Erbausschlagung, was passiert mit gemeinsamen Konto?

13. Juni 2024 Thema abonnieren
 Von 
Blackpandinus
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbausschlagung, was passiert mit gemeinsamen Konto?

Guten Abend,
ich bin neu hier und würde mich über eure Expertise in Bezug auf eine spezielle Fragestellung freuen.
Meine Eltern haben ein Berliner Testament beim Nachlassgericht hinterlegt.
Sie haben ein gemeinsames "oder" Konto.
Meine Mutter ist alleine im Grundbuch für das gemeinsame Haus und Hof, sowie für diverse weitere Flurstücke eingetragen.
Ferner Erbt meine Mutter einen erheblichen Betrag, der aufgrund des gemeinsamen Kontos auf dieses eingezahlt wird.
Nun verstirbt die Mutter kurze Zeit später.

Der Vater möchte jedoch nicht den Anspruch des zuvor dargelegten Berliner Testaments, sondern dass das gesamte Erbe der Mutter auf die zwei Kinder übertragen wird.

Aus diesem Grunde beantragt er beim zuständigen Nachlassgericht die Ausschlagung des Erbes aufgrund des Testamentes und aufgrund der Erbfolge.

Fragen:
1. Was passiert in diesem Fall mit dem gesamten Vermögen auf dem gemeinsamen Konto?

2. Kann insbesondere im Nachhinein eine Verwahrerklärung von dem Vater abgegeben werden, dass er das zuvor geerbte Vermögen der Ehefrau nur verwahrt hat, weil diese kein eigenes Konto hat? So dass hier ausschließlich das eindeutig zuzuordnende Vermögen Gegenstand des Erbes wird?

3. Oder würde es auch das Vermögen betreffen, was auch vorher schon auf dem gemeinsamen Konto war?

Ich hoffe die Fragen waren verständlich und ihr könnt mir helfen.

Vielen lieben Dank im Vorraus.

LG

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(48087 Beiträge, 16987x hilfreich)

Zitat (von Blackpandinus):
1. Was passiert in diesem Fall mit dem gesamten Vermögen auf dem gemeinsamen Konto?

Das fällt zur Hälfte in den Nachlass.

Zitat (von Blackpandinus):
2. Kann insbesondere im Nachhinein eine Verwahrerklärung von dem Vater abgegeben werden, dass er das zuvor geerbte Vermögen der Ehefrau nur verwahrt hat, weil diese kein eigenes Konto hat? So dass hier ausschließlich das eindeutig zuzuordnende Vermögen Gegenstand des Erbes wird?

Nein

Die Zuordnung des Guthabens zu nur einem Kontoinhaber ist nur im Ausnahmefall möglich und kann nicht nachträglich erfolgen.

Es muss daher bewiesen werden, dass mit der Einzahlung auf das Gemeinschaftskonto nicht die Übertragung des hälftigen Betrages an den Ehegatten gewollt war. Das muss sich wiederum aus Umständen ergeben, die zu Lebzeiten der Mutter vorlagen.

Ich verstehe das Problem aber auch gar nicht. Wenn der Vater das Geld auf dem gemeinschaftlichen Konto den Kindern überlassen will, dann kann er es ihnen doch einfach schenken.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Blackpandinus
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Morgen,

herzlichen Dank für die ausführliche Rückmeldung.
Ich kann ihren Einwand durchaus verstehen, aber eine Schenkung ist zumindest in Bezug auf eine mögliche spätere Pflege nicht einem Erben gleichzusetzen.
Eine Schenkung kann nach meinen Recherchen 10 Jahre lang für eine mögliche Pflege im Pflegeheim zurückgefordert werden, bevor das Sozialamt eintritt.
Diesen Fall möchten wir zumindest mit einem Teil des Vermögens umgehen.

Es wurde mir von einem Notar in einem Telefonat diesbezüglich geraten eine Verwahrerklärung im Nachhinein zu erstellen, aber ihr Einwand diesbezüglich erscheint mir durchaus nachvollziehbar.

Wenn da noch jemand eine andere Meinung zu hat, dann bitte gerne.

Vielen lieben Dank.

VG

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(48087 Beiträge, 16987x hilfreich)

Zitat (von Blackpandinus ):
Eine Schenkung kann nach meinen Recherchen 10 Jahre lang für eine mögliche Pflege im Pflegeheim zurückgefordert werden, bevor das Sozialamt eintritt.

Das stimmt. Allerdings war ich bei soviel Großzügigkeit des Vaters gegenüber seinen Kindern davon ausgegangen, dass er über ausreichend eigenens Vermögen verfügt.

0x Hilfreiche Antwort

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