Erbe ausschließlich Enkel zusprechen was beachten?

19. Juni 2012 Thema abonnieren
 Von 
x23
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbe ausschließlich Enkel zusprechen was beachten?

Hallo,

meine Tante hat vor kurzem geäußert das Sie Ihr Testament komplett neu Aufsetzen möchte um mich als Ihren alleinerben zu bestimmen.

Jetzt stehen ich und meine Tante vor folgendem Problem, Sie würde das Testament gerne ohne Notar aufsetzen um sich ggf. die nicht gerade geringen kosten zu sparen.

Ist ein Testament was nicht Notariell geblaubigt ist Rechtskräftig und unanfechtbar?

Es geht hier im besonderen um meinen Vater, leider muss ich davon ausgehen das er versuchen wird irgendwie am Erbe beteiligt zu werden. (Meine Tante möchte dies definitiv verhindern).

Kurz zum Familienstand:

- Die Eltern meiner Tante (meine Großeltern Väterlicher seits) sind bereits beide verstorben.
- Meine Tante hat nur einen Bruder (meinen Vater)
- Meine Tante hat keine eigenen Kinder
- Meine Tante ist nicht verheiratet
- Ich bin der einzige Enkel

Ist es unbedingt notwendig einen Notar für Erstellung des Testaments zu rate zu ziehen?

Gibt es irgendwelche Schlumpflöcher durch die mich mein Vater als Bruder der Erblasserin verklagen könnte (bzw. das Testament anfechten) um irgendwelche Anteile für sich herauszuschlagen?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen, ich bedanke mich schonmal vorab und sage Danke das dieses Forum existiert.


MfG Jens

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10 Antworten
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#1
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Gibt es irgendwelche Schlumpflöcher durch die mich mein Vater als Bruder der Erblasserin verklagen könnte (bzw. das Testament anfechten) um irgendwelche Anteile für sich herauszuschlagen? <hr size=1 noshade>



Nein, hier gibt es keine Schlumpflöcher.

Wenn ein eigenhändiges, hanschriftliches Testament errichtet wird, § 2247 BGB , ist der Bruder enterbt, die gesetzliche Erbfolge gilt nicht mehr.

Geschwister haben auch keinen Pflichtteilsanspruch, damit würdest du Alleinerbe.

Es empfiehlt sich aber das handgeschriebene Testament beim zust. NachlaßG zu hinterlegen. Bis 0,5 Mio. EUR kostet das eskalierend 1x max. 200 EUR.

http://www.justiz.bayern.de/imperia/md/content/stmj_internet/gerichte/amtsgerichte/muenchen/nachlassverfahren/hinweise_testamentshinterlegung.pdf

Was die ErbSt angeht, beträgt hier der Freibetrag nur 20.000 EUR. Von da her kann es sich lohnen schon zu Lebzeiten Teile zu schenken, nach 10 Jahren steht dann der volle Freibetrag wieder zur Verfügung.

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#2
 Von 
Kleine Hexe
Status:
Praktikant
(669 Beiträge, 190x hilfreich)

Nr.1: Du bist NICHT der Enkel sondern der Neffe.
Enkel bist du von deinen Großeltern.

Nr.2: Sooo teuer sind Notare nun auch wieder nicht - berechnet sich nach der Höhe des Erbes.
Bei 500.000 € Erbe ca. 800 € + MwSt und sonstige Auslagen.
Ich würde mal behaupten, ein Einsatz der sich lohnt.
Ein selbstverfasstes Testment kann sehr schnell ungültig sein und ich würde mich nicht darauf verlassen.

google mit Notarkosten Testament hilft weiter.

Kleine Hexe

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#3
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Ein selbstverfasstes Testment kann sehr schnell ungültig sein und ich würde mich nicht darauf verlassen. <hr size=1 noshade>



Das müsstest du mal erläutern, wenn du hier die Leute in die Kosten schickst.

§ 2247 BGB ist klar, eindeutig, unmissverständlich.

"Ich setze meinen Neffen ... zum Alleinerben ein", was kann daran "... sehr schnell ungültig sein ..."?

Was soll da ein Notar machen, ausser Geld kassieren?

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#4
 Von 
x23
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi,

jetzt hab ich genau das was ich nicht wollte unklarheit :)


Gruß Jens

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#5
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2281 Beiträge, 1339x hilfreich)

Olga Schmitz Reklinghausen, 28.06.2012
Krüger Str. 15

Testament

Hiermit bestimme ich meinen Neffen Egon Küster,
geboren am 12.12.1980 zu meinen Universalerben.

Unterschrift

Alles Handschriftlich und fertig.
Kann beim Nachlassgericht hinterlegt werden oder
nach dem Tod der Tante dort abgegeben werden.

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47253 Beiträge, 16736x hilfreich)

Die Unwirksamkeit eine privat verfassten Testamentes kann in erster Linie durch die fehlende Handschriftlichkeit entstehen.

Inhaltliche Fehler führen kaum zur Unwirksamkeit. Wenn man sich also an die gesetzlichen Formvorschriften hält, dann kann man ein einfaches Testament auch selbst erstellen.

Bei einem privatschriftlichen Testament ist schon eher die Gefahr gegeben, dass unerwünschte Ergebnisse aufgrund fehlerhafter oder unklarer Formulierungen erzielt werden. So eine Gefahr sehe ich hier aber nicht.

Bei einem notariellen Testament werden später die Kosten des Erbscheines erspart, so dass sich die Kosten ausgleichen. Ein Verzicht auf ein notarielles Testament führt also in erster Linie zu einer Verchiebung der Kosten vom Erblasser auf den Erben.

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#7
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:
... oder nach dem Tod der Tante dort abgegeben werden.



Die Hinterlegung sollte schon vorher geschehen. Das ist das einzige Problem, das Testament könnte beim Erbfall sonst verschwunden sein.

Aus ganz anderen, praktischen Gründen wäre aber noch zu überlegen, ob man dem künftigen Erben postmortale Vollmachten erteilt, insbesondere bei den Banken.

Das kann den Erbschein und viel Ärger ersparen.



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#8
 Von 
Kleine Hexe
Status:
Praktikant
(669 Beiträge, 190x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Das müsstest du mal erläutern, wenn du hier die Leute in die Kosten schickst.
§ 2247 BGB ist klar, eindeutig, unmissverständlich.
"Ich setze meinen Neffen ... zum Alleinerben ein", was kann daran "... sehr schnell ungültig sein ..."?
Was soll da ein Notar machen, ausser Geld kassieren? <hr size=1 noshade>


In die Kosten schickst?
Die Notarkosten sind abhängig von der Höhe des Erbes.
Und ich glaube nicht, dass es hier um 10.000 € geht, die könnte die Tante dem Neffen ja einfach in die Hand drücken und gut ist.
Wie gesagt bei einer HALBEN MILLION EURO um die 1000 € mit allem. 0,2 % der Erbsumme.
Ein Betrag der ganz schnell anfällt wenn um das Erbe gestritten werden kann.

Ungültig?

quote:<hr size=1 noshade>Es geht hier im besonderen um meinen Vater, leider muss ich davon ausgehen das er versuchen wird irgendwie am Erbe beteiligt zu werden <hr size=1 noshade>


- fehlendes Datum, fehlende Unterschrift, Unterschrift und Datum an der falschen Stelle, mehrere Seiten nicht durchnummeriert, nicht miteinander verbunden usw usw.
- gibt es vielleicht bereits Regelungen die außer Kraft gesetzt werden müssen
- ist die Tante überhaupt noch testamentierfähig

Ein handschriftliches Testament kann gültig sein, aber wenn andere ehemalige Erben dann versuchen dieses anzufechten, dann zieht sich das und verursacht ebenfalls Kosten.

Wenn ich etwas zu vererben habe und dieses Erbe unbedingt eine bestimmte Person erhalten soll, dann sichere ich mich ab und dies sollte nicht an verhältnismäßig geringen Kosten scheitern.

Und wenn ich dann noch lese, dass ein notarielles Testament den Erbschein ersetzt und ein Erbschein mind. genauso teuer wenn nicht teurer ist - wo treibt man dann wen in die Kosten?

Kleine Hexe

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#9
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:
- wo treibt man dann wen in die Kosten?



Du arbeitest bei einem Notar?

Das würde jedenfalls die Nebelkerzen erklären, die du hier wirfst, um für Kundschaft zu sorgen.

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#10
 Von 
Kleine Hexe
Status:
Praktikant
(669 Beiträge, 190x hilfreich)


quote:
Du arbeitest bei einem Notar?


Ganz und gar nicht, aber ihr tut hier so als würden die Notarkosten das Erbe auffressen.

Der Notar bekommt für seine Arbeit prozentual weniger als ihr jeder hübschen Bedienung an Trinkgeld zusteckt.

Vermutlich repariert ihr auch die Bremsen an eurem Auto selbst nur weil ihr ein Handbuch dazu habt.

Kleine Hexe

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