Hilfe & Kontakt
Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
577.756
Registrierte
Nutzer
businessandmore.de Anwalt? Hier lang

Enterbung meiner tochter

2.4.2021 Thema abonnieren
 Von 
kohlfritz46
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Enterbung meiner tochter

Darf meine Notarin die Geburtsurkunde meiner Tochter einsehen?

Verstoß melden



19 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(39551 Beiträge, 14206x hilfreich)

Zitat:
Darf meine Notarin die Geburtsurkunde meiner Tochter einsehen?

Wenn Du ihr die Geburtsurkunde zeigst, darf sie diese natürlich einsehen.

Warum will die Notarin die Geburtsurkunde denn sehen und warum willst Du die Einsicht verweigern?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
kohlfritz46
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
ich möchte meine Tochter enterben. Eigentlich ist sie nicht meine Tochter und als sie geboren wurde teilte meine damalige Frau mit : Vater unbekannt.
Steht das in der Geburtsurkunde?? Und kann eine Notarin die Herausgabe der Geburtsurkunde juristisch erzwingen??

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29159 Beiträge, 15857x hilfreich)

ich möchte meine Tochter enterben. Jemanden enterben ist denkbar einfach - man verfaßt einfach ein Testament, in dem derjenige nicht vorkommt.
Steht das in der Geburtsurkunde?? Ja. Aber wozu die Geburtsurkunde von jemand, der im Testament gar nicht vorkommt, benötigt wird, erschließt sich mir nicht...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8568 Beiträge, 3729x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Zitat (von kohlfritz46):
Steht das in der Geburtsurkunde??
Ja.

Sicher?

Zitat (von kohlfritz46):
...meine damalige Frau...

Wenn das damals die Ehefrau war, bezweifle ich stark, dass dort "unbekannt" steht, denn dann ist der Ehemann per Gesetz automatisch der rechtliche Vater, egal wie offensichtlich das Kuckuckskind sich darstellt.





-- Editiert von spatenklopper am 07.04.2021 17:31

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29159 Beiträge, 15857x hilfreich)

Sicher? Nein - unter dem Aspekt der Ehe bin ich mir jetzt nicht mehr sicher, dass da wirklich "unbekannt" steht.

-- Editiert von muemmel am 07.04.2021 17:40

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8568 Beiträge, 3729x hilfreich)

Aber den Sinn der Geburtsurkunde verstehe ich trotzdem nicht.

Wenn der TE der rechtliche Vater ist, bleibt das Kind auch bei einer Enterbung pflichtteilsberechtigt.
Und wenn der TE nicht der rechtliche Vater ist, erbt das Kind sowieso nichts...

:???:

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3575 Beiträge, 1020x hilfreich)

Zitat (von kohlfritz46):
ich möchte meine Tochter enterben. Eigentlich ist sie nicht meine Tochter und als sie geboren wurde teilte meine damalige Frau mit : Vater unbekannt.
Steht das in der Geburtsurkunde?? Und kann eine Notarin die Herausgabe der Geburtsurkunde juristisch erzwingen??

Die Geburtsurkunde ist dafür vollkommen unnötig.
Man kann seine Tochter per Testament enterben - dann hat sie "nur" noch Anspruch auf den Pflichtteil, der beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, in bar.

Bei Kindern, die während einer Ehe geboren werden, geht das Gesetz automatisch davon aus, daß das Kind ehelich ist. Man kann die Vaterschaft anfechten, aber bis man das erfolgreich gemacht hat, ist man rechtlich der Vater.

-- Editiert von eh1960 am 07.04.2021 17:40

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
Solan196
Status:
Lehrling
(1993 Beiträge, 197x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Aber den Sinn der Geburtsurkunde verstehe ich trotzdem nicht.

Na ja, wahrscheinlich unter dem Aspekt, dass man in Deutschland Kinder nur bis zum Pflichtteil "enterben" kann, es sei den sie seien aus anderen Gründen erbunwürdig.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
Solan196
Status:
Lehrling
(1993 Beiträge, 197x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Die Geburtsurkunde ist dafür vollkommen unnötig.
Man kann seine Tochter per Testament enterben - dann hat sie "nur" noch Anspruch auf den Pflichtteil, der beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, in bar.

Deswegen will man wohl die Urkunde einsehen, ob man überhaupt als Vater der Tochter dort "geführt" wird.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
kohlfritz46
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Meine Tochter wurde am 14.08.1975 geboren. Sie ist nicht meine leibliche Tochter. Ich heiratete die Mutter am 25.07.1975.
Der Vater meiner Tochter war ein amerikanischer Soldat.
Bei der Geburt gab die Mutter an, dass der Vater unbekannt sei.
Ich dachte bis jetzt, dass das quasie der Beweis dafür ist, dass es sich nicht um meine Tochter handelt.
Ist das denn nicht so??

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8568 Beiträge, 3729x hilfreich)

Zitat (von kohlfritz46):
Ist das denn nicht so??

Nach heutigem Rechtsstand wäre sie Deine rechtliche, wenn auch nicht leibliche Tochter, da sie in der Ehe geboren wurde.
Ob das 1975 anders war weiß ich nicht, da hilft dann wirklich der Blick in die Geburtsurkunde, nur wenn Du tatsächlich nicht der rechtliche Vater sein solltest, wüsste ich nicht wie Du diese in die Hände bekommen könntest, außer Deine "nicht" Tochter überlässt Sie Dir.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3575 Beiträge, 1020x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Wenn der TE der rechtliche Vater ist, bleibt das Kind auch bei einer Enterbung pflichtteilsberechtigt.
Und wenn der TE nicht der rechtliche Vater ist, erbt das Kind sowieso nichts...

So ist es.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#13
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3575 Beiträge, 1020x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Zitat (von eh1960):
Die Geburtsurkunde ist dafür vollkommen unnötig.
Man kann seine Tochter per Testament enterben - dann hat sie "nur" noch Anspruch auf den Pflichtteil, der beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, in bar.

Deswegen will man wohl die Urkunde einsehen, ob man überhaupt als Vater der Tochter dort "geführt" wird.


Aber das ist dafür vollkommen unnötig. Da braucht man nichts einsehen.

Wenn der Vater in seinem Testament sein Vermögen an XYZ vererbt, dann ist die leibliche Tochter automatisch enterbt und kann "nur" noch ihr Pflichtteil beanspruchen, der Anspruch richtet sich gegen die im Testament benannten Erben.

Um ihren Pflichtteilsanspruch zu begründen, muss sie nachweisen, die leibliche Tochter zu sein. Kann sie das, weil es in der Geburtsurkunde steht oder es eine Vaterschaftsanerkennung oder die Vaterschaftsvermutung nach dem Gesetz gibt, bekommt sie das Pflichtteil. Kann sie es nicht, bekommt sie gar nichts.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#14
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3575 Beiträge, 1020x hilfreich)

Zitat (von kohlfritz46):
Darf meine Notarin die Geburtsurkunde meiner Tochter einsehen?

Nur mal ganz am Rande:

Wieso zum Geier fragt man das nicht erstmal die Notarin? Die sollte einen Grund nennen können, warum sie die Geburtsurkunde sehen will, und sie sollte auch begründen können, wieso sie meint, die sehen zu müssen.

Um ein Testament notariell zu beglaubigen braucht sie die Geburtsurkunde definitiv nicht.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#15
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3575 Beiträge, 1020x hilfreich)

Zitat (von kohlfritz46):
Meine Tochter wurde am 14.08.1975 geboren. Sie ist nicht meine leibliche Tochter. Ich heiratete die Mutter am 25.07.1975.
Der Vater meiner Tochter war ein amerikanischer Soldat.
Bei der Geburt gab die Mutter an, dass der Vater unbekannt sei.
Ich dachte bis jetzt, dass das quasie der Beweis dafür ist, dass es sich nicht um meine Tochter handelt.
Ist das denn nicht so??

Ein Kind ist ehelich, wenn es während der Ehe (oder innerhalb von 302 Tagen nach ihrer Auflösung) geboren ist. Die Ehelichkeit setzt also nicht voraus, dass es während der Ehe gezeugt wurde, wohl aber, dass die Eheleute innerhalb der Empfängniszeit (d. h. zwischen dem 181. und dem 302. Tag vor der Geburt) Geschlechtsverkehr hatten. Das während der Ehe geborene Kind gilt selbst dann als ehelich, wenn es offenbar unmöglich ist, dass es vom Ehemann abstammt (z. B. weil dieser nicht zeugungsfähig ist).

Das Kind wurde in der Ehe geboren, daher wird durch Gesetz davon ausgegangen, daß es ehelich ist und die Eheleute die Eltern sind.

Was die Mutter bei der Geburt angegeben hat ist unerheblich.

Man müsste schon die Vaterschaft anfechten, was sowohl technisch als auch rechtlich möglich ist. §1598a BGB gibt Vater, Mutter und Kind einen Rechtsanspruch, daß die jeweils beiden anderen in einen Abstammungstest einwilligen müssen, um die leibliche Abstammung zu klären.

§ 1598a BGB
Anspruch auf Einwilligung in eine genetische Untersuchung zur Klärung der leiblichen Abstammung

(1) Zur Klärung der leiblichen Abstammung des Kindes können

1. der Vater jeweils von Mutter und Kind,
2. die Mutter jeweils von Vater und Kind und
3. das Kind jeweils von beiden Elternteilen

verlangen, dass diese in eine genetische Abstammungsuntersuchung einwilligen und die Entnahme einer für die Untersuchung geeigneten genetischen Probe dulden. Die Probe muss nach den anerkannten Grundsätzen der Wissenschaft entnommen werden.
(2) Auf Antrag eines Klärungsberechtigten hat das Familiengericht eine nicht erteilte Einwilligung zu ersetzen und die Duldung einer Probeentnahme anzuordnen.
(3) Das Gericht setzt das Verfahren aus, wenn und solange die Klärung der leiblichen Abstammung eine erhebliche Beeinträchtigung des Wohls des minderjährigen Kindes begründen würde, die auch unter Berücksichtigung der Belange des Klärungsberechtigten für das Kind unzumutbar wäre.
(4) Wer in eine genetische Abstammungsuntersuchung eingewilligt und eine genetische Probe abgegeben hat, kann von dem Klärungsberechtigten, der eine Abstammungsuntersuchung hat durchführen lassen, Einsicht in das Abstammungsgutachten oder Aushändigung einer Abschrift verlangen. Über Streitigkeiten aus dem Anspruch nach Satz 1 entscheidet das Familiengericht.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#16
 Von 
malebenkurz
Status:
Beginner
(113 Beiträge, 25x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Nach heutigem Rechtsstand wäre sie Deine rechtliche, wenn auch nicht leibliche Tochter, da sie in der Ehe geboren wurde.
Ob das 1975 anders war weiß ich nicht...

1975 sah das wie folgt aus:

§. 1591 Ein Kind, das nach der Eingehung der Ehe geboren wird, ist ehelich, wenn die Frau es vor oder während der Ehe empfangen und der Mann innerhalb der Empfängnißzeit der Frau beigewohnt hat. Das Kind ist nicht ehelich, wenn es den Umständen nach offenbar unmöglich ist, daß die Frau das Kind von dem Manne empfangen hat.

Es wird vermuthet, daß der Mann innerhalb der Empfängnißzeit der Frau beigewohnt habe. Soweit die Empfängnißzeit in die Zeit vor der Ehe fällt, gilt die Vermuthung nur, wenn der Mann gestorben ist, ohne die Ehelichkeit des Kindes angefochten zu haben.

§. 1592. Als Empfängnißzeit gilt die Zeit von dem einhunderteinundachtzigsten bis zu dem dreihundertundzweiten Tage vor dem Tage der Geburt des Kindes, mit Einschluß sowohl des einhunderteinundachtzigsten als des dreihundertundzweiten Tages.

Steht fest, daß das Kind innerhalb eines Zeitraums empfangen worden ist, der weiter als dreihundertundzwei Tage vor dem Tage der Geburt zurückliegt, so gilt zu Gunsten der Ehelichkeit des Kindes dieser Zeitraum als Empfängnißzeit.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#17
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(39551 Beiträge, 14206x hilfreich)

Also wird man einen Blick in die Geburts- oder Abstammungsurkunde werfen müssen um festzustellen, ob man der rechtliche Vater ist.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#18
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8568 Beiträge, 3729x hilfreich)

Zitat (von hh):
Also wird man einen Blick in die Geburts- oder Abstammungsurkunde werfen müssen um festzustellen, ob man der rechtliche Vater ist.

Das bringt dann aber auch nur, eine eigentlich nutzlose Gewissheit.
Denn es ändert letztendlich ja nichts an der "Erbregelung", deswegen frage ich mich immer noch, weshalb die Notarin die Geburtsurkunde sehen will.
Hinzu kommt ja noch, dass wenn die "Tochter" eben nicht die rechtliche Tochter ist, der TE die Geburtsurkunde gar nicht zur Verfügung stellen kann.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#19
 Von 
malebenkurz
Status:
Beginner
(113 Beiträge, 25x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Hinzu kommt ja noch, dass wenn die "Tochter" eben nicht die rechtliche Tochter ist, der TE die Geburtsurkunde gar nicht zur Verfügung stellen kann.

Personenstandsurkunden bekomme ich auch dann, wenn ich ein rechtliches Interesse glaubhaft machen kann.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 209.132 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
87.232 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen