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Auszahlung nicht möglich, Wohnrecht

 Von 
Stern123123
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Auszahlung nicht möglich, Wohnrecht

Hallo, ich bin neu hier und hoffe sehr, dass mir jemand Tipps oder Ratschläge zu meiner Situation geben kann :

Ich versuche mich so kurz wie möglich zu halten :
Vater verstorben, Mutter aus privaten Gründen Erbe ausgeschlagen.
Kein Testament vorhanden.
Erben sind meine Schwester und ich.
Veerbt wurde ein großes Haus mit 2 großen Wohnungen , Mutter soll lebenslanges Wohnrecht für die eine Wohnung (2)erhalten.
Schwester hat die andere Wohnung (1)vor über 10 Jahren geschenkt bekommen. Whg. Wurde durch sie erst bewohnbar gemacht, investiert wurden von ihr über 80.000 Euro.
Schwester kann mich nicht auszahlen, möchte aber dort wohnen bleiben.
Ich will eine faire Lösung erreichen, aber natürlich auch nicht leer ausgehen. Teilungsversteigerung oder Verkauf ist keine Option.
1. Falls keine Auszahlung erfolgt, kann die Mutter evtl. Miete trotz Wohnrecht leisten und diesen Betrag an mich zahlen bis der "Auszahlungsbetrag" erreicht ist?
2.Wie ist die Schenkung erbrechtlich zu bewerten?
(Verjährung)
3.Wenn Ich nicht in dem Haus wohne, aber Mieteinnahmen s. O. Beziehe, bin ich ja eigentlich auch für Instandsetzung des Hauses anteilsmäßig verantwortlich - kann ich das vertraglich ausschließen?
4.Wie wird ein Gutachter, die geleisteten Investitionen in der Wohnung (1) meiner Schwester sowie die Schenkung der nennen wir es "Grundwohnung(1)" vom ganzen Hauswert (2.Wohnung eher einfache Ausstattung) in Abzug bringen? Gibt es hier einen Zeitwert oder irgendeine Richtwerttabelle?
5.Gibt Es andere faire Optionen an die ich noch nicht gedacht habe?
6.Wie lange haben ich und meine Schwester Zeit das Erbe anzunehmen oder abzulehnen, auch unter Berücksichtigung, dass unsere Mutter bereits ausgeschlagen hat? Zählt die Frist ab Zeitpunkt des Todes oder der Zeitpunkt ab Erbausschlagung der Mutter?

Vielen Dank an alle!

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Schenkung Wohnrecht Mutter Schwester


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
salkavalka
Status:
Lehrling
(1270 Beiträge, 848x hilfreich)

In welcher Form geschenkt? Handelt es sich um Eigentumswohnungen ? Wenn Wohnung 1 tatsächlich vor 10 Jahren der Schwester geschenkt wurde, gehört sie jetzt nicht mehr zum Nachlass. Dann gibt es nichts auszuzahlen.
Ein Wohnrecht kann auch entgeltlich vereinbart werden und die Erben können vereinbaren, wie mit der "Miete" umgegangen wird.
Ab Kenntnis vom Tod habt ihr 6 Wochen Zeit, um auszuschlagen.

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#2
 Von 
salkavalka
Status:
Lehrling
(1270 Beiträge, 848x hilfreich)

Doppelpost.

-- Editiert von salkavalka am 09.10.2019 06:44

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36696 Beiträge, 13188x hilfreich)

Wenn hier die gesetzliche Erbfolge zum Tragen gekommen ist, dann kann es jedoch bezüglich Wohnung 1 Ausgleichungsansprüche nach § 2050 BGB geben.

Warum hat die Mutter das Erbe ausgeschlagen, wenn sie doch ein Wohnrecht bekommen soll?

-- Editiert von hh am 09.10.2019 08:27

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#4
 Von 
Stern123123
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo salkvalka und hh,
Danke für die schnellen Antworten.
Es handelte sich nicht um Eigentumswohnungen.
Direkt am eigentlichen Wohnhaus was ich mit Wohnung 2 erwähnt habe, befand sich beim Kauf eine Art Heuboden mit Maschinenhalle.
Nur Außenwände und kaum begehbare Zwischendecken waren vorhanden. Kein Strom, Heizung, Wasser.
Hieraus hat sich meine Schwester eine 3 geschossige Wohnung mit eigenem Eingang ausgebaut auf eigene Kosten(keine Baugenehmigung oder Nutzungsänderung beantragt, was mir noch Kopfschmerzen bereitet) .
Die Eltern haben uns beide vor zig Jahren gefragt, ob und wer sich ggf. den Heuboden ausbauen möchte.
Meine Schwester bejahte, ich lehnte ab.
Es war immer nur die Sprache davon, dass klar ist wer den Heuboden ausbaut auch später Interesse hat das Haus im Ganzen zu übernehmen.
Was ich anstelle des Heubodens(nur Rohwert - vielleicht vom Grund und Boden her 10.000 Euro) als Ausgleich bekommen würde, ist nie abgeklärt wurden.
Ich war mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst welche Konsequenzen so etwas später erbrechtlich haben könnte, war zu jung.
Fazit :Ein Schenkungsvertrag o. Ä. Gibt es nicht schriftlich, nur wenn man es so will mündlich, wenn so etwas ausreichend ist.
Aber ich bin natürlich bereit und muss es anscheinend auch auf eine Art Ausgleich im Nachhinein zu verzichten und mich nur um meinen Erbteil abzgl. Heuboden, Wohnung 1 sowie der getätigten Investitionen (davon wollte ich verständlicherweise so oder so nichts haben, dass wäre absurd) zu bemühen.

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36696 Beiträge, 13188x hilfreich)

Zitat:
Fazit :Ein Schenkungsvertrag o. Ä. Gibt es nicht schriftlich, nur wenn man es so will mündlich, wenn so etwas ausreichend ist.

Das ist nicht ausreichend, somit gibt es keine Schenkung. Das Grundstück einschließlich der Häuser, diedarauf stehen gehören demjenigen, der als Eigentümer im Grundbuch steht.

Zitat:
Aber ich bin natürlich bereit und muss es anscheinend auch auf eine Art Ausgleich im Nachhinein zu verzichten und mich nur um meinen Erbteil abzgl. Heuboden, Wohnung 1 sowie der getätigten Investitionen (davon wollte ich verständlicherweise so oder so nichts haben, dass wäre absurd) zu bemühen.

Es ist auf jeden Fall ein notarieller Vertrag erforderlich. Was darin genau vereinbart wird unterliegt Eurer freien Entscheidung.

Zitat:
Ich war mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst welche Konsequenzen so etwas später erbrechtlich haben könnte, war zu jung.

Für Dich ist das doch recht unproblematisch. Deine Schwester hat doch ein riesiges Problem. Sie hat offenbar einen Schwarzbau auf fremdem Boden errichtet.

Und Deine Mutter hat auch ein Problem. Weil sie das Erbe ausgeschlagen hat, gilt die Gewährung eines Wohnrechtes für sie als Schenkung. Dabei gibt es nur einen Freibetrag von 20.000€, so dass wahrscheinlich Schenkungssteuer anfällt.

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#6
 Von 
Stern123123
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Meine Mutter hat das Erbe ausgeschlagen, da sie überschuldet ist und bei Annahme des Erbes das Haus für die Schulden hätte her halten müssen.

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#7
 Von 
Stern123123
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Ach ganz wichtig : das Haus gehörte allein meinem Vater. Er hat auch das Darlehen alleine bezahlt. Im Notarvertrag steht nur er als Käufer /Eigentümer drin. In einem Darlehensvertrag wurden Mutter und Vater genannt als Kreditnehmer, aber das Haus ist komplett abbezahlt.

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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36696 Beiträge, 13188x hilfreich)

Zitat:
Meine Mutter hat das Erbe ausgeschlagen, da sie überschuldet ist und bei Annahme des Erbes das Haus für die Schulden hätte her halten müssen.

OK, dann macht das Sinn.

Zitat:
Ach ganz wichtig : das Haus gehörte allein meinem Vater.

Dann gehört es jetzt Deiner Schwester und Dir je zur Hälfte. Das gilt sowohl für Wohnung 1 als auch für Wohnung 2.

Ich habe zwar verstanden, dass Du fair mit Deiner Schwester umgehen willst und diese Situation nicht ausnutzen möchtest. Deiner Schwester ist aber wahrscheinlich gar nicht klar, in welcher schlechten Rechtsposition sie sich befinden würde, wenn Du nicht so fair wärst.

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#9
 Von 
Stern123123
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Das ich rechtlich vielleicht jetzt wider Erwarten in einer besseren Situation bin, ist mir erst durch eure Tipps und Hinweise klar geworden.
Dennoch möchte ich die Situation nicht ausnutzen. Ich habe zu oft andere Familien an Erbauseinanderdetzungen scheitern gesehen und das ist mir ein Graus. Aber erst, wenn man selber in dieser Situation ist, erkennt man wie schnell man in sowas reinrutschen kann. Geld ist oft dicker als Blut.
Auf das ganze Erbe kann ich nicht verzichten, bin alleinerziehend mit 4 Kindern, arbeite Vollzeit und es reicht gerade so. Mein Ziel ist es zumindest für jedes Kind mit dem Erlös in Form von ggf. Miete einen soliden Bausparvertrag bedienen zu können, damit sie später einen guten Start haben. Denn ich bin krank und ich weiß, dass ich mit dem Geld nicht lange was anfangen könnte (Rest kann man sich denken, will es nur ungern aussprechen) und dies ist auch der Grund warum ich kein Familienstreit haben möchte, denn eines Tages werden meine Schwester und meine Mutti die Kinder versorgen müssen.
Daher, wenn jemand noch eine andere Idee hat wie ich außer Auszahlung oder langfristigen Mietbezug das Erbe fair regeln kann - ich bin dankbar für jeden Vorschlag.

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