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Haus erben mit Grundschuld

 Von 
fg72
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Haus erben mit Grundschuld

Meine Mutter hat mir heute mitgeteilt wie Ihr Testament lautet. Ihr Haus soll ein Wert 140.000 € haben und davon soll meine Tochter 50.000 € erben. Ich bin als Haupterbe angegeben und die 50.000 € werden als Grundschuld eingetragen. Den Wert des Hauses hat der Notar/Anwalt anhand den Angaben meiner Mutter geschätzt. Meiner Meinung nach ist das Haus aber sehr viel weniger wert, schlimmstenfalls sogar weniger als die 50.000 €. Der Wert des Hauses ist nicht im Testament vermerkt. Was bedeutet das für mich wenn der Erbfall eintritt und das Haus weniger Wert ist als das was meine Tochter bekommen soll die übrigens noch minderjährig ist. Danke für die Hilfe
Gruss

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Testament Haus Mutter Erbfall


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(40081 Beiträge, 14383x hilfreich)

Hat Deine Mutter noch weiteres Vermögen?

Mindestens muss Dir der Pflichtteil verbleiben.

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#2
 Von 
BudWiser
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 239x hilfreich)

Zitat (von fg72):
Meiner Meinung nach ist das Haus aber sehr viel weniger wert, schlimmstenfalls sogar weniger als die 50.000 €


Und nach Meinung der Mutter beträgt der Wert eben 140.000 EUR. Und nur die zählt.

Zitat (von fg72):
Haupterbe angegeben


Also ein Miterbe, der den größten Brocken aus dem Nachlaß (Hausgrundstück) mit einem derzeit geschätzten Wert von 140.000 EUR erhalten soll.

Zitat (von fg72):
Tochter 50.000 € erben


Also ist doch die Erbschaft bei warmer Hand entsprechend aufgeteilt.

Zitat (von fg72):
die 50.000 € werden als Grundschuld eingetragen


Also ist das Erbe der minderjährigen Tochter grundschuldlich abgesichert. Die Tochter erbt doch nicht die Grundschuld.

Was steht in der Sicherungsabrede?

Zitat (von fg72):
Was bedeutet das für mich wenn der Erbfall eintritt und das Haus weniger Wert ist als das was meine Tochter bekommen soll


Und, ist der Erbfall bereits eingetreten?

Nach dem Ableben der Mutter könnte man einen Gutachter mit der Wertermittlung des Hausgrundstückes beauftragen.

Zitat (von hh):
Mindestens muss Dir der Pflichtteil verbleiben.


Aber der Sohn ist doch überhaupt nicht von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, wie kann ihm dann ein Pflichtteilsanspruch zustehen? Zumal er ja nach Stand heute wertmäßig in Höhe von 90.000 EUR bedacht ist.

Nur, weil ein Nachlaßgegenstand heute mit 140.000 EUR wertmäßig geschätzt wird, und bei Eintritt des Erbfalls vielleicht weniger Wert ist, entsteht doch kein Pflichtteilsanspruch.

Wenn sich dann nach dem Ableben der Mutter herausstellt, daß das Hausgrundstück weniger Wert ist als heute angenommen, vielleicht sogar weniger als 50.000 EUR, wäre der dann tatsächliche Wert entweder durch einen Gutachter zu ermitteln oder in freier Vereinbarung zwischen den Erben festzulegen. Wenn es dann für den Fall eines Wertverlustes keine Bestimmungen im Testament gibt, wäre dann durch Auslegung zu ermitteln was der wirkliche Wille des Erblassers war für diesen Fall war.

Und man braucht die Sicherungsabrede zur Grundschuld - was genau soll die Grundschuld absichern?

Wer wird denn Grundstückseigentümer wenn die Mutter verstorben ist?

-- Editiert von BudWiser am 23.12.2020 11:52

Signatur:

Komme gleich wieder. Godot

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#3
 Von 
cruncc1
Status:
Senior-Partner
(6499 Beiträge, 4029x hilfreich)

Zitat (von BudWiser):
Aber der Sohn ist doch überhaupt nicht von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, wie kann ihm dann ein Pflichtteilsanspruch zustehen?

Einem gesetzlichen Erben steht mindestens ein wertmäßiges Erbe in Höhe des Pflichtteils zu.

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#4
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3805 Beiträge, 1071x hilfreich)

Zitat (von BudWiser):

Aber der Sohn ist doch überhaupt nicht von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen

Nein, aber der Erblasser kann nicht durch ein Vermächtnis an einen Dritten die grundsätzlichen Ansprüche eines pflichttteilsberechtigten Erben aufheben.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#5
 Von 
Ballivus
Status:
Praktikant
(727 Beiträge, 190x hilfreich)

Falls noch nach einer rechtlichen Grundlage gefragt wird: §§ 2305, 2306 BGB.

-- Editiert von Ballivus am 23.12.2020 13:43

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#6
 Von 
BudWiser
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 239x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
ein Vermächtnis an einen Dritten


Zitat (von fg72):
meine Tochter 50.000 € erben


Hä? Die Tochter ist Erbin.

Zitat (von cruncc1):
Einem gesetzlichen Erben steht mindestens ein wertmäßiges Erbe in Höhe des Pflichtteils zu.


Stimmt. Aber bitte nicht nur rudimentär zitieren, denn

Zitat (von budwiser):
Zumal er ja nach Stand heute wertmäßig in Höhe von 90.000 EUR bedacht ist.


Der

Zitat (von fg72):
der Notar/Anwalt


wird doch wohl wissen, was er beurkundet hat.

Zitat (von fg72):
Meiner Meinung nach ist das Haus aber sehr viel weniger wert, schlimmstenfalls sogar weniger als die 50.000 €


Die Meinung des TE ist unbeachtlich.

Die Mindestbeteiligung am Erbe ist gegeben, denn das Haus hat einen vom Erblasser geschätzten heutigen Wert von 140.000 EUR.

Zitat (von fg72):
die 50.000 € werden als Grundschuld eingetragen


Na und?

Nochmal: Was steht in der Sicherungsabrede zur Grundschuld?

-- Editiert von BudWiser am 23.12.2020 17:38

Signatur:

Komme gleich wieder. Godot

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#7
 Von 
fg72
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Nabend zusammen, erst mal danke für die Antworten.
Also ich erbe das Haus und im Grundbuch wird eine Grundschuld von 50.000 € eingetragen. (Sorry hab mich da falsch ausgedrückt). Falls das Haus verkauft/versteigert wird erhält meine Tochter die besagten 50.000€.
Der Anwalt/Notar hat nur anhand der Daten meiner Mutter das Haus geschätzt (ohne von den Baumängeln zu wissen). Es gibt kein Gutachten darüber. Ich wohne in dem Haus und deswegen weiss ich um den Zustand des Hauses. Ich hoffe man versteht es jetzt besser.

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#8
 Von 
BudWiser
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 239x hilfreich)

Zitat (von fg72):
Falls das Haus verkauft/versteigert wird erhält meine Tochter die besagten 50.000€.


Das ist ja etwas ganz anderes.

Nein, sie erhält nur dann 50.000 EUR wenn der Verkaufs/Versteigerungserlös mehr als 50.000 EUR einbringt.

Mit einer Grundschuld wird nur das Grundstück belastet.

Wenn der Verkaufs- bzw. Versteigerungserlös niedriger ist, bekommt sie auch weniger.





Signatur:

Komme gleich wieder. Godot

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#9
 Von 
karl+napp
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von BudWiser):
Wenn der Verkaufs- bzw. Versteigerungserlös niedriger ist, bekommt sie auch weniger.


Die praktische Seite wäre dann, dass das Hausgrundstück unverkäuflich bzw. versteigerungsfest ist, sollte es tatsächlich nur 40.000 EUR wert sein.

Denn die Grundschuld klebt am Grundstück. Eine neuer Eigentümer würde die Grundschuld ja mit übernehmen müssen.

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#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(40081 Beiträge, 14383x hilfreich)

Zitat (von BudWiser):
Nur, weil ein Nachlaßgegenstand heute mit 140.000 EUR wertmäßig geschätzt wird, und bei Eintritt des Erbfalls vielleicht weniger Wert ist, entsteht doch kein Pflichtteilsanspruch.


Doch, es zählt der tatsächliche Wert am Todestag des Erblassers. Wie dagegen der Erblasser den Wert einschätzt ist völlig uninteressant. Die Wertangabe des Erblassers dient alleinig zur Berechnung der Notargebühren.

Zitat (von BudWiser):
Nein, sie erhält nur dann 50.000 EUR wenn der Verkaufs/Versteigerungserlös mehr als 50.000 EUR einbringt.


Auch das ist nicht zutreffend. Die Tochter erhält bei einem Verkauf 50.000€ unabhängig davon, wie hoch der Verkaufserlös ist.

Zitat (von BudWiser):
Zitat:
der Notar/Anwalt

wird doch wohl wissen, was er beurkundet hat.


Klar weiß er das. Der Notar kennt aber nicht den tatsächlichen Wert des Hauses und dessen Beurkundung sagt auch nichts über den tatsächlichen Wert des Hauses aus.

Nach meiner Auffassung kann der Sohn die Eintragung einer Grundschuld in Höhe von 50.000€ verweigern, wenn er nachweist, dass das Haus weniger als 100.000€ wert ist.

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