Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
551.059
Registrierte
Nutzer

Einsicht ins Grundbuch vor Annahme des Erbes

 Von 
feldhase13
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)
Einsicht ins Grundbuch vor Annahme des Erbes

Hallo zusammen,
auch ich benötige euren Rat.
Schildere Euch kurz meinen Sachverhalt.

Erblasser xy ist kürzlich gestorben.
Eine Verfügung von Todes wegen (Testament) ist nicht vorhanden, sodass die gesetzliche Erbfolge eintritt.
Gesetzl. Erben wären die Geschwister, da der Erblasser weder veheiratet war oder Kinder zurücklässt.
Der Erblasser verfügte über Grundbesitz, was allerdings vermutlich verschuldet gewesen ist.
Da das Erbe ja automatisch als angenommen gilt (6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalls; wobei das hier auch sehr schwierig ist meines Erachtens zu definieren, ab welchem Zeitpunkt genau die Frist beginnt; anders als bei Vorliegen eines Testaments, wo die Frist zur Ausschlagung ab dem Tage der Eröffnung des Testaments beginnt), sofern man es nicht ausschlägt, drängt ein wenig die Zeit.
Ein gemeinschaftlicher Erbschein soll in den nächsten Tagen beantragt werden.
Da die Erben sich allerdings vorerst gerne ein Bild von der Höhe der Schulden machen wollen, u. a. durch Einsicht in das Grundbuch, kann eine Ausschlagung noch nicht erfolgen, aber auch nicht bis auf die Vorlage des Erbscheins gewartet werden, da die 6-Wochen-Frist dann sicherlich schon längst verstrichen ist...

Nun meine Frage, weiß jemand von Euch, ob die Einsicht ins Grundbuch auch ohne Vorliegen eines Erbscheins gestattet werden kann. Voraussetzung für die Einsicht ist ja das berechtigte Interesse (rechtliches und wirtschaftliches Interesse). Liegt dies vor bei künftigen Erben, die es allerdings (noch) nicht nachweisen bzw glaubhaft machen können bzw. würde es ausreichen sich auf den Antrag auf Erbscheinserteilung beim Nachlassgericht (im selben Hause wie das Grundbuchamt) zu beziehen?

Vllt war der ein oder andere in einer ähnlichen Situation und kann mir über seine Erfahrungswerste berichten. Über Antworten würde ich mich freuen...

-- Editiert am 29.01.2010 20:43

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
erben Erbe Grundbuch Nachlassgericht


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5986 Beiträge, 3783x hilfreich)

#...wobei das hier auch sehr schwierig ist meines Erachtens zu definieren..#
Die Frist läuft ab dem Tag, an welchem ihr von Tod des Bruders erfahren habt.

#Ein gemeinschaftlicher Erbschein soll in den nächsten Tagen beantragt werden.#
Mit Beantragung des Erbscheins wurde das Erbe angenommen und kann nicht mehr ausgeschlagen werden!

#Nun meine Frage, weiß jemand von Euch, ob die Einsicht ins Grundbuch auch ohne Vorliegen eines Erbscheins gestattet werden kann. Voraussetzung für die Einsicht ist ja das berechtigte Interesse (rechtliches und wirtschaftliches Interesse). Liegt dies vor bei künftigen Erben, die es allerdings (noch) nicht nachweisen bzw glaubhaft machen können bzw. würde es ausreichen sich auf den Antrag auf Erbscheinserteilung beim Nachlassgericht (im selben Hause wie das Grundbuchamt) zu beziehen?#
Ob ihr hier Einsicht erhaltet, liegt im Ermessen des Grundbuchamts. "Normalerweise" erhält man nur mit Erbnachweis Auskunft. Das Grundbuchamt ist nicht verpflichtet euch Auskunft zu erteilen. Versuchen könnt ihr's.
Allerdings muss noch gesagt werden, dass die Eintragungen im Grundbuch (Grundschulden) nichts über die Höhe der tatsächlich noch valutierenden Schulden aussagen. Das kann man nur bei der Bank erfahren und hier erhält man nur mit Erbschein Auskunft - und hat man diesen, hat man auch das Erbe angenommen.

Sollte sich nach Annahme der Erbschaft herausstellen, dass der Nachlass überschuldet ist, gibt es noch die Möglichkeit Nachlassinsolvenz beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen. Damit werden die Schulden auf den Nachlass begrenzt.



-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
feldhase13
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)

Klar klingt logisch und ist auch so, dass wenn ich einen Erbschien beantrage mich indirekt, ach was sage ich da, direkt bereit erklärt das Erbe anzunehmen, wofür sollte ich dann auch einen Erbschein beantragen....

Ja, leider kann man anhand des Grundbuchs nicht alles sehen, Schulden könnten auch noch bei anderen Banken existieren, die dann evtl. nicht im Grundbuch eingetragen sind. Aber um Auskunft von den Banken zu bekommen, kommt man an einem Erbschein nicht vorbei und dann hat man das Erbe ja angenommen. Das einzige was mir möglich erscheint ist, wenn der Erblasser eine Vollmacht für seine Bankgeschäfte geschrieben hätte, in welcher er einen der Erben bevollmächtigt, aber das liegt nun leider nicht vor.

Ich habe mir dann mal die Frage gestellt wie es mit einem Notar aussieht, ob der grundsätzlich kein berechtigtes Interesse darlegen muss und immer in das Grundbuch einsehen kann?
Hat da jemand vllt. Erfahrungswerte gesammelt?
Wenn dies der Fall wäre müsste man sich ja nur eines Notars bzw. Rechtsanwaltes bedienen....



-----------------
""

-- Editiert am 30.01.2010 17:23

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5986 Beiträge, 3783x hilfreich)

#Ich habe mir dann mal die Frage gestellt wie es mit einem Notar aussieht, ob der grundsätzlich kein berechtigtes Interesse darlegen muss und immer in das Grundbuch einsehen kann?#
Ein Notar kann immer das Grundbuch einsehen.

#Wenn dies der Fall wäre müsste man sich ja nur eines Notars bzw. Rechtsanwaltes bedienen....#
Ein Anwalt muss das berechtigte Interesse ebenfalls nachweisen.

Wenn du einen Notar findest, der das macht..... :augenroll:




-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
feldhase13
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)

Wenn ein Notar doch für die Einsicht kein berechtigtes Interesse nachweisen muss, warum sollte er dann nicht ins Grundbuch einsehen dürfen?
Frage nur so "dumm", weil Du geschrieben hast, wenn Du einen Notar findest der das macht?
Warum sollte er das nicht tun - das er das nicht bargeldlos tut ist mir klar, aber wenn man ihn beauftragt und er dementsprechend verdient....

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37032 Beiträge, 13307x hilfreich)

quote:
Ja, leider kann man anhand des Grundbuchs nicht alles sehen,

Eigentlich kann man bezüglich der Schulden die von Dir gewünschten Informationen gar nicht sehen. Es kann durchaus eine hohe Grundschuld eingetragen sein, obwohl tatsächlich gar keine Schulden vorhanden sind.

Die Höhe der eingetragenen Grundschul hat daher keine nennenswerte Aussagekraft.

Da wäre es doch wohl geschickter, in der Wohnung des Verstorbenen nach Bankunterlagen zu suchen. Was hält Euch denn davon ab?

-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
feldhase13
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)

Die Lebensgefährtin...

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 194.379 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
81.692 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.