Erbfall. Alles ist schief gelaufen. Was könnte drohen?

25. April 2020 Thema abonnieren
 Von 
guest-12305.03.2022 10:23:41
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbfall. Alles ist schief gelaufen. Was könnte drohen?

Ich hab mich selbst ohne jeden Zweifel in einen Schlamassel getrieben. So viel steht fest. Hätte ich noch einmal die Chance, mit dem Wissen von heute, ich würde alles anders machen.

Ende 2018 ist meine Großmutter im Pflegeheim verstorben. Geplant war das natürlich nicht. Bis 2016 habe ich sie bei allem zuhause unterstützt. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation, musste sie am Ende doch in ein Pflegeheim, die pflege war für mich nicht mehr Leistbar.

Geplant war, das ich die Eigentumswohnung (gemeinsam und am Ende durch mich alleine bewohnt) bekomme. Für ihre Kinder hatte Sie ein Sparbuch eingerichtet.
Im Testament war ich als Alleinerbe eingesetzt. Die Kinder sollten laut notarieller Urkunde mit dieser Spareinlage bedacht werden.

Die Unterbringung in ein Pflegeheim hat viel Geld gekostet. Am Ende sah ich mich sogar gezwungen. Das Eigenheim zu verkaufen. Der Todesfall trat mitten in diesem Verkaufsprozess ein. Der Verkauf des Eigenheims war also noch nicht Abgeschlossen, als meine Großmutter verstarb.

Nun befinde auch im mich in einer persönlich schweren Situation. Bis vor 6 Jahren, war ich gesundheitlich massiv angeschlagen. Trotz Ausbildung habe ich bis heute keine Arbeit gefunden. Meine gesundheitliche Situation konnte ich zwar gänzlich verbessern – Arbeit habe ich dennoch nie gefunden – bis heute. Ich bezog währen der ganzen Zeit ALG2 – bis vor 6 Monaten. Seit dem muss ich vom Erbe leben.

Aber noch einmal von vorne. Ich beriet mich mit dem Notar und er meinte, das die Erben auf mich zukommen müssten. Ab da, war dieses vorgehen quasi „Gesetz". Mein Anwalt errechnete ein Pflichtteil und ich rechnete wiederum meine Möglichkeiten aus, wie ich mit meinem Anteil umgehen sollte.

Nun habe ich einen folgenschweren Fehler zu verantworten. Ich nahm „meinen" Anteil und kaufte davon eine kleine Eigentumswohnung.

Aber ich rechnete nicht damit, das sich der Erbstreit so lange hinziehen würde. Ich bot der Gegenseite knapp 11.000€ an (3 Teile) – diese forderte 14.000€. Dieser Prozess zog sich über Monate.

Ich musste erkennen, das ich die Wohnung (Forderung rechtens oder nicht) nicht halten können werde und im schlimmsten Fall wieder ausziehen müsste. Also verkaufte ich die Wohnung wieder. Leider erwies sich mein Gespür für Immobilien als nicht ganz so geschickt und nur mit einem großen Verlust, konnte ich die Wohnung wieder verkaufen.

Zwischenzeitlich hat die Gegenseite den Jobcenter(n) bekanntlich gemacht, das ich ein Erbe erhalten habe. Das eine Jobcenter forderte seinerseits 7.000 €. Nach Rücksprache mit meinem Anwalt, habe ich diese Schulden beglichen. Das andere Jobcenter stellte die Zahlung ein.

Stand heute sieht es so aus: das Landesgericht hat einen Schlichtungsbetrag von 12.000 € vorgeschlagen. Eine Summe, die ich gerne begleichen würde. Doch von welchem Geld?
Vom Erbe ist fast nichts mehr Übrig. ALG2 ist beantragt und eigentlich sollte ich die Leistung wieder bekommen.

Weswegen ich den Fall jetzt hier so darlege: alles ist maximal schief gelaufen, das ist klar!
Aber wie wird es jetzt weiter gehen? Und was droht mir im schlimmsten Fall?

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3 Antworten
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#1
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2498 Beiträge, 510x hilfreich)

Zitat (von Brathorun):
Aber wie wird es jetzt weiter gehen? Und was droht mir im schlimmsten Fall?


Sofern man sich nicht vor dem Landgericht vergleicht, was möglicherweise überhaupt nicht im Hinblick auf etwaige Vergleichsgebühren und der Gefahr des Aussatzes eines Eingehungsbetruges ratsam ist, droht nicht weniger als ein Urteil mit anschließender Zwangsvollstreckung.

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#2
 Von 
guest-12305.03.2022 10:23:41
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Ersteinmal vielen Dank für die Antwort. Sie haben mir schon sehr geholfen.

Zitat (von Ratsuchender@123net):
Zwangsvollstreckung.


Innerlich habe ich mich auf ein solches Szenario schon vorbereitet. Aus meiner Sicht, wäre das noch nicht einmal das schlimmste. Es ist schlicht nichts zu holen bei mir.

Da mir die liebe Verwandtschaft bisher schon übel mitgespielt hat (ich habe Fehler gemacht, Sie haben Fehler gemacht). Und, aus den Erfahrungen der Vergangenheit, gehe ich davon aus, das diese mir auf maximaler weise Schaden will. Wie könnte sie das (neben der Zwangsvollstreckung) noch erreichen?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2498 Beiträge, 510x hilfreich)

Zitat (von Brathorun):
Es ist schlicht nichts zu holen bei mir.


Möglicherweise sieht das die Gegenseite - ob zu Recht oder Unrecht - anders.

Zitat (von Brathorun):
Und, aus den Erfahrungen der Vergangenheit, gehe ich davon aus, das diese mir auf maximaler weise Schaden will.


Ja, die Verwandtschaft scheint in der Tat etwas verschnupft zu sein.

Zitat (von Brathorun):
Wie könnte sie das (neben der Zwangsvollstreckung) noch erreichen?


Du könntest zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung gezwungen werden, was durchaus negative Folgen nach sich ziehen würde. Außerdem kann die Verwandtschaft auch etwaige Verdächtigungen (weiterhin) den Behörden anzeigen.

Ich jedenfalls würde einen anderen Weg gehen.

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