Fall im Prinzip aber raus.

Zitat:
Dann lese ich im Netz, dass Grundschulden vor einer Teilungsversteigerung ausgetragen werden sollten, eben um genau dieses Problem nicht zu haben.

Das kommt auf das Ziel an. Wenn jemand die Teilungsversteigerung verhindern oder erschweren möchte, dann ist derjenige vielleicht daran interessiert, dass möglichst hohe Grundschulden im Grundbuch stehen.

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#50
 Von 
StefanHAM
Status:
Schüler
(331 Beiträge, 119x hilfreich)

Kleine Frage zwischendurch ... mal weg von der Teilungsversteigerung ...!
Kann man sagen, dass was die rechtlichen Folgen (Haftung für Verbindlichkeiten etc.) eine Erbteilübertragung immer vorteilhafter ist als eine Abschichtung?

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#51
 Von 
aspergius
Status:
Praktikant
(528 Beiträge, 152x hilfreich)

Frage, wie erfährt der Interessent verbindlich die Höhe der Grundschuld? Er kann natürlich vom Grundbuchamt einen Grundbuchauszug anfordern. Aber gibt es noch einen anderen Weg? Zum Beispiel, dass bei der Versteugerung die Grundschuld genannt wird, so dass der Bietende weiß, auf was er sich einläßt??

Signatur:
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#52
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36737 Beiträge, 13212x hilfreich)

Zitat:
Frage, wie erfährt der Interessent verbindlich die Höhe der Grundschuld?

Die wird im Versteigerungstermin verkündet, so wie auch alle anderen Kosten die dann in Summe zum geringsten Gebot führen.

Zitat:
Kann man sagen, dass was die rechtlichen Folgen (Haftung für Verbindlichkeiten etc.) eine Erbteilübertragung immer vorteilhafter ist als eine Abschichtung?

Eine Abschichtung bietet sich dann an, wenn man Kosten bezüglich der Abwicklung für Notar und Grundbuchamt sparen will. Rechtssicherer ist jedoch eine Erbteilübertragung.

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