Erbrecht Sohn hat 1/2 Grundstück geerbt. Was für Möglichkeiten hat man

7. Januar 2020 Thema abonnieren
 Von 
emily02
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbrecht Sohn hat 1/2 Grundstück geerbt. Was für Möglichkeiten hat man

Hallo,
wir tragen seit einiger Zeit ein kleines (oder auch großes) Päckchen mit uns herum und wissen so erstmal nicht weiter. Vielleicht hat ja jemand einen Rat hier.

Zur Situation: Mein Lebensgefährte hat mit seiner verstorbenen Frau ein Haus gebaut. Das Grundstück gehörte nur ihr, der Kredit lief auf beide. 2015 ist seine Frau unverhofft verstorben. Nun ging das Grundstück zu 1/2 an ihn und zu 1/2 an den Sohn, der zu der Zeit 2 Jahre alt war. Es gibt einen Erbschein über 50000 € zu je 1/2 worin nur das Grundstück bestimmt ist.

Ich bin sein 4 Jahren mit ihm zusammen und wohne seit 3 Jahren mit in diesem Haus. Wir gehen beide arbeiten und tragen somit die Kosten hier gemeinsam. Ich stehe natürlich nirgends drin und hatte damit bisher kein Problem. Die Wohnsituation hier ist allerdings nicht einfach, da die Eltern der verstorbenen Frau direkt am Zaun wohnen und jeden unserer Schritte verfolgen, sich überall einmischen und mich als "Stiefmutter" immer nur schlecht machen. Allerdings auch meinen Partner, der ja angeblich nur noch an sich denkt, was wirklich nicht stimmt. Es ist soweit, dass auch der Junge (fast 7) auch immer wieder in Konflikte gerät. Nun haben wir uns entschieden, einen Umzug/Hauskauf/Hausbau zwar in der Nähe, aber mit genug Abstand zu dieser Familie anzustreben. Einfach, damit endlich Ruhe einkehrt und wir unser Familienleben genießen können.

Jetzt stehen wir vor folgendem Problem: Das Haus war und ist immer noch verschuldet. Was würde dem Jungen zustehen? Natürlich soll er seinen Anteil bekommen. Aber wie hoch wäre der?- Das was im Erbschein steht? Das was das Haus zum Zeitpunkt des Erbes wert war? Oder das was es jetzt wert ist? Wir zahlen ja den Betrag allein ab und natürlich nicht der kleine Mann. Was ist, wenn wir hier weiter wohnen? Kann er dann mit 18 seinen Anteil vom dem dann geltenden Wert einfordern? Plan ist ja zu Rente mietfrei zu wohnen und wenn er das einfordert werden wir noch bis wir über 80 sind, zahlen müssen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich auch eine Tochter mit hier reingebracht habe und von meiem Hausverkauf das Geld mit in diesem Haus und unser Leben steckt. Ich möchte ja auch für meine Tochter mein Geld anlegen und was schaffen. Wir beide habe somit nichts von allem bzw. ich stecke auch bis zum Hals in Schulden, wenn der Kleine irgendwann die Hand aufhält. Schließlich bezahlen wir, damit das Haus mehr Wert hat und müßten dann noch einmal zahlen, wenn er den höheren Wert dann bekommen sollte. Das kann doch nicht richtig sein, oder? Ich befürchte das kommt auf uns zu. Aber gibt es Alternativen. Mein Kopf raucht und es steht alles auf dem Spiel. Ich weiß einfach nicht weiter. Wir wollen zusammen bleiben, aber der Preis ist extrem hoch.

Vielleicht weiß jemand Rat. Und ich hoffe natürlich, dass es Alternativen gibt

Vielen Dank

PS. ach ja wir sind 48 und 47 Jahre alt, haben also nicht mehr viel Zeit bis zur Rente um noch groß etwas zu erreichen in der Größenordnung

-- Editiert von emily02 am 07.01.2020 16:08

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47245 Beiträge, 16733x hilfreich)

Zitat:
Oder das was es jetzt wert ist?


Genau, relevant ist der aktuelle Verkehrswert abzüglich der noch vorhandenen Schulden.

Zitat:
Was ist, wenn wir hier weiter wohnen? Kann er dann mit 18 seinen Anteil vom dem dann geltenden Wert einfordern?


Im Prinzip ja.

Zitat:
und von meiem Hausverkauf das Geld mit in diesem Haus


Viel Geld in ein Haus zu stecken, das einem nicht gehört und das auch noch ohne Absicherung ist meistens keine so gute Idee.

Zitat:
Aber gibt es Alternativen.


Die Idee, das Haus zu verkaufen wäre da durchaus ein Weg. Allerdings sollte man bedenken, dass für den Verkauf des Hauses die Zustimmung des Familiengerichtes erforderlich ist und das dann darauf achtet, dass das Vermögen des Kindes erhalten bleibt.

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#2
 Von 
guest-12330.04.2020 12:15:00
Status:
Student
(2415 Beiträge, 601x hilfreich)

Zitat (von emily02):
Nun ging das Grundstück zu 1/2 an ihn und zu 1/2 an den Sohn, der zu der Zeit 2 Jahre alt war. Es gibt einen Erbschein über 50000 € zu je 1/2 worin nur das Grundstück bestimmt ist.
Wurde nur das Grundstück vererbt? Ohne Haus?

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#3
 Von 
emily02
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Im Erbschein wurde nur das Grundstück vererbt. Da steht nur die FlurNr. drin

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47245 Beiträge, 16733x hilfreich)

Zitat:
Im Erbschein wurde nur das Grundstück vererbt. Da steht nur die FlurNr. drin


Das das Haus untrennbar mit dem Grunstück verbunden ist, wurde das Haus mitvererbt.

Dass die Flurnummer im Erbschein aufgeführt ist, kann ich nicht ganz glauben. Im Erbschein steht eigentlich nur, wer mit welchem Anteil Erbe geworden ist.

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#5
 Von 
gerlind
Status:
Schüler
(380 Beiträge, 29x hilfreich)

Hallo, emily02,
leider hast Du einen grossen Fehler gemacht.
Du hast in ein Haus investiert, welches Deinem LG und seinem Sohn jeweils zur Hälfte gehört;
zudem bist Du nicht verheiratet mit Deinem Partner.
Sollte ihm jetzt etwas passieren, ist ohne Testament Dein ganzes investiertes Geld weg, weil
alles Dein Stiefsohn erben würde.
Selbst mit Testament zu Deinen Gunsten hat der Sohn auch auf das Erbe seines Vaters
Anspruch auf die Hälfte des Anteils seines Vaters. Dann gehört dem Sohn 3/4 vom Haus .Zudem hast Du bei Deiner Hälfte vom Anteil Deines Partners (ohne Heirat) den höchsten Erbschaftssteue-Satz (den überhaupt geringsten Freibetrag).

Du hast also tatsächlich Handlungsbedarf.
Je nach der Höhe des Betrages, den Du in das Haus investiert hast, würde ich an Deiner Stelle
a) sofort mit ins Grundbuch (prozentual je nach Investition anteilig mit in den Anteil Deines LG)
oder
b) sofort mit Deinem Lebenspartner einen notariell beurkundeten Vertrag
über die Höhe Deiner Investition aufsetzen -
c) da da Geld im Haus steckt, müsste man auch versuchen, dass das Familiengericht
den Vertrag für den Sohn mit unterschreibt

Bei einer Heirat hast Du natürlich einen ganz anderen Freibetrag - aber: die übigen Probleme bleiben.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich würde an Eurer Stelle dann feststellen lassen, was das Haus zum Zeitpunkt des Erbfalles
wert war und versuchen, es zu verkaufen. Den Anteil des Sohnes würde ich sicher für ihn anlegen,
damit er ihn ggfs. für seine Berufsausbildung verwenden kann. Hier würde eine Regelung mit dem Familiengericht erforderlich sein).

Danach ein neues Objekt mit dem LG bauen/kaufen - was immer geht -
aber darauf achten, dass Du von Anfang an gleichberechtigt im Grundbuch stehst. Nur so kannst
Du auch etwas für Deine Tochter schaffen. Nur so weisst Du, dass das was Du/Ihr abzahlt auch
Euer Eigentum ist/bleibt.

Bei der derzeitigen Konstellation läufst Du Gefahr, dass u Dein Leben lang abzahlst und
am und im Haus arbeitest für nichts. Der Sohn ist sicher noch nett mit 7 - aber sie bleiben nicht 7 und
von einem Jugendlichen mit 18 Jahren abhängig zu sein ist nicht erstrebenswert.

grüsse
mallia







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#6
 Von 
emily02
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo, danke für die Antworten.

Die Investition ist nicht siper hoch und wir haben es für uns festgehalten. Da hat mein LG drauf bestanden. Eine Heirat ist in Planung. Daher auch der Wunsch nach gemeinsamen Investitionen bzw. Eigentum. Für uns ist es jetzt eben wichtig, wieviel den Kleinen zusteht.

Mallia: meinst du, dass der Wert zum Zeitpunkt des Erbfalls als Ausgangspunkt für den Anspruch gilt? Das wäre für uns das Beste. Das sind noch 5 Jahre weniger gezahlt So hätten wir eine reelle Chance gemeinsam zu starten. Wir haben uns schon Häuser angeschaut, aber wir brauchen eine Summe um zu sehen, was wir uns noch leisten können.

Ich danke erstmal für die Antworten

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47245 Beiträge, 16733x hilfreich)

Zitat:
Mallia: meinst du, dass der Wert zum Zeitpunkt des Erbfalls als Ausgangspunkt für den Anspruch gilt?


Nein, es gilt der aktuelle Wert.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
gerlind
Status:
Schüler
(380 Beiträge, 29x hilfreich)

@hh
Zitat:
"Nein, es gilt der aktuelle Wert"


hh - kannst Du mir das erklären?

stell Dir einmal folgendes vor:

In einer Erbmasse gibt es ein Sparbuch mit z.B.€ 100.000,--.
Es wird nicht verteilt.

Nach ca. 5 Jahren sind durch Aktienspekulationen nur noch € 60.000,-- V orhanden.

Das ist dann auch der aktuelle Wert.

Eigentlich gilt doch immer der Wert zum Zeitpunkt ds Erbfalles?

fragende grüsse
mallia
.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
gerlind
Status:
Schüler
(380 Beiträge, 29x hilfreich)


@hh
Zitat:
"Nein, es gilt der aktuelle Wert"


hh - kannst Du mir das bitte erklären?

stell Dir einmal folgendes vor:

In einer Erbmasse gibt es ein Sparbuch mit z.B.€ 100.000,--.
Es wird nicht verteilt.

Nach ca. 5 Jahren sind durch Aktienspekulationen nur noch € 60.000,-- V orhanden.

Das ist dann auch der aktuelle Wert.

Eigentlich gilt doch immer der Wert zum Zeitpunkt ds Erbfalles?

fragende grüsse
mallia
.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7963 Beiträge, 4488x hilfreich)

Zitat:
Eigentlich gilt doch immer der Wert zum Zeitpunkt ds Erbfalles?

Nein, es gilt der Wert zum Zeitpunkt der Erbauseinandersetzung.

stell Dir einmal folgendes vor:
Die Immobilie ist zum Zeiptunkt des Erbfalles EUR 100.000 wert. Es erben A und B je zur Hälfte. Die Immobilie wird nach 5 Jahren für EUR 300.000 verkauft. Wer soll denn die Differenz erhalten, wenn nicht die Erben A und B?

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
emily02
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

stell Dir einmal folgendes vor:
Die Immobilie ist zum Zeiptunkt des Erbfalles EUR 100.000 wert. Es erben A und B je zur Hälfte. Die Immobilie wird nach 5 Jahren für EUR 300.000 verkauft. Wer soll denn die Differenz erhalten, wenn nicht die Erben A und B

Ja das ist verständlich. Aber in unserem Fall wurde eine überschuldete Immobilie vererbt. Diese wird logischer Weise nur von meinem LG (und durch das Zusammenleben von mir) Stück für Stück schuldenfrei gemacht. Also in dem Fall nur von einem Erben. Da kann doch der andere Erbe zwar nicht zahlen ( weil Kind) aber am Ende den durch meinen LG erwirtschafteten Mehrwert zum gleichen Teil erhalten. Das müsste doch irgendwie gegen gerechnet werden???

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Momentum
Status:
Beginner
(110 Beiträge, 36x hilfreich)

Hallo Emily, boah, spannend aber echt kompliziert! Sehr vernünftig jetzt eine Lösung anzustreben, aber ehrlich gesagt würde ich mir einen Profi auf dem Fachgebiet nehmen. Wenn du dir Gedanken machst und eine Lösung anstrebst, dann aber richtig! Da ich auch schon ein bisschen Erfahrung mit Erbproblemen habe, kann ich dir den Fachanwalt für Erbrecht sehr empfehlen. Ich glaube nämlich, dass auch da nicht alles in Stein gemeisselt ist und mit dem richtigen Anwalt an deiner Seite, du bestimmt die beste Lösung wir euch alle erwirken kannst! Auf jeden Fall viel Erfolg und grundsätzlich sollte man sich über ein Erbe ja freuen! Alles Gute!

*** Werbung editiert ***

-- Editiert von Moderator am 09.01.2020 22:12

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3431 Beiträge, 1946x hilfreich)

Ich habe eigentlich nur interessiert mitgelesen.
Aber Zerreden durch Spam hat der Thread wirklich nicht verdient.

@emily02
Der reine Wert der Immobilie ist eine Sache (Wert zum Zeitpunkt der Erbauseinandersetzung).
Eine andere Geschichte sind etwaige Mehraufwendungen (Tilgungen/Instandhaltungen von nur einem der beiden Eigentümer/Erben = Vater+Sohn bezahlt) > die sind natürlich ebenfalls zu berücksichtigen - genauso aber auch der Mehrnutzen (Vater nutzt 100% der Wohnfläche des Erbes, obwohl sein Eigentumsanspruch nur 50% beträgt).

Eigentlich sind die Erben auch frei darin, wie sie sich bei der Erbauseinandersetzung einigen.
Bei einem nichtvolljährigen Kind als Miterben wird aber für die Erbauseinandersetzung/Einigung/Auszahlung auch die Genehmigung durch das Familiengericht benötigt (§§ 1643, 1821 Abs. 1 Nr. 1 BGB).

Schon von daher muss das also alles Hand und Fuss haben und auch belegbar sein.
Ich würde daher dringend empfehlen sich von einem Anwalt "an der Hand führen" zu lassen (optimal wäre Notar+Anwalt in einer Person).

Dass der Vater vor dem Erbfall zwar nicht Miteigentümer des bebauten Grundstücks war, aber zu 50% für das für die darauf gebaute Immobilie aufgenommene Darlehen haftend, könnte die Auseinanderklauberei noch zusätzlich erschweren.

Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7963 Beiträge, 4488x hilfreich)

Zitat:
Schon von daher muss das also alles Hand und Fuss haben und auch belegbar sein.
Ich würde daher dringend empfehlen sich von einem Anwalt "an der Hand führen" zu lassen

Dieser komplexe Sachverhalt kann nicht in einem Forum geklärt werden, hier sollte ein Fachanwalt eingeschaltet werden.
Zitat:
(optimal wäre Notar+Anwalt in einer Person).

Wobei ein Anwaltsnotar nur entweder als Anwalt oder als Notar tätig werden darf.
Zitat:
Dass der Vater vor dem Erbfall zwar nicht Miteigentümer des bebauten Grundstücks war, aber zu 50% für das für die darauf gebaute Immobilie aufgenommene Darlehen haftend, könnte die Auseinanderklauberei noch zusätzlich erschweren.

Das spielt keine Rolle. Der Vater haftet persönlich für das Darlehen und dinglich mit der Immobilie (Grundstück und Haus).

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