Übergabe Haus von Eltern (geschieden) an Kind(er)

19. Januar 2020 Thema abonnieren
 Von 
Sildi
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Übergabe Haus von Eltern (geschieden) an Kind(er)

Guten Morgen,

Wir beschäftigen uns schon eine Weile mit dem Thema und haben schon sehr viel gelesen, kommen aber nicht weiter.

Die Situation ist folgende:
Meine Eltern sind geschieden und das Haus wurde bei der Scheidung aufgeteilt. Die Wohnung im OG und ein Teil des Grundstücks gehört meinem Vater, der aber nicht mehr hier wohnt, der Rest meiner Mutter, die auch noch im Erdgeschoss wohnt. Ich wohne aktuell zur Miete im OG, als Mieterin meines Vaters.
Da mein Bruder kein Interesse hat hier zu wohnen, sind sich alle einig, dass das Haus an mich übergehen soll. Da beide Elternteile noch verschuldet sind, dachten wir, dass es die beste Lösung wäre wenn ich die jeweiligen Anteile von meinen Eltern abkaufe und meiner Mutter ein lebenslanges Wohnrecht einräume.
Alle sind der Meinung, dass ich meinem Bruder dann ja einen Ausgleichsbetrag zahlen müsse, damit er nicht leer aus geht.
Wir würden uns diesbezüglich auch gerne beraten lassen, wissen aber gar nicht so recht wohin man sich in so einem Fall wenden muss? An einen Anwalt? Einen Notar? Wie geht man denn am besten vor?
Gibt es wichtige Dinge zu beachten, die man selbst wissen muss? Ich weiss nicht mal, ob ich damit im Bereich Erbrecht richtig bin, oder wo sowas zugeordnet werden muss.
Vielleicht hatte jemand ja auch einen ähnlichen Fall.

Ich hoffe mir kann jemand helfen, herzlichen Dank!

-- Editiert von Sildi am 19.01.2020 09:28

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47196 Beiträge, 16726x hilfreich)

Die Pflicht, einen Ausgleichsbetrag gibt es ohnehin nicht.

Wenn eine Immobilie an ein Kind verschenkt wird, dann wird aus Gründen der Fairness häufig ein Ausgleichsbetrag gezahlt.

Wenn Du das Haus jedoch zu einem angemessenen Preis kaufst, dann gibt es keinen Grund für die Zahlung eines Ausgleichsbetrag. Ein Fremder würde bei einem Kauf ja auch keinen Ausgleich zahlen.

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#2
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7960 Beiträge, 4487x hilfreich)

Zitat:
Meine Eltern sind geschieden und das Haus wurde bei der Scheidung aufgeteilt. Die Wohnung im OG und ein Teil des Grundstücks gehört meinem Vater...

Zitat:
Da beide Elternteile noch verschuldet sind, dachten wir, dass es die beste Lösung wäre wenn ich die jeweiligen Anteile von meinen Eltern abkaufe und meiner Mutter ein lebenslanges Wohnrecht einräume.

Offensichtlich wurde das Haus in Wohnungseigentum aufgeteilt? Eigentümer der oberen Wohnung ist der Vater und Eigentümer der unteren Wohnung ist die Mutter?

Zunächst würde ich empfehlen, einen Steuerberater aufzusuchen und dann einen Notar.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Sildi
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cruncc1):
Zitat:

Offensichtlich wurde das Haus in Wohnungseigentum aufgeteilt? Eigentümer der oberen Wohnung ist der Vater und Eigentümer der unteren Wohnung ist die Mutter?

Zunächst würde ich empfehlen, einen Steuerberater aufzusuchen und dann einen Notar.


Ja genau so ist es. Beide können mir das Haus nicht schenken, da beide noch Kredite abzahlen müssen. Deshalb die Überlegung, dass ich die Anteile von beiden abkaufe, da schenken aktuell nicht möglich ist und wir wollen nicht bis zum Erbfall warten, damit beide zu Lebzeiten noch ihre Kredite abzahlen und entsprechend leben können. Alle verstehen sich gut und vernünftige gemeinsame Gespräche sind trotz der Scheidung gott sei Dank möglich. Meine Eltern hatten nur das Gefühl, dass mein Bruder dabei schlecht weg kommt, weil dann ja quasi nichts mehr zu erben da ist. Mein Bruder möchte das Haus aber definitiv nicht kaufen bzw. bewohnen. Und bisher wussten wir einfach nicht wie wir das Ganze anfangen und an wen man sich in Sachen Beratung wenden sollte. An einen Steuerberater haben wir bisher gar nicht gedacht.

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#4
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7960 Beiträge, 4487x hilfreich)

Zitat:
Beide können mir das Haus nicht schenken, da beide noch Kredite abzahlen müssen.

Klar geht das, das macht nur keinen Sinn. Durch eine Schenkung ändert sich nichts an den zugrunde liegenden Darlehensverhältnissen. Sie müssten den Kredit zurückzahlen und hätten keine Immobilie mehr.
Zitat:
Meine Eltern hatten nur das Gefühl, dass mein Bruder dabei schlecht weg kommt, weil dann ja quasi nichts mehr zu erben da ist.

Diese Überlegung kann ich nicht verstehen.

Wenn die Immobilie zu einem angemessenen Preis verkauft wird, haben die Eltern statt der Immobilie eben den Gegenwert in bar (bzw. weniger Schulden) - das kommt dann auf dasselbe raus.


P.S: Bitte nicht auf "zitieren" klicken, sondern auf "anworten". ;)

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#5
 Von 
Sildi
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, das stimmt wohl . Wahrscheinlich sind wir alle gedanklich einfach naiv und ahnungslos . Es sollen nur alle fair berücksichtigt werden. Deshalb wollten wir uns ja gerne von jemandem beraten lassen, dem wir die Situation schildern und uns unsere Möglichkeiten erklärt.

Ich sehe es eben so, dass mein Bruder im Falle eines Kaufs einfach raus ist. Er will es ja auch gar nicht kaufen. Man kann und darf ja sowieso keinen viel niedrigeren Kaufpreis als Marktüblich ansetzen. Aber auch dafür bräuchten wir einfach jemanden der uns sagt, welche Beträge hier möglich sind.

Im Falle einer Schenkung würde ich ja einsehen ihm eben einen Ausgleich zu zahlen.

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#6
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7960 Beiträge, 4487x hilfreich)

Zitat:
Man kann und darf ja sowieso keinen viel niedrigeren Kaufpreis als Marktüblich ansetzen.

Selbstverständlich kann und darf man das. Die Differenz zum Verkehrswert ist eine Schenkung (nennt sich "gemischte Schenkung").
Zitat:
Aber auch dafür bräuchten wir einfach jemanden der uns sagt, welche Beträge hier möglich sind.

Das kann dir hier keiner sagen. ;)

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#7
 Von 
Sildi
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Das is mir schon klar, ich hab mir J erhofft, dass mir hier jemand sagen kann wohin ich mich in diesem Fall wenden sollte.
Der Tipp mit dem Steuerberater hat schon mal geholfen, da wäre ich nie drauf gekommen

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#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31472 Beiträge, 5567x hilfreich)

Für alle weiteren einvernehmlichen Ideen und Überlegungen in Richtung Haus vererben/verkaufen/Erbe teilen...usw.
Man könnte sich jetzt mal überlegen, ob man sich den aktuellen Verkehrswert mal ermitteln lässt.
Alle 5-10 Jahre kann man das machen in der schnelllebigen Zeit... oder je nach Alter der Eltern.

Dann hat man als Basis den Wert des Hauses mit 2 Wohnungen. Sind das überhaupt auch baulich eigene/abgeschlossene Wohnungen?
Dann hat man einen Euro-Verkehrswert, der das Wohnrecht der Mutter berücksichtigt.
Dann kann man Scheibchen schneiden.
Wird man sich zu viert einig, kann man das vertraglich festklopfen. Mit einem Notarvertrag.

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Sildi
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

OK, vielen Dank.
Ja es sind zwei getrennte Wohnungen, mit extra Stromzähler etc. In einer Wohnung soll dann Mama untergebracht werden mit lebenslangem Wohnrecht.

Da die letztens 20 Jahre nichts mehr gemacht wurde stünden auch demnächst die üblichen Renovieren an, die ich dann ja auch auf mich nehmen würde.

Bisher sind halt außer mir nur alle der Meinung, dass ich der Fairness wegen meinem Bruder dann auch was zahlen müsste. Aber dann kommen wir was das betrifft ja vielleicht mit Steuerberater und Notar weiter?

Gibt es Empfehlungen wie man möglichst einfach und natürlich kostengünstig den Verkehrswert schätzen lassen kann?
Danke für eure geduldigen Antworten auf für euch sicher blöde Fragen :grins:

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31472 Beiträge, 5567x hilfreich)

Zitat (von Sildi):
was das betrifft ja vielleicht mit Steuerberater und Notar weiter?
Warum sollte ein Steuerberater und/oder Notar dir oder euch denn sagen, ob und wie viel für deinen Bruder *abfallen* sollte? Oder was das Haus wert ist?

Es darf also alles 0+nichts kosten?
Dann schaut doch mal ins Internet oder ins Schaufenster eines örtlichen Maklers, was für ähnliche Objekte in eurer Gegend aufgerufen wird.
Oder fragt den Makler, was er schätzt... aber bitte keinen Vertrag mit ihm schließen.
Es geht ja nur um einen ganz groben Richtwert---als Diskussionsgrundlage.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Sildi
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Es darf auch was kosten, wenn es sinnvoll und notwendig ist. Da ich keine ahnung habe, frage ich lieber, bevor man hinterher schlauer ist.

Ich hatte gehofft, dass man sich einfach irgendwo ausführlicher beraten lassen kann, wir haben aber nichts gefunden. Für einen Laien erschließt es sich eben nicht unbedingt ob man für sowas nen Anwalt benötigt, einen Notar oder wen auch immer. Und was davon ein 'muss', ein 'kann' oder ein 'wäre ratsam' ist. Ich habe mich bisher nie mit solchen Themen beschäftigt.

Deshalb frage ich ja hier und eure Antworten haben schon etwas Licht ins Dunkel gebracht, dass ich wenigstens mal irgendwie weiter komme. Herzlichen Dank für alle Antworten.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47196 Beiträge, 16726x hilfreich)

Zitat:
Bisher sind halt außer mir nur alle der Meinung, dass ich der Fairness wegen meinem Bruder dann auch was zahlen müsste.


Es wird aus den bisherigen Darstellungen nicht klar, warum alle der Meinung sind, dass Du Deinem Bruder etwas zahlen musst und warum Du anderer Meinung bist.

Zitat:
Aber dann kommen wir was das betrifft ja vielleicht mit Steuerberater und Notar weiter?


Ich glaube nicht, dass Dir Steuerberater oder Notar bei dieser Frage wirklich weiter helfen können.

Erkläre doch mal ganz genau mit Hilfe von Beispielzahlen, warum Du meinst, nichts an Deinen Bruder zahlen zu müssen. Dann bekommst Du hier auch Kommentare, ob die Auffassung geteilt wird oder nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Vermieterheini1
Status:
Beginner
(131 Beiträge, 11x hilfreich)

Ich gehe davon aus, dass der Käufer die gesamten Schulden übernimmt.
D.h.. nach dem Kauf von beiden Elternteilen sind die Eltern "Haus"-schuldenfrei, da die Schulden mitverkauft werden.
Die Frage ist, wieviel ist das Haus wert, nachdem die gesamten Schulden abgezogen wurden.
Zusätzlich muss das Wohnrecht für die Mutter betragsmäßig abgezogen werden.
Danach wird der Kaufpreis an beide Elternteile abgezogen. (Was man kauft, kann keine Schenkung sein.)
Sollte das Kind bis zum Tode der Mutter für diese Pflegeleistungen erbringen, sind auch diese betragsmäßig abzuziehen.
Der Rest ist der "Schenkungswert".
Nur von diesem "Schenkungswert" hat der Bruder moralisch einen 50 % Anspruch.

Rechtlich kann er nur seinen Pflichtteil bzw. Pflichtteilergänzungsanspruch beanspruchen.
Die Frage ist zu welchem Zeitpunkt der Pflichtteilanspruch besteht.

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Steuerberater Wozu?
Jeder Elternteil kann jedem Kind alle 10 Jahre 400.000 € schenkungsteuerfrei schenken.

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Was gebraucht wird ist eine Immobilienbewertung - falls das Erbschaftsfinanzamt das fordert.


===========================

Was man unbedingt beachten sollte sind die Schulden bei der Bank.
Nicht dass die Bank den Verkauf zum Anlass nimmt die Sicherheiten für die Schulden neu zu bewerten - in Hinblick auf das Verlangen nach MEHR Sicherheiten.

-- Editiert von Vermieterheini1 am 22.01.2020 17:19

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7960 Beiträge, 4487x hilfreich)

Zitat (von Vermieterheini1):
Ich gehe davon aus, dass der Käufer die gesamten Schulden übernimmt.

Die Schulden werden normalerweise mit dem Kaufpreis abgelöst.

-- Editiert von cruncc1 am 22.01.2020 18:36

0x Hilfreiche Antwort

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