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Erbfolge / Bevorzugung eines Erben

 Von 
Enkel0815
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbfolge / Bevorzugung eines Erben

Ein älteres Ehepaar hat ein Haus mit großem Gründstück und auch noch ein paar kleinere Grundstücke.
Da sie schon älter sind überlegen sie wer das Haus bekommen soll.
Ihr einziger Sohn ist schon gestorben. Er war zweimal verheiratet und einmal geschieden. Aus den beiden Ehen sind 5 Kinder hervorgegangen. Von der zweiten Ehefrau lebte er getrennt aber nicht geschieden.

Jetzt sind ja die 5 Enkel die Erbberechtigten oder, da die noch verheiratete Frau des Sohnes keine Rolle spielen soll und auch nichts bekommen soll /darf.

Außerdem stellt sich die Frage, ob das Haus einem Enkel gegeben werden kann ohne das die anderen 4 einen finanziellen Ausgleich vom Erben bekommmen müssen? Wäre ja unfair aber die Großeltern meinen einer bekommt das Haus mit Grundstück und die anderen bekommen halt alle z.B. 5000 Euro aus den Verkäufen der kleineren Felder die noch da sind. Dies steht doch in keiner Relation zueinander, da doch normalerweise alle gleichberechtigt sind.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Enkel erben Frage Grundstück


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5191 Beiträge, 3399x hilfreich)

Zitat:
Jetzt sind ja die 5 Enkel die Erbberechtigten oder, da die noch verheiratete Frau des Sohnes keine Rolle spielen soll und auch nichts bekommen soll /darf.

Gesetzliche Erben sind die 5 Enkel. Die noch verheiratete Frau des Sohnes hat keine Ansprüche.
Zitat:
Außerdem stellt sich die Frage, ob das Haus einem Enkel gegeben werden kann ohne das die anderen 4 einen finanziellen Ausgleich vom Erben bekommmen müssen?

Das ist möglich. Die anderen Erben haben allerdings einen Ergänzungsanspruch. Ihnen steht mindestens die Hälfte des gesetzlichen Erbteils zu.
Zitat:
Wäre ja unfair aber die Großeltern meinen einer bekommt das Haus mit Grundstück und die anderen bekommen halt alle z.B. 5000 Euro aus den Verkäufen der kleineren Felder die noch da sind.

Ob man das unfair findet oder nicht, spielt rechtlich keine Rolle.
Zitat:
Dies steht doch in keiner Relation zueinander, da doch normalerweise alle gleichberechtigt sind.

Es gibt aber keinen Rechtsanspruch darauf, dass die Großeltern alle Enkel gleich bedenken müssen.


-- Editiert von cruncc1 am 05.01.2019 20:42

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#2
 Von 
Enkel0815
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Aber was haben die 4 die das Haus nicht bekommen dann für einen Pflichtteilanspruch oder Ersatzanspruch? Wenn einer das Haus bekommt das sagen wir einfach mal 300.000 Euro wert ist. Wieviel sollten dann die anderen 4 bekommen und wo von wem? Von dem der das Haus bekommen hat?

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(33452 Beiträge, 11940x hilfreich)

Wenn z.B. der gesamte Nachlass einen Wert von 400.000€ hat, dann hat jeder Enkel einen Mindestanspruch in Höhe von 1/10, also 40.000€ (=Pflichtteil). Wenn dann ein Enkel das Haus bekommt, dann bleiben noch 100.000€. Die werden dann zunächst unter den anderen 4 Enkeln verteilt. Außerdem muss der Enkel, der das Haus erhält jedem der anderen 4 Enkel noch 15.000€ zahlen.

Dann hat der eine Enkel, der das Haus bekommen hat, wertmäßig immer noch 240.000€ geerbt, also das 6-fache der anderen Enkel.

Eine Pflichtteilersatzanspruch gibt es dann, wenn das ältere Ehepaar das Haus bereits zu ihren Lebzeiten überträgt.

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#4
 Von 
Eugenie
Status:
Student
(2750 Beiträge, 987x hilfreich)

gehen Sie zu einem Notar und machen Sie ein Testament!

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#5
 Von 
Anami
Status:
Bachelor
(3487 Beiträge, 818x hilfreich)

Zitat (von Enkel0815):
Da sie schon älter sind überlegen sie wer das Haus bekommen soll.
Ja, diese Überlegung ist gut. Zu Lebzeiten!
Zitat (von Enkel0815):
Außerdem stellt sich die Frage, ob das Haus einem Enkel gegeben werden kann
Diese Frage sollte sich das ältere Ehepaar bei Lebzeiten, also jetzt, auch selbst stellen. Sie werden sicher nicht gleichzeitig sterben. Wann also sollte das Haus dem Enkel gegeben werden?
Zitat (von Enkel0815):
da doch normalerweise alle gleichberechtigt sind.
Nö. Es sind lediglich alle Enkel.
Fällt dann evtl. auf, wer die kleinen Grundstücke verkaufen soll? Und wann? Was ist, wenn mehr (4x5.000)=20.000,- erlöst werden? Und was ist, wenn es weniger ist?
Welche Rechte und Pflichten erhält Enkel A mit dem Haus?

Ich empfehle ebenso, das mit einem Testament bei einem Notar zu fixieren.

Es soll schon vorgekommen sein, dass jemand ALLES einem Verein x vererbt hat...
Gleichberechtigung gehört in eine andere Schublade.
Aber es scheint Mode zu sein, anderen Verwandten je 5.000 vererben zu wollen... ;)

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#6
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5191 Beiträge, 3399x hilfreich)

Zitat:
gehen Sie zu einem Notar und machen Sie ein Testament!

Weshalb sollte der Enkel ein Testament machen? :grins:

-- Editiert von cruncc1 am 06.01.2019 12:43

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#7
 Von 
Anami
Status:
Bachelor
(3487 Beiträge, 818x hilfreich)

Ich zumindest meine das ältere Ehepaar, welches noch lebt, also noch überlegen kann, sollte ein Testament machen. ;)

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