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Auszahlung Lebensversicherungen an Unberechtigte Person

4. März 2020 Thema abonnieren
 Von 
guest-12304.03.2020 14:48:01
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Auszahlung Lebensversicherungen an Unberechtigte Person

Guten Tag,

Ich hoffe mein Anliegen so gut wie möglich beschreiben zu können. Es geht um folgendes:

Der bester Freund meines Vaters (A) ist vor einem Jahr gestorben. Er hat aufgrunddessen, dass er weder lesen noch schreiben konnte den Weg zum Notar nicht gewagt, sodass er keinen Testament hinterlassen hat. Er hatte weder Frau noch Kinder, dafür aber 7 Geschwister (von denen 6 bereits verstorben sind). Meines Wissens nach kommen als Erbe der einzige lebende Bruder und alle anderen, die Seitens der 6 verstorbenen Geschwister Erbe sind, in Frage. Somit besteht soweit ich weiß eine Erbengemeinschaft. Ich persönlich bin nicht Erbberechtigt, habe aber nachdem A schwer erkrankt ist eine mehrseitige Vollmacht, die alle Bereiche abdeckt, bis über den Tod hinaus unterschrieben. Nach dem Tod des A musste ich auch deshalb sämtlichen Schriftverkehr bishin zur Auflösung der Wohnung, die Bestattung etc. veranlassen.

Nun nach einem Jahr wurde ich aufmerksam drauf gemacht, dass der verstorbene A fünf verschieden Lebensversicherungen bei einem Unternehmen hatte. Da ich auch über sein Vermögen verwalte bis es offizielle Erben gibt, bin ich zur Bank und konnte dort anhand der Auszüge sehen, dass seit dem Tode keine einzige Auszahlung einer Lebensversicherung eingegangen ist. Nachdem ich mich telefonisch in Verbindung gesetzt habe mit der Versicherung, wurde mir mitgeteilt, dass fünf Lebensversicherungen des verstorbenen A durch die Nichte B gekündigt wurden. Zudem beinhalte die Kündigung die Information, dass der Vater des B der einzige hinterbliebene Bruder (C) ist, Bevollmächtigt ist und die Gesamtsumme bitte auf das Konto des C überwiesen werden soll. Die Versicherungsmitarbeiterin teilte mir ebenso mit, dass die Summe ausgezahlt wurde, wie in dem Brief gewünscht an das Konto des C und die Versicherungen somit aufgelöst sind.

Nun stellt sich mir die Frage, wie eine B, die weder als Erbe in Frage kommt, noch Bevollmächtigt ist, den Vertrag kündigen kann, und der Vater C sogar die Ausschüttungen auf sein privates Konto überweisen lassen kann, wenn es sich doch um eine Erbengemeinschaft handelt und er die Einverständis aller anderen potenziellen Erben nicht hat. Liege ich darin falsch, dass ich aktuell wo es keine offiziellen Erben gibt, sondern nur mich mit einer Vollmacht, die einzige Person bin, die eine Auszahlung der Versicherungen auf das Konto des verstorbenen A veranlassen darf? Ich bedanke mich im Voraus.

Viele Grüße

Testament oder Erbe?

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12304.12.2021 20:52:31
Status:
Beginner
(118 Beiträge, 28x hilfreich)

Das hängt maßgeblich davon ab, ob und wenn ja welche Bezugsberechtigte im Versicherungsvertrag bestimmt wurden.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44051 Beiträge, 15708x hilfreich)

Zitat:
Meines Wissens nach kommen als Erbe der einzige lebende Bruder und alle anderen, die Seitens der 6 verstorbenen Geschwister Erbe sind, in Frage.


Es treten nicht die Erben der vorverstorbenen an deren Stellen, sondern deren Abkömmlinge.

Zitat:
Somit besteht soweit ich weiß eine Erbengemeinschaft.


So ist es.

Bezüglich der Lebensversicherung stellt sich die Frage, wer denn bezugsberechtigt war.

Zitat:
Liege ich darin falsch, dass ich aktuell wo es keine offiziellen Erben gibt, sondern nur mich mit einer Vollmacht, die einzige Person bin, die eine Auszahlung der Versicherungen auf das Konto des verstorbenen A veranlassen darf?


Sollte es keinen Bezugsberechtigten geben, so liegst Du damit richtig.

Zitat:
Die Versicherungsmitarbeiterin teilte mir ebenso mit, dass die Summe ausgezahlt wurde, wie in dem Brief gewünscht an das Konto des C und die Versicherungen somit aufgelöst sind.


Wenn die Versicherung den Betrag nur aufgrund so eines Briefes ohne weitere Prüfung und ohne sich einen Erbschein vorlegen zu lassen, dann hat die Versicherung jedenfalls dann ein Problem, wenn C nicht als einziger Bezugsberechtigter eingetragen war.

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