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Wertermittlung von Einfamilienhaus bei Schenkung

 Von 
Hans D.
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Wertermittlung von Einfamilienhaus bei Schenkung

Hallo,

es geht um folgendes Szenario:
Vater schenkt Haus an Sohn
Baujahr 1800
250m² Wohnfläche
650m² Grundstück (a 200€, laut Gemeinde)
Alles ganz neu renoviert (geschätzt 500.000€ bei Verkauf)

Nun soll der Wert für die Schenkung ermittelt werden. Wenn ich das richtig verstanden habe kann man das selbst machen ohne irgendeinen Sachverständigen?
Dafür gibt es mehrere Verfahren, wovon man sich ein beliebiges aussuchen kann?

z.B. das Sachwertverfahren
Laut diesem wäre der Grundstückswert 200€ * 650 = 130.000€
Dazu käme noch der Wert des Hauses, welches allerdings schon 200 Jahre alt ist. Also laut der Berechnung schon seine Gesamtnutzungsdauer überschritten hat und somit 0€ Wert ist?

Darf ich also einfach 130.000€ für die Schenkung annehmen, auch wenn es in Wirklichkeit wohl eher 500.000€ wären?

Mit freundlichen Grüßen
Hans

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Wert Berechnung richtig


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5474 Beiträge, 3548x hilfreich)

Zitat:
Nun soll der Wert für die Schenkung ermittelt werden.

Zu welchem Zweck?

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(34702 Beiträge, 12409x hilfreich)

Zitat:
Wenn ich das richtig verstanden habe kann man das selbst machen ohne irgendeinen Sachverständigen?

Einen so ermittelten Wert muss aber niemand anerkennen.

Zitat:
Darf ich also einfach 130.000€ für die Schenkung annehmen, auch wenn es in Wirklichkeit wohl eher 500.000€ wären?

Nein.

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#3
 Von 
Hans D.
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cruncc1):
Zitat:
Nun soll der Wert für die Schenkung ermittelt werden.

Zu welchem Zweck?

Weil man den Wert der Immobilie dafür benötigt? Optimalerweise möglichst wenig.

Zitat (von hh):
Zitat:
Wenn ich das richtig verstanden habe kann man das selbst machen ohne irgendeinen Sachverständigen?

Einen so ermittelten Wert muss aber niemand anerkennen.

Zitat:
Darf ich also einfach 130.000€ für die Schenkung annehmen, auch wenn es in Wirklichkeit wohl eher 500.000€ wären?

Nein.


Danke, sehr hilfreich.

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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(34702 Beiträge, 12409x hilfreich)

Zitat:
Weil man den Wert der Immobilie dafür benötigt? Optimalerweise möglichst wenig.

Es gibt mindestens 3 verschiedene Zwecke, für die man im Rahmen einer Schenkung den Wert der Immobilie benötigt:

1. Ermittlung der Gebühren für Notar und Grundbuchamt
2. Ermittlung der Schenkungssteuer durch das Finanzamt
3. Ermittlung von erbrechtlichen Ansprüchen für weitere Pflichtteilsberechtigte des Schenkers

Je nach Zweck gibt es unterschiedliche Anforderungen an die Wertermittlung. Es ist dabei durchaus denkbar, dass für die 3 genannten Zwecke 3 unterschiedliche Werte herauskommen.

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#5
 Von 
Hans D.
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke, es geht hier um 1. und 2. Insofern wäre weniger besser. Können diese Werte wirklich unterschiedlich sein?

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(34702 Beiträge, 12409x hilfreich)

Zitat:
Können diese Werte wirklich unterschiedlich sein?

Ja, denn der Notar und das Grundbuchamt begnügen sich im Regelfall mit einer groben Schätzung, die in einem gewissen Rahmen auch verhandelbar ist.

Das Finanzamt nimmt dagegen eine Bewertung aufgrund der gesetzlichen Vorschriften (Bewertungsgesetz) vor. Da kommt mit Sicherheit etwas anderes heraus.

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#7
 Von 
Hans D.
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Wobei wir nun bei meiner ursprünglichen Frage wären. Nach dem Bewertungsgesetz kann ich das Haus z.B. nach dem Sachwertverfahren bewerten. Laut diesem würde für den Wert 130.000€ rauskommen. Sie sagen dazu aber "Nein". Wieso?

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#8
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Lehrling
(1146 Beiträge, 236x hilfreich)

Nach § 76 Abs. 1 BewG ist ein mit einem Ein- oder Zweifamilienhaus bebautes Grundstück in der Regel nach dem Ertragswertverfahren (§§ 78 bis 82 BewG ) zu bewerten.

Eine Wahlmöglichkeit hinsichtlich des zu anzuwendenden Verfahrens gibt es nicht.

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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(34702 Beiträge, 12409x hilfreich)

Zitat:
Nach dem Bewertungsgesetz kann ich das Haus z.B. nach dem Sachwertverfahren bewerten.

Du kannst da gar nichts bewerten. Die Bewertung nimmt das Finanzamt vor.

Zitat:
Sie sagen dazu aber "Nein". Wieso?

Das Sachwertverfahren ist keineswegs so einfach, wie von Dir vermutet. Ein umfassend saniertes Haus mit Baujahr um 1800 kann dabei durchaus als Neubau gewertet werden. Jedenfalls müsste anhand des tatsächlichen Gebäudezustandes ein fiktives Baujahr ermittelt werden.

Ein Gebäudewert von 0€ kommt auch beim Sachwertverfahren nur dann heraus, wenn das Gebäude abrissreif ist.

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#10
 Von 
Hans D.
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke. Solangsam komme ich dahinter wie das läuft.

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