Vorzeitige Erfüllung des Nacherbes

12. Januar 2022 Thema abonnieren
 Von 
bjekkard
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Vorzeitige Erfüllung des Nacherbes

Guten Tag,
für einen Bekannten soll ich folgenden Fall zur Diskussion stellen:

Eine ältere Dame hat an einem befreundeten Jungen ein Haus vermacht. Die Mutter des Jungen ist als Vorerbe eingesetzt und der Junge als Nacherbe. Ein genauer Zeitpunkt, wann das Haus übergeben werden soll ist im Testament der Dame nicht festgelegt.

Da der Junge mittlerweise erwachsen ist, möchte die Mutter ihm das Haus schenken - d.h. eine vorzeitige Schenkung machen.


Hier die Fragen:
1. Muss beim Notar beurkundet werden, dass der Nacherbe (der Sohn) auf sein Erbe (das Haus) verzichtet, bevor es ihm geschenkt werden kann? (Dies hat ein Notar so erklärt)

2. Da der Sohn mit seinem Bruder im Streit ist, möchte er verhindern, das dieses Vorerbe auf die restliche Erbmasse der Eltern angerechnet wird, was durch einen Verzicht auf das Nacherbe ja der Fall wäre. Gibt es hier eine Lösung?

Vielen Dank!
VG
NC




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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47346 Beiträge, 16769x hilfreich)

Zitat (von bjekkard):
1. Muss beim Notar beurkundet werden, dass der Nacherbe (der Sohn) auf sein Erbe (das Haus) verzichtet, bevor es ihm geschenkt werden kann? (Dies hat ein Notar so erklärt)


Dafür kann ich keinen Grund erkennen. Man kann (und sollte) natürlich in den Vertrag aufnehmen, dass es sich um eine vorzeitige Herausgabe der Nacherbschaft handelt.

Es muss außerdem im Rahmen des Schenkungsvertrages zusätzlich die Löschung des Nacherbenvermerkes im Grundbuch beurkundet werden.

Zitat (von bjekkard):
2. Da der Sohn mit seinem Bruder im Streit ist, möchte er verhindern, das dieses Vorerbe auf die restliche Erbmasse der Eltern angerechnet wird, was durch einen Verzicht auf das Nacherbe ja der Fall wäre. Gibt es hier eine Lösung?


Da nach meiner Auffassung die Auskunft des Notars falsch ist, besteht dieses Problem nicht.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4238 Beiträge, 2419x hilfreich)

Gemäß § 2113 BGB Absatz 1 kann die Vorerben die Immobilie an den Nacherben verschenken.
Der Nacherben wird durch die Schenkung nicht benachteiligt.
Auch die anderen Vorschriften bezüglich Vorerbschaft werd n durch so eine Vorschrift nicht verletzt

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
bjekkard
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antworten!

Also wird keine Verzichtserklärung auf das Nacherbe zwecks Schenkung benötigt. Einen Eintrag im Grundbuch gibt es nicht - das Nacherbe ist nur im Testament vermerkt..... der Notar hat zu seiner Zeit sehr schlampig beraten/gearbeitet.....

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47346 Beiträge, 16769x hilfreich)

Zitat (von bjekkard):
Also wird keine Verzichtserklärung auf das Nacherbe zwecks Schenkung benötigt.


Nein, das einzige was man machen sollte ist, in den Übertragungsvertrag eine Vereinbarung aufzunehmen, aus der hervorgeht, dass es sich um die vorzeitige Erfüllung der Nacherbschaft handelt.

0x Hilfreiche Antwort

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