Bankvollmacht über Jahre bei Sohn. Auskunftspflichtig bei Tod der Eltern gegenüber den Geschwistern?

11. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
amz581094-6
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)
Bankvollmacht über Jahre bei Sohn. Auskunftspflichtig bei Tod der Eltern gegenüber den Geschwistern?

Hallo zusammen,

durch den Tod unseres Vaters und dem vorhandenen Berliner Testament erben wir Geschwister nun zu gleichen Teilen. Inwiefern ist ein Geschwisterkind, welches über Jahre die alleinige Bankvollmacht über alle Konten des pflegebedürftigen Vater hatte, gegenüber den anderen Geschwistern auskunftspflichtig über die Kontenbewegungen und Kontostände der letzten Jahre? Musste diese Person eigentlich Buch führen über (evtl. nicht nachvollziehbare) Barabhebungen bzw. Überweisungen etc.?
Oder müssen sich die Geschwister bei Nachfragen zu den Konten ausschließlich an die Bank wenden? Ab wann liegen eigentlich böswillige/benachteiligende Schenkungen vor? Ist das an Beträge gebunden?
Danke wieder einmal für die fachkundigen Antworten.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
gerlind
Status:
Schüler
(380 Beiträge, 29x hilfreich)

Wer hat den Vater gepflegt?

Der Sohn, welcher die Bankvollmacht hatte???

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38135 Beiträge, 13928x hilfreich)

Darauf kommt es doch gar nicht an, also darauf, wer wen wann gepflegt hat. Eine Vollmacht berechtigt, für den, der die Vollmacht erteilt hat, gewisse Handlungen rechtsverbindlich vorzunehmen. Welche Dokumentationspflicht da ist, das ergibt sich aus der Vereinbarung zwischen Vollmachtgeber und Vollmachtnehmer. Und dann ist zu klären, ob die Vollmacht über den Tod hinaus geht. Letztlich kann der Bevollmächtigte doch gar nicht alles wissen. Denn der Vollmachtgeber kann doch auch nicht nur über den Bevollmächtigten über sein Konto verfügen.

Erbschein besorgen, Bank um Auskunft bitten und gut ist.

wirdwerden

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#3
 Von 
amz581094-6
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Welche Dokumentationspflicht da ist, das ergibt sich aus der Vereinbarung zwischen Vollmachtgeber und Vollmachtnehmer. Und dann ist zu klären, ob die Vollmacht über den Tod hinaus geht.


Danke erstmal. Die Vereinbarung bestand einfach darin, dass unserem Vater die Bankgeschäfte zu kompliziert waren und dem Sohn eine Vollmacht gegeben hat, alle Bankgeschäfte zu tätigen, auch über den Tod hinaus. Also Überweisungen und Abhebungen immer nach Anweisung des Vaters bzw. nach Rücksprache mit ihm. Schriftlich gibt es dazu nur die Vollmachtsbescheinigung der Bank. Zwischen Sohn und Vater gab es keinerlei Vertrag oder sonstiges. Geistig war unser Vater bis zu seinem Tod einigermaßen auf der Höhe.

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38135 Beiträge, 13928x hilfreich)

In irgendeiner Form wird es schon eine Vereinbarung zwischen Vater und Sohn gegeben haben. Das nennt sich dann Vertrag. Ist aber alles einerlei. Den Weg habe ich aufgezeichnet.

wirdwerden

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47255 Beiträge, 16737x hilfreich)

Im Regelfall wird durch so eine Vollmacht ein Auftragsverhältnis im Sinne der §§ 662 ff. BGB begründet. Daher ist damit auch die Rechenschaftspflicht nach § 666 BGB verbunden.

Der Anspruch des Vaters auf Rechenschaft geht auf die Erben über. Der Sohn muss keine Rechenschaft ablegen, wenn der Vater ausdrücklich darauf verzichtet hat. Außerdem muss er keine Rechenschaft über Geschäfte ablegen, von denen er schon gegenüber dem Vater Rechenschaft abgelegt hat.

In erster Linie dürfte es bei der Rechenschaftspflicht um die Bargeldabhebungen gehen, denn alle übrigen Kontobewegungen kann man gut anhand der Kontoauszüge nachvollziehen.

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47255 Beiträge, 16737x hilfreich)

Zitat (von amz581094-6):
Ab wann liegen eigentlich böswillige/benachteiligende Schenkungen vor? Ist das an Beträge gebunden?


Da gibt es keine festen Beträge oder Grenzwerte.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
celticcat
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Erbschein besorgen, Bank um Auskunft bitten und gut ist.


Bank gibt nur Auskunft ab Todestag

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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47255 Beiträge, 16737x hilfreich)

Zitat (von celticcat):
Bank gibt nur Auskunft ab Todestag


Bei Vorlage des Erbscheins muss die Bank für die letzten 10 jahren Auskunft geben.

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