Erbe ausschlagen (da Ehemann verschuldet)

29. Mai 2019 Thema abonnieren
 Von 
ASmith
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbe ausschlagen (da Ehemann verschuldet)

Hallo,
ich habe eine Frage und hoffe auf eure Hilfe. Ich versuche es kurz zu machen:

Angenommen folgende Konstellation:
Mutter: Haus auf ihren Namen, kleine Rente
Vater: Hoch verschuldet, Rentner mit Einkommen 600 EUR/Monat, Konto gepfändet, nichts zu holen da kaum Einkommen, bisher keine Privat-Insolvenz angemeldet, da seiner Meinung nach unnötig, da nichts zu holen.
Kind 1,2,3: keine Besonderheiten

Ein Testament wurde bereits gemacht indem die Kinder alles bekommen sollen (notariell beurkundet).
Jedoch bleibt der Pflichtteil vom Vater natürlich bestehen.

Was passiert, wenn Mutter verstirbt?
Vater würde auf sein Erbe und Pflichtteil verzichten (und es nicht einklagen) - Kann er das oder muss er es antreten um damit seine Schulden zu begleichen?
Informiert das Nachlassgericht evtl. andere Gerichte oder gar Gläubiger darüber, dass ein Erbe/Pflichtteil besteht und wird er dann gerichtlich zur Annahme des Erbes gezwungen um die Schulden zu begleichen?

Wie verhält es sich, wenn er jetzt Insolvenz anmelden würde in der Zeit bis die Insolvenz durch ist? Gibt es hier etwas zu beachten?

Vielen Dank schon mal für die Hilfe und die allgemeinen Informationen zu dem fiktiven, oben genannten Beispiel.

-- Editiert von ASmith am 29.05.2019 18:31

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32998 Beiträge, 17307x hilfreich)

Vater würde auf sein Erbe und Pflichtteil verzichten (und es nicht einklagen) Der Vater hat gar kein Erbe, da er enterbt ist. Insofern könnte er bestenfalls den Pflichtteil einfordern.
Kann er das oder muss er es antreten um damit seine Schulden zu begleichen? Da er kein Erbe hat, kann er auch keins antreten. Den Pflichtteil muß er nicht einfordern.
Wie verhält es sich, wenn er jetzt Insolvenz anmelden würde in der Zeit bis die Insolvenz durch ist? Da würde ich mal im UF Insolvenzrecht fragen.

Mit einer Erbausschlagung hat das übrigens nichts zu tun - dazu muß man Erbe sein, und das ist er nicht.

-- Editiert von muemmel am 29.05.2019 19:25

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47731 Beiträge, 16864x hilfreich)

Zitat:
Jedoch bleibt der Pflichtteil vom Vater natürlich bestehen.


Da der Vater enterbt ist hat er zusätzlich noch Anspruch auf den tatsächlichen Zugewinnausgleich.

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#3
 Von 
ASmith
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke euch für die Antworten.

Zitat (von muemmel):
Vater würde auf sein Erbe und Pflichtteil verzichten (und es nicht einklagen) Der Vater hat gar kein Erbe, da er enterbt ist. Insofern könnte er bestenfalls den Pflichtteil einfordern.
Kann er das oder muss er es antreten um damit seine Schulden zu begleichen? Da er kein Erbe hat, kann er auch keins antreten. Den Pflichtteil muß er nicht einfordern.
Wie verhält es sich, wenn er jetzt Insolvenz anmelden würde in der Zeit bis die Insolvenz durch ist? Da würde ich mal im UF Insolvenzrecht fragen.

Mit einer Erbausschlagung hat das übrigens nichts zu tun - dazu muß man Erbe sein, und das ist er nicht.

-- Editiert von muemmel am 29.05.2019 19:25


Stimmt, er erbt ja nichts. Es geht dann natürlich nur um den Pflichtteil.

Zitat (von hh):
Zitat:
Jedoch bleibt der Pflichtteil vom Vater natürlich bestehen.


Da der Vater enterbt ist hat er zusätzlich noch Anspruch auf den tatsächlichen Zugewinnausgleich.

Wenn das Haus aber vorher ja bereits auf die Mutter läuft hätte er ja nur beim Rest Anspruch auf den Zugewinnausgleich oder? Und da ist ja nicht viel vorhanden, da die Renten beider sehr gering sind.
Sorry für die Nachfrage aber ich beschäftige mich zum ersten Mal mit dem Thema.

Man könnte ja dann den Pflichtteil und - wenn vorhanden - den Zugwinnausgleich - ausschlagen/ablehnen und das Erbe würde unter den anderen Personen aufgeteilt werden und keine Bank oder Ähnliches kommt dann da ran.

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#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32998 Beiträge, 17307x hilfreich)

Einen Pflichtteil schlägt man nicht aus. Während man "einfach so" Erbe wird, ohne eigene Aktivität, kriegt man den Pflichtteil nur, wenn man ihn aktiv einfordert. Tut man einfach nichts, kriegt man keinen Pflichtteil.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47731 Beiträge, 16864x hilfreich)

Zitat:
Wenn das Haus aber vorher ja bereits auf die Mutter läuft hätte er ja nur beim Rest Anspruch auf den Zugewinnausgleich oder?


Wenn mit "vorher" vor der Heirat gemeint ist, dann ist das richtig.

Zitat:
Und da ist ja nicht viel vorhanden, da die Renten beider sehr gering sind.


Haben die beiden erst im Rentenalter geheiratet?

Der Vater ist aber auch im Rahmen eines Insolvenzverfahrens nicht verpflichtet, den Pflichtteil und/oder den Zugewinnausgleich zu fordern.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
ASmith
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Einen Pflichtteil schlägt man nicht aus. Während man "einfach so" Erbe wird, ohne eigene Aktivität, kriegt man den Pflichtteil nur, wenn man ihn aktiv einfordert. Tut man einfach nichts, kriegt man keinen Pflichtteil.

Na dann sollte es ja keine Problem geben und er tut einfach nichts. Dann bekommen die restlichen Erben das Erbe.

Zitat (von hh):
Zitat:
Wenn das Haus aber vorher ja bereits auf die Mutter läuft hätte er ja nur beim Rest Anspruch auf den Zugewinnausgleich oder?


Wenn mit "vorher" vor der Heirat gemeint ist, dann ist das richtig.

Zitat:
Und da ist ja nicht viel vorhanden, da die Renten beider sehr gering sind.


Haben die beiden erst im Rentenalter geheiratet?

Der Vater ist aber auch im Rahmen eines Insolvenzverfahrens nicht verpflichtet, den Pflichtteil und/oder den Zugewinnausgleich zu fordern.


Geheiratet haben die beiden natürlich bevor das Haus gekauft wurde.
aber so wie ich das nun verstanden habe sollte es keine Probleme geben, da er einfach auf seinen Pflichtteil bzw. Zugewinnausgleich verzichtet (bzw. nichts macht und somit quasi verzichtet).

Danke euch für die Hilfe.

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