Erbschein ohne Berücksichtigung von Erbrecht

4. Mai 2020 Thema abonnieren
 Von 
Gunnar64
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbschein ohne Berücksichtigung von Erbrecht

Hallo Zusammen, ich betreibe Ahnenforschung und bin nun stutzig geworden. Es gab mal einen Erbfall aus Jahre 1994. 2005 hat das örtliche Nachlassgericht eine Öffentliche Aufforderung gemacht um nach Erben zu suchen. Wenn sich keiner nach 6 Wochen meldet ab Veröffentlichung wird der Erbschein ohne Berücksichtigung eventueller Erbrechte ausgestellt. Nun ja, von den Erblasser wurde nach 2 Brüder und dessen Abkömmlingen gesucht. Es gab aber noch zwei weitere Brüder, die nicht benannt wurden, weil die bereits vor der Ehe geboren worden sind und nicht aufgeführt worden sind. Macht es Sinn auf die anderen Brüder hinzuweisen bzw. macht es überhaupt noch Sinn sich dort zu melden? Was kann ich damit erreichen?

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(37229 Beiträge, 13739x hilfreich)

1994 war noch ein anderes Erbrecht als heute. Die Gleichstellung von nichtehelichen Kindern erfolgte ja stufenweise. Da kam es einmal auf den Zeitpunkt des Todesfalles an, aber auch auf das Geburtsdatum der Kinder. Ich bin mir sicher, dass 1994 noch keine absolute Gleichstellung da war. Da müsste man mal überprüfen, was damals gerade gültig war.

Vielleicht mal ein kurzer Abriss der Entwicklung, aus dem Gedächtnis, des Ablaufs:

Nichteheliche Kinder waren nicht verwandt mit dem Vater, kein wie auch immer geartetes Recht auf Erbmasse.
Nichteheliche Kinder konnten ab 21 beim noch lebenden Vater einen finanziellen Ausgleichsanspruch geltend machen, wenn sie nach .......... geboren wurden.
Nichteheliche Kinder konnten erben, wenn sie nach .......... geboren waren. Das galt noch in den 90er Jahren.
Nichteheliche Kinder wurden unabhängig vom Geburtsdatum gleichgestellt.

Das alles aber nicht rückwirkend, sondern immer nur für die Zukunft.

wirdwerden

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#2
 Von 
Gunnar64
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Mein Vorfahre ist 1877 geboren worden. Ein Randvermerk auf seiner Geburtsurkunde sagt aus, dass das Kind als leibliches anerkannt worden ist als seine Eltern 1880 heirateten.

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(37229 Beiträge, 13739x hilfreich)

Wenn es um die Abkömmlinge aus der Zeit geht, dann kann man davon ausgehen, dass die nichtehelichen Kinder keine Erben sind. Direkt ohnehin nicht, sind ja auch alle tot, aber auch deren Nachkommen nicht.

wirdwerden

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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(46276 Beiträge, 16417x hilfreich)

Zitat:
Mein Vorfahre ist 1877 geboren worden.


Und der ist 117 Jahre alt geworden, oder was hat er mit dem Erbfall aus dem Jahre 1994 zu tun?

Ansonsten wäre es denkbar, dass Art. 12 § 10 Abs. 2 NEhelG gilt.

-- Editiert von hh am 04.05.2020 21:31

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#5
 Von 
Gunnar64
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Nein, er ist im Jahr 1946 verstorben. Ich nehme an, dass der Erbfall mit der Bodenreform nochmal aufgerollt worden ist und deswegen nach Serben gesucht worden ist. Mit der Eheschließung im Jahr 1880 hat er beide Kinder, welche vor 1880 geboren sind, als seine eigenen anerkannt. Vorher wurde kein Vater in den Geburtsurkunden benannt. Lohnt es sich hier nochmal den Erbeschein überprüfen zu lassen, wenn diese Kinder nicht berücksichtigt worden sind? Zudem kommt noch dazu, dass aufgrund von verschiedenen Schreibweisen der Name verschieden geschrieben worden ist.

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(46276 Beiträge, 16417x hilfreich)

Zitat:
Lohnt es sich hier nochmal den Erbeschein überprüfen zu lassen, wenn diese Kinder nicht berücksichtigt worden sind?


Nein, das lohnt sich nicht, da etwaige Ansprüche inzwischen verjährt sind. Die Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre.

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(37229 Beiträge, 13739x hilfreich)

Zumal seinerzeit zwischen Anerkenntnis und Adoption durchaus Unterschiede bestanden.

wirdwerden

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