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Erbe Schenkung oder wie vorgehen?

 Von 
icrazy
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbe Schenkung oder wie vorgehen?

Hallo,

angenommen, es Familienvater ist gestorben. Hinterlässt Ehefrau und 2 Kinder (die ebenfalls Kinder haben). Es gibt kein Testament.
D.h. 50% Ehefrau und jeweils 25% die Kinder.
Wenn nun die Kinder aber der Mutter (also Ehefrau des verstorbenen) alles überlassen wollen, ist dann eine Schenkung die einzige Möglichkeit?
Eine Ausschlagung geht ja nicht, weil sonst die nächsten an der Erbfolge dran wären (Kinder der Geschwister in dem Fall).
Welche Möglichkeiten gibt es und welche Nachteile entstehen den Kindern des verstorbenen?

Danke

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Schenkung Mutter Ehefrau


12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5916 Beiträge, 3753x hilfreich)

Zitat (von icrazy):
Wenn nun die Kinder aber der Mutter (also Ehefrau des verstorbenen) alles überlassen wollen

Weshalb? Man kann alles so lassen wie es ist.

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#2
 Von 
icrazy
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 0x hilfreich)

Man kann, muss aber nicht.
Um das ging es aber nicht.
Wer kann die Frage beantworten?

Danke

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36731 Beiträge, 13206x hilfreich)

Zitat:
Wenn nun die Kinder aber der Mutter (also Ehefrau des verstorbenen) alles überlassen wollen, ist dann eine Schenkung die einzige Möglichkeit?

Ja

Empfehlen würde ich allerdings, dass die Eigentumsanteile so bleiben und dabei die Kinder der Mutter eine unentgeltliche Nutzung gewähren, sowie ihr freie Hand lassen, so dass die Mutter mit dem Haus so verfahren darf als sei sie Alleineigentümerin.

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#4
 Von 
icrazy
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 0x hilfreich)

Aber im Grundbuch würden alle drei stehen?

Müsste so etwas notariell beurkundet werden (also die Nutzung)?

Wie ist das mit dem generellen Vermögen? Auto, Schmuck etc... Muss dies überhaupt angegeben werden, wenn die Kinder das Erbe eh per Schenkung an die Mutter abgeben wollen?

Was hat eine Schenkung für einen Vorteil?

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36731 Beiträge, 13206x hilfreich)

Zitat:
Aber im Grundbuch würden alle drei stehen?

Ja.

Die entsprechende Eintragung erfolgt übrigens innerhalb von 2 Jahren nach dem Tod des Vaters kostenfrei.

Zitat:
Was hat eine Schenkung für einen Vorteil?

Eine Schenkung an die Mutter hat zunächst einmal drei Nachteile:
1. Bei einem Schenkungswert >20.000€ fällt Schenkungssteuer an.
2. Wenn die Mutter pflegebedürftig wird, dann hat das Sozialamt Zugriff auf das gesamte Haus und nicht nur auf den Anteil der Mutter
3. Es fallen Gebühren für Notar und Grundbuchamt an.

Als Vorteil ist zu nennen, dass die Mutter auch rechtlich einen unbeschränkten Zugriff auf das Haus hat. Daher könnte die Mutter dann z.B. ohne Zustimmung der Kinder eine Grundschuld eintragen lassen.

Zitat:
Wie ist das mit dem generellen Vermögen? Auto, Schmuck etc... Muss dies überhaupt angegeben werden, wenn die Kinder das Erbe eh per Schenkung an die Mutter abgeben wollen?

Bei der Beantragung des Erbscheines müssen die Werte angegeben werden. Allerdings geht es dabei nur um die Dinge, die dem Vater gehört haben. Der Schmuck, der der Mutter ohnehin gehört hat, gehört natürlich nicht zum Nachlass des Vaters.

So lange der Schenkungswert <20.000€ pro Kind beträgt, ist die Schenkung dieser Dinge durch die Kinder an die Mutter unproblematisch.

Zitat:
Müsste so etwas notariell beurkundet werden (also die Nutzung)?

Nein, das Wohnrecht ergibt sich schon aus dem Umstand, dass die Mutter Miteigentümerin ist.

Natürlich kann man einen privatschriftlichen Vertrag aufsetzen, mit dem der Mutter das alleinige Nutzungsrecht gewährt wird und die Mutter im Gegenzug sämtliche Hauskosten trägt.

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#6
 Von 
icrazy
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antworten.

Eine Nachbarin, die bei einem Notar arbeitet, hatte den Tipp mit der Schenkung gegeben.
Was eigentlich wiederum, wenn ich das so lese nur Nachteile hätte.

Was ist bei den Versicherungen die auf den Vater und die Mutter laufen oder Bankkonten. D.h. Wenn ein Erbschein vorliegt, müsste die Bank immer das Geld prozentual aufteilen auf die Erben?

Ohne Schenkung könnten das Geld wieder von den Kindern zurück überweisen werden ohne Kosten oder?

Dann würde die Schenkung nur Geld kosten ohne Vorteile?

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#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36731 Beiträge, 13206x hilfreich)

Zitat:
Was ist bei den Versicherungen die auf den Vater und die Mutter laufen

Welche Versicherungen laufen denn auf den Namen beider? Eine Versicherung, die auf den Namen des Vaters läuft, lässt man dann eben auf die Mutter umschreiben oder man kündigt sie, wenn sie nicht mehr benötigt wird.

Zitat:
Wenn ein Erbschein vorliegt, müsste die Bank immer das Geld prozentual aufteilen auf die Erben?

Die Bank teilt nichts auf. Vielmehr macht die Bank das, was die Erben gemeinschaftlich beauftragen. Und wenn alle drei gemeinsam einen Überweisungsauftrag unterschreiben, mit dem das gesamte Kontoguthaben auf das Konto der Mutter geht, dann macht die Bank das.

Der Erbschein dient der Bank nur zur Kontrolle, wer alles den Überweisungsauftrag unterschreiben muss.

Zitat:
Ohne Schenkung könnten das Geld wieder von den Kindern zurück überweisen werden ohne Kosten oder?

Dann würde die Schenkung nur Geld kosten ohne Vorteile?

Bezogen auf das Bankkonto verstehe ich die Frage nicht.


-- Editiert von hh am 19.05.2020 12:41

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#8
 Von 
icrazy
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 0x hilfreich)

Achso ist das. Ich dachte, bei Kontoumschreibung (Konto läuft auf beide Mutter und Vater), wird das Geld erst so aufgeteilt, nach Erbrecht und dann kann es umgeschrieben werden.

D.h. wenn ein Konto auf beide Namen läuft, kann dies ohne Probleme und ohne Erbschein bzw. ohne Erbrechtsanteilüberweisungen umgeschrieben werden auf nur die Mutter?

Wie ist das bei Fondsdepots? Wenn dies auf beide läuft? Auch erst mit Erbschein möglich, dies umzuschreiben? Was macht die Bank in solch einem Fall?

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#9
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5916 Beiträge, 3753x hilfreich)

Zitat (von icrazy):
D.h. wenn ein Konto auf beide Namen läuft, kann dies ohne Probleme und ohne Erbschein bzw. ohne Erbrechtsanteilüberweisungen umgeschrieben werden auf nur die Mutter?

Wenn sich alle Erben einig sind, ist die Umschreibung auf die Mutter kein Problem. Allerdings kann die Bank einen Erbchein verlangen.
Zitat:
Wie ist das bei Fondsdepots? Wenn dies auf beide läuft? Auch erst mit Erbschein möglich, dies umzuschreiben? Was macht die Bank in solch einem Fall?

Ja.

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#10
 Von 
icrazy
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 0x hilfreich)

Also verstehe ich es richtig, dass ein erbschein Pflicht ist - für bestimmte Dinge ist er unersetzbar?
Und das Erbe sollte man ganz normal annehmen ohne jegliche Schenkung, da es eigentlich nur Geld kostet und es nichts bringt, außer man sei versteiften, dann könnte es zu Problemen führen?

Danke

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#11
 Von 
icrazy
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 0x hilfreich)

Versteiften = verstritten

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#12
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(36731 Beiträge, 13206x hilfreich)

Zitat:
Also verstehe ich es richtig, dass ein erbschein Pflicht ist - für bestimmte Dinge ist er unersetzbar?

Wenn eine Immobilie zum Nachlass gehört, dann ist ein Erbschein (oder ein notarielles Testament) zwingend erforderlich.

Zitat:
Und das Erbe sollte man ganz normal annehmen ohne jegliche Schenkung, da es eigentlich nur Geld kostet und es nichts bringt, außer man sei verstritten, dann könnte es zu Problemen führen?

Ja

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