Übernahme Einfamilienhaus der Eltern

19. Mai 2005 Thema abonnieren
 Von 
Hoa
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Übernahme Einfamilienhaus der Eltern

Hallo liebe Forummitglieder,

folgende Situation: Meine Eltern, beide über 60 Jahre, leben seit diesem Jahr von ihrer Rente.
Aufgrund verschiedener Umstände ist ihr Haus jedoch noch längst nicht abbezahlt, was sich bei der relativ geringen Rente als Problem aufgetan hat. Meine Frau und ich suchen jetzt nach einer Lösung.
Dabei haben wir daran gedacht, das Haus der Eltern zu übernehmen, in die Verbindlichkeiten bei der Bank einzutreten und gleichzeitig ein lebenslanges Wohnrecht für die Eltern ins Grundbuch eintragen zu lassen - bei einer noch zu vereinbarenden, monatlichen Miete.
Da dies ein sehr komplexes Thema ist, möchten wir sichergehen, dass wir keine wichtigen Punkte außer Acht lassen:

Noch einige Details zum Haus: Baujahr 1981, Kaufpreis damals ca. 150.000 Euro, Erbbaugrundstück über ca. 270 qm mit schätzungsweise zu zahlendem Erbbauzins von 4 Euro pro qm, Wohnfläche ca. 105 qm.

1.) Ich habe noch zwei Geschwister. Wie sieht es hier mit eventuellen Abfindungen unter Berücksichtigung der noch bestehenden Belastung des Hauses aus?
2.) Falls beide Elternteile innerhalb der nächsten zehn Jahre versterben sollten, wird dann die Frage der Abfindung bei Verkauf des Hauses erneut gestellt?
3.) Ist es möglich, durch Vertrag eine Abfindungspflicht, die sich aus der Übernahme des Hauses ergibt, auszuschließen?
4.) Macht es mehr Sinn, das Haus auf mich, meine Frau oder auf Eheleute zu überschreiben?
5.) Muss der Grundstückseigentümer der Überschreibung zustimmen?
6.) Welche Kosten kommen auf uns zu (Notar, Grundbuchgeb. usw.)

Für die Beantwortung obiger Fragen sowie für weitere Hinweise bzw. Tipps sind wir sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Hoa

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47253 Beiträge, 16736x hilfreich)

1.) Einen rechtlichen Anspruch auf eine Abfindung gibt es zur Zeit nicht.

2.) Innerhalb von 10 Jahren nach einer Schenkung kann eine Pflichtteilergänzungsanspruch geltend gemacht werden. Der bezieht sich natürlich nur auf den Schenkungsanteil (Hauswert abzügl. belastung)

3.) Ja, die Geschwister müssten notariell darauf verzichten.

4.) Bei der Gestaltung sollte berücksichtigt werden, dass Deine Frau bezüglich der Schenkungssteuer nur einen Freibetrag von 10.300€ hat, Du jedoch einen Freibetrag in Höhe von 205.000€. Wenn das Haus also nicht an Dich alleine übertragen wird, fällt u.U. Schenkungssteuer an.

5.) Ja, das ist aber nur Formsache.

6.) Etwa 1-2% des heutigen Verkehrswertes.

Da Ihr bei so einer Konstruktion Vermieter werdet, müssen auch die steuerrechtlichen Aspekte betrachtet werden. Ich würde daher vor Vertragsabschluss eine entspechende ausführliche Beratung empfehlen.

Gegebenenfalls kann ein Kauf des Hauses sinnvoller sein. Dann würden die Fragen im Hinblick auf die Abfindung entfallen.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Hoa
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zunächst erst einmal vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten an HH.
Über einen Kauf des Hauses haben wir auch schon nachgedacht. Dabei ergab sich für uns jedoch folgende Frage:
Kann der Kaufpreis individuell vereinbart werden, d.h. auch unterhalb des Verkehrswerts, oder ergeben sich dabei rechtliche Hindernisse?
Ist eventuell die Differenz zwischen Verkehrswert und Kaufpreis einer Schenkung gleichzusetzen?

Gruß,
Hoa

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47253 Beiträge, 16736x hilfreich)

Abweichungen vom verkehrswert nach unten kann es natürlich auch bei einem verkauf an Fremde geben. Solange das in diesem Rahmen bleibt, ist das ok.

Sollte aber als Kaufpreis nur z.B. der halbe Verkehrswert vereinbart werden, dann ist die andere Hälfte eine Schenkung.

Das gilt analog natürlich auch beim Kauf des Nießbrauches. Der Wert des Nießbrauches für jemanden, der noch inder Blüte seines Lebens steht, erreicht aber nahezu den Verkehrswert.

Ich sehe daher auch unter diesem Aspekt keinen nennenswerten Vorteil, wenn nur der Nießbrauch gekauft wird. Auch hier führt eine zu billige Übertragung des Nießbrauches zu einer Teilschenkung.

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