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Testament: Ab wann ist das Testament "zur Kenntnis genommen"

21.3.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Erbe Bruder Notar
 Von 
miedelsbacher
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 12x hilfreich)
Testament: Ab wann ist das Testament "zur Kenntnis genommen"

Es geht um ein gemeinsames Erbe (mein Bruder und ich). Meinem Bruder wurde ein Übernahmerecht für das Grundstück der Mutter eingeräumt. Todestag Anfang Februar. Das Testament lag meinem Bruder und mir in beurkundeter Schriftform ab ca. 10.2.2020 vor. Das Übernahmerecht kann "innerhalb von 6 Monaten ab Anfall und Kenntnis des Vermächtnisses" geltend gemacht werden. Nun die Frage: Gilt dies nun ab Anfall (Todestag 8.2.), Kenntnis (ca. 10.2.) oder erst ab dem Termin der Testamentseröffnung durch den Notar (steht noch nicht fest)? Denn ab diesem Termin + 6 Monaten gehe ich davon aus, dass die weiteren Bestimmungen hinfällig sind und das Erbe "einfach nur" hälftig geteilt wird.
Danke
UC

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Erbe Bruder Notar


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AR0710
Status:
Schüler
(385 Beiträge, 65x hilfreich)

Also, Testamente werden vom Nachlassgericht eröffnet, nicht vom Notar. Dieses ist den Beteiligten bekannt zu geben. Mit Bekanntgabe fangen die Fristen an zu laufen.

-- Editiert von AR0710 am 22.03.2020 06:06

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#2
 Von 
nonjura
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 32x hilfreich)

Sofern das Testament vom Amtsgericht übersandt wurde, gilt Datum dieses Zuganges. Wurde dieses notarielle Testament in den Unterlagen des Verstorbenen gefunden, sollte dies auch im Zentralregister erfasst sein. Man sollte dann nicht auf den Notar warten, sondern sich direkt mit dem zuständigen Nachlassgericht in Verbindung setzen.

Aus welchem Teil man hier eine Frist von 6 Monaten sieht? Die Einforderung eines Vermächtnisses verjährt meines Wissens ebenso wie der Pflichtteil nach 3 Jahren.

Signatur:Das ist kein juristischer Rat. Ich gebe nur meine Erfahrung weiter.
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#3
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5910 Beiträge, 3752x hilfreich)

Zitat (von nonjura):
Man sollte dann nicht auf den Notar warten...

Welchen Notar? Der Notar hat nach der Beurkundung nichts mit dem Testament zu tun - er muss es in die amtlichen Verwahrung beim Amtsgericht geben.

https://www.gesetze-im-internet.de/beurkg/__34.html

Zitat:
Die Einforderung eines Vermächtnisses verjährt meines Wissens ebenso wie der Pflichtteil nach 3 Jahren.

Die Verjährungfrist bei einem Grundstücksvermächtnis beträgt 10 Jahre.

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#4
 Von 
nonjura
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 32x hilfreich)

Zitat (von cruncc1):

Welchen Notar? Der Notar hat nach der Beurkundung nichts mit dem Testament zu tun - er muss es in die amtlichen Verwahrung beim Amtsgericht geben.

Wenn ich nicht irre, kann ich im notariellen Testament die Verwahrung bei Gericht aus Kostengründen ausschließen. Mag sein, dass dies nur für ältere Testamente zutreffend ist/war.

Signatur:Das ist kein juristischer Rat. Ich gebe nur meine Erfahrung weiter.
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#5
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5910 Beiträge, 3752x hilfreich)

Zitat:
Wenn ich nicht irre, kann ich im notariellen Testament die Verwahrung bei Gericht aus Kostengründen ausschließen. Mag sein, dass dies nur für ältere Testament zutreffend ist/war.

Nein, das war und ist nicht möglich - auch nicht bei älteren Testamenten.

Vll verwechselt du das mit einem Erbvertrag? Dieser kann beim Notar verbleiben.

-- Editiert von cruncc1 am 23.03.2020 19:47

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#6
 Von 
nonjura
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 32x hilfreich)

Ok, du hast mich überzeugt:-)
Ich hatte das „Berliner Testament" meiner Schwiegereltern im Sinn, welches als Erbvertrag beurkundet wurde. Ein Ausflug auf den Dachboden, ein paar Staubläuse - aber wieder was gelernt.

Signatur:Das ist kein juristischer Rat. Ich gebe nur meine Erfahrung weiter.
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