Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
587.250
Registrierte
Nutzer

Haus nach Erbfall abgebrannt

20.2.2007 Thema abonnieren Zum Thema: Haus Versicherung
 Von 
branderbe
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Haus nach Erbfall abgebrannt

Hallo,

folgender ungewöhnlicher Fall wäre denkbar:

Mutter M verstirbt und hinterlässt ein 60 Jahre altes Haus, dass (fast) nie renoviert wurde, an die zwei Kinder A und B.

Einen Monat später brennt das EG und das OG ab, nur der Keller bleibt.

A möchte das Haus übernehmen und wieder aufbauen. B ist prinzipiell einverstanden und man einigt sich einen Gutachter zu bestellen, die Versicherungssumme zu berücksichtigen und B auszuzahlen.

Frage: was wäre der faire Wert, der für das Haus bei der Aufteilung zu berücksichtigen ist?

Hier die Werte der Feuerversicherung:
a) Versicherungssumme Zeitwert: 80.000,-- € zzgl. 15.000 € max. ersetzbare Abräumkosten

b) Versicherungssumme Wiederaufbauwert 150.000,-- € zzgl. 15.000 € max. ersetzbare Abräumkosten
(zzgl. Hausrat, aber dies wird 1:1 aufgeteilt und nicht weiter berücksichtigt)

Und hier die des Gutachtens:
c) Verkehrswert 130.000,-- € am Todestag der Erblasserin (hier Ertragswert und Sachwert jew. deckungsgleich mit 130.000,--)

d) Verkehrswert 85.000,-- € direkt nach dem Brand (Sachwert 55.000,--, aber Liquidationswert 85.000,--, weil 130.000,-- Bodenwert - 45.000,-- Freilegungskosten) hier wurde Liquidationswert als Verkehrtswert ermittelt, da wirtschaftlich handelnder Marktteilnehmer freilegen würde, da dieser somit 30.000,- € mehr erzielen kann.

Und mögliche Vorschläge dazu:
e) Mittelwert aus Verkehrswert am Todestag (c) und Sachwert 55.000 + Versicherungssumme Zeitwert 80.000 macht 132.500,-- €

f) Verkehrswert nach dem Brand 85.000,--(d) + Mittelwert der vollständigen Versicherungssummen 95.000,--(a) und 165.000,--(b) macht 215.000,-- €

Was meinen Sie? e), f) oder ein anderer Betrag?

Um es ein wenig komplizierter zu machen: Was wäre, wenn A inzwischen für ca. 30.000 € Aufräum- und Abrisskosten durchgeführt hätte?

Besten Dank.

Ihr Branderbe

-- Editiert von branderbe am 20.02.2007 22:11:00

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Haus Versicherung


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
sika0304
Status:
Schlichter
(7945 Beiträge, 2815x hilfreich)

Werden die Aufräum- und Abrisskosten nicht durch die Versicherung gedeckt?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
branderbe
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Nein, hier nur zum Maximalbetrag von 15.000,-- € (alter Versicherungsvertrag).

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(40391 Beiträge, 14504x hilfreich)

A und B bilden eine Erbengemeinschaft. Die Dinge, die mit dem haus während des bestandes dieser erbengemeinschaft passieren (Brand), sind beiden zuzurechnen.

Sowohl der Schaden als auch die Versicherungszahlung wird der Erbengemeinschaft zugerechnet.

Als Auszahlungssumme von A an B ist daher die Hälfte des Wertes des derzeitigen Zutandes festzulegen. Eventuelle zahlungen der Versicherung gehen dann an beide.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
branderbe
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort, Tao.

Dazu ergänzend: Bei Wiederaufbau gehen die (über die sofortige Zahlung des Versicherungszeitwertes 95.000) hinausgehenden Zahlungen erst nach der Erbauseinandersetzung bei A in den nächsten 2 Jahren ein. A trägt das Risiko das Haus wieder aufzubauen um so die gesamte Summe zeitversetzt zu erhalten. B möchte allerdings nicht noch lange in diese Risiken eingebunden werden und das Thema bei der Erbauseinandersetzung endgültig regeln. Was wäre denn da ein guter Ansatz bzw. passt Vorschlag f oder sollten die gesamten zukünftigen Zahlungen berücksichtigt werden, denn A hat ja die Absicht geäußert wieder aufzubauen und erste Massnahmen eingeleitet?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(40391 Beiträge, 14504x hilfreich)

Zahlt die Versicherung denn überhaupt den Rest, wenn der Wiederaufbau erst nach dem Verkaufs des Anteils von B an A erfolgt?

Wenn ja, an wen würde die Versicherung dann leisten?

Die Aufteilung des Geldes ist aus meiner Sicht reine Verhandlungssache.

Die Verzinsung bis zum Wiedraufbau sollte dabei berücksichtigt werden. Daneben geht A das Risiko ein, dass der Wiederaufbau irgendwie nicht klappt. Eine 50/50 Teilung wäre daher wohl nicht angemessen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
branderbe
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, die Versicherung zahlt dann an A, weil A dann mit dem Haus auch alle Einnahmen aus der Versicherung übernimmt.

Ich nehme an Sie meinten, dass eine 50:50 Teilung dann nicht angemessen ist, wenn die volle Versicherungshöhe für Wiederaufbau zugrunde gelegt wird.

Daher gibt es ja Vorschlag f, der einen Mittelwert aus Versicherungssumme Zeitwert (bereits ausgezahlt) und Versicherungssumme Wiederaufbau bildet.

Zum besseren Verständnis des Hintergrunds meiner Anfrage: Vorschlag e kommt vom gemeinsam beauftragten Anwalt. Dieser wurde eingesetzt um mögliche Konfliktfälle schon im Vorfeld zu vermeiden. Allerdings ist für mich dieser Vorschlag e überhaupt nicht nachvollziehbar, denn er berücksichtigt
1. nicht den finalen Gutachterwert, sondern nimmt einen innerhalb des Gutachtens genannten niedrigeren Sachwert und
2. addiert er dazu die Zeitwertentschädigung, lässt also die Chance des Wiederaufbaus mit einer um 70.000 € höheren Versicherungssumme völlig außen vor und
3. mittelt das Ganze mit einem m.E. völlig unerheblichen Betrachtung des Verkehrswertes zum Todeszeitpunkt. Denn die Erbengemeinschaft wird ja nicht rückwirkend zum Todeszeitpunkt getrennt, der ja danach alle Wertänderungen, wie Sie oben schreiben, zuzurechnen sind.

Ich habe das alles nicht gleich geschrieben, um nicht zu beeinflussen. Bin jetzt natürlich auf weitere Antworten gespannt.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
branderbe
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

In Ergänzung hier die % Aufteilung der Versicherungssumme vom Wiederaufbauwert nach Vorschlag f:

Zunächst außen vor: der Gutachterwert würde 50:50 geteilt. Zur Versicherung: B erhält 65.000 der max. Versicherungssumme Wiederaufbau 165.000, d.h. 40%. A erhält 100.000, also 60%.

Noch anders ausgedrückt: von der zusätzlichen Summe 70.000 (Wiederaufbauwert gegenüber bereits ausgezahltem Zeitwert) müsste es A gelingen mind. 50% davon, also 35.000 zu aktivieren. Bei mehr gewinnt A, bei weniger B.

Noch ein %-satz dazu: von diesen dem A durch die Versicherung in Zukunft auszuzahlenden zusätzlichen möglichen 70.000 bei Wiederaufbau erhält B bei Erbauseinandersetzung sofort 17.500 (also 25%) von A.

Alles klar?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 215.187 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
89.416 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen