Wertermittlungsanspruch Pflichtteil

4. Mai 2022 Thema abonnieren
 Von 
go607194-76
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 1x hilfreich)
Wertermittlungsanspruch Pflichtteil

Hallo,

angenommen ein Erbe und ein Pflichtteilsberechtigter haben nicht die allerbeste Grundlage zwischeneinander und kommunizieren nur über ihren jeweiligen Anwalt. Angenommen der Erbe A hat ein Einfamilienhaus samt Grundstück geerbt und der Pflichtteilsberechtigte B möchte seinen monetären Pflichtteil ausbezahlt haben.

B fordert von A eine gutachterliche Verkehrswertermittlung und bittet darum sich bzgl des Sachverständigen abzustimmen. A und sein Anwalt denken nicht an eine Abstimmung, da sie das rechtlich ja auch nicht müssen. Sie beauftragen also ohne Abstimmung einen Gutachter. Das ist deren Recht, oder?

Kann B fordern, dass das Gutachten von einem öffentlich bestellten und vereidigten Gutachter ausgeführt wird? Ich meine gelesen zu haben, dass das nicht einforderbar ist. Der Sachverständige muss entsprechend qualifiziert sein, aber öffentlich bestellt und vereidigt muss er nicht sein?

Was wenn B der Meinung ist dass das Gutachten viel zu niedrig ist. B kann ja selber ein Gutachten in Auftrag geben. Theoretisch auch so viele wie es ihm beliebt. Hat das irgendeine Konsequenz für A?

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47337 Beiträge, 16766x hilfreich)

Zitat (von go607194-76):
Was wenn B der Meinung ist dass das Gutachten viel zu niedrig ist. B kann ja selber ein Gutachten in Auftrag geben. Theoretisch auch so viele wie es ihm beliebt. Hat das irgendeine Konsequenz für A?


Wenn A und B sich über den Wert nicht einigen, dann entscheidet ein Gericht. Das Gericht wiederum wird für die Beurteilung des Wertes einen eigenen Gutachter einschalten.

Bezahlen muss die Prozesskosten und den Gerichtsgutachter derjenige, der mit seiner Schätzung falsch lag. Sollte der gerichtlich ermittelte Wert zwischen beiden Werten liegen, so werden diese Kosten geteilt.

Zuvor kann jede Seite soviel Privatgutachten beauftragen, wie sie gerne möchte.

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#2
 Von 
go607194-76
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 1x hilfreich)

Achso,

ich dachte der Pflichtteilsberechtigte kann vom Erben verlangen, ein Gutachten erstellen zu lassen. Dann wäre der Erbe ja doof dem Wunsch nachzukommen, nur dass er dann am Ende womöglich auf den Kosten für das Gutachten und anschließend noch auf den Kosten eines gerichtlichen Gutachtens sitzen bleibt?

Dann sollte der Erbe sich ja gleich stur stellen und direkt das Gutachten vom Gericht beauftragen lassen?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47337 Beiträge, 16766x hilfreich)

Zitat (von 607194-76):
ich dachte der Pflichtteilsberechtigte kann vom Erben verlangen, ein Gutachten erstellen zu lassen.


Das ist auch so.

Zitat (von 607194-76):
Dann wäre der Erbe ja doof dem Wunsch nachzukommen, nur dass er dann am Ende womöglich auf den Kosten für das Gutachten und anschließend noch auf den Kosten eines gerichtlichen Gutachtens sitzen bleibt?


Wenn der Erbe den Gutachter sorgfältig ausgewählt hat, dann dürfte das Gutachten kaum anfechtbar sein. Dann hätte der Pflichtteilsberechtigte das Risiko, auf den Prozesskosten einschließlich der gerichtlichen Gutachterkosten sitzen zu bleiben.

Zitat (von 607194-76):
Dann sollte der Erbe sich ja gleich stur stellen und direkt das Gutachten vom Gericht beauftragen lassen?


Das ist keine gute Idee. Der Pflichtteilsberechtigte kann die Erstellung eines Gutachtens durch den Erben mit einer Stufenklage erzwingen.

Letztlich ist der Pflichtteilsberechtigte schlecht beraten, das Gutachten des Erben willkürlich anzufechten.

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