Beerdigungskosten meines Vaters.

13. August 2020 Thema abonnieren
 Von 
fb478185-98
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Beerdigungskosten meines Vaters.

Mein Vater verstarb im letzten Oktober.
Seine zweite Ehefrau übernahm den Großteil der Beerdigungsplanung. Mein jüngerer Bruder und ich, beide über 18 und berufstätig, hatten mit der ganzen Planung nichts zu tun. Alle Unterschriften wurden von ihr geleistet und sie hat alles in Auftrag gegeben.
Ich hatte nur noch ein sehr sporadisches Verhältnis zu meinem Vater und mein jüngerer Bruder hat den Kontakt vor zwei Jahren komplett abgebrochen.
Somit waren wir eigentlich ganz froh uns aus der Sache raushalten zu können.

Wir haben das Erbe, da mein Vater zu Zeiten seines Ablebens hoch verschuldet war, ausgeschlagen.
Vorrangig eigentlich nicht, um nicht für die Beerdigung zahlen zu müssen, sondern nur wegen der Schulden.
Die Frau meines Vaters hat das Erbe ebenfalls ausgeschlagen.

Der Plan war, sich nach der Beerdigung mit der Frau meines Vaters zusammenzusetzen und die Kosten gerecht zu verteilen (mein Bruder und ich die Hälfte und sie die andere)

Zu diesem Treffen sollte sie eigentlich auch die Umschläge mitbringen, die von verschiedenen Seiten kamen.

Bei den Treffen überfiel sie uns direkt mit den Rechnungen und sagte, wir müssen schnellstmöglich die Kosten für den Bestatter zahlen und die Kirche um eine Ratenzahlung bitten.
Sie selbst habe im Moment kein Geld aber würde es uns zurückzahlen.
Das Geld aus den Umschlägen (ich habe mich bei einigen Gästen umgehört uns schätze es waren ca 700€) habe sie schon für Kerzen und Blumen ausgegeben.
Eine Quittung hierzu hatte sie nicht.

Auch die teure Cartier meines Vaters (ein Überbleibsel aus besseren Zeiten) sei schon vor dem Tod meines Vaters versetzt worden. Mein Vater hätte eher eine Niere hergegeben als diese Uhr (sie war ein Hochzeitsgeschenk seiner Geschwister zur Hochzeit mit meiner Mutter). Außerdem hat mein Vater zu Lebzeiten gesagt dass ein Teil der Beerdigungskosten von der Uhr beglichen werden soll. Deshalb fällt es mir schwer ihr das zu glauben. Aber ich kann es ihr nicht nachweisen.

Von diesem Treffen sind wir mit einem unguten Gefühl beim gefahren.
Ich hatte den Entschluss gefällt, meiner "Stiefmutter" keine finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen für die Beerdigung.

Fast ein Jahr hörten wir weder von der Kirche noch vom Bestatter etwas.
Jetzt kam eine Bitte zur Zahlung von beiden. Die Adresse hat die Frau meines Vaters rausgegeben.
Sie hätte die Hälfte der Beerdigungskosten gezahlt.
Die Kosten liegen insgesamt bei ca 3400€.
Ca 2500€ beim Bestatter und 900€ bei der Kirche.
1700€ hat sie an den Bestatter gezahlt und bei der Kirche angegeben, dass diese sich die 900€ bei uns holen sollen, da sie die Hälfte der Gesamtkosten ja gezahlt hätte.

Die Kirche verlangt also von uns die Zahlung von 900€ und der Bestatter 800€.
Alles gerundet zur besseren Verständlichkeit.

Eigentlich will ich nichts zahlen.
Ich weiß, dass sie Sachgüter meines Vaters gibt, die sie an die Seite geschafft haben muss(neben der Cartier gab es noch anderen schmuck und einen Mercedes den mein Vater auf seinen Bruder angemeldet hatte).
Ich kann ihr aber nichts nachweisen glaube ich.
Außerdem konnte sie mir nie glaubhaft machen, was mit dem Geld aus den Umschlägen passiert ist.
Wenn wir die Hälfte der Kosten tragen sollen steht mir doch eigentlich die Hälfte davon zu, oder?

Ich will mich nicht vor meiner Verantwortung drücken, habe aber den dringenden Verdacht betrogen zu werden.

Sie hat den Großteil ihrer Beerdigungskosten vom Amt finanziert bekommen. Falls das eine wichtige Information ist.
Wir wären für jede Hilfe wirklich dankbar.

-- Editiert von fb478185-98 am 13.08.2020 17:39

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7971 Beiträge, 4489x hilfreich)

Zitat (von fb478185-98):
Eigentlich will ich nichts zahlen.

Was du willst ist nicht relevant.
Zitat:
Wenn wir die Hälfte der Kosten tragen sollen steht mir doch eigentlich die Hälfte davon zu, oder?

Nö, du hast das Erbe ausgeschlagen.

Zitat:
Ich weiß, dass sie Sachgüter meines Vaters gibt, die sie an die Seite geschafft haben muss(neben der Cartier gab es noch anderen schmuck und einen Mercedes den mein Vater auf seinen Bruder angemeldet hatte). Ich kann ihr aber nichts nachweisen glaube ich.

Wenn man ihr nichts nachweisen kann...
Zitat:
Sie hat den Großteil ihrer Beerdigungskosten vom Amt finanziert bekommen.

Das spielt keine Rolle.

Fakt ist, dass die nächsten Angehörigen die Bestattungskosten auch dann zahlen müssen, wenn diese ausgeschlagen haben. Das ist im Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes geregelt.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Eff123
Status:
Schüler
(292 Beiträge, 50x hilfreich)

Aber hier ist doch die Frage, wer die Kosten verursacht hat und die Beerdigung in Auftrag gegeben hat.
Der hat auch zu zahlen.

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#3
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7971 Beiträge, 4489x hilfreich)

Zitat (von Eff123):
Aber hier ist doch die Frage, wer die Kosten verursacht hat...

Die Kosten verursacht, hat der Verstorbene. :grins:
Zitat:
und die Beerdigung in Auftrag gegeben hat.
Der hat auch zu zahlen.

Das siehst du falsch. Die Kosten haben die Bestattungspflichtigen zu tragen.

https://dejure.org/gesetze/BestattG/31.html

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Zitat (von fb478185-98):
Zu diesem Treffen sollte sie eigentlich auch die Umschläge mitbringen, die von verschiedenen Seiten kamen.
Die Umschläge gehören demjenigen an den sie gerichtet waren. Ich vermute stark, dass diese an die Ehefrau gerichtet waren da des nur sproradischen, bzw. gar keinen Kontakt mehr zum Vater gab.
Waren die Umschläge also an die Ehefrau gerichtet, dann braucht sie euch absolut nichts davon abzugeben.

Zitat (von fb478185-98):
Wir haben das Erbe, da mein Vater zu Zeiten seines Ablebens hoch verschuldet war, ausgeschlagen.
Somit steht euch auch rein gar nichts zu. Keine Uhr, kein Fahrzeug........ nichts.

Zitat (von fb478185-98):
Der Plan war, sich nach der Beerdigung mit der Frau meines Vaters zusammenzusetzen und die Kosten gerecht zu verteilen (mein Bruder und ich die Hälfte und sie die andere)
Dieser Plan muss nun in die Tat umgesetzt werden. Die Ehefrau hat die Hälfte der Kosten bezahlt, nun seid ihr an der Reihe.

Alles ist in bester Ordnung.

Signatur:

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#5
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6217 Beiträge, 1490x hilfreich)

Zitat (von Eff123):
Aber hier ist doch die Frage, wer die Kosten verursacht hat und die Beerdigung in Auftrag gegeben hat.
Der hat auch zu zahlen.

Nein. Die Bestattungskosten müssen von den Erben bezahlt werden:
§ 1968 BGB Beerdigungskosten
Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.

Für die Bestattung sorgen müssen die "Bestattungspflichtigen".

Das sind in dieser Reihenfolge

- Ehepartnerin/Ehepartner oder Lebenspartnerin/Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
- die Kinder (in einigen Bundesländern nur, wenn volljährig)
- die Eltern
- die Geschwister (in einigen Bundesländern nur, wenn volljährig)
- Partnerin/Partner einer auf Dauer angelegten nichtehelichen Lebensgemeinschaft (nur in einigen Bundesländern)
- sonstige Sorgeberechtigte (z. B. Vormund eines verstorbenen Minderjährigen; nur in Rheinland-Pfalz und Sachsen)
- die Großeltern (nicht in Brandenburg)
- die Enkelkinder (in einigen Bundesländern nur, wenn volljährig)
- Erbe (vorrangig vor allen anderen, nur nach Bestattungsgesetz Rheinland-Pfalz)
- sonstige Verwandte bis zum 3. Grad, z. B. Neffen und Nichten in Bayern, Hamburg, Sachsen; Onkel und Tanten - in Hamburg und Sachsen, Verschwägerte in Bayern und Hamburg, Verlobte in Hamburg.

Es gibt regionale Besonderheiten. Teilweise wird auch darauf abgestellt, dass die jeweiligen Personen volljährig oder voll geschäftsfähig sind, teilweise sind bei gleichrangig Verpflichteten die Älteren vor den Jüngeren bestattungspflichtig.

Ausschließlich im Land Hessen ist nachrangig nach den Angehörigen auch die Einrichtung bestattungspflichtig, in der der Verstorbene zum Todeszeitpunkt untergebracht war, z. B. Krankenhaus, Pflegeheim.

Die Bestattungspflicht ist nicht mit dem Erbrecht verbunden. Der Erbe hat kein Bestimmungsrecht über die Art und Weise der Bestattung. Auch wenn die Erbschaft ausgeschlagen wird oder kein Nachlass vorhanden ist, besteht diese gesetzliche Bestattungspflicht. In Rheinland-Pfalz ist abweichend davon der Erbe vorrangig vor den Familienangehörigen bestattungspflichtig. Ein rechtlicher Betreuer (§ 1896 BGB) ist nicht verpflichtet, die Bestattung des früheren Betreuten zu veranlassen (in Sachsen wurde dies vor einigen Jahren durch Änderung der diesbezüglichen Verwaltungsvorschrift klargestellt).
(Der Einfachheit halber aus Wikipedia zitiert.)

Ist das Erbe überschuldet oder reicht nicht aus, die Bestattung zu bezahlen, müssen die Bestattungspflichtigen die Kosten übernehmen. Sind die alle nicht ausreichend wirtschaftlich leistungsfähig (sprich: zu geringes Einkommen), übernimmt die Gemeinde die Kosten, wo der Verstorbene zuletzt seinen ersten Wohnsitz hatte.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Eff123
Status:
Schüler
(292 Beiträge, 50x hilfreich)

Gut, aber dann ist doch die Ehefrau vor den Kindern bestattungspflichtig.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

Die 2. Ehefrau hat die Beerdigung in Auftrag gegeben, natuerlich ist sie Vertragspartner des Beerdigungsinstituts und haftet auch fuer die Kostenuebernahme.
Sie hatte die Moeglichkeit gehabt, die Kostenuebernahme fuer die Beerdigung beim Sozialamt zu beantragen, was ja bei überschuldeten Verstorbenen nicht unueblich ist.
Sie war bestattungspflichtig, ich seh hier keinen Grund, irgendwas zu bezahlen.

Signatur:

Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Eff123
Status:
Schüler
(292 Beiträge, 50x hilfreich)

Genau meine Meinung.

Ich finde es auch ehrlich gesagt ziemlich frech, nach einem Jahr damit an zu kommen.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Frabato
Status:
Schüler
(480 Beiträge, 52x hilfreich)

wenn die letzte Ehefrau sich die Art der Bestattung aussucht (Beerdigung im Holzsarg / Goldsarg (oder) Verbrennung ) ohne Zustimmung der Kinder, dann hat sie das ganze auch zu bezahlen.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Vermieterheini1
Status:
Beginner
(131 Beiträge, 11x hilfreich)

Vielleicht ist folgender Link hilfreich
https://bgb.kommentar.de/Buch-5/Abschnitt-2/Titel-2/Untertitel-1/Beerdigungskosten

Signatur:

Dies ist eine private Meinungsäußerung als Laie ohne jede Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit

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#11
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7971 Beiträge, 4489x hilfreich)

Wenn alle Erben ausgeschlagen haben, spielt § 1968 BGB keine Rolle.

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