Erbengemeinschaft welche Probleme

18. März 2015 Thema abonnieren
 Von 
arcader
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 1x hilfreich)
Erbengemeinschaft welche Probleme

hallo, Ausgangslage:

Einfamilienhaus mit Garten Bj 1905. Verkehrswert min. 160000 incl. Anbau. Wir haben im Jahr 2000 für 80000€ angebaut. (Ohne Grundschult da Geld bar vorhanden, mit Bauamt usw....). Das Haus ist von mir bewohnt.

Besitzverhältnisse laut Grundbuch:
Ich habe 2/3, 1/3 hat eine Frau die 1920 in die USA gezogen ist. Sie hat den 1/3 Teil "zufällig" 1975 geerbt. Es gibt keine biologische Verwandtschaft und sie ist 1980 verstorben. Sie hat 2 Kinder in den USA die auch schon 80 Jahre sind aber noch leben. Die wiederum haben jeweils 3 Kinder usw..... Wir kennen die Kinder und die Frau. Sie kannte uns aber nicht und niemand weis von dem Erbe. Sie steht halt nur im Grundbuch.

Meine Fragen:

1.
Wenn wir nur 2/3 haben und es so weiterlaufen lassen. Welche Nachteile hat das? Meinens Wissens:
- Ich kann keine Grundschult auf das Haus aufnehmen
- Umbauarbeiten mit dem 1/3 Erbteil absprechen müßte.
- Kann das Haus nicht verkaufen.

2.
Wenn das 1/3 ausbezahlt werden soll, was wäre die Summe? 1/3 vom JETZIGEN Verkehrswert? Wir haben ja angebaut und alles selber bezahlt. Die Wertsteigerung des Hauses ging zu unseren Lasten, neue Türen,, Fenster......

3. Wenn derjenige das 1/3 nicht abgeben will was für Probleme könnte er uns machen? Miete verlangen? Könnte er bei uns einziehen? :)

4. Könnte man den 1/3 Erbteil Zwangsauszahlen und beim Amtsgericht hinterlegen?




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-- Editiert arcader am 18.03.2015 07:45

-- Editiert arcader am 18.03.2015 07:48

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4260 Beiträge, 2422x hilfreich)

zu 1: Deine Antworten stimmen so weit.
Zu beachten ist, das bereits dein damaliger Anbau nicht zulässig war und die Miteigentümer den Rückbau verlangen könnten. Außerdem könnten die Miteigentümer natürlich jederzeit die Auseinandersetzung verlangen, bis zur Zwangsversteigerung (siehe spätere Antwort)

zu 2: Die Wertsteigerung muss der Miteigentümer höchstens so weit dir anrechnen, wie sie zum Erhalt des Hauses unabdingbar war. Dagegen kann aber sicherlich gesetzt werden, dass du ja so lange das Haus auch bewohnt hast, ohne dem Miteigentümer Miete zu zahlen.
Wenn der Miteigentümer ausbezahlt werden will, dann muss man sich halt auf einen Preis einigen. Kann man das nicht oder will er nicht ausbezahlt werden, dann besteht kein Rechtsanspruch auf Auszahlung.
Das einzige, was man dann machen kann, ist eine Zwangsversteigerung zwecks Aufhebung der Gemeinschaft, auch Teilungsversteigerung genannt. Da wird das Haus öffentlich versteigert, man kann mitbieten und muss halt hoffen, den Zuschlag zu bekommen. Das Geld, welches nach Abzug der Versteigerungskosten übrig bleibt, ist entsprechend den Eigentumsanteilen an die bisherigen Eigentümer auszuzahlen.

Zu 3: Er kann nicht einfach einziehen, kann aber durchaus verlangen, dass ihr auszieht. Über das Haus kann - außer bei der Entscheidung über die Teilungsversteigerung - nur einstimmig entschieden werden von den Eigentümern, die konkreten Anteile am Haus spielen keine Rolle.
Ansonsten kann er die schon beschriebene Teilungsversteigerung beantragen. Wenn ihr dann das Haus nicht ersteigert, müsst ihr sowieso ausziehen, da ihr keinen Rechtsanspruch habt, dort zu wohnen.

Zu 4: Es ergibt sich aus dem vorher gesagten: Man kann nicht "zwangsauszahlen", es gibt nur die Versteigerung. Bei der werden aber alle Eigentümer von der Versteigerung informiert. Solltet ihr einen Versteigerungsantrag stellen und die Adressen der Miterben nicht nennen, so wird das erst mal nichts. Es kann dann von Amts wegen eine Erbenermittlung beginnen, die ist aber teuer und gehört dann zu den Versteigerungskosten, geht also von eurem Gewinn ab. Da ihr ja offenbar wisst, wo die Miteigentümer zu finden sind, macht ihr euch sogar denen gegenüber für diesen Betrag schadenersatzpflichtig, d.h. ihr werdet die Erbenermittler dann sogar allein zahlen müssen.


Ob ihr jetzt "keine schlafenden Hunde wecken" wollt und einfach weiter wurschtelt wie bisher oder ob ihr Kontakt aufnehmt und versucht, das Haus abzukaufen - das müsst ihr schon selbst entscheiden.
Da die Verstorbene aber bereits im Grundbuch steht, hilft die 30 - Jahres - Frist euch jedenfalls nicht weiter: Sollten keine Erben des Drittels ermittelt werden können, fällt das Hausdrittel höchstens an den Staat - und dann erfolgt mit Sicherheit die Versteigerung.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Blaki
Status:
Praktikant
(861 Beiträge, 753x hilfreich)

Guten Abend,

Sie können die Sache laufen wie sie ist. Auf Dauer ist das keine gute Lösung.

Sie können auch die Miterbinnen des 1/3-Anteils anschreiben, drei Bilder von irgend einer schäbigen Bude hinzufügen und 500 Dollar für den Verzicht auf den Miteigentumsanteil anbieten.



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2x Hilfreiche Antwort

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