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Schenkungssteuer bei Wohnhausneubau - Grundstück nicht vorher übertragen

Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
dirtyherri
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)
Schenkungssteuer bei Wohnhausneubau - Grundstück nicht vorher übertragen

Hallo,

meine Frau und ich haben folgendes Problem:
Wir haben im Herbst 2018 begonnen, eine Einfamilienhaus in das Grundstück meiner Mutter zu bauen und letztendlich vergessen das Grundstück vorher herausmessen und auf uns übertragen zu lassen.

Vor kurzem waren wir beim Notar, nachdem das Vermessungsamt sich nach ca. 8 Monaten bequemt hat das Grundstück zu vermessen, um die Teilung zu beantragen. Meine Mutter will einen Teil ihres Grundstücks auf meine Frau und mich übertragen.

Jetzt stellt sich das Problem, dass es sich nicht mehr allein um das Grundstück handelt, sondern dieses mit einem fast fertigen Wohnhaus bebaut ist. Wertgegenstand des Grundstücks ist somit nicht mehr EUR 40.000, sondern zuzüglich des Wohnhauses. Auf meine Frau werden 50% übertragen, was beim Grundstückswert kein schenkungssteuerrechtliches Problem darstellt (Freibetrag EUR 20.000). Wenn man das Wohnhaus mit einbezieht, sieht das ganz anders aus, z. B. Gesamtwert ca. EUR 300.000, was bedeuten würde, dass wir auf den Anteil meiner Frau abzüglich Freibetrag, somit auf EUR 130000 Schenkungssteuer bezahlen müssten. Die Kosten (Darlehen) des Wohnhauses wurden vollständig von meiner Frau und mir übernommen.
Der Notar hat uns geraten, diese vorher abzuklären. Das Finanzamt hat sich noch nicht geäußert.

Kann mir hier jemand weiterhelfen, ob das FA nur die Übertragung des reinen Grundstücks beachtet und somit keine Schenkungssteuer anfällt (was auch ursprünglich so angedacht war) oder ob es das Haus mit einbeziehen muss?

Als Alternative käme eine Übertragung nur auf mich in Frage und eine spätere Übertragung von mir auf meine Frau (hälftiger Anteil), was allerdings doppelte Notarkosten auslöst.

Vielen Dank im Voraus.

VG
Matthias


-- Editiert von Moderator am 04.12.2019 08:57

-- Thema wurde verschoben am 04.12.2019 08:57

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Haus Grundstück Anteil Frau


1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5646 Beiträge, 3629x hilfreich)

Zitat:
Die Kosten (Darlehen) des Wohnhauses wurden vollständig von meiner Frau und mir übernommen.

Da man "vergessen" hat, das Grundstück zu teilen, lastet die Grundschuld nunmehr auf dem Gesamtgrunstück der Mutter. Nach Vermessung muss dann die Bank dazu bewegt werden, das Restgrundstück der Mutter aus der Haftung zu entlassen, so dass die Grundschuld nur auf dem Teil lastet, das man überschrieben bekommt. Somit entstehen nochmal Kosten bei der Bank und Grundbuchkosten für die Mithaftlöschung der Grundschuld. Diese zusätzlichen Kosten lassen sich nicht vermeiden.
Zitat:
Vor kurzem waren wir beim Notar, nachdem das Vermessungsamt sich nach ca. 8 Monaten bequemt hat das Grundstück zu vermessen, um die Teilung zu beantragen.

Was kann das Vermessungsamt dafür, wenn die Anträge so spät gestellt werden? Der Antrag auf Teilung wird übrigens nicht vom Vermessungsamt gestellt, sondern vom Grundstückseigentümer.
Zitat:
Kann mir hier jemand weiterhelfen, ob das FA nur die Übertragung des reinen Grundstücks beachtet und somit keine Schenkungssteuer anfällt (was auch ursprünglich so angedacht war) oder ob es das Haus mit einbeziehen muss?

Die Schenkung bezieht sich auf den Wert zum Zeitpunkt der Schenkung (somit mit Wohnhaus).
Zitat:
Als Alternative käme eine Übertragung nur auf mich in Frage und eine spätere Übertragung von mir auf meine Frau (hälftiger Anteil), was allerdings doppelte Notarkosten auslöst.

... im Gegenzug aber Steuern spart.

Der Fachmann hierfür ist übrigens ein Steuerberater.

-- Editiert von cruncc1 am 04.12.2019 07:44

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