Uneinigkeit bei geerbten Hof mit Haus von Geschwistern - richtige Vorgehensweise bei den Anteilen?

27. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
Lisa44
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)
Uneinigkeit bei geerbten Hof mit Haus von Geschwistern - richtige Vorgehensweise bei den Anteilen?

Hallo in die Runde,

angenommen es gibt folgenden Hintergrund:

3 Kinder erben zu gleichen Teilen einen Hof mit Haus und Stallungen auf ländlichem Gebiet im Raum Mecklenburg/Brandenburg von Ihrem Vater. Es gibt keine weiteren Personen mit Erbansprüchen.

Ein halbes Jahr ist nun vergangen und der beantragte Erbschein ist da. Laut Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus sind Geschäfte das Haus/Hof betreffend nur mit Einigung aller Kinder möglich.

2 Geschwister streben einen Verkauf an. Die übrige Erbin möchte die Anteile der Geschwister gern ablösen. Hierzu hat Sie in ihrem beruflichem Hintergrund wie mit ihren Geschwistern abgemacht vorerst eine Sachwertschätzung vornehmen lassen (angenommen diese Wertermittlung ist vergleichbar mit einem gerichtlichen bestellten Gutachten). Der Wert ist aufgrund des Alters, des Zustandes und sehr sehr geringen Restwohndauern eher unattraktiv.

Nun wurde den Geschwistern dieser Wert mitgeteilt (es sollen hier 40.000€ angenommen werden erweitert mit einem gefühlten Familienbonus um 11.000€ auf insgesamt 51.000€) und mit ein paar Tagen Bedenkzeit teilten sie der Kaufinteressentin ihr Angebot mit, da ihnen die Vorstellung über den zu erzielenden Wert viel zu gering erschien.

Es wurde ein vor vielen Jahren vorgebrachtes Gebot eines einheimischen Bauern in Höhe von 100.000€ + aufgeschlagenen fiktiv 15.000€ entgegengebracht. Das Vorgehen ist mit der Begründung hinterlegt worden, dass dieser Preis zu erzielen wäre, wenn sich alle einig wären und ein Verkauf mit Maximalertrag möglich wäre. Als Einordnung wurde dieser Preis gleichzeitig als Startgebot festgehalten.

Da dieser Preis zum einen nicht wirtschaftlich erscheint und der Kaufinteressentin finanziell nicht möglich ist, überlegt diese nun, sich von ihrem Gebot zurückzuziehen und die Geschwister um eine Bestätigung dieser preislichen Einordnung mittels eines verifizierten Kaufangebotes eines Interessenten bittet. Sie also mit dem Hof auf den Markt gehen lassen möchte, um Angebote einzuholen.

Haltet ihr dieses Vorgehen für üblich?
Der Kaufinteressentin könnte im Falle eines Interessenten, der einen so hohen Preis bietet der Hof als Ort verloren gehen, was einen 1/3-Anteil des Erlöses nicht aufwiegen kann. Zudem würde sich das Verhältnis aus ihrer Sicht zu den Geschwistern stark abkühlen, da diese rein an den Werterlös interessiert sind, und nicht auf die Belange der Kaufinteressentin eingehen. Die Schwierigkeiten und Spannungen sollen erst mit Start der Situation rund um die Trauer und den Verlust des Vaters entstanden sein.

Also, falls jemand hier seine Meinung schreibt oder Erfahrungen oder ggf. rechtliche Möglichkeiten wäre das wirklich sehr sehr hilfreich.

Danke vorab und einen schönen Abend.
LG Lisa44

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26 Antworten
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#1
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13622 Beiträge, 4344x hilfreich)

Hallo,

der richtige Weg ist eine Teilungsversteigerung (wenn man ein gutes Verhältnis hat geht das auch inoffiziel am Küchentisch, am Besten mit einer Art Schiedsrichter).

Dabei würden die beiden Geschwister die verkaufen wollen eher den Wert bieten der ihrer Meinung nach am Markt erzielbar ist, die dritte Partei muss dann halt darüber gehen.
Wenn es aber wirklich um Geld geht wird manchen dann plötzlich bewusst, dass das angebliche Angebot vielleicht gar nicht mehr der Realität entspricht. Und die andere Seite ist bereit, doch mehr zu zahlen.
Am Ende trifft man sich oft irgendwo in der Mitte.

Stefan

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#2
 Von 
Lisa44
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
der richtige Weg ist eine Teilungsversteigerung (wenn man ein gutes Verhältnis hat geht das auch inoffiziel am Küchentisch, am Besten mit einer Art Schiedsrichter).

Dabei würden die beiden Geschwister die verkaufen wollen eher den Wert bieten der ihrer Meinung nach am Markt erzielbar ist, die dritte Partei muss dann halt darüber gehen.
Wenn es aber wirklich um Geld geht wird manchen dann plötzlich bewusst, dass das angebliche Angebot vielleicht gar nicht mehr der Realität entspricht. Und die andere Seite ist bereit, doch mehr zu zahlen.
Am Ende trifft man sich oft irgendwo in der Mitte.

Hallo danke zunächst für die Antwort. Ich verstehe allerdings nicht ganz die Vorgeschlagene Vorgehensweise.
Ist eine Teilungsversteigerung nicht auch an externe Bieter gerichtet?
Hier wäre die Frage, wenn die eigentliche Kaufinteressentin diesem Verkauf nicht zustimmt, wer kauft denn die 2/3 Anteile eines Hofes auf einem abgeschiedenen Land. Sind dann die erzielbaren Werte für die Verkaufswilligen bedeutend geringer als wenn man den ganzen Hof als Ganzes verkauft?
Sorry für die Nachfrage.

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#3
 Von 
Roland-S
Status:
Student
(2591 Beiträge, 1199x hilfreich)

Zitat (von Lisa44):
Laut Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus sind Geschäfte das Haus/Hof betreffend nur mit Einigung aller Kinder möglich.
Zuerst ist zu klären, ob dies noch irgend eine bindende Wirkung hat. Juristisch IMHO nein - moralisch.....?

Nun möchten zwei der drei Erben Geld sehen, ein Erbe möchte den Laden zusammen halten. Über den Wert des Erbes und somit über die zu leistenden Zahlungen, gehen die Meinungen auseinander. Erzielt man hier keine Einigkeit, kann man sich lange und kostenträchtig darüber (zer)steiten. Oder, man initiiert die Teilungsversteigerung.
Durch diese erfährt man sehr zeitnah und aktuell, was für das Anwesen derzeit tatächllich zu erlösen ist. Dem übernahmewilligen Erben steht es hier frei so lange mit zu bieten, wie er/sie will oder kann. Dagegen wehren wird er/sie sich nicht können. IMO

Ob es am Ende zwei lachende Gewinner oder einen lachenden Gewinner gibt, bleibt offen bis zum Zuschlag.

VG
Roland

Signatur:

Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.

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#4
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6217 Beiträge, 1490x hilfreich)

Zitat (von Lisa44):
Ist eine Teilungsversteigerung nicht auch an externe Bieter gerichtet?

Ja. Sie ist öffentlich.
Zitat:
Hier wäre die Frage, wenn die eigentliche Kaufinteressentin diesem Verkauf nicht zustimmt

???

Die Kaufinteressentin kann einem Verkauf weder zustimmen noch kann sie ihn verhindern.

Zitat:
wer kauft denn die 2/3 Anteile eines Hofes auf einem abgeschiedenen Land.

Die Immobilie wird bei der Teilungsversteigerung als ganzes versteigert.
Zitat:
Sind dann die erzielbaren Werte für die Verkaufswilligen bedeutend geringer als wenn man den ganzen Hof als Ganzes verkauft?

Wer wieviel für was zu zahlen bereit ist, ist eine Frage von Angebot und Nachfrage.

Einen Eigentumsanteil an einer Immobilie kann man nur verkaufen, wenn es sich um eine "Bruchteilsgemeinschaft" handelt. Bei einer Erbengemeinschaft handelt esm.W. in der Regel um eine "Gesamthandsgemeinschaft". Dann ist der Verkauf eines Teiles der Immobilie durch einen der Erben nicht möglich, weil der Erbe gar nicht Eigentümer eines Teiles der Immobilie ist. Er hat vielmehr einen "ideellen Anteil" an der Immobilie, über den er nur gemeinsam mit den anderen Miteigentümern verfügen kann.

Die einzige Möglichkeit, das Eigentum der Erben an einer Immobilie immer und ggf. auch gegen den Willen der anderen Miteigentümer aufzulösen und den Erlös aufzuteilen ist die Teilungsversteigerung.

Das klärt man ggf. am besten mit einem Rechtsanwalt.

Zitat:
2 Geschwister streben einen Verkauf an. Die übrige Erbin möchte die Anteile der Geschwister gern ablösen. Hierzu hat Sie in ihrem beruflichem Hintergrund wie mit ihren Geschwistern abgemacht vorerst eine Sachwertschätzung vornehmen lassen (angenommen diese Wertermittlung ist vergleichbar mit einem gerichtlichen bestellten Gutachten).

Ein wirklich neutrales Wertgutachten bekommt man vom Gutachterausschuss der Gemeinde.
(Bei "hat mit ihrem beruflichen Hintergrund eine Schätzung vornehmen lassen" läuten bei mir alle Alarmglocken, das riecht nach Vetternwirtschaft. Wurde das erstellte Gutachten von der Schwester bezahlt? Oder war das ein Freundschaftsdienst?)

So oder: das ist ein theoretischer Wert. Was man wirklich für die Immobilie bekommt, zeigt sich, wenn man sie verkauft. Es ist ja immer möglich, daß sich niemand findet, der die Bude zum Gutachterschätzwert kaufen will. Es ist auch immer möglich, daß niemand die Bude haben will. Nicht mal geschenkt.

Bei der Teilungsversteigerung bekommt man den tatsächlichen Marktwert zum Zeitpunkt der Versteigerung, hat aber die Versteigerungskosten. Ein freier Verkauf kann also auch lukrativer sein. Daß irgendwann mal irgendwer so und so viel Geld für die Immobilie geboten hat, hilft einem überhaupt nicht weiter, das ist Schnee von gestern. Das geht auch nicht in den Gutachterwert ein. Relevant ist das höchstens, wenn jetzt ein verbindliches Kaufangebot vorliegt.

Als erstes müssen sich die drei Erben jeder für sich entscheiden, was sie selbst denn eigentlich wollen.
Möglichst viel Geld?
Die Immobilie in der Familie erhalten?
Einem der drei Erben etwas gutes tun?

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#5
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13622 Beiträge, 4344x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Ist eine Teilungsversteigerung nicht auch an externe Bieter gerichtet?
Natürlich, da kann jeder mitbieten. Daher hatte ich ja auch noch geschrieben, dass man sowas auch inoffiziell unter sich machen kann.

Ich würde in meiner Familie vorschlagen, dass der Marktwert so genau wie möglich ermittelt wird (da gibt es mehrere Möglichkeiten - Vergleichsangebote, Verkäufe in der Vergangenheit, Gutachter, Gemeinde), und davon zahlt dann die Kaufinteressentin jeweils 1/3 an die Geschwister. Vorher kann man noch einen Bonus oder Abschlag festlegen, um etwa den Erhalt des Familienhofes zu honorieren oder sonstwas (Einrichtung, Maschinen und Fahrzeuge sind dabei, die Geschwister dürfen den Hof etwas mitbenutzen, das Grab wird gepflegt u.s.w.).
Musste der Vater zuletzt gepflegt werden? Wenn ja, von wem? Auch das wäre ein Punkt.

Ein Mediator könnte vielleicht hilfreich sein.

Zitat:
Hier wäre die Frage, wenn die eigentliche Kaufinteressentin diesem Verkauf nicht zustimmt, wer kauft denn die 2/3 Anteile eines Hofes auf einem abgeschiedenen Land.
Bei einer Teilungsversteigerung ginge es um den gesamten Hof.
Falls einer der Teileingentümer dann den Zuschlag erhält, so kauft er praktisch auch seinen Anteil von sich selbst.

Zitat:
Ein wirklich neutrales Wertgutachten ...
... gibt es nicht. :smile:
In der Regel haben schon der Käufer und der Verkäufer eine unterschiedliche Wertvorstellung. Und jeder Gutachter eine weitere.

Wer gerne in einer Großstadt lebt, für den wird der beschriebene Hof einen eher geringen Wert haben, für einen Aussteiger hingegen einen höheren. Und für den Bauer direkt nebenan dürfte der Wert auch höher sein als für den Bauern ganz am anderen Ende des Dorfes.

Zitat:
Laut Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus sind Geschäfte das Haus/Hof betreffend nur mit Einigung aller Kinder möglich.
Dazu wollte ich auch noch was schreiben. Und zwar, was das denn für eine besch... Vollmacht ist?
Praktisch beschreibt sie nur die normale Rechtslage (Erben entscheiden gemeinsam). Der Sinn einer Vorsorgevollmacht ist aber gerade, dass man solche gesetzlichen Bestimmungen außer Kraft setzt, um Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Wenn damit gemeint sein sollte, dass Allstimmigkeit vorliegen muss (jeder muss einverstanden sein), dann mag das gut gedacht sein, es lässt sich aber kaum bewerkstelligen.

Stefan

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#6
 Von 
gerlind
Status:
Schüler
(381 Beiträge, 29x hilfreich)

Zitat:
Laut Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus sind Geschäfte das Haus/Hof betreffend nur mit Einigung aller Kinder möglich

Wenn das wirklich so vorliegt, muss das Amtsgerich tbei Beantragung der Teilungsversteigerung davon in Kenntnis gesetzt werden.

Die Erblasser haben damit verhindert, dass die Teilungsersteigerung durchgeführt werden kann.

Im Fall des Falles das Oriinal diesefr Vrsorgevollmacht rehtzeitig dem Amsgeicht zur Verfügung stellen.

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#7
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7968 Beiträge, 4488x hilfreich)

Zitat (von gerlind):
Wenn das wirklich so vorliegt, muss das Amtsgerich tbei Beantragung der Teilungsversteigerung davon in Kenntnis gesetzt werden.

Weshalb? Was hat die Vollmacht mit der Teilungsversteigerung zu tun.
Zitat:
Die Erblasser haben damit verhindert, dass die Teilungsersteigerung durchgeführt werden kann.

Wie kommst du denn darauf?
Zitat:
Im Fall des Falles das Oriinal diesefr Vrsorgevollmacht rehtzeitig dem Amsgeicht zur Verfügung stellen.

Nö.

-- Editiert von User am 28. September 2023 14:37

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118602 Beiträge, 39602x hilfreich)

Zitat (von Lisa44):
Hier wäre die Frage, wenn die eigentliche Kaufinteressentin diesem Verkauf nicht zustimmt,

Bei einer Teilungsversteigerung gibt es keinen Verkauf, insofern ist da auch keine Zustimmung der anderen nötig.



Zitat (von Lisa44):
wer kauft denn die 2/3 Anteile eines Hofes auf einem abgeschiedenen Land.

Es wird alles versteigert.



Zitat (von gerlind):
Wenn das wirklich so vorliegt, muss das Amtsgerich tbei Beantragung der Teilungsversteigerung davon in Kenntnis gesetzt werden.

Die Erblasser haben damit verhindert, dass die Teilungsersteigerung durchgeführt werden kann.

Wie kommen man denn auf den Unfug?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
gerlind
Status:
Schüler
(381 Beiträge, 29x hilfreich)

Noch einmal:
Zitat:
Laut Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus sind Geschäfte das Haus/Hof betreffend nur mit Einigung aller Kinder möglich


Das sagt ganz klar, dass die Erblasser wollten, dass Geschäfte die Haus/Hof betreffen
NUR MIT ZUSTIMMUNG ALLER ERBEN MÖGLICH SIND:

Diese Einigkeit ist nicht gegeben.

Sollte jemand die Teilungsversteigerung beantragen, wird das Gericht diese nicht annehmen,
wenn es Kenntnis davon hat.

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#10
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7968 Beiträge, 4488x hilfreich)

Zitat (von gerlind):
Sollte jemand die Teilungsversteigerung beantragen, wird das Gericht diese nicht annehmen,
wenn es Kenntnis davon hat.

Da ist schlichtweg falsch. Dass der Erblasser verfügt hat, dass sich die Erben bzgl. der Immobilie einig sein müssen, spielt keine Rolle. Die Teilungsversteigerung ist die letzte Maßgnahme, wenn sich die Erben nicht einigen können. Das Gesetz kann nicht durch eine Verfügung des Erblassers ausgehebelt werden.

Jeder Erbe hat das Recht, die Teilungsversteigerung zu beantragen.

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2042.html

-- Editiert von User am 28. September 2023 16:14

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118602 Beiträge, 39602x hilfreich)

@gerlind
Unfug wird weder durch Wiederholung richtiger, noch dadurch das man herumschreit.

Wenn man mal davon absieht, das der Gesetzgeber das ganz anderer Meinung ist, ist eine Teilungsversteigerung kein "Geschäft".


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13622 Beiträge, 4344x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Die Erblasser haben damit verhindert, dass die Teilungsersteigerung durchgeführt werden kann.
Das mag vielleicht die Intension gewesen sein. Wirksam ist das imho so aber nicht.

Wenn man verhindern will, dass ein Familienbesitz in fremde Hände gelangt oder geteilt wird, dann muss man das anders bewerkstelligen. Ein Testament oder Erbvertrag ist wohl das Mindeste. Vielleicht wäre auch eine Stiftung eine gute Idee, oder im Grundbuch eingetragene Vorkaufsrechte (alles nur aus dem Bauch heraus, wer so etwas machen möchte sollte sich unbedingt beraten lassen).
Das Problem ist ja nicht neu, da sind auch schon mal ganze Königreiche zerbrochen.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
gerlind
Status:
Schüler
(381 Beiträge, 29x hilfreich)

Die Erben sollten sich bei allem was sie bezüglich Haus und Hof tun, einig sein.

Das sind sie nicht, wenn sie diesen Weg gehen.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118602 Beiträge, 39602x hilfreich)

Zitat (von gerlind):
Die Erben sollten sich bei allem was sie bezüglich Haus und Hof tun, einig sein.

In einer idealen Welt ...



Zitat (von gerlind):
Das sind sie nicht, wenn sie diesen Weg gehen.

Um die huristische Relevant mal zu visualisieren




Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7968 Beiträge, 4488x hilfreich)

Zitat (von gerlind):
Die Erben sollten sich bei allem was sie bezüglich Haus und Hof tun, einig sein.

Das sind sie nicht, wenn sie diesen Weg gehen.

Ja und?

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
gerlind
Status:
Schüler
(381 Beiträge, 29x hilfreich)

@Lisa 44
Habt Ihr eine Lösung gefunden?

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47286 Beiträge, 16752x hilfreich)

Zitat (von cruncc1):
Jeder Erbe hat das Recht, die Teilungsversteigerung zu beantragen.


Aber nicht, wenn das testamentarisch unersagt wurde.

Daher verstehe ich nicht, warum die Ausführungen von @gerlind als Unsinn bezeichnet werden.

https://www.haufe.de/recht/deutsches-anwalt-office-premium/teilungsversteigerung-4-erbrechtliche-hindernisse_idesk_PI17574_HI9547119.html

Die entsprechenden Antworten von @reckoner, @cruncc1 und @Harry van Sell sind daher falsch.

-- Editiert von User am 9. Oktober 2023 13:59

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13622 Beiträge, 4344x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Daher verstehe ich nicht, warum die Ausführungen von @gerlind als Unsinn bezeichnet werden.
Ich hab es nicht als Unsinn bezeichnet, sondern nur als nicht wirksam (im Sinne von nicht durchsetzbar). Und dabei bleibe ich.

Sag du doch mal wie es weitergehen soll, wenn sich die Erben partout nicht einig werden wollen. Soll das Gut dann verfallen?
Und wäre das im Sinne des Erblassers? (wohl kaum)

Außerdem ist eine Vorsorgevollmacht kein Testament, und schon gar kein Erbvertrag.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Sag du doch mal wie es weitergehen soll, wenn sich die Erben partout nicht einig werden wollen.
Dann kann, in berechtigten Ausnahmefällen, vom Wunsch des Erblassers abgewichen werden.

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118602 Beiträge, 39602x hilfreich)

Zitat (von hh):
Aber nicht, wenn das testamentarisch unersagt wurde.

Nun wurde es aber nicht testamentarisch untersagt ... es wurde gar nicht untersagt ...



Nach § 2042 BGB kann jeder Miterbe grundsätzlich jederzeit ohne Rücksicht auf die Interessen der Miterben die Auseinandersetzung verlangen, was zwangsläufig eine zwingende Pflicht der übrigen Miterben auslöst, an der Auseinandersetzung mitzuwirken.
Bei fehlender Mitwirkung gibt es dann auch die Möglichkeit weitere Maßnahmen zu ergreifen.
Das gilt auch wenn der Erblasser z.B. das Recht auf Auseinandersetzung beschränkt hat.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47286 Beiträge, 16752x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nach § 2042 BGB kann jeder Miterbe grundsätzlich jederzeit ohne Rücksicht auf die Interessen der Miterben die Auseinandersetzung verlangen, was zwangsläufig eine zwingende Pflicht der übrigen Miterben auslöst, an der Auseinandersetzung mitzuwirken.


Dann wirf bitte einen Blick in den § 2044 BGB.

Zitat (von reckoner):
Außerdem ist eine Vorsorgevollmacht kein Testament, und schon gar kein Erbvertrag.


OK, es wäre somit zu prüfen, ob die Vorsorgevollmacht die Voraussetzungen des § 2044 Abs. 1 BGB erfüllt.

Zitat (von -Laie-):
Dann kann, in berechtigten Ausnahmefällen, vom Wunsch des Erblassers abgewichen werden.


Das ist richtig. Es muss ein wichtiger Grund vorliegen.

Ein wichtiger Grund liegt aber nicht schon deswegen vor, weil sich die Erben nicht darüber einigen können, ob die Immobilie verkauft werden soll oder nicht.

Zitat (von reckoner):
Sag du doch mal wie es weitergehen soll, wenn sich die Erben partout nicht einig werden wollen. Soll das Gut dann verfallen?


Dann bleibt es beim Status quo.

Zitat (von reckoner):
Und wäre das im Sinne des Erblassers? (wohl kaum)


Es ist ja nun ganz offensichtlich der Wille des Erblassers gewesen, dass eine Teilungsversteigerung ausgeschlossen sein soll. Da kann man schlecht argumentieren, dass es nicht im Sinne des Erblassers ist, wenn eine Teilungsversteigerung quasi unmöglich ist.

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118602 Beiträge, 39602x hilfreich)

Zitat (von hh):
Dann wirf bitte einen Blick in den § 2044 BGB.

Habe ich, wie man lesen kann
Zitat (von Harry van Sell):
Das gilt auch wenn der Erblasser z.B. das Recht auf Auseinandersetzung beschränkt hat.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Lisa44
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo und vielen Dank für eure vielen Antworten.

Es ist nun etwas Zeit ins Land gegangen und es gibt einen Kaufinteressenten, der mind. 3 mal so viel bietet, wie die Erbin, die den Hof halten möchte. Jedoch würde sie zu diesem Preis nicht verkaufen wollen, da der Hof ihr einfach zu viel bedeutet. Somit hält sie weiter an dem Kauf und dem Vorhaben, die anderen auszubezahlen, fest.

Insofern will sie ihr Kaufgebot aufbessern und liegt damit nun fast doppelt so hoch, wie als Sachwert eingestuft. Mehr würde sie nicht ausgeben können und auch nicht wollen, da ihr hier ein unwirtschaftliches Geschäft innerhalb der Familie aufgezwungen werden würde, was der Vater nie zu Lebzeiten gewollt hätte. Sie begründet das zudem mit dem Satz aus der Vorsorgevollmacht: "In Geschäften das Haus/Hof betreffend dürfen die Bevollmächtigten nur gemeinsam handeln."

Die Vorsorgevollmacht ist auch eine Generalvollmacht und notariell beurkundet.

Kann ein nicht einstimmiger Verkauf somit verhindert werden?

Angestrebt ist durch die Erbin eine Einigung mittels ihres Kaufgebotes und einer Grundlast für die beiden anderen Erben des Differenzwertes zum maximales Kaufgebot. Der soll ausbezahlt werden, falls der Hof verkauf werden soll. So soll ein fairer Rahmen geschaffen werden.

Falls ihr noch eine gute Idee habt, wäre ich euch super dankbar.
LG Lisa44

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7968 Beiträge, 4488x hilfreich)

Zitat (von Lisa44):
Kann ein nicht einstimmiger Verkauf somit verhindert werden?

Die Frage stellt sich nicht, da bei einem Verkauf zwingend alle Erben mitwirken müsen.

1x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
Lisa44
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cruncc1):
Zitat (von Lisa44):
Kann ein nicht einstimmiger Verkauf somit verhindert werden?

Die Frage stellt sich nicht, da bei einem Verkauf zwingend alle Erben mitwirken müsen.

Ok, danke für die Antwort.
Und wie verhielte es sich mit einer möglichen Teilungsversteigerung, falls die anderen Erben einen höheren Preis erzwingen wollen? Denn der Interessent würde dann ja mitbieten.

Schließt der Wille hinsichtlich dem gemeinsamen Handeln aus der Vorsorgevollmacht/Generalvollmacht so eine Teilungsversteigerung aus?

Und wäre so eine Grundlast als Zugeständnis für die anderen Erben eine gute Idee?
So wäre jedenfalls die Befürchtung, jemand könnte den Hof ohne weitere Auszahlungen an die ausbezahlten Erben weiterverkaufen, etwas aufgehoben.

-- Editiert von User am 5. November 2023 19:52

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
gerlind
Status:
Schüler
(381 Beiträge, 29x hilfreich)

@lisa44

Können Sie bitte das folgende klarer erläutern?
Zitat:
"Angestrebt ist durch die Erbin eine Einigung mittels ihres Kaufgebotes und einer Grundlast für die beiden anderen Erben des Differenzwertes zum maximales Kaufgebot. Der soll ausbezahlt werden, falls der Hof verkauf werden soll. So soll ein fairer Rahmen geschaffen werden."

Das mit er grundlast ist unverständlich.
Danke für
genaue erklärungen

0x Hilfreiche Antwort

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