Das Haus muss verkauft werden, Familienmitglied wohnt noch drin!

22. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
go474166-28
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)
Das Haus muss verkauft werden, Familienmitglied wohnt noch drin!

Guten Tag,

als Außenstehender, beobachte ich momentan eine Situation, welche mich sehr ärgert. Ich suche daher hier einmal Rat, um auch vielleicht zu helfen.

Folgender Hintergrund. Meine Schwiegermutter ist Erben eines Hauses. Das Haus gehörte ihren Eltern, bis vor zwei Jahren lebte ihre Mutter im Haus noch und ein Sohn. Dieser hatte einen separaten Wohnbereich, der auch einen separaten Stromzähler hat. Insgesamt gibt es fünf Kinder, die nun Erbrecht an diesem Haus haben. Das Haus hat einen sehr hohen Wert und ist aber jedoch baufällig. Vielmehr ist der Wert dem Grundstück geschuldet. Wir reden hier von circa 700-800.000 €. in der Familie gibt es einen Sohn, der noch in dem Haus lebt und dort nicht ausziehen möchte, da er arbeitslos ist und das Arbeitsamt ihn auch nicht zum Auszug zwingt, fühlt er sich dort wohl. Jedoch birgt das Haus auch Kosten mit sich. Daher muss es verkauft werden, um auch alle Kinder auszuzahlen. Leider ist die Familie nicht so fit was das ganze Thema Hauskauf und Finanzen betrifft. Der Sohn hat wohl einen angeblichen Anwalt im Freundeskreis, der meint, dass Haus seiner 200.000 wert. Und er will es kaufen. Ich sehe, dass hier wohl eine linke Masche abgezogen wird, um günstig an viel Geld zu kommen. Da der Sohn arbeitslos ist, interessiert es ihn wahrscheinlich auch nicht, was er für das Haus bekommen könnte, weil er es ja auch dann nutzen muss. Das Geld würde am Ende zum Arbeitsamt gelangen.

Der Sohn, der noch im Haus wohnt, weigert sich auszuziehen, er möchte auch nicht das Haus verkaufen. Nun ist meine Frage, es gibt eine Person in der Familie, die vernünftig ist und nun gerne weitere Schritte gehen will. Sollte man sich hier an Portale wie Mac Makler wenden, um eventuell einen Hauskauf zu erzielen oder gar das Thema gerichtlich einleiten. Die Familie ist momentan sehr fertig, weil die Situation nun schon seit zwei Jahre dauert

Vielleicht hat ja jemand hier einen Tipp. Die Erben möchten natürlich gerne das Haus schnellstmöglich verkaufen und den noch wohnenden Sohn da drinne in eine Mietwohnung verbannen.

Testament oder Erbe?

Testament oder Erbe?

Ein erfahrener Anwalt im Erbrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Erbrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(968 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von go474166-28):
Der Sohn, der noch im Haus wohnt, weigert sich auszuziehen, er möchte auch nicht das Haus verkaufen. Nun ist meine Frage, es gibt eine Person in der Familie, die vernünftig ist und nun gerne weitere Schritte gehen will. Sollte man sich hier an Portale wie Mac Makler wenden, um eventuell einen Hauskauf zu erzielen oder gar das Thema gerichtlich einleiten.


Das Haus lässt sich ohne Zustimmung des Sohnes (der ja anscheinend Miterbe ist?) nicht verkaufen...es wäre also sinnlos, eine entsprechende Anzeige zu schalten.

Das Stichwort ist Teilungsversteigerung, diese kann man formlos beim zuständigen Amtsgericht beantragen.

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
go474166-28
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Nachtrag:

Der Sohn welcher im Haus wohnt meint, er hätte bei einem Anwalt ein Vorkaufsrecht unterschrieben?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Spielt keine Rolle wenn es eine Teilungsversteigerung geben wird. Das Vorkaufsrecht kann dann nicht in Anspruch genommen werden. Jeder der Erben kann eine Teilungsversteigerung in die Wege leiten. Die Möglichkeit der Teilungsversteigerung ist genau für Fälle dieser Art geschaffen worden, wenn sich die Erben nicht einig sind. Es gibt zwar die Möglichkeit für den Erblasser eine Teilungsversteigerung zu verhindern/aufzuschieben aber dafür müsste dies dann im Testament zu finden sein. Steht dort nichts diesbezüglich, dann sollte man hier also eine Teilungsversteigerung in die Wege leiten.

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6217 Beiträge, 1490x hilfreich)

"Kauf bricht Miete nicht." Wer eine vermietete Immobilie erwirbt, tritt in bestehende Mietverträge ein.
Es kann ggf. mit den einschlägigen Beschränkungen aber "Eigenbedarf" geltend gemacht werden.

Beim Erwerb aus einer Zwangsversteigerung ist der Kündigungsschutz eines Mieters in der zwangsversteigerten Immobilie erheblichst eingeschränkt. ( § 57 a Zwangsversteigerungsgesetz (ZVG)

Anders als bei einer Zwangsversteigerung gibt es diese Möglichkeiten bei einer Teilungsversteigerung nicht, der Käufer muss also den üblichen Weg ggf. über eine Eigenbedarfskündigung gehen.

Die Frage im beschriebenen Fall ist allerdings, ob der Sohn überhaupt Mieter mit einem Mietvertrag ist. Als bewohnender Miteigentümer müsste er vereinfacht gesagt nach erfolgter Teilungsversteigerung ausziehen.

Falls es ein Vorkaufsrecht des Sohnes geben sollte: "Vorkaufsrecht" bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß der Inhaber des Vorkaufsrechts anstelle des Käufers in den Kaufvertrag eintreten kann, zu genau den Bedingungen des Kaufvertrags. Das kann dann dem Verkäufer zumindest finanziell egal sein.

Zitat:
Der Sohn hat wohl einen angeblichen Anwalt im Freundeskreis, der meint, dass Haus seiner 200.000 wert.

Für die Wertermittlung gibt es amtliche Gutachterausschüsse. Für eine Teilungsversteigerung spielt der von denen ermittelte Wert letztlich aber keine Rolle, da geht es letztlich nur um das Versteigerungsergebnis. Kann der Gutachterschätzwert nicht erreicht werden, gibt's am Ende das, was bei der Teilungsversteigerung erzielt wurde.

Zitat:
Der Sohn, der noch im Haus wohnt, weigert sich auszuziehen, er möchte auch nicht das Haus verkaufen. Nun ist meine Frage, es gibt eine Person in der Familie, die vernünftig ist und nun gerne weitere Schritte gehen will. Sollte man sich hier an Portale wie Mac Makler wenden, um eventuell einen Hauskauf zu erzielen oder gar das Thema gerichtlich einleiten. Die Familie ist momentan sehr fertig, weil die Situation nun schon seit zwei Jahre dauert

Vielleicht hat ja jemand hier einen Tipp. Die Erben möchten natürlich gerne das Haus schnellstmöglich verkaufen und den noch wohnenden Sohn da drinne in eine Mietwohnung verbannen.

Da hilft nur die Teilungsversteigerung bzw. meist schon die Drohung damit.
Die Familie sollte sich unbedingt zügig von einem Rechtsanwalt beraten lassen, bevor sie aus Ahnungslosigkeit Fehler macht, die ihr am Ende teuer auf die Füße fallen.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Als bewohnender Miteigentümer müsste er vereinfacht gesagt nach erfolgter Teilungsversteigerung ausziehen.
So ist es.

Zitat (von eh1960):
Falls es ein Vorkaufsrecht des Sohnes geben sollte: "Vorkaufsrecht" bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß der Inhaber des Vorkaufsrechts anstelle des Käufers in den Kaufvertrag eintreten kann, zu genau den Bedingungen des Kaufvertrags. Das kann dann dem Verkäufer zumindest finanziell egal sein.
Das spielt bei einer Teilungsversteigerung keine Rolle. Bei einer Teilungsversteigerung greift das hier beschriebene Vorkaufsrecht nicht. Der aktuell dort wohnende Mit-Eigentümer müsste Höchstbietender werden um die Immobilie zu erwerben. Es scheint ja lediglich irgendeinen Vertrag dazu zu geben. Das einzige Vorkaufsrecht welches bei einer Teilungsversteigerung eine Rolle spielen würde wäre ein in das Grundbuch eingetragene Vorkaufsrecht. Dieses scheint es aber ja nicht zu geben.

https://www.teilungsversteigerung24.de/vorkaufsrecht-bei-der-teilungsversteigerung/


-- Editiert von User am 22. November 2023 14:14

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47286 Beiträge, 16752x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Das einzige Vorkaufsrecht welches bei einer Teilungsversteigerung eine Rolle spielen würde wäre ein in das Grundbuch eingetragene Vorkaufsrecht. Dieses scheint es aber ja nicht zu geben.


Selbst wenn es das gäbe, dann müsste der Sohn auch das Geld haben, um das Vorkaufsrecht ausüben zu können.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Der Sohn???? Ich verstehe das so, dass der Anwalt das Haus kaufen möchte. Wie soll denn der arbeitslose Sohn das Haus kaufen können? Der Sohn hat angeblich doch anscheinend dem Anwalt ein Vorkaufsrecht eingeräumt........ wie immer das auch funktionieren soll ohne die anderen Eigentümer........

-- Editiert von User am 22. November 2023 14:39

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2233 Beiträge, 348x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Der Sohn hat angeblich doch anscheinend dem Anwalt ein Vorkaufsrecht eingeräumt

Dann muss der Sohn eben dem Anwalt irgendwie ein Vorkaufsrecht einräumen, ansonsten wird er gegenüber dem Anwalt vertragsbrüchig.

Er könnte sich ja mit den anderen Erben zusammensetzen so dass der Anwalt das Haus kauft :)

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
ansonsten wird er gegenüber dem Anwalt vertragsbrüchig.
Genau das wird wohl passieren denn der Anwalt scheint ja das Anwesen zu einem unsinnig niedrigen Preis erwerben zu wollen.
Ich denke nicht, dass die restlichen Erben ein Interesse daran haben ein Haus mit einem Wert von ca. einer 3/4 Mio€ zu einem Preis von nur 200.000€ zu verkaufen

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.933 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.194 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen