Erbengemeinschaft, Imobilienverkauf und Betreuungsgericht

10. April 2023 Thema abonnieren
 Von 
Habbeda
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbengemeinschaft, Imobilienverkauf und Betreuungsgericht

Guten Tag.
Hier mal stichworthaltige Ansätze.
4 Schwestern erben eine stark rennovierungsbedürftige Immobilie. Kleines Gutachten 52000 Euro.
Eine Schwester lebt von Hartz4. Eine weitere Schwester hat kein Einkommen, steht unter gesetzlicher Betreuung und ihr Ehemann ist in der Privatinsolvenz. Die dritte Schwester hat kein Einkommen als Hausfrau. Die vierte Schwester verdient ihr eigenes Geld.
Alle sind sich einig und stimmen einem Verkauf der Imobilie zu inklusive dem Betreuer der einen Schwester. Ein Käufer für die Immobilie war zügig gefunden aber das Betreuungsgericht verweigert den Verkauf. Grund dafür: Die Immobilienpreise seien zur Zeit wesentlich höher als das Gutachten vorgibt. Also ist der Verkauf geplatzt weil der Käufer nicht mehr zahlen will.
Zweiter Versuch über einen günstigen Makler. Alle Beteiligten sind mit dem Makler einverstanden. Käufer gefunden für 74000 Euro also ca 40% über Gutachten. Niemand sieht hierein Problem mit dem Betreuungsgericht und schließen den Vertrag zum Verkauf bzw zum Kauf ab. Sprich: Maklerkosten und Notarkosten. Nun das Übel: Die Unterlagen werden dem Betreuungsgericht eingereicht zur Genehmigung. Dann endlich nach 3 Monaten die rechtskräftige "Verweigerung" zum Verkauf. Und das alles ohne Beründung.
Durch den Ehemann der unter Betreuung stehenden Schwester hat man erfahren, dass die Schwester alleine, ohne Betreuer, vom Betreuungsgericht angehört wurde und erwähnt hat, dass sie die Immobilie nicht verkaufen möchte. Dazu muss man wissen, dass die Schwester an einer starken Psychose leidet und oftmals ihre Meinungen ändert. Desweiteren glaubt sie, dass hier Papa wieder kommt und dann natürlich auch wieder in seinem Haus wohnen möchte. etc pp.
Wie kann man da jetzt gegen das Betreuungsgericht usw vorgehen? Sämtliche Kosten bleiben fast alle an einer Schwester hängen. Sollte es tatsächlich nicht zum Verkauf kommen, wird der Käufer auch noch seine Maklerkosten einfordern.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122867 Beiträge, 40173x hilfreich)

Zitat (von Habbeda):
für 74000 Euro

Und das ist nun ein merkgerechter Preis?



Zitat (von Habbeda):
Und das alles ohne Beründung.

Das glaube ich nun nicht...

Wie war denn der Wortlaut der Ablehnung und in welcher Form gab es die Ablehnung?



Zitat (von Habbeda):
Wie kann man da jetzt gegen das Betreuungsgericht usw vorgehen?

Gar nicht.
Das Gericht handelt wie es das Gesetz vorgibt. Die Betreute wollte bei der Anhörung nicht verkaufen - Ende der Fahnenstange ...



Zitat (von Habbeda):
Sämtliche Kosten bleiben fast alle an einer Schwester hängen.

Das sollte warum genau so sein?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
cruncc1
Status:
Richter
(8165 Beiträge, 4540x hilfreich)

Zitat (von Habbeda):
Niemand sieht hierein Problem mit dem Betreuungsgericht und schließen den Vertrag zum Verkauf bzw zum Kauf ab.

Wenn man den Verkauf nicht vorher mit dem Betreuungsgericht abgesprochen hat, ist man selbst schuld, wenn die Genehmigung nicht erteilt wurde.

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#3
 Von 
Habbeda
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cruncc1):
Verkauf nicht vorher mit dem Betreuungsgericht abgesprochen hat
Erstmal vorweg: Ich gehöre nicht der Erbengemeinschaft an. Bin aber sehr wohl gut darüber informiert und höre mir die Probleme in diesem Fall sehr oft an.
Der geplante Verkauf war dem Betreuungsgericht sehr wohl bekannt und wurde erstmals nur abgelehnt weil der Verkaufspreis angeblich zu niedrig war. Auf Anfragen bezüglich eines vom Gericht gewünschten Verkaufspreis bzw überhaupt irgendwelche offenen Fragen diesbezüglich wurde eine Auskunft seitens des Gerichts verweigert.

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#4
 Von 
Habbeda
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
nun ein merkgerechter Preis?
Ja, sogar darüber. Der Makler war selbst etwas verwundert. Angesetzt wurde mit 76000 und erwartet wurde etwa 65000-70000.
Zitat (von Harry van Sell):
war denn der Wortlaut der Ablehnung
Na einfach nur, dass der Verkauf versagt wird in schriflicher Form.
Zitat (von Harry van Sell):
Das Gericht handelt wie es das Gesetz vorgibt
Die Betreute wurde ohne gestzlichen Betreuer angehört. Der Betreuer wurde zugeteilt weil die Betreute nicht in der Lage ist eigene Entscheidungen zu treffen wegen schwerer Psychose.
Zitat (von Harry van Sell):
Das sollte warum genau so sein?
Weil nur die vierte Schwester über ein Einkommen verfügt und somit zur Kasse gebeten wird. Natürlich könnte sie das Geld von den anderen Schwesten einfordern. Aber wo nichts ist, kann man nichts holen

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#5
 Von 
cruncc1
Status:
Richter
(8165 Beiträge, 4540x hilfreich)

Zitat (von Habbeda):
Auf Anfragen bezüglich eines vom Gericht gewünschten Verkaufspreis bzw überhaupt irgendwelche offenen Fragen diesbezüglich wurde eine Auskunft seitens des Gerichts verweigert.

Ein Gericht "verweigert" die Auskunft? Wie muss man sich das vorstellen?

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#6
 Von 
Habbeda
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cruncc1):
"verweigert" die Auskunft?
Den genauen Wortlaut weiß ich nicht. Aber um es mal kurz zu sagen: "Es ginge niemanden etwas an. Sie wären nur für die Betreute zuständig"
Wenn es hart auf hart kommt werden die 3 anderen Schwestern eine Teilungsversteigerung anstreben. Und schlussendlich wird dann die betreute Schwester gar nicht mehr gefragt.


-- Editiert von User am 10. April 2023 17:22

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122867 Beiträge, 40173x hilfreich)

Zitat (von Habbeda):
Na einfach nur, dass der Verkauf versagt wird in schriflicher Form.

Das stehe also tatsächlich nur die vier Worte "Der Verkauf wird versagt"?

Das wäre dann doch mehr als ungewöhnlich...



Zitat (von Habbeda):
Aber um es mal kurz zu sagen: "Es ginge niemanden etwas an. Sie wären nur für die Betreute zuständig"

Richtig, Unbefugte Dritte erhalten da natürlich keine Auskunft.
Einzig der Betreuer könnte da mit entsprechender Bevollmächtigung was machen.



Zitat (von Habbeda):
Die Betreute wurde ohne gestzlichen Betreuer angehört.

So ist es üblich, der Wille des Betreuten soll ohne Beeinflussung Dritter erfolgen.



Zitat (von Habbeda):
Der Betreuer wurde zugeteilt weil die Betreute nicht in der Lage ist eigene Entscheidungen zu treffen wegen schwerer Psychose.

Im Betreuungsbeschluss des Gerichtes dürfte es etwas anders stehen.
Dazu noch die neue Gesetzeslage die den Betreuten grundsätzlich mehr Befugnisse bei der Selbstbestimmung zuspricht, Wunsch und Wille der Betreuten stehen nun an erster Stelle ...



Zitat (von Habbeda):
Wenn es hart auf hart kommt werden die 3 anderen Schwestern eine Teilungsversteigerung anstreben.

Entweder Teilungsversteigerung oder der Betreuer fängt mal an seinen Job richtig zu machen ...
Mehr Alternativen sehe ich da nicht.



Zitat (von Habbeda):
Natürlich könnte sie das Geld von den anderen Schwesten einfordern. Aber wo nichts ist, kann man nichts holen

Da ja demnächst entsprechend Geld vorhanden sein wird, sollte man die Kosten aus der Erbmasse beanspruchen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#8
 Von 
Habbeda
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
tatsächlich nur die vier Worte "Der Verkauf wird versagt"?

Das wäre dann doch mehr als ungewöhnlich...
Voran steht natürlich noch um was es geht und Datum etc wann dies alles eingereicht wurde. Ansonsten tatsächlich nur dieser kleine Satz.
Zitat (von Harry van Sell):
oder der Betreuer fängt mal an seinen Job richtig
Es besteht anscheinend schon länger der Verdacht, dass der Betreuer seinen Job absichtlich nicht richtig macht. Angeblich hat er schon öfters das Wort"Teilungsversteigerung" erwähnt. Ohne jetzt Jemandem etwas unterstellen zu wollen, könnte er die Absicht pflegen die Immobilie selbst zu einem sehr günstigen Kurs zu ersteigern.
Zitat (von Harry van Sell):
man die Kosten aus der Erbmasse beanspruchen ...
Das heißt aber dennoch Schwester 4 muss extrem in Vorkasse gehen.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122867 Beiträge, 40173x hilfreich)

Zitat (von Habbeda):
könnte er die Absicht pflegen die Immobilie selbst zu einem sehr günstigen Kurs zu ersteigern.

Das würde dann allerdings ein sehr rundes Bild bezüglich der Vorgänge abgeben ...

Da könnte man überlegen, ob man nicht geeignete Gegenmaßnahmen startet.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
Habbeda
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
überlegen, ob man nicht geeignete Gegenmaßnahmen
Das war jetzt schon fast die Erlösung. In den paar Tagen hat sich jetzt etwas getan. Die anderen 3 Schwestern sind einfach bei dem Betreuungsgericht aufgekreuzt und haben die mal etwas informiert über den Betreuer und dessen arbeitsweise etc pp. Schlussendlich hat die Rechtspflegerin dann doch mal in die Unterlagen geschaut und war etwas sprachlos. Ganz im Gegensatz zu dem was der Betreuer immer erwähnt hat, ist die betreute Schwester immer noch als voll geschäftsfähig eingestuft und somit auch zeichnungsfähig. Das heißt, man hätte dem Betreuungsgericht in keinstem Fall irgendwelche Verkaufsabsichten etc pp aufzeigen müssen. Aber da es gemacht wurde, hat das Gericht sich drum gekümmert und so kam es eben zu der Aussage der Schwester, dass sie das Haus nicht verkaufen möchte obwohl sie genau weiß, dass sie sich das alles gar nicht leisten können. Es war wohl dank Psychose eher ein emotionales NEIN bei der Anhörung. Auf jeden Fall sieht jetzt schon mal alles besser aus und so wie ich die Damen kenne, wird auf den Betreuer auch noch was zu kommen.

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