Investition ins Haus soll berücksichtigt werden

29. Juli 2012 Thema abonnieren
 Von 
Lothar ohne Plan
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Investition ins Haus soll berücksichtigt werden

Hallo zusammen,

wir suchen nach einer Lösung für folgende Situation:

Ein Haus wird bewohnt von den Eltern und zwei Kindern. Die Eltern haben ein Berliner Testament. Normalerweise würden die Kinder später das Haus gemeinsam erben. Kind A hat jedoch kein Interesse daran. Daher wurde - bisher nur mündlich - vereinbart, dass Kind B das Haus im Erbfall übernehmen und Kind A auszahlen wird.

Kind B investiert schon seit gut 10 Jahren in die selbst bewohnte Wohnung, die Außenanlage und nimmt Umbauarbeiten vor. Die getätigten Investitionen erhöhen natürlich den Wert des Hauses. Kind A soll allerdings nur die Hälfte des Wertes VOR den Umbaumaßnahmen erhalten.

1. Nun stellt sich einmal die Frage der Wertermittlung. Es soll der tatsächlich erzielbare Wert im Verkaufsfalle zugrunde gelegt werden (nicht ein Gutachten, das einen möglicherweise nie erzielbaren Preis errechnet). Ein Notar sagt uns, hier müssten wir uns selbst einigen oder einen Gutachter beauftragen. Ein örtlicher Immobilienmakler hat uns eine "Faustformel" für die Berechnung genannt, da die genauen Kosten des Hauses bei Neubau noch belegt werden können:

Kosten Neubau abzgl. 20-25 % (bei 20 Jahre altem Haus)

Von dem dann errechneten Betrag sollte Kind A dann die Hälfte erhalten. Ist eine solche "Formel" realistisch/sinnvoll?

2. Die zweite Frage ist die der Dokumentation für den späteren Erbfall. Genügt es, wenn die Eltern ein Dokument/Testament aufsetzen und darin verfügen, dass Kind B das Haus erbt und dafür Kind A die Summe von x Euro auszuzahlen hat?
Genügt es ferner, wenn Kind B die Kosten der Umbaumaßnahmen anhand von Belegen und Banküberweisungen nachweisen kann?

Die Dokumentation über die Kosten der Umbauten und den Nachweis, dass das Kind gezahlt hat werden wohl erforderlich (so habe ich es in einem anderen Beitrag hier gelesen), wenn im Pflegefall ein Amt das Haus an sich ziehen will um die Kosten der Pflege zu decken o.ä.

Vielen Dank.

Lothar

-- Editiert Lothar ohne Plan am 29.07.2012 14:52

-- Editiert Lothar ohne Plan am 29.07.2012 14:53

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
duct4402
Status:
Beginner
(76 Beiträge, 32x hilfreich)

Es lohnt sich immer einige Fotos anzufertigen um den Vorher und Nachher Zustand dokumentieren zu können.

Für die genaue Berechnung empfehle ich dann ein Verkehrswertgutachten mit zwei Stichtagen erstellen zu lassen.

So lässt sich ziemlich genau der Wert berechnen.

Bedenke bitte nur, dass die Honorarordnung für diese Gutachten abgeschafft wurde und du somit frei mit dem gewählten Gutachter verhandeln musst.

Günstig werden diese Gutachten allerdings nicht!

Mal sollte mit ca. 1.500 € kalkulieren!




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#2
 Von 
Lothar ohne Plan
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

eben ein solches Gutachten wollten wir eigentlich vermeiden.

Ob wir nun ein Gutachten erstellen lassen oder uns intern auf einen Betrag einigen. Es bleibt dann auf jeden Fall die Frage der Dokumentation. Die Eltern sind der Meinung auf einen Notar und konkreten Vertrag verzichten zu können.

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#3
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7963 Beiträge, 4488x hilfreich)

Die Eltern sind der Meinung auf einen Notar und konkreten Vertrag verzichten zu können.
Das ist am falschen Ende gespart!

Aber egal - die Eltern kriegen es ja nicht mehr mit, wie um das Erbe gestritten wird. :grins:

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#4
 Von 
guest-12314.02.2013 13:07:55
Status:
Schüler
(178 Beiträge, 69x hilfreich)

Hallo,

also, ich würde in jedem Fall zum Notar gehen, denn wie Ihr Euch das denkt, geht das alles nicht.
Selbst wenn ein Wert benannt wird, den das Haus heute hat, und im Testament festgelegt wird, dass B das Haus bekommen soll und im Gegenzug A dafür die Hälfte auszahlt, dann muss dieser Wert ja im Todesfall nicht mehr zählen. Vielleicht leben die Eltern ja noch 10 Jahre oder noch länger? Und dann gilt natürlich der Wert, den das Haus zu dem Zeitpunkt des Versterbens hat, und nicht der Wert, den das Haus vor zig Jahren beim Verfassen eines Testamentes hatte.
Sprich, im Erbfall könnte das Haus weniger wert sein als heute trotz der getätigten Investitionen und dann ist B wohl derjenige, der sich weigern wird, Summe X auszuzahlen, da das mehr ist als die Hälfte. Oder das Haus ist mehr wert, dann wird wohl A der sein, der sagt: nix, das muss ja erstmal bewiesen werden, ob die Wertsteigerung von den Umbbauarbeiten des B kommt, oder ob einfach plötzlich in unserer Gegend die Immobilienpreise in die Höhe geschossen sind, weil Heidi Klum nebenan eingezogen ist.
ich würde entweder zum Notar gehen, der so eine Regelung evtl. hieb- und stichfest formulieren kann. Oder ich würde innerfamiliär nach einer Regelung zu Lebzeiten suchen. Wenn ich das richtig sehe, wohnen alle in einem Haus gemeinsam? Dann könnte man ja z.B. auch für Außenarbeiten einfach beschließen, dass alle sich gemeinsam beteiligen an den Kosten und nicht B alles allein zahlt?
Um was für Arbeiten in der Wohnung des B handelt es sich genau? Ob die unbedingt eine Wertsteigerung darstellen, bezweifel ich nämlich auch. Bzw. Wertsteigerung schon, aber nicht in der Höhe, wie das B wohl denkt. Nur als Beispiel: B verlegt Parkett und schmeißt den alten Teppich raus. Das kostet ihn 2000 Euro. Damit steigert sich aber der Verkaufswert keinesfall um 2000 Euro. B kann seine Rechnungen gerne verwahren, aber dass im Erbfall dann ihm angerechnet wird: 2000 Euro für den Boden, x Euro für das und das, das wird so nicht sein.
Also: entweder Notar. Oder in der Familie eine Regelung finden, dass B nicht denkt, er zahlt da zig Renovierungen und A profitiert dann am Ende zu Unrecht davon.

Lg

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#5
 Von 
Lothar ohne Plan
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

@ofelia
Genau das ist es doch, was wir wollen. Eine interne Regelung zu Lebzeiten. Wir sind uns auch alle einig. Die Frage ist lediglich die Art der Dokumentation. Wie muss diese erfolgen, damit sie auch später nicht angefochten werden kann. Also zum Beispiel ein Testament in dem die Eltern das Haus Kind B vererben und dieses den Betrag x an Kind A zu zahlen hat (von den Eltern verfasst, jedoch nicht vom Notar beurkundet).

Es handelt sich nicht um die Verlegung von Bodenbelägen etc. deren Wert nach 10 Jahren eh nicht mehr gerechnet werden würde.

Kind B hat in der Wohnung, die es selbst bewohnt bereits alle Fenster und Türen erneuert und eine Wohnraumerweiterung vorgenommen, ferner das Bad komplett neu gemacht, die Hälfte der neuen Heizung gezahlt und den Garten anlegen lassen. Die üblichen Malerarbeiten und Bodenbelagsarbeiten sowie kleinere Instanthaltungsarbeiten in Eigenleistung lassen wir mal außen vor. Die Aufteilung der Kosten ist alleine aus dem Grund schon nicht möglich, da weder Eltern noch Kind A das Geld hätten, sich daran zu beteiligen.

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