Ungleichbehandlung von Geschwistern im Erbfall

30. Juli 2023 Thema abonnieren
 Von 
guest-12305.10.2023 10:17:15
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Ungleichbehandlung von Geschwistern im Erbfall

Meinen Eltern gehörte ein Zweifamilienhaus das Sie auch selbst bewohnten. Meine jüngere Schwester lebt mietfrei in einer Haushälfte, die ihr vor über 20 Jahren als vorgezogenes Erbe überschrieben wurde. Ich sollte nach dem Tod der Eltern die andere Hälfte erhalten.

Nach dem Tod meines Vaters erfuhr ich nun, dass meine Eltern vor 3 Jahren ein gemeinsames Testament machten, in dem sie meiner Schwester (und Kinder) das Recht einräumen, nach dem Tod meiner Mutter, meinen Anteil am Haus zu einem sehr günstigen Festpreis (etwa 50% des reellen Wertes) zu übernehmen. Um diesen Preis im Testament zu fixieren, wurde beim Notar ein viel zu geringer Wert des Besitzes angegeben. Zudem wurde der Betrag nicht wertgesichert, sodass ich, nach einem noch hoffentlich langen Leben meiner Mutter, nur diesen Festbetrag erhalte. Mit mir wurde leider nie über dieses Testament gesprochen obwohl ich ein sehr gutes Verhältnis zu beiden Elternteilen hatte und habe. Auch mit meiner Schwester vertrage ich mich gut. Der Unterschied zwischen uns ist, dass ich mir viel erarbeitet und mein Erspartes gut angelegt habe. Meine Schwester ließ ihr Leben eher entspannt angehen, besitzt zwar den Teil des Hauses, aber hat sonst kaum Rücklagen.

Natürlich wäre mir die ursprünglich zugesicherte Hälfte des Hauses als mögliches Erbe für meinen Sohn lieber. Deshalb die Frage ob ein solches, bei einem Notar verfasstes Testament rechtlich in Ordnung bzw. anfechtbar wäre?

Zudem bin ich natürlich sehr enttäuscht über die Vorgehensweise. Eure Einschätzung würde mich sehr interessieren.

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32724 Beiträge, 17216x hilfreich)

Deshalb die Frage ob ein solches, bei einem Notar verfasstes Testament rechtlich in Ordnung bzw. anfechtbar wäre? Ja, natürlich ist das in Ordnung.
Ich sollte nach dem Tod der Eltern die andere Hälfte erhalten. Was Ihnen aber nur mündlich zugesagt wurde? Dann ist das schlicht irrelevant.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7970 Beiträge, 4489x hilfreich)

Zitat (von Stephan Engel):
Meinen Eltern gehörte ein Zweifamilienhaus das Sie auch selbst bewohnten. Meine jüngere Schwester lebt mietfrei in einer Haushälfte, die ihr vor über 20 Jahren als vorgezogenes Erbe überschrieben wurde.

Weshalb Vergangenheit? Die Mutter lebt doch nocht und ist offensichtlich Eigentümer der anderen Haushälfte.
Zitat:
Mit mir wurde leider nie über dieses Testament gesprochen

Sorry, aber das geht dich nichts an.
Zitat:
Deshalb die Frage ob ein solches, bei einem Notar verfasstes Testament rechtlich in Ordnung bzw. anfechtbar wäre?

Das Testament ist rechtlich in Ordnung. Mann kann kein Testament "anfechten", nur weil einem der Inhalt nicht gefällt.

Die Eltern können mit ihrem Vermögen tun und lassen was sie wollen. Es gibt keinen Rechtsanspruch, dass Kinder gleichgestellt werden müssen.

Beim Tod der Mutter steht dir wertmäßig mindestens ein Viertel des Nachlasses zu. Bzgl. der Haushälfte zählt der Verkehrswert der Haushälfte. Wenn du weniger erhalten würdest, hast du einen Anspruch auf Ergänzung.

Wenn die Mutter Alleinerbin des Vaters ist, hast du einen Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils in bar (hier 1/8), den du innerhalb von 3 Jahren gegenüber deiner Mutter geltend machen kannst. Ob das sinnvoll ist, musst du selbst entscheiden.
Zitat:
Zudem bin ich natürlich sehr enttäuscht über die Vorgehensweise. Eure Einschätzung würde mich sehr interessieren.

Das ist moralisch verständlich. :wink:

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von Stephan Engel):
meinen Anteil am Haus

Was konkret machte es zu "Deinem" Anteil am Haus?
So wie ich es aus dem Post las, gehörte das Haus zu 100% den Eltern?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

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