Mutter muss nach 10 Jahren Wohnung verlassen

11. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
go643955-17
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Mutter muss nach 10 Jahren Wohnung verlassen

Hallo zusammen, ich habe eine Frage. Unser (2 Tochter, jüngster Bruder) Vater hat von Sohn 2021 EigentumsWohnung gekauft, nachdem der Sohn in eine größere mit seiner Familie(2 Kinder) umgezogen ist. Das Geld ist nachweislich komplett bezahlt worden.
Zu notariellen Überschreibung kam offenbar nicht, da Papa plötzlich verstorben ist 2012.
Aber Mama zog in diese Wohnung ein und wir beide Töchter waren überzeugt, dass die Wohnung der Mama gehört und sie für ihre alte Jahre warme behindertengerechte Wohnung hat in Stadt, und muss nicht in kalten Haus in Dorf alleine leben.
Vor einem Jahr hörten wir jedoch, dass sie die Wohnung verlassen soll zugunsten der 20-jährigen Kind ihres Sohnes.
Unser Bruder hat uns auf Nachfrage eine schriftliche Erklärung vorgelegt, datiert auf 2015, dass die Mutter auf die Wohnung verzichtet hat und er und seine Frau haben der Mutter von exakten Preis der Wohnung zurück überwiesen.
Diese Erklärung haben ihr Sohn, ihre Schwiegertochter und sie selbst unterschrieben.
Wir Töchter machen uns sehr viele Sorgen um unsere nzwischen 87 jährige Mutter, weil sie krank ist und in Dorf hat sie nicht einmal Nachbarn. In der kleinen Wohnung in der Stadt war sie dagegen gut aufgehoben.
Meine Schwester ist chronisch krank, aber sie wohnt in der Nähe der inzwischen von Mutter verlassenen Wohnung und konnte öfter nach Mama schauen und sie mit Lebensmittel versorgen oder zu Arzt begleiten. Das ist jetzt nicht mehr möglich, da zu den Dorf kaum Busse fahren. Ich wohne mit meiner noch lernender Tochter über 700 km von der Stadt und Dorf entfernt in einer kleinen Spitzboden-Wohnung, wo im Haus kein Aufzug gibt /5Etage/.
Unsere Eltern haben Berliner Testament abgeschlossen.
Jedoch bei Verkauf von Vaters Auto 2012 haben wir alle Kinder und Mutter ein Dokument unterschrieben. Doch bei der Wohnung sind unsere Unterschrifften irrelevant? Warum entscheidet darüber die Frau des Bruders mit?
Wieso wurden wir nicht einmal darüber unterrichtet?
Wir haben keine Chance gehabt, zu der Zeitpunkt eine Alternative für würdige Unterkunft für die betagte Mutter finden.
Die Wohnungen sind inzwischen viel teuer geworden.
Haben Sie vielleicht ein Rat?
Inwiefern ist so eine Erklärung über Resignation von der Wohnung gültig?
Für jede Antwort werde ich Ihnen sehr sehr dankbar!
Schönen Montag an Alle

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
go643955-17
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Sorry, die Wohnung ist nicht 2021 sondern 2012 von Vater gekauft

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
go643955-17
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Sorry, die Wohnung ist nicht 2021 sondern 2012 von Vater gekauft

-- Editiert von User am 11. September 2023 12:52

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7208 Beiträge, 1514x hilfreich)

Zitat (von go643955-17):
Jedoch bei Verkauf von Vaters Auto 2012 haben wir alle Kinder und Mutter ein Dokument unterschrieben.


soweit so gut, aber der Vater ist ja dann verstorben und es gab eine andere Regelung.

Zitat (von go643955-17):
Wieso wurden wir nicht einmal darüber unterrichtet?


Wieso haben Sie damals nicht gefragt? Leider passieren diese Dinge , wenn Menschen versterben.

Zitat (von go643955-17):
In der kleinen Wohnung in der Stadt war sie dagegen gut aufgehoben.


Aber dennoch weitestgegend alleine. Und wenn Ihre Mutter nun in ein Pflegeheim zieht?

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#4
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3527 Beiträge, 558x hilfreich)

Evtl. hat die Mutter noch einen Teil des Geldes und dazu offenbar ein Haus auf dem Land. Dieses kann doch verkauft oder vermietet werden, für einen Platz in einem Pflegeheim oder im betreuten Wohnen.
Für die monatlichen Zahlungen reicht dieses Geld sicher einige Zeit.

Zitat (von go643955-17):
Warum entscheidet darüber die Frau des Bruders mit?
Wieso wurden wir nicht einmal darüber unterrichtet?

Das müssen sie ihre Mutter an erster Stelle fragen, sie stimmte zu.
Wer hat die Vorsorgevollmacht für die Mutter?

Wichtig ist, dass die Mutter, ihrem Alter entsprechend versorgt wird, dass betrifft alle Kinder und deshalb wir ein Heimaufenthalt die einzige Lösung sein.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8410 Beiträge, 3772x hilfreich)

Bis hier verstehe ich ja noch, dass man Anspruch auf die Wohnung erhebt:

Zitat:
Das Geld ist nachweislich komplett bezahlt worden
Zu notariellen Überschreibung kam offenbar nicht, da Papa plötzlich verstorben ist


............aber wenn man dann den Kauf rückabwickelt:

Zitat:
Unser Bruder hat uns auf Nachfrage eine schriftliche Erklärung vorgelegt, datiert auf 2015, dass die Mutter auf die Wohnung verzichtet hat und er und seine Frau haben der Mutter von exakten Preis der Wohnung zurück überwiesen.


kann ich nicht mehr nachvollziehen, warum man meint, Anspruch auf die Wohnung zu haben.

Ich habe es aber nicht ganz im Detail gelesen, da sollte man einfach mal einen Anwalt drüber schauen lassen!

-- Editiert von User am 11. September 2023 16:37

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38435 Beiträge, 14002x hilfreich)

Wir haben hier ja einen Wohnungskauf, der letztlich stecken geblieben ist. Die Wohnung wurde nie den Eltern oder auch nur der Mutter übereignet. Der Kauf wurde rückabgewickelt, so dass insoweit kein Anspruch der Mutter besteht. So, also Eigentümer sind der Bruder und wohl auch dessen Frau. Deshalb ist auch die Frau in alles involviert, was mit ihrer Wohnung zu tun hat. Ihr steht da außen vor. So, jetzt haben die Eigentümer der Wohnung offensichtlich Eigenbedarf geltend gemacht, für den Sohn, die Mutter hat das akzeptiert und ist ausgezogen. Soweit ist m.E. alles klar.

Bleibt die Frage, wo die alte Dame in Zukunft am sinnvollsten untergebracht ist. Das kann sie alleine entscheiden; es bleibt Euch natürlich unbenommen, sie bei der Wohnungssuche in der Stadt zu unterstützen. Neben dem Pflegeheim gibt es ja noch Alternativen. Da sollte man sich schlau machen. Bei uns gibt es z.B. kleine altersgerechte Wohnungen, die auch professionell betreut werden. Träger ist die Kirche; also da muss man einfach mal gucken, was es in der Stadt evtl. mit Wartezeiten gibt.

Wenig Verständnis habe ich hinsichtlich des Hinweises auf den Mietzins. Es ist ja offensichtlich Vermögen da und ein Haus. Es gibt außerdem Wohngeld, Sozialgeld, Pflegegeld. Die Mutter kann also gut versorgt leben. Und ihr Vermögen ist primär für sie da, das muss nicht gespart werden für die Erben. Ich sehe jedenfalls nicht mal ansatzweise ein juristisches Fehlverhalten der Wohnungseigentümer.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Nana71
Status:
Lehrling
(1062 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von go643955-17):
Unser (2 Tochter, jüngster Bruder) Vater hat von Sohn 2021 EigentumsWohnung gekauft, nachdem der Sohn in eine größere mit seiner Familie(2 Kinder) umgezogen ist. Das Geld ist nachweislich komplett bezahlt worden.
Zu notariellen Überschreibung kam offenbar nicht, da Papa plötzlich verstorben ist 2012.


Ein Immobilienverkauf ohne notariell beurkundeten Kaufvertrag ist in D ungültig.

Und es ist auch absolut unüblich, den Kaufpreis schon vorher zu bezahlen.

Zitat (von go643955-17):
Inwiefern ist so eine Erklärung über Resignation von der Wohnung gültig?


M.E. ist hier kein Vertrag zustande gekommen, ergo wäre auch keine Erklärung über einen Verzicht nötig gewesen.

-- Editiert von User am 11. September 2023 18:57

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38435 Beiträge, 14002x hilfreich)

Ein Vertrag war zustande gekommen, nur er wurde nicht mit den erforderlichen Formalien umgesetzt, und später rückabgewickelt, auf der schuldrechtlichen Seite. Aber das ist Jahre her, interessiert hier nicht mal answatzweise.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
go644008-79
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Nana71):
Und es ist auch absolut unüblich, den Kaufpreis schon vorher zu bezahlen.


In Oktober 2012 sollten meine Kinder alleine die Großeltern besuchen. Ich habe nicht die Möglichkeit gehabt, mit zu fahren, weil ich meinen krebskranke Mann gepflegt habe. Am Vortag der Reise habe ich mit meinem Vater gesprochen... er hatte mir erzählt, dass er in Baumarkt eine Tiefpumpe für Gartenbrunnen gekauft hat und wird sie in Betrieb setzen. Ein paar Stunden später hat mein Bruder angerufen mit der Nachricht, dass Vater gestorben ist - plötzlichen Herztod.
Ich bin statt meiner Kinder dann doch zur Beerdigung gefahren.
Zu dem Zeitpunkt wussten wir alle nur, dass mein Vater, dem bewusst war, dass das alte Haus so viel an Energie und Kosten, und Kräfte braucht, von dem Bruder die Wohnung abgekauft hat, um in Alter dort mit unsere Mutter würdig leben können.
Das war uns allem, auch den Enkel, bekannt.
Dass die notarielle Übertragung nicht erfolgt war, ist uns nicht bekannt gewesen.
Meine Schwester und ich haben unser vollstes Vertrauen an unseren Bruder, der als Jurist (Arbeitsrecht) in öffentlichen Dienst arbeitet.
Ich musste direkt nach Beerdigung zu meinem Mann und Kinder zurück und stand komplett unter Schock.
Ich telefoniere mit meiner Mutter wenigstens ein mal wöchentlich. Sie war in der Jahren nach Vaters Tod in der Wohnung, welches der Vater meinem Bruder bezahlt hat.
Sie reguliert die Zahlungen für Nebenkosten wie regelrechte Besitzerin. Es war für uns Töchter so selbstverständlich, dass das ihre Wohnung ist.

Ich bin mit 24 Jahren aus elterlichen Haus ausgezogen, da es immer hieß, dass mein Bruder wird das Haus erben. Auch meine Schwester ist dort ausgezogen. Mein Bruder hat es immer bestätigt, aber die Frau von ihm wollte nicht auf dem Land wohnen.

Unsere Eltern haben der Bruder unterstützt , dass er sich erst eine kleine, dann bei Familienzuwachs, eine größere Wohnung in Stadt kauft. Aber die kleine wollten sie für Alter haben.

Vor einem Jahr habe ich meine Mutter zur Kur nach Usedom mit genommen... Erstes mal in Leben war ich 3 Wochen am einem Stück mit Mama alleine. Am Meer. Ich habe mich so gefreut, Ihr etwas Gutes zu tun... Bei meiner Vollzeitstelle und als alleinstehende -nach Tod meines Mannes- Mutter konnte ich leider nicht oft meine Mutter besuchen.

Da ging ich immer noch davon aus, dass die Wohnung ihr gehört... Am letzten Tag des Urlaubs sagte sie mir aber plötzlich, da sie aus der Wohnung raus muss, weil ihr Enkel, der 20jähriger Sohn meines Bruders, dort wohnen wird.

Ich habe dann mein Bruder und Schwägerin um Gespräch gebeten. Und mein Bruder sagte, dass die Wohnung nie Mama gehört hat.

Die Schwägerin tobte, dass unsere Mutter über Jahre ihnen keine Miete gezahlt hat...

Mein Bruder war bevollmächtigt, die rechtliche Angelegenheiten meiner Mutter zu regeln.

Auf meine Bitte sendete er mir eine Durchschrifft der Erklärung von 2015, dass meine Mutter von dem Verkauf zurück tritt, von ihm, Schwägerin und Mutter unterschrieben.

Es ist bitter es erst so spät zu erfahren und fast ein Jahr danach verstehe ich immer noch nicht, wieso taten die drei so, als ob...

Die exakte Summe für die Wohnung samt gesamter Ausstattung von 2012 haben Bruder und Schwiegertochter 2015 an meine Mutter zurück überwiesen.

Ist klar, dass es Nachhinein wie ein Dahrlehen, und kein Kauf war.

Es kämpft hier das möglicherweise korrektes rechtliches Vorgehen seitens der Bruder aber moralisch? Ich werde das Gefühl nicht los, dass es ein Vertrauensbruch ist.
Wenn meine Mutter eine professionelle Rechts- und Anlageberatung hätte, wenn sie das mit Absprache mit allen ihrer Kinder entschieden hätte, wäre das doch okay - jemand hat geschrieben, dass sie damit machen kann, was sie will.

Ist Ihre Entscheidung. Und sowieso ist alles gelaufen.

Denn heute kann sie für diese Summe, was ihr zum Verzicht auf warme Wohnung überwiesen wurde, keine auch winzigste Wohnung mehr kaufen und das 200 Jahre alte unbeheizte Haus mit undichten Dach ist weiter verfallen und de facto eine Ruine. Und wir alle Kinder mussen die Verantwortung übernehmen - die Optionen sind klar, betreutes Wohnen natürlich oder Pflegeheim. Das lehnt sie in Gesprächen stur ab...

Danke Euch vom Herzen für alle Antworten. Es hat mir sehr geholfen, als Perspektivenwechsel und was so rechtlich der Stand ist.

Es ist sehr schwer, die Emotionen hinter der Tür zu lassen und irgendwie kühl und objektiv zu agieren, wenn es um Mutter geht.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend

0x Hilfreiche Antwort

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