Haus erben mit 1 geistig behinderten Geschwisterteil

11. Mai 2022 Thema abonnieren
 Von 
1fragefür1anwaltt
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Haus erben mit 1 geistig behinderten Geschwisterteil

Hallo!

Mein Vater hat ein riesiges Grundstück + Haus in Eigenbesitz vollständig abbezahlt. Er hat 2 Kinder (mich und meine geistig behinderte Halbschwester).

Meine Frage ist nun, was der geschickteste Weg wäre, das Erbe aufzuteilen, da meine geistig behinderte Schwester ja sowieso nichts vom Erbe hätte, außer der Träger der Einrichtung, in welcher Sie untergebracht ist. Wenn man keinerlei Vorkehrungen trifft, gehen 50% an meine Schwester aka den Träger und 50% an mich, korrekt? Gibt es da bessere Möglichkeiten, das Erbe aufzuteilen?

Danke & Gruß

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38159 Beiträge, 13931x hilfreich)

Was meint denn der Vater dazu? Denn erben kommt ja erst nach sterben.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47286 Beiträge, 16752x hilfreich)

Zitat (von 1fragefür1anwaltt):
Gibt es da bessere Möglichkeiten, das Erbe aufzuteilen?


Mal nach Behindertentestament im Internet suchen.

So ein Testament sollte der vater aber nicht privatschriftlich aufsetzen. Das lässt man besser von einem Notar machen.

2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6918 Beiträge, 1459x hilfreich)

Zitat (von 1fragefür1anwaltt):
da meine geistig behinderte Schwester ja sowieso nichts vom Erbe hätte, außer der Träger der Einrichtung, in welcher Sie untergebracht ist.


Eine reichlich egoistische Sichtweise

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
1fragefür1anwaltt
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Eine reichlich egoistische Sichtweise


Sehr dumme Aussage, dir auch nicht wirklich Sinn macht. Sehr arrogant daher darüber zu urteilen :)

Zitat (von wirdwerden):
Was meint denn der Vater dazu? Denn erben kommt ja erst nach sterben.


Er möchte nicht, dass der Staat 50% seines Vermögens erhält, was ja im Erbfall wohl eintreten würde.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10573 Beiträge, 4182x hilfreich)

Zitat (von 1fragefür1anwaltt):
Er möchte nicht, dass der Staat 50% seines Vermögens erhält, was ja im Erbfall wohl eintreten würde.


Warum sollte der Staat 50% seines Vermögens bekommen?
50% gehen an deine Halbschwester, welches dieses Vermögen zum größten Teil für ihre Pflege verwenden werden müsste, wenn kein Behindertentestament gemacht wird.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17244 Beiträge, 6430x hilfreich)

Deinem Vater obliegt es, dafür zu sorgen, das Erbe nach seinem Willen zu gestalten. Dem Vater wird nichts anderes bleiben, als ein Testament zu machen, das die Tochter mehr oder minder ausschließt - Behindertentestament eben. Der Hinweis, das über einen Notar zu machen, ist wirklich zu beachten.
Dass dem Vater das womöglich nicht leicht fällt, ist eine andere Sache - hier ist wirklich der emotionale Aspekt sehr zu trennen von dem wirtschaftlich Vernünftigen.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
1fragefür1anwaltt
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
hier ist wirklich der emotionale Aspekt sehr zu trennen von dem wirtschaftlich Vernünftigen.


Danke dass du verstehst, was ich/wir meinen. Und nicht so eine sinnlose und unnütze Anschuldigung als Antwort schreibst.

Ich habe über das Behindertentestament im Internet recherchiert, aber so ganz habe ich nicht verstanden, wie das mit Vorerbe und Nacherbe abläuft.. Ganz vom Erbe ausschließen, wie du das jetzt geschrieben hast geht meines Wissenstandes nach wohl nicht (?). Kannst du das vllt in eigenen Worten kurz wiedergeben, was du damit meinst?

Besten Dank

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47286 Beiträge, 16752x hilfreich)

Ziel eines Behindertentestamentes ist es, eine gute Versorgung des Behinderten sicherzustellen ohne dass der Behinderte das geerbte Vermögen einsetzen muss.

Hier mal eine gute Darstellung der Möglichkeiten
https://www.lebenshilfe-augsburg.de/files/behindertentestament.pdf

Die Zulässigkeit einer solchen Testamentsgestaltung ist vom BGH abgesegnet worden.

Die Erstellung so eines Testamentes ist durchaus komplex. Daher empfehle ich dringend, das Testament durch einen Notar erstellen zu lassen.

-- Editiert von hh am 11.05.2022 13:13

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Blacky81
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Dein Vater sollte direkt zum Notar gehen. Ein Behindertentestament ist kompliziert, sodass man es nicht allein machen sollte. Mein notarielles Behindertentestament ist einige Seiten dick ...

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
AR377
Status:
Praktikant
(944 Beiträge, 258x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Warum sollte der Staat 50% seines Vermögens bekommen?
Antwort: Es bekommt nicht "der Staat" und behält es ein, sondern es wird (bzw. evtl. wurde bereits teilweise) für einen ganz konkreten Zweck "vom Staat" aufgewendet.
Zitat (von blaubär+):
hier ist wirklich der emotionale Aspekt sehr zu trennen von dem wirtschaftlich Vernünftigen.
Als wirtschaftlich Vernünftiges wird hier wohl bezeichnet, der Allgemeinheit etwas anzulasten was die konkrete private Hand durchaus zu leisten in der Lage ist.
Zitat (von cirius32832):
Eine reichlich egoistische Sichtweise
Zitat (von 1fragefür1anwaltt):
Sehr dumme Aussage, dir auch nicht wirklich Sinn macht.
Dummheit wird dieser Aussage nicht notwendigerweise zugrunde liegen.
Sehr wahrscheinlich wird eine andere (nämlich höherstehende) Moral vertreten.

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10573 Beiträge, 4182x hilfreich)

Zitat (von AR377):
Antwort: Es bekommt nicht "der Staat" und behält es ein, sondern es wird (bzw. evtl. wurde bereits teilweise) für einen ganz konkreten Zweck "vom Staat" aufgewendet.


Ich weiß, worauf du hinaus willst, aber "so" ausgedrückt, ist und bleibt es schlicht falsch, denn der Staat hat neben dem von dir beschriebenen, durchaus möglichem, Szenerio, nämlich auch die rechtliche Möglichkeit geschaffen, dass es dazu unter gewissen Voraussetzungen und Vorkehrungen nicht kommt / kommen muss.

Und WENN überhaupt, dann haben bisher die Eltern Teile ihres Vermögens für die Pflege ihres Kindes aufgewendet, falls nicht wurden die Kosten von der Allgemeinheit getragen.

Wir können jetzt auch noch hunderte Beiträge über "Anstand und Moral" predigen, rechtlich völlig korrekt wurde die Frage der/des TE bereits in #2 beantwortet.

1x Hilfreiche Antwort

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