Recht auf Pflichtteil?

24. August 2012 Thema abonnieren
 Von 
guest-12301.06.2013 22:55:23
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)
Recht auf Pflichtteil?

Hallo an alle hier, ich habe Fragen bezüglich des Erbrechts.
Wie ist das , wenn ein Elternteil zu Lebzeiten den Grundbesitz auf den einen Sohn übertragen hat, bzw. diesem geschenkt hat, und der andere Sohn erhält nichts. Der Elternteil stirbt dann später. Hat der Sohn, der nichts erhalten hat zu Lebzeiten des Elternteils, dann noch Recht auf einen Pflichtteil oder nicht?
Und wie sieht es aus in so einem Fall, wenn der eine Sohn, der leer ausgegangen ist, erst viel später vom Tod des Elterteil erfährt?




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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2281 Beiträge, 1339x hilfreich)

Die Verjährung beginnt, wenn der Erbe vom Erbfall erfahren hat.
Vermögensgeschenke der letzten 10 Jahre fallen, jährlich
gemindert um 10 % zurück in die Erbschaft.
Ohne Testament sind Sie Miterbe, kein Pflichtteilsberechtigter.

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#2
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7963 Beiträge, 4488x hilfreich)

Wer ist das Elternteil verstorben, wer wurde Erbe? Wann hat der Sohn vom Tod erfahren?

Hier mal zum Nachlesen:
http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/broschueren_fuer_warenkorb/DE/Erben_und_Vererben.pdf?__blob=publicationFile

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#3
 Von 
guest-12301.06.2013 22:55:23
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank! vor langer Zeit gab es einen totalen bruch in der Familie, und Sohn A war viele Jahre weg. Nun, aktuell hat Sohn A in Erfahrung gebracht, dass der Vater nicht mehr lebt, aber er müsste sich noch nach dem Sterbedatum erkundigen, denn das ist ihm bis jetzt unbekannt. Auch hat er in Erfahrung gebracht, dass nur Sohn B ( sein Bruder) im Grundbuch verzeichnet ist, sonst niemand. Also hat der Vater seine Ankündigung damals wahr gemacht, dass er Sohn A sozusagen zu Lebzeiten viele Jahre vor seinem Tod enterbt bzw. den grundbesitz auf Sohn B übertragen hat. Ob ein testament vorgelegen hat vor dem Tod des Vaters, weiß Sohn A nicht , und er weiß auch nicht, wie er das herausfinden könnte. Auch gab es bestimmt noch lebensversicherungen und anderes an Nachlass. Sohn A hat das nie erfahren. Vielleicht deshalb, weil auch das alles Sohn B vermacht worden ist?

-- Editiert Hans1000 am 25.08.2012 21:00

-- Editiert Hans1000 am 25.08.2012 21:01

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#4
 Von 
little-beagle
Status:
Student
(2181 Beiträge, 1247x hilfreich)

Spannend sind insbesondere die Fragen:

a) Wann genau ist ihr Vater verstorben?
b) Wann genau hat er den Grundbesitz an den Bruder übertragen?
c) Was wurde vererbt (der Grundbesitz wurde ja scheinbar verSCHENKT und nicht vererbt)?
d) Wer sind die Erben? Wenn es kein Testament gibt, sind das alle leiblichen Kinder zu gleichen Teilen.

Wenn b) mehr als 10 Jahre vor a), wird's nichts mehr geben - wenn
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#5
 Von 
guest-12301.06.2013 22:55:23
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke.
Ja, das ist durchaus möglich oder sogar höchstwahrscheinlich, dass der Vater den grundbesitz vor mehr als 10 Jahre vor seinem Tod an den Sohn B verschenkt hat. Dh also dass Sohn A dann auch keinen Pflichtteil mehr erhält, wenn ich das richtig verstanden habe.
Was ist mit dem übrigen Nachlass, falls einer vorhanden war?
Wie kann Sohn A das alles überhaupt in Erfahrung bringen?

Frge noch zu xxsirodxx's Beitrag, er schreibt:
Die Verjährung beginnt, wenn der Erbe vom Erbfall erfahren hat.
Vermögensgeschenke der letzten 10 Jahre fallen, jährlich
gemindert um 10 % zurück in die Erbschaft.


Beträgt die Verjährung 10 Jahre?
Was heißt :
Vermögensgeschenke der letzten 10 Jahre fallen, jährlich
gemindert um 10 % zurück in die Erbschaft.
?
Kann mir jemand ein anschauliches Bedispiel davon geben? Ich verstehe das nämlich nicht so richtig.
Vielen Dank!

-- Editiert Hans1000 am 26.08.2012 10:51

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#6
 Von 
guest-12301.06.2013 22:55:23
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

In der Broschüre von o.a. Link habe ich gerade gelesen, dass Pflichtteilsansprüche innerhalb von 3 Jahren ab Kenntnis des Erbfalls geltend gemacht werden müssen, spätestens jedoch nach 30 Jahren. Ja was nun: 3 Jahre oder 30 Jahre?
Worin besteht der Unterschied? Wann gelten die 3 Jahre und wann die 30 Jahre?

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#7
 Von 
guest-12301.06.2013 22:55:23
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Weitere Frage: Nehmen wir einmal folgendes an:
Der Vater hat also Sohn B vor mehr als 10 Jahren seinen grundbesitz geschenkt. Die Schulden , die auf dem Grundbesitz waren, hat der Vater aber selber behalten und weiter abbezahlt bis zu seinem Tod. Nach dem Tod bleiben aber noch Lebensversicherung und Sparbücher und anderer Nachlass . Erbt Sohn A dann , falls er davon einen gesetzlichen pflichtteil erhalten würde, auch die Schulden mit? Wie sieht es dann aus?

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#8
 Von 
little-beagle
Status:
Student
(2181 Beiträge, 1247x hilfreich)

quote:
Der Vater hat also Sohn B vor mehr als 10 Jahren seinen grundbesitz geschenkt.


Dann gehört der Grundbesitz nun Sohn B und Du hast keinerlei Anspruch auf Erbe oder Pflichtteil diesbzgl.

quote:
Die Schulden , die auf dem Grundbesitz waren, hat der Vater aber selber behalten und weiter abbezahlt bis zu seinem Tod.


Das ändert nichts daran; einzig ein Wohn- oder Nießbrauchsrecht würde die 10-Jahre-Regel außer Kraft setzen, weil dann nicht der Sohn, sondern der Vater von dem Grundbesitz profitiert hätte. Wichtig ist auch, ob er das Recht HATTE, nicht ob er davon Gebrauch gemacht hat - das sollte aus dem Grundbuch hervorgehen!

quote:
Nach dem Tod bleiben aber noch Lebensversicherung und Sparbücher und anderer Nachlass . Erbt Sohn A dann , falls er davon einen gesetzlichen pflichtteil erhalten würde, auch die Schulden mit? Wie sieht es dann aus?


Erstmal ist ja die Frage, ob Sohn A überhaupt enterbt wurde. Sonst gibt's auch keinen Pflichtteil. Also: Hat der Vater ein Testament verfasst, und ist dieses gültig?

Falls nein: Sohn A und B erben jeweils zur Hälfte.

Falls ja und Sohn A enterbt: Sohn B erbt alles, Sohn A hat Anspruch auf seinen Pflichtteil (50% seines Erbteils, also 25% vom Ganzen)

Sohn A erbt also entweder 50% des Nachlasses oder hat Anspruch auf 25% des Wertes (in bar) gegenüber seinem Bruder, je nachdem, ob es ein Testament gibt oder nicht.

Der Nachlass ist die Differenz allen Vermögens abzgl. aller Schulden. Wofür der Vater die Schulden gemacht hat (ob für sich, den Grundbesitz von Sohn B oder das Spielkasino) ist unwichtig.

Sollte der Nachlass negativ (überschuldet) sein, steht es den Söhnen jeweils frei, das Erbe abzulehnen (wird ein wenig spät dafür sein, 6 Wochen nach Todeskenntnis) oder (im Fall Sohn B bei vorhandenem Testament, das ihn entwerbt) natürlich den Pflichtteil nicht einzufordern.

quote:
Vermögensgeschenke der letzten 10 Jahre fallen, jährlich
gemindert um 10 % zurück in die Erbschaft.?


Bsp.: V schenkt Sohn A (S_a) ein Haus im Wert von 300.000,- EUR. S_b erhält nichts. 8 Jahre später stirbt der V. 2/10 ( (10 Jahre - 8 Jahre)/10 ) % von diesen 300.000,- EUR werden nun der Erbmasse zugeschlagen, d.h. S_b hat Anspruch auf 30.000,- EUR (50% von 60.000,- EUR) von S_a.

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#9
 Von 
Rechtsanwalt Heiko Tautorus
Status:
Schüler
(264 Beiträge, 168x hilfreich)


Rufen Sie beim Nachlassgericht am ehemaligen Wohnort Ihres Vaters an und präzisieren Sie Ihre Angaben hinsichtlich Daten und Stellung.

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"Rechtsanwalt
Heiko Tautorus

Bönischplatz 11
01307 Dresden

Tel.: 0351 - 479 60 900
Fax: 0351 - 479 60 901

service@ra-tautorus.de
www.ra-tautorus.de"

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