Vormund, Erbe - Geld in Sicherheit gebracht

2. September 2022 Thema abonnieren
 Von 
Sugar432
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)
Vormund, Erbe - Geld in Sicherheit gebracht

Hallo Forum,

meine Großmutter ist gestorben. Sie hat ihre letzten ca. 8 Jahre in einem Pflegeheim verbracht. Zuerst wurde Sie von einer meiner Cousinen zu Haus betreut. Diese Cousine hat dann die Vormudschaft erhalten, sie in ein Pflegeheim gebracht und dort auch eine Zeit lang gearbeitet.

Während der Zeit der Vormundschaft wurde auch das Vermögen meiner Oma abgegriffen - das weiß ich aber nur aus Aussagen meiner Oma - ich habe keine Belege. Auch die Bank erteilt mir keine Auskünfte über die Kontenbewegungen.

Ich vermute, dass der Vormund das Geld Beiseite geschafft hat. Welche Möglichkeiten habe ich das vor eine polizeilichen Anzeige selbst prüfen zu können?

Viele Grüße

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15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(37514 Beiträge, 13795x hilfreich)

Vormundschaft für Erwachsene, die gibt es seit einigen Jahrzehnten nicht mehr. Falls die Oma unter gerichtlich angeordneter Betreuung stand, dann hat das Betreuungsgericht auch das Ausgabenverhalten einmal jährlich überprüft. Und, so ein Pflegeheim ist ja nicht ganz preiswert. Wovon ist das denn finanziert worden?

Wenn Du Erbin bist, was wir nicht wissen, kannst Du Dir einen Überblick über die Vermögenslage verschaffen.

wirdwerden

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(116096 Beiträge, 39204x hilfreich)

Zitat (von Sugar432):
Welche Möglichkeiten habe ich das vor eine polizeilichen Anzeige selbst prüfen zu können?

Kommt auf Deinen Status (z.B. Erbe) und Deine Durchsetzungsfähigkeit an.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3288 Beiträge, 516x hilfreich)

Zitat (von Sugar432):
Während der Zeit der Vormundschaft wurde auch das Vermögen meiner Oma abgegriffen - das weiß ich aber nur aus Aussagen meiner Oma - ich habe keine Belege.

Und somit meinen sie die Cousine hat sich bereichert?
Bei Eigenleistung kann man im Durchschnitt monatl. 2700 € für die Heimkosten ansetzen und das 8 Jahre lang, dass schmälert ein Vermögen, falls Rentenzahlungen in dieser Höhe nicht vorhanden waren. Und sollte die Oma Sozialleistungen erhalten haben, dann darf sie nur noch 5000 € Schonvermögen haben.
Die Cousine hat der Oma vermutlich regelmäßig den Kontostand genannt, die Oma vermutlich nicht mehr verstanden, dass Geld für die Heimkosten regelmäßig abgebucht wurden.
Die Cousine hatte vermutlich eine Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus.
Wer ist Erbberechtigt? Anscheinend sie nicht, somit das Kind der Oma, dies könnte Auskunft erhalten.


-- Editiert von User am 3. September 2022 09:43

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#4
 Von 
Sugar432
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Und somit meinen sie die Cousine hat sich bereichert?.


Ja, ich meine meine Cousine hat sich bereichert. Ich suche einen Weg das zu überprüfen. Im Moment gibt es bei mir nur einen nachvollziehbaren Verdacht. Kann ich als Verwandter verlangen die Kontenbewegegungen der letzten Jahre zu erhalten?

Zitat (von Loni12):

Bei Eigenleistung kann man im Durchschnitt monatl. 2700 € für die Heimkosten ansetzen und das 8 Jahre lang, dass schmälert ein Vermögen, falls Rentenzahlungen in dieser Höhe nicht vorhanden waren. Und sollte die Oma Sozialleistungen erhalten haben, dann darf sie nur noch 5000 € Schonvermögen haben.


Es war mehr als genug Geld vorhanden acht Jahre lang ein Heim zu bezahlen. Das habe ich gerade erfahren. Es gibt - laut Aussagen meiner Oma - auch ein Testament. Wann und unter welchen Vorraussetzungen wird das vor den Erben verlesen? Ich habe zudem amtlich noch keine Nachricht über den Tod meiner Großmutter. Wie reagiere ich, damit ich zeitgerecht das Erbe ausschlagen kann? An wen kann ich mich wenden?

Zitat (von Loni12):


Die Cousine hat der Oma vermutlich regelmäßig den Kontostand genannt, die Oma vermutlich nicht mehr verstanden, dass Geld für die Heimkosten regelmäßig abgebucht wurden.
Die Cousine hatte vermutlich eine Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus.
Wer ist Erbberechtigt? Anscheinend sie nicht, somit das Kind der Oma, dies könnte Auskunft erhalten.


Danke für die Auskunft.

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(37514 Beiträge, 13795x hilfreich)

Ein Testament wird vom Nachlassgericht eröffnet und den Erben übermittelt. Du weißt ja nicht mal, ob Du Erbe bist. Wieso solltest Du also irgendwelche Auskünfte von wem auch immer erhalten?

wirdwerden

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(116096 Beiträge, 39204x hilfreich)

Zitat (von Sugar432):
Kann ich als Verwandter verlangen die Kontenbewegegungen der letzten Jahre zu erhalten?

Klar. Verlangen kann man, denn verlangen kann man ja fast alles.
Probleme gibt es meist erst beim „bekommen" bzw. „durchsetzen", insbesondere wenn die Gegenseite nicht kooperativ ist und sich sträubt die Forderung zu erfüllen.

Falls dann – so wie hier – keine Rechtsgrundlage für das verlangen erkennbar ist, tendieren die Erfolgsaussichten gegen 0.



Zitat (von Sugar432):
Wann und unter welchen Vorraussetzungen wird das vor den Erben verlesen?

Die Voraussetzung ist: sobald jemand einen Vorleser beauftragt und bezahlt.
Das wann ist beliebig.



Zitat (von Sugar432):
Wie reagiere ich, damit ich zeitgerecht das Erbe ausschlagen kann?

Welches Erbe?



Zitat (von Sugar432):
An wen kann ich mich wenden?

A) An einem Notar der das Schriftstück beglaubigt.
B) Gegenüber dem Nachlassgericht, persönlich beim Rechtspfleger zur Niederschrift


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3288 Beiträge, 516x hilfreich)

Zitat (von Sugar432):
Ich habe zudem amtlich noch keine Nachricht über den Tod meiner Großmutter.

Warum sollte das Standesamt sie über den Tod der Oma informieren? Selbiges stellt nur die Sterbeurkunde aus.
Sollten sie im Testament genannt werden, werden sie vom Nachlassgericht schriftlich informiert.
Zitat (von Sugar432):
Es war mehr als genug Geld vorhanden acht Jahre lang ein Heim zu bezahlen. Das habe ich gerade erfahren.

Dann werden die Personen welche ihnen dies sagten doch mehr wissen. Spekulieren hilft ihnen nicht weiter.

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(37514 Beiträge, 13795x hilfreich)

In Ergänzung:

Dass die Erben vor wem auch immer in trauter Runde sitzen, dann der seriöse Herr hinter dem Schreibtisch das Testament verliest, einige überrascht aus allen Wolken fallen, unter Protest den Raum verlassen, das macht sich toll in Filmen. hat aber mit der Realität gar nichts zu tun. Testamente sind beim Nachlassgericht einzureichen, sofern sie nicht ohnehin dort hinterlegt sind, die Erben werden benachrichtigt, und das wars.

Sugar, Du weißt doch nicht einmal, ob Du überhaupt Erbe bist. Woher kommt die Erkenntnis?

Und, erben kommt nach sterben. Die Oma durfte vor ihrem Tod ihr Geld verteilen, an wem immer sie wollte. Es gibt keine Verpflichtung, Geld für die Erben zu hüten und zu vermehren.

Oma stand wohl unter Betreuung. Der häufigste Grund dafür ist nicht körperliche Gebrechlichkeit, sondern Demenz oder Alzheimer. Diese Menschen verlieren den Überblick über ihre Finanzen. Sie wissen es einfach nicht. Auch das sollte man einkalkulieren.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
eh1960
Status:
Junior-Partner
(5987 Beiträge, 1445x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Oma stand wohl unter Betreuung. Der häufigste Grund dafür ist nicht körperliche Gebrechlichkeit, sondern Demenz oder Alzheimer.

Eine Betreuung ist bei körperlicher Gebrechlichkeit ohnehin nur auf Antrag des Betreuten möglich.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(37514 Beiträge, 13795x hilfreich)

So nicht ganz richtig. Jeder kann die Anregung bei Gericht einreichen.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(46667 Beiträge, 16547x hilfreich)

Und wenn man das Erbe ausschlägt, dann verliert man natürlich auch alle Kontrollmöglichkeiten, die man als Erbe gehabt hätte. Insbesondere hat man dann kein Recht mehr, die Kontoauszüge einzusehen.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3288 Beiträge, 516x hilfreich)

Zitat:
cruncc1
Ein Betreuer wird vom Betreuungsgericht kontrolliert. Dieser muss regelmäßig dem Betreuungsgericht gegenüber Rechnung legen.

Die Enkelin kann eine Vorsorgevollmacht gehabt haben, dann muss sie nichts dem Betreuungsgericht vorlegen.

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#13
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7867 Beiträge, 4454x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Die Enkelin kann eine Vorsorgevollmacht gehabt haben, dann muss sie nichts dem Betreuungsgericht vorlegen.

Ais dem Eingangsbeitrag ergibt sich, dass die Cousine Betreuerin war und es wird befürchtet , dass diese während dieser Zeit das Vermögen der Oma "angegriffen" hat.

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#14
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3288 Beiträge, 516x hilfreich)



Zitat (von cruncc1):
Ais dem Eingangsbeitrag ergibt sich, dass die Cousine Betreuerin war und es wird befürchtet , dass diese während dieser Zeit das Vermögen der Oma "angegriffen" hat.

Ich vermute, dass der TE nicht genau weiß, welche Rechte die Cousine hatte. Das Wort "Vormund" bei alten Menschen wird doch schon lange nicht mehr verwendet.
Zitat (von Sugar432):
ch vermute, dass der Vormund das Geld Beiseite geschafft hat

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7867 Beiträge, 4454x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Das Wort "Vormund" bei alten Menschen wird doch schon lange nicht mehr verwendet.

Das sehe ich nicht so. Das Wort "Vormund" wird nach wie vor verwendet - nur dass eben die Wenigsten wissen, dass es eine Vormundschaft nur bei Minderjährigen gibt und es bei Erwachsenen nunmehr "Betreuung" heißt.

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