Lebenslanges Wohnrecht - was wäre das Haus im Falle des Ablebens seiner Mutter überhaupt wert?

24. Mai 2009 Thema abonnieren
 Von 
guest-12308.08.2009 15:09:06
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Lebenslanges Wohnrecht - was wäre das Haus im Falle des Ablebens seiner Mutter überhaupt wert?

der vater (sohn a) meiner freundin hat ein problem:
er hat eine mutter, die ein unbelastetes haus besitzt. er hat noch einen bruder (sohn b). beide sind 60 bzw. 62 jahre alt. der vater meiner freundin hat kein schlechtes, aber auch kein gutes verhältnis zu seiner mutter. sein bruder (also der bruder des vaters meiner freundin) schon eher gut. der vater meiner freundin wohnt ca 600 km von seiner mutter entfernt, sein bruder im nachbardorf. so weit, so gut. vor einigen jahren belaberte bruder b (nein, testierunfähigkeit nicht nachweisbar, also gültig) seine mutter, also die oma meiner freundin, dass es doch klasse wäre, das haus unversteigerbar zu machen. also hat sie notariell und auch im grundbuch dem sohn von bruder b (28 jahre) ein lebenslanges wohnrecht für 3 der 9 zimmer des hauses eintragen lassen. für diese zimmer zahlt der neffe des vaters meiner freundin auch eine angemessene miete.

das haus ist baulich (zentrales atrium, direkter zugang zu allen zimmern) faktisch nur für eine familie bzw. eine partei geeignet/nutzbar.

die sorge meines schwiegervaters in spe ist: was wäre das haus für ihn im falle des ablebens seiner mutter überhaubt für ihn wert? trotz des nießbrauches seines neffens wäre er ja trotzdem hälftiger eigentümer, müsste aber, trotz der unvermietbarkeit, sämtliche, ihn als teileigentümer treffenden lasten tragen.

sein neffe, der 28 jährige, steht im grundbuch an erster stelle. ich habe bei der sparkasse anonym angerufen und gefragt, was ein derart belastetes haus mit einem faktischen wert als sicherheit für meinen schwiegervater in spe wert sei. die antwort war: bei einem 28 jährigen als nießbrauchberechtigten mit der baulichen gestalltung (baulich nicht für mehrere familien geeignet) würde das haus keiner selbst im rahmen der zwangsversteigerung kaufen wollen.
die nette dame von der deutschen bank riet mir, den sohn von bruder b finanziell dazu zu bewegen, dass er sein lebenslanges wohnrecht aus dem grundbuch wieder austragen lässt... so ein quatsch! deswegen haben die das ja gemacht. das haus ist locker 300.000 wert.

meine frage also: in den sauren apfel beißen und das erbe ausschlagen, um nicht abschätzbare kosten ohne gewinn zu umgehen (grundsteuer, abwasser, entsorgung, evtl. haussanierungen, neue heizung, dachstuhl etc.)?

oder gibt es effektive möglichkeiten, die wertlosanteile seines erbes in spe zu steigern? zb. zu drohen den eigenen hausanteil an einen musikstudenten zu vermieten, der nachts gerne oboe spiel???

obwohl ich das gefühl habe, dass die sache aussichtslos ist, wäre ich für rechtlich brauchbare antworten dankbar.

liebe grüße

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7971 Beiträge, 4489x hilfreich)

#die sorge meines schwiegervaters in spe ist: was wäre das haus für ihn im falle des ablebens seiner mutter überhaubt für ihn wert?#
Woher weiss denn der Vater deiner Freundin, ob er überhaupt Erbe seiner Mutter wird?

#trotz des nießbrauches seines neffens#
Vorher war es noch ein Wohnrecht - ein NIeßbrauch ist etwas anderes.

#wäre er ja trotzdem hälftiger eigentümer, müsste aber, trotz der unvermietbarkeit, sämtliche, ihn als teileigentümer treffenden lasten tragen.#
Ob es so ist, wird er erst nach dem Tod der Mutter erfahren!

#sein neffe, der 28 jährige, steht im grundbuch an erster stelle. ich habe bei der sparkasse anonym angerufen...#
:respekt:

#meine frage also: in den sauren apfel beißen und das erbe ausschlagen, um nicht abschätzbare kosten ohne gewinn zu umgehen (grundsteuer, abwasser, entsorgung, evtl. haussanierungen, neue heizung, dachstuhl etc.)?#
Um ein Erbe auszuschlagen, müsste man erst mal Erbe sein.



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#2
 Von 
guest-12308.08.2009 15:09:06
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

jaja, es ist kein nießbrauch, sondern ein lebenslanges wohnrecht im grundbuch, sorry.
dass der vater erbe sein wird, hat die oma ihm gesagt. ganz treudoof, "damit das haus in der familie bleibt. und der neffe wird ihn schon ausbezahlen, bzw. man wird das schon "irgendwie regeln" können." kann natürlich auch gelogen sein, klar.
der vater meiner freundin wäre mit dem ausbezahlen schon einverstanden, aber er hat halt die sorge, dass unabsehbare kosten auf ihn zukommen könnten. was wäre bspw, wenn der neffe arbeitslos wird und nix mehr zum "ausbezahlen" hat? oder wenn eine notwendige teure baumaßnahme erledigt werden muss? 8000 euro für ne neue zentralheizungsanlage wiegen die hälfte der mieteinnahmen des neffen für 3 zimmer (ich meine, er zahlt 250 euro pro monat) kaum auf.
er meinte, dass sei so, als sei man eigentümer eines hauses mit 5 wohnungen, in denen 4 leer stehen, nur einer miete zahlt, aber man für alle notwendigen instandhaltungsmaßnahmen verantwortlich sei, egal, ob da 5, 2 oder nur einer wohnt.

man müsste das haus mal gesehen haben: so wie das geschnitten ist, müsste man es quasi neu bauen, um es an mehrere vermieten zu können.

und wieso sollte der vater meiner freundin kein erbe sein? wenn er von der gesetzlichen erbfolge ausgeschlossen sein sollte (nein, er hat seiner mutter nicht nach dem leben getrachtet und die bude soll auch nicht der caritas vermacht werden!), wäre es doch für ihn von vorteil. dann bliebe ihm doch sein pflichtteil, und das muss in geld erfolgen, oder? so hätte er zwar nur die hälfte von dem was ihm zustünde, aber das in geld. ist doch besser als das volle erbe, mit dem man wirtschaftlich nicht viel anfangen kann. oder wo trügt mich da mein laienverstand?

wäre über eure ansichten dazu sehr interessiert, kriege das meiste ja nur übers hörensagen von meiner freundin mit.

vielen dank und liebe grüße!

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#3
 Von 
guest-12308.08.2009 15:09:06
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

nachtrag:
der vater meiner freundin war bei einem fachanwalt für erbrecht.
ergebnis: er kann an der sache nix rütteln. es gibt wohl ein "berliner testament" seines vorher verstorbenen vaters und dessen frau, seiner mutter. er wird "erbe eines grundstücks mit vielen risiken und dafür unsicheren, höchstwahrscheinlich unverwertbaren positionen werden, es sei denn er schlüge das erbe aus." (zit.). ein pflichtteilsergänzungsanspruch etc. sei in dieser konstellation auch nicht möglich, weil hier der inhaber des lebenslangen wohnrechts der enkel ist und deshalb kein direkter erbe sei.

zitat des anwalts: "es ist schon auffällig, dass nach dem tod ihres vaters, und vor allem kurz nach fristende bezüglich ihres pflichtanteils an dem vermögen ihres vaters, ein lebenslanges wohnrecht zugunsten ihres neffen eingeräumt wurde. nach dem berliner testament wurden sie faktisch bezüglich des erbteils ihres vaters enterbt. aber in 95% aller fälle nimmt das der erbnehmer hin, weil er weiss, dass dies dazu diene, die "mutti im haus zu lassen." danach erbe man ja eh den eigentum "von vater und mutter".

das sei auch alles in der angelegenheit des vaters meiner freundin der fall. das lebenslange wohnrecht des neffen sei eine "wirtschaftliche enterbung, aber keine juristische."


nachtrag an cruncc1 auf die antwort vom 24. 05. 2009: das mit der unterscheidung nießbrauch/lebenslanges wohnrecht stimmt. aber ansonsten konnte ich mit ihrer erwiderung vom 24. 05. 2009 nichts anfangen. es handelte sich bei mir um hypthetische fragen: "was wäre wenn?". und ihre antwort war sinngemäß: "was wäre, wenn nicht?"

es ist nicht böse gemeint, aber ihre antwort erscheint mir nach dem schema:

-"wie reagiere ich, wenn mein geschäftspartner zahlungsunfähig wird?" antwort: "woher wissen sie, dass ihr geschäftspartner zahlungsunfähig wird?"

-"mein sohn soll zur bundeswehr!" antwort: "dafür muss man erstmal als wehrtauglich eingestuft sein!"

d.h: faktisch richtig, aber in der praxis vollkommen untauglich, eher als denkanstoß geiegnet und "um was geschrieben zu haben".

(bitte nicht böse sein, aber ihr kommentar war wahrscheinlich ebenso blödsinnig wie meine antwort darauf.)





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#4
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7971 Beiträge, 4489x hilfreich)

#aber ansonsten konnte ich mit ihrer erwiderung vom 24. 05. 2009 nichts anfangen. #
Da, das tut mir aber leid!!! :grins:

#der gibt es effektive möglichkeiten, die wertlosanteile seines erbes in spe zu steigern? zb. zu drohen den eigenen hausanteil an einen musikstudenten zu vermieten, der nachts gerne oboe spiel???#
Solche Fragen finde ich ..... :schock:

Es gibt keinen Anspruch auf eine Erbschaft und wenn jemand Erbe wird, sollte man sich dann darüber Gedanken machen, wenn es soweit ist.

#der vater meiner freundin war bei einem fachanwalt für erbrecht.
ergebnis: er kann an der sache nix rütteln.#
Na, dann ist er ja jetzt wohl schlauer und um einige Euros ärmer! ;)



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#5
 Von 
sika0304
Status:
Schlichter
(7944 Beiträge, 2922x hilfreich)

Eigentum kann man nicht vor der Versteigerung schützen, weil ein Wohnrecht im Grundbuch eingetragen ist (das hätte der Fachanwalt für Erbrecht schon erklären können).
Bei einer Zwangsversteigerung (z.B. durch das Finanzamt, weil Grundsteuer nicht gezahlt wurde) kann das Wohnrecht auch gelöscht werden (sonst würden ja alle, die von einer Zwangsversteigerung bedroht sind, schnell ein Wohnrecht eintragen.

Und wenn es ein Berliner Testament gibt, dann könnte es vielleicht sein, dass die Eintragung des Wohnrechtes durch die Oma gar nicht möglich gewesen wäre. Da aber dem Fachanwalt für Erbrecht wohl alle Schriftstücke vorlagen - im Gegensatz zu uns - ist seine Antwort vermutlich korrekt.

Und vielleicht sollte wirklich auf das Erbe verzichtet werden, es sei denn, der Vater - wenn der dann tatsächlich Erbe wird - hat Lust auf "Recht, Prinzipt" usw. in seinem Alter zu streiten.

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