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Komplizierter Erbfall Kinder/Stiefkinder Erst Vater Gestorben jetzt Stiefmutter Wer erbt was ?

 Von 
go475152-96
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Komplizierter Erbfall Kinder/Stiefkinder Erst Vater Gestorben jetzt Stiefmutter Wer erbt was ?

Hallo zusammen. Es wird leider etwas Kompliziert.

Mein Papa ist vor knapp 2 Jahren Gestorben.

Ausser mir gab es 2 Leibliche Kinder aus der Nachfolgenden Ehe mit meinem Vater, nach meiner Mutter, und die Neue Ehefrau brachte auch 1 Kind mit. Das Mitgebrachte Kind von der Neuen Ehefrau wurde Nie Adoptiert oder so.

Als mein Papa Starb gab es Twist (warum mal nicht Ohne), so das im Endeffekt nur ich, mein Stiefbruder (Leibliches Kind) und die Ehefrau das Erbe annahmen.

Es gab nie eine Einigung , wer letztendlich was bekommt, und Irgendwann gab es dann vom Notar Post das ich jetzt zusammen mit meinem Bruder und der Stiefmutter im Grundbuch stehe.

Vor 1 Tag Erfuhr ich durch Zufall das nun Besagte Stiefmutter auch verstorben ist.

Wie verhält sich das jetzt mit dem Erbe ? Vorher war 50% + 25% Ehefrau, und 25% Haben sich auf mich und meinen Bruder verteilt. Wie ist das jetzt ? Jetzt kommen doch sicherlich wieder das 2 Leibliche Kind der Stiefmutter und das 1. Kind in das Erbe dazu, oder ?

Dürfen die anderen Irgendwas, zu 95% wurde alle gegenstände sowie das Haus, während der Ehe angeschafft), aus dem Haus oder überhaupt aus der Erbmasse veräussern OHNE meine Einwilligung oder sogar Ohne mich zu Beteiligen ?

Auf dem Haus ist noch eine Schuldenlast, aber keine Ahnung wieviel

Das Haus ist mir Klar da ich mit im Grundbuch stehe geht ein Verkauf nur wenn ich zustimme. Aber was ist mit dem Rest ?

Ich hoffe Ihr könnt mir etwas weiterhelfen.

MfG und kommt Gut durch die Krise die uns im Moment alle trifft :-(

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Erbe Haus Kind Erbmasse


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AR0710
Status:
Schüler
(387 Beiträge, 65x hilfreich)

Erst einmal sollte man beide Erbfälle getrennt betrachten. Von einem Testament war nicht die Rede, also gehe ich von gesetzlicher Erbfolge aus. Außerdem muss offensichtlich ein Erbschein erlassen worden sein, sonst hätte es keine Grundbuchänderung gegeben. Bzgl. der Grundbuchänderungen kommt es darauf an wer vorher im Grundbuch in Abt. I eingetragen war.
Die Erben können über den jeweiligen Nachlass nur zusammen verfügen. Sie bilden eine Erbengemeinschaf. Es kommt aber auch darauf an, welche Erbengemeinschaft gemeint ist. Es hat den Anschein, dass Sie gar nicht an allen Erbengemeinschaften beteiligt sind.

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#2
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11320 Beiträge, 7732x hilfreich)

Also:
Am Anfang gehörte das Haus
50% Vater, 50% Stiefmutter

Wenn der Vater ohne Testament stirbt, werden die 50% des Vater aufgeteilt. Die Hälfte bekommt die Ehefrau (= Stiefmutter), also 25% zu den 50% dazu. Die andere Hälfte wird zwischen den leiblichen Kindern des Vaters aufgeteilt. Wenn davon zwei das Erbe annehmen, dann hatt man:
75% Stiefmutter, 12,5% Ihr Bruder, 12,5% Sie

Wenn die Stiefmutter nicht neu geheiratet hat und ohne Testament stirbt, dann werden die 75% der Stiefmutter auf die leiblichen Kinder der Stiefmutter aufgeteilt. Sie bekommen nichts, behalten aber die 12,5%, die Ihnen vorher schon gehörten.
(Sollte ich die Familienverhältnisse richtig verstanden haben, ergibt sich: 25% das von der Stiefmutter mitgebrachte Kind, 25% Ihr Halbgeschwister, dass beim Tod des Vaters ausgeschlagen hat, 37,5% Ihr Bruder, 12,5% Sie)

Zitat:
Dürfen die anderen Irgendwas, zu 95% wurde alle gegenstände sowie das Haus, während der Ehe angeschafft), aus dem Haus oder überhaupt aus der Erbmasse veräussern OHNE meine Einwilligung oder sogar Ohne mich zu Beteiligen ?

Ja, denn Sie haben erstmal nur einen Anteil am Haus, nicht am Inventar.
Es sieht so aus, als ob nach dem Tod des Vaters das Inventar von der Stiefmutter geerbt wurde.
Wenn jetzt die Stiefmutter gestorben ist, gehört das Inventar den Erben der Stiefmutter, zu denen sie nicht gehören, weil Sie kein leibliches Kind der Stiefmutter sind. Sie haben dann keine Rechte am Inventar (weder Mitsprache noch Eigentum).

Zitat:
Das Haus ist mir Klar da ich mit im Grundbuch stehe geht ein Verkauf nur wenn ich zustimme. Aber was ist mit dem Rest ?

Das ist nicht so ganz richtig. Zum einen kann man auch Hausanteile verkaufen. (Wenn ein Eigentümer nur seinen Anteil verkauft, ist dafür nicht die Zustimmung der anderen Eigentümer nötig. worst case: Alle anderen Eigentümer verschwören sich zusammen gegen Sie und verkaufen deren insgesamt 87,5% des Hauses an einen Immobilien-Hai; dann gehört das Haus halt 87,5% dem Immobilien-Hai und 12,5% immer noch Ihnen. )
Und: Ein Verkauf per Zwangsversteigerung (= Teilungsversteigerung) ist immer möglich. Da muss niemand zustimmen. Wenn also einer der Eigentümer es unbedingt will, kann er eine Versteigerung beantragen. Vom Versteigerungserlös werden erst die Schulden bezahlt und der Rest entsprechend der Anteile aufgeteilt (also 12,5% für Sie). Das kann von den anderen Eigentümern nicht verhindert werden!

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#3
 Von 
go475152-96
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

@drkabo Danke für die Ausführliche Erklärung, hab mir schon fast gedacht das es bei den 12,5% Bleiben wird

Und wenn nun die anderen Geschwister das Erbe Ablehnen ?

Also das Mitgebrachte Kind und die Schwester Lehnen ab, Übrig würden nur Ich und der Halbbruder bleiben...

Dann bleiben Trotzdem nur die 12,5% ?

Herrje ist das Kompliziert ...

Zitat (von drkabo):
Also:


Wenn die Stiefmutter nicht neu geheiratet hat und ohne Testament stirbt, dann werden die 75% der Stiefmutter auf die leiblichen Kinder der Stiefmutter aufgeteilt. Sie bekommen nichts, behalten aber die 12,5%, die Ihnen vorher schon gehörten.
(Sollte ich die Familienverhältnisse richtig verstanden haben, ergibt sich: 25% das von der Stiefmutter mitgebrachte Kind, 25% Ihr Halbgeschwister, dass beim Tod des Vaters ausgeschlagen hat, 37,5% Ihr Bruder, 12,5% Sie)

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#4
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11320 Beiträge, 7732x hilfreich)

Zitat:
Also das Mitgebrachte Kind und die Schwester Lehnen ab, Übrig würden nur Ich und der Halbbruder bleiben...
Dann bleiben Trotzdem nur die 12,5% ?

Ja.
(Wer den Erbteil des mitgebrachten Kindes und der Schwester bekommt, richtet sich danach, ob die beiden schon eigene Kinder haben. Sie bekommen es aber nicht.)

Das ganze gilt natürlich nur, wenn die gesetzliche Erbfolge eintritt (also kein Testament vorhanden ist).

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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