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Erbe nach 30 Jahren

 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbe nach 30 Jahren

Anfang der Woche bekam ich einen Brief von der Gemeinde ich solle zu einer Anhörung wegen vorzeitiger Besitzeinweisung eine Grunstückes kommen in 4 Wochen.
Da meine Mutter im September verstorben war, dachte ich sie hatte noch ein Grundstück von dem ich nichts wusste, aber es wurde viel komplizierter und interessanter.
Ich habe noch nicht alle Informationen, aber hier erst mal was ich weiss:

Das Grundstück gehörte einem Ehepaar, die 1977 bzw 1990 gestorben sind und keine Kinder hatten.
Die Dame hatte eine Schwester, meine Oma.
Meine Oma hatte 2 Kinder, mein Vater und mein Onkel.
Mein Opa verstarb 1945, meine Oma 1984.
Die Schwester meiner Oma 1990.
Mein Onkel 2015, seine Frau 1992
Mein Onkel hatte keine Kinder, ich bin der Rechtsnachfolger.
Mein Vater 1999, meiner Mutter 2019


Also wurde das Erbe vor 30 Jahren "gestartet", ich bin als Erbe in einer Erbengemeinschaft genannt, aber wie viel bekomme ich?
Meine Oma ist doch schon vor 1990 gestorben, kann ich über diesen Weg noch erben?

Das Grundstück wurde schon 2019 bebaut von der Gemeinde, wir erhalten ein ersatz-Grundstück.
Wer die anderen Erben sind, erfahre ich nächste Woche.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Erbe Vater Erbengemeinschaft Mutter


24 Antworten
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#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37208 Beiträge, 13358x hilfreich)

Zitat:
aber wie viel bekomme ich?

Das ist schwer zu sagen, da unklar ist, ob die genannten Personen Testamente gemacht haben und wenn ja mit welchem Inhalt.

Um das aber mal aufzudröseln unter der Annahme, dass es keine Testamente gab:

Zitat:
Das Grundstück gehörte einem Ehepaar, die 1977 bzw 1990 gestorben sind und keine Kinder hatten.

Da im weiteren Text der Tod der Schwester der Oma mit 1990 angegeben ist und es sich um die Dame handeln müsste, gehe ich davon aus, dass der Herr zuerst im Jahre 1977 verstorben ist.

Dann kommt es darauf an, welche Verwandtschaft der Herr hatte und ob das Ehepaar 50/50 im Grundbuch stand oder nur ein Ehegatte oder ganz etwass anderes. Aber selbst beim Standardfall 50/50 hätte Deine Oma abhängig von den genannten Bedingungen irgendetwas zwischen 75% und 100% des Grundstücks geerbt.

Da die Oma jedoch vorvertorben ist, geht der Erbteil dann direkt an die beiden Kinder. Du bist sowohl Alleinerbe Deines Onkels als auch Alleinerbe Deiner Mutter, wenn ich das richtig verstanden habe. Daher geht der Grundstücksanteil, der der Dame gehört hat alleine an Dich. Bei gesetzlicher Erbfolge wäre das dann ein 75%-Anteil am Grundstück, vielleicht sogar 100%.

Zitat:
Meine Oma ist doch schon vor 1990 gestorben, kann ich über diesen Weg noch erben?

Ja

Zitat:
Das Grundstück wurde schon 2019 bebaut von der Gemeinde

Wie kann das sein? Hat die Gemeinde auf einem Grundstück gebaut, das ihr gar nicht gehört?

Zitat:
wir erhalten ein ersatz-Grundstück.

Aha, irgendwie dubios.

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#2
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat:
Wie kann das sein? Hat die Gemeinde auf einem Grundstück gebaut, das ihr gar nicht gehört?

Ja seltsam. Es gibt noch 12 weiter Erben die sich streiten. Vermutlich verwandte des Mannes der Schwester meiner Oma.
Wenn ich richtig liege, müsste ich 2 Teile bekommen. Wenn alle anderen 1 Teil bekommen sind das 2/14tel also 1/7tel.

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#3
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2499 Beiträge, 478x hilfreich)

Zitat (von go529420-82):
Vermutlich verwandte des Mannes der Schwester meiner Oma.

Am Ende der Geschichte taucht vermutlich noch ein an der Ostfront gezeugtes uneheliches Kind des Großonkels auf ...

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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37208 Beiträge, 13358x hilfreich)

Zitat:
Wenn ich richtig liege, müsste ich 2 Teile bekommen. Wenn alle anderen 1 Teil bekommen sind das 2/14tel also 1/7tel.

Wie kommst Du jetzt darauf? Das Erbe wird nicht gleichmäßig auf die 14 Personen verteilt.

Vielmehr würde ich vermuten, dass Du 3/4 erhältst und die die anderen 12 Erben sich das restliche 1/4 teilen.

Sollte der Herr ursprünglich Alleineigentümer gewesen sein, dann würdest Du 1/2 erhalten.

-- Editiert von hh am 14.02.2020 13:11

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#5
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

wie ist es denn mit der erbschaftssteuer?
Als die Großtante vor 30 Jahren starb waren ja alle zwischen uns noch am leben und meine Mutter ist ja erst letztes jahr gestorben. Gilt jetzt der freibetrag für Kind (400.000) oder sonstige (20.000)?
Wenn damals die Familie sich drum gekümmert hätte, wäre ja damals alles verteilt worden.
So hat niemand etwas gemacht, das gründstück lag brach und im grundbuch steht immer noch die vor 30 Jahren gestorbene Großtante drin. Die sonstige erbmasse vor 30 Jahren lässt sich jetzt auch nicht mehr nachvollziehen.

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37208 Beiträge, 13358x hilfreich)

Dein Erbteil stammt zur Hälfte von Deiner Mutter und zur anderen Hälfte von Deinem Onkel. Gegeüber Deiner Mutter hast Du einen Freibetrag von 400.000€, gegenüber Deinem Onkel von 20.000€. Dabei ist mir nicht klar, ob Du direkt von Deinem Onkel geerbt hast oder ob zunächst Deine Mutter geerbt hat.

Erbschaftsteuer für Erbfälle, die länger als 10 Jahre zurück liegen, dürften verjährt sein.

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28019 Beiträge, 15274x hilfreich)

Anfang der Woche bekam ich einen Brief von der Gemeinde ich solle zu einer Anhörung wegen vorzeitiger Besitzeinweisung eine Grunstückes kommen in 4 Wochen. Kurzum - es läuft auf Enteignung heraus... Reich wird man dabei üblicherweise nicht.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#8
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Hier mal eine übersicht:

https://www.bilder-upload.eu/bild-0ed8cd-1581686397.png.html

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#9
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2499 Beiträge, 478x hilfreich)

Zitat (von hh):
Dein Erbteil stammt zur Hälfte von Deiner Mutter und zur anderen Hälfte von Deinem Onkel.

Kann das bitte einmal erklärt werden?

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#10
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2499 Beiträge, 478x hilfreich)

.

-- Editiert von Ratsuchender@123net am 14.02.2020 14:38

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#11
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)
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#12
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2499 Beiträge, 478x hilfreich)

Zitat (von go529420-82):
Meine Schwester ist wie auf dem Bild zu lesen 1984 gestorben.

… und die hatte zufälligerweise keine Abkömmlinge?!

Vielleicht möchte man einmal das Schreiben der Gemeinde hochladen?

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#13
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37208 Beiträge, 13358x hilfreich)

Zitat:
Hier mal eine übersicht:

https://www.bilder-upload.eu/bild-0ed8cd-1581686397.png.html

Und keiner von denen hatte ein Testament?

Nehmen wir an, das Grundstück hat dem Ehepaar 50/50 gehört

1. Mann der Schwester Deiner Oma verstirbt 1977
=>Geschwister des Mannes erben 25%, die Schwester Deiner Oma erbt 75%
===> Eigentumsverhältnisse: 12,5% Geschwister des Mannes und 87,5% für die Schwester der Oma

2. Schwester der Oma verstirbt 1990
=> Da Oma schon vorverstorben erben Vater und Onkel je 50% ihres Anteils
===> Eigentumsverhältnisse: 12,5% Geschwister des Mannes und je 43,75% für Vater und Onkel

3. Vater verstirbt 1999
=> Da Deine Schwester vorverstorben ist erben Du und Deine Mutter je 50% seines Anteils
===> Eigentumsverhältnisse: 12,5% Geschwister des Mannes, 43,75% für Onkel und je 21,875% für Dich und Deine Mutter

4. Onkel verstirbt 2015
=> Da Deine Cousine und Deine Tante vorverstorben sind erbst Du seinen Anteil zu 100%
===> Eigentumsverhältnisse: 12,5% Geschwister des Mannes, 65,625% für Dich und 21,875% für Deine Mutter

5. Mutter verstirbt 2019
=> Da Dein Vater und Deine Schwester vorverstorben sind erbst Du ihren Anteil zu 100%
===> Eigentumsverhältnisse: 12,5% Geschwister des Mannes, 87,5% für Dich

Ich korrigiere insofern meine Antwort#4.

Sollte einer der genannten ein Testament hinterlassen haben oder das Ehepaar nicht ursprünglich 50/50 im Grundbuch gestanden haben, so ergeben sich natürlich andere Ergebnisse.

Für jeden der 5 Erbfälle muss übrigens ein Erbschein beantragt werden, falls das bislang noch nicht erfolgt ist.

Jeder dieser 5 Erbfälle wird bezüglich der Erbschaftsteuer separat betrachtet.

Zitat:
… und die hatte zufälligerweise keine Abkömmlinge?!

Wenn Schwester oder Cousine wiederum Kinder hatten, dann ändert das ebenfalls die Erbfolge.

-- Editiert von hh am 14.02.2020 15:00

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#14
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

@Ratsuchender

Zitat:
… und die hatte zufälligerweise keine Abkömmlinge?!

Vielleicht möchte man einmal das Schreiben der Gemeinde hochladen?

Nein, kam bei dem Unfall mit ums leben.

Ich will aus Datenschutzgründen das schreiben nicht komplett veröffentlichen. Inhalt etwa so:
Mündliche Verhandlung über die vorzeitige Besitzeinweisung nach §77 1-1 und §116 1-2 Baugesetzbuch
Sollten sie nicht teilnehmen können bitten wir einen bevollmächtigten zu schicken.

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#15
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2499 Beiträge, 478x hilfreich)
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#16
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

@hh
sehr kompliziert.
Hab etwas vergessen. Meine Mutter vererbt alles meinen Kindern.
Mein Onkel alles mir, erbschein vorhanden.
Weitere Testamente nicht bekannt.

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#17
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37208 Beiträge, 13358x hilfreich)

Zitat:
Meine Mutter vererbt alles meinen Kindern.

Dann sieht 5. so aus:

5. Mutter verstirbt 2019
=> Aufgrund eines Testamentes erben Deine Kinder ihren Anteil zu 100%
===> Eigentumsverhältnisse: 12,5% Geschwister des Mannes, 65,625% für Dich und 21,875% für Deine Kinder

Eine vergleichbar komplizierte Betrachtung muss auch auf der Seite der Geschwister des Mannes für deren 12,5%-Anteil gemacht werden, denn wahrscheinlich leben die (meisten?) Geschwister auch nicht mehr.

Zitat:
Mündliche Verhandlung über die vorzeitige Besitzeinweisung nach §77 1-1 und §116 1-2 Baugesetzbuch

Das Grundstück ist also noch nicht bebaut, sondern soll bebaut werden. Dafür gibt es jetzt einen Umlegungsplan und ein Bebauungsplan soll erstellt werden.

Vielleicht will die Gemeinde das Grundstück auch kaufen.

-- Editiert von hh am 14.02.2020 15:28

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#18
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Das Grundstück ist im GIS schon nicht mehr vorhanden. Es ist schon neu aufgeteilt mit neuen Flurnummern und zum Teil eine Strße drauf.

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#19
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37208 Beiträge, 13358x hilfreich)

Zitat (von go529420-82):
Das Grundstück ist im GIS schon nicht mehr vorhanden. Es ist schon neu aufgeteilt mit neuen Flurnummern und zum Teil eine Strße drauf.

Ich habe mir den § 77 BauGB noch einmal genau angeschaut. Das geht offenbar, wobei es mich dennoch wundert, dass Du erst jetzt kontaktiert wurdest. Vielleicht hat die Erbenermittlung so lange gedauert.

Wenn Du nicht am konkreten Grundstück interessiert bist, dann darf Dir dadurch allerdings kein Schaden entstehen.

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#20
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Frage zur Verjährung.
Der Erbe muss spätestens nach 30 Jahren eine Sache vom Erbschaftsbesitzer herausfordern.
Gilt das auch für Grundstücke?
Und gilt das ab dem Tod des Erblassers oder ab Kenntniss des Erbes?

Gilt für die Erbschaftssteuer der aktuelle Wert des Grundstücks oder der Wert vor 30 Jahren?

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#21
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich war heute beim Nachlassgericht und es gibt eine Interessante Wendung:
Die Schwester meiner Oma hat alles meinem Onkel (damit mir) vererbt. (Testament)
Im Grundbuch stehen 12 Personen drin. Die Schwester meiner Oma, Ihr Mann, Seine 7 Geschwister und 3 weitere Personen. Alle sind bereits verstorben, der letzte 2007.
Wenn jetzt einer der eingetragenen ohne Kinder verstirbt, was passiert mit seinem Anteil?
(Angenommen es gibt kein Testament)

Wer muss die ganze Historie aller Nachkommen ermitteln? Doch das Nachlassgericht?

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#22
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37208 Beiträge, 13358x hilfreich)

Zitat:
Der Erbe muss spätestens nach 30 Jahren eine Sache vom Erbschaftsbesitzer herausfordern.
Gilt das auch für Grundstücke?

Theoretisch ja, in der Praxis jedoch nicht.

In der Praxis steht noch der Erblasser im Grundbuch und eine Grundbuchberichtigung kann nur im Hinblick darauf erfolgen, dass die Erben eingetragen werden. Das geht auch noch nach mehr als 30 Jahren.

Zitat:
Wenn jetzt einer der eingetragenen ohne Kinder verstirbt, was passiert mit seinem Anteil?

Das muss man für jede einzelne im Grundbuch stehende Person genauso aufdröseln, wie ich das in Antwort#13 gemacht habe.

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#23
 Von 
go529420-82
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Hier mal die Geschichte zusammen geschrieben:

Anfang Februar bekam ich einen Brief von der Gemeinde (Postzustellungsurkunde).

Da meine Mutter letzte Jahr verstarb, dachte ich zunächst es hätte mit ihrem Erbe zu tun.
Es war aber eine Einladung zu einer mündlichen Verhandlung über die vorzeitige Besitzeinweisung nach §77 Abs. 1 und §116 Abs.1 Satz 2 Baugesetzbuch für ein Grundstück das ich nicht kannte.
Jetzt dachte ich an eine Verwechslung. Es stellte sich aber heraus, das es um ein Grundstück der Schwester meiner Oma geht.
In einem 2. Brief der Gemeinde erfuhr ich, das ich Teil einer Erbengemeinschaft sei und welches Grundstück unser Ersatzgrundstück ist.
In den folgenden 2 Wochen versuchte ich so viel wie möglich über den Fall heraus zu finden.
Beim Grundbuchamt bekam ich keine Info. Bei der Sachbearbeiterin des Nachlassgerichts erfuhr ich das die Erben sich seit 4 Jahren mit der Gemeinde streiten.
Die Sachbearbeiterin war aber neu an dem Fall und sah sich nicht im Stande mir alle Aktenzeichen zu nennen und die Unterlagen zu zeigen. Die AZ sollte ich bei einem Anwalt erfahren, der aber 2 Wochen in Urlaub war. Ich bat um Rückruf nach dem Urlaub, aber ohne Erfolg.
Im Grundbuch stehen 12 Personen (Stand 1959). Die 9 Geschwister und 3 Ehepartner.
Die 12 eingetragenen sind natürlich schon lange alle tot. Die Angehörigen haben das Grundbuch nie aktualisiert. Da das Grundstück eine ungenutzter Acker war, interessierte es niemand.
Vor 4 Jahren wurde das Grundstück zum Bauerwartungsland und jetzt zum Bauland.
Die Gemeinde hat das Grundstück bereits bereinigt und es hat eine neue Flurstück Nummer.
Da die aktuellen Erben (Kinder und Enkel) größtenteils keine Erbscheine haben und ein Erbe in USA verstorben ist und Angehörige unbekannt sind, lässt sich das Grundbuch auch nicht bereinigen und auch das Grundstück nicht verkaufen.
Die Gemeinde hat das Grundstück bei der Bereinigung von der Größe halbiert und bietet uns nur 80,- pro qm an.

Zwischenzeitlich traf ich mich mit den 12 aktuellen Erben zu einen Gespräch. Sie möchten alle gerne verkaufen, aber zu einem fairen Preis. Für den in USA verstorbenen wurde vom Nachlassgericht ein Anwalt bestimmt (aber nur für die Umlegung), der auch anwesend war.
Letzte Woche haben wir erneut mit der Gemeinde verhandelt, aber ohne Erfolg.

Da die Schwester meiner Oma nicht selbst im Grundbuch steht, sondern nur ihr Mann, ist auch unklar ob und wie viel an sie vererbt wurde. Auch wenn wir von gesetzlicher Erbfolge ausgehen, müssten 9 Erbscheine erstellt werden, die jeder für sich vom Gesamterbe berechnet werden. Am Ende lohnt sich das ganze für uns nicht bei dem geringen Angebot der Gemeinde.
Einige von uns haben bereits Widerspruch eingelegt, so das die Besitzeinweisung nicht statt finden kann oder ungültig ist. Wenn Sie stattfinden würde, würden wir danach einen Kostenbescheid für die Erschließung bekommen, verkaufen könnten wir das Grundstück aber trotzdem nicht. Die Gemeinde könnte vermutlich an die Gesamthand auszahlen, aber wir kämen dann nicht an das Geld, da wir nicht alle Erbfolgen aufklären können.
Auch unklar ist, wann das Erbe erfolgt ist, da beim Tod der Erblasser ich noch minderjährig war und in der Erbkette dazwischen noch viele am Leben waren.
Wer erbt jetzt wann von wem und wer muss ggf. Erbschaftssteuer bezahlen?
Kann ich jetzt überhaupt das Erbe noch ablehnen?

Obwohl ich nicht beweisen kann, das ich überhaupt etwas erbe und wie viel und ich bezweifele, das der Brief der Gemeinde als Mittteilung über das Erbe ausreichend ist, habe ich mich entschlossen zu versuchen das Erbe auszuschlagen.

Es konnte mir übrigens auch niemand sagen, warum man 4 Jahre gebraucht hat, um mich zu ermitteln und warum das Nachlassgericht kein Interesse zeigt, den Fall aufzuklären.
Vermutlich wird das Grundstück in 10 Jahren immer noch leer stehen.










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#24
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28019 Beiträge, 15274x hilfreich)

Sie möchten alle gerne verkaufen, aber zu einem fairen Preis. Nun ja - dann kauft die Gemeinde halt nicht. Mit der "vorzeitigen Besitzeinweisung" hat die Gemeinde das Nutzungsrecht - ob Sie dann noch verkaufen oder nicht, kann ihr in dem Fall völlig schnuppe sein...
Vermutlich wird das Grundstück in 10 Jahren immer noch leer stehen. Nein - die Gemeinde hat ja offenbar was Dringendes damit vor. So dringend, dass sie halt keine Verhandlungen abwarten möchte.

-- Editiert von muemmel am 09.03.2020 16:39

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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