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Wie ein Testament gültig verfassen

 Von 
Pabloa
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Wie ein Testament gültig verfassen

Hallo liebe Nutzer,
ich möchte gerne ein Testament erstellen.
Dies muss nichts besonderes sein, bzw. ist denke ich nicht aufwendig.

Ich besitze lediglich eine Immobilie und ich möchte im Falle des Falles einen Alleinarbe benennen.
Bzw. falls dieser es nicht annehmen kann(falls dieser zum Beispiel nicht mehr lebt) oder möchte, dann ein anderer und da ebenfalls das gleiche.

1. Person wäre mein Bruder
2. Person ebenfalls mein Bruder
3. Person mein Vater

Es soll dann lediglich ein Alleinerbe es annehmen, also falls Person 1 es nicht annimmt, dass es dann Person 2 annehmen kann und falls diese es auch nicht möchte dann Person 3.

Zitat:
Mein letzter Wille und Testament

Ich, Vorname1 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt, setzte nach §§ 2247 ff. BGB meinen Bruder, Vorname2 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt als meinen Alleinerben ein. Sollte er vor dem Erbfall versterben oder das Erbe nicht annehmen wollen, setzte ich meinen Bruder Vorname3 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt als Alleinerben ein. Sollte dieser Ebenfalls vor dem Erbfall versterbe oder das Erbe nicht annehmen wollen, setze ich meinen Vater Vorname 3 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt als Alleinerben ein.

Sollte eine der in diesem Testament enthaltenden Anordnungen unwirksam sein, so behalten trotzdem alle weiteren Anordnungen ihre Wirksamkeit.

Stadt, den Datum

Kann man dies so schreiben? Bzw. ist dieses auch so gültig?

Sollte man explizit einen Geschwisterteil vom Erbe ausschließen oder ist dies nicht notwendig durch das Alleinerbe?


Vielen Dank schonmal


Mit freundlichen Grüßen



-- Editiert von Pabloa am 13.01.2021 19:20

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Erbe Alleinerbe gültig annehmen


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ballivus
Status:
Schüler
(443 Beiträge, 121x hilfreich)

Kann man so machen. Ich würde noch jeweils die aktuelle Adresse der potentiellen Erben ergänzen.

Zitat (von Pabloa):
nach §§ 2247 ff. BGB

das ist überflüssig

Zitat (von Pabloa):

Sollte eine der in diesem Testament enthaltenden Anordnungen unwirksam sein, so behalten trotzdem alle weiteren Anordnungen ihre Wirksamkeit.

das auch

Die Unterschrift hast du jetzt nicht explizit erwähnt aber das sollte ja auch selbstverständlich sein.
Und natürlich auch das ganze Testament handschriftlich verfassen und nicht per PC etc.

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#2
 Von 
Pabloa
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Ballivus):
Kann man so machen. Ich würde noch jeweils die aktuelle Adresse der potentiellen Erben ergänzen.

Zitat (von Pabloa):
nach §§ 2247 ff. BGB

das ist überflüssig

Zitat (von Pabloa):

Sollte eine der in diesem Testament enthaltenden Anordnungen unwirksam sein, so behalten trotzdem alle weiteren Anordnungen ihre Wirksamkeit.

das auch

Die Unterschrift hast du jetzt nicht explizit erwähnt aber das sollte ja auch selbstverständlich sein.
Und natürlich auch das ganze Testament handschriftlich verfassen und nicht per PC etc.

Also am besten dann so:

Zitat:
Mein letzter Wille und Testament

Ich, Vorname1 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt, setzte meinen Bruder, Vorname2 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt als meinen Alleinerben ein. Sollte er vor dem Erbfall versterben oder das Erbe nicht annehmen wollen, setzte ich meinen Bruder Vorname3 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt als Alleinerben ein. Sollte dieser Ebenfalls vor dem Erbfall versterbe oder das Erbe nicht annehmen wollen, setze ich meinen Vater Vorname 3 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt als Alleinerben ein.

Stadt, den Datum

Danke schonmal

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#3
 Von 
Ballivus
Status:
Schüler
(443 Beiträge, 121x hilfreich)

Wie gesagt, ich würde noch die aktuellen Anschriften der potenziellen Erben hinzufügen.

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#4
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3409 Beiträge, 970x hilfreich)

Bei der ganzen Geschichte sollte nicht übersehen werden, daß die Eltern pflichtteilsberechtigt sind, wenn das Kind vor ihnen stirbt und keine Kinder hat.

Im beschriebenen Fall könnte der Vater, so er noch lebt, also Pflichtteilsansprüche gegen den Bruder des Erblassers geltend machen.

Außerdem kann eine "salvatorische Klausel" (Sollte eine der in diesem Testament enthaltenden Anordnungen unwirksam sein, so behalten trotzdem alle weiteren Anordnungen ihre Wirksamkeit.) in Testamenten eine kitzlige Sache werden, weil unter Umständen durch die Unwirksamkeit einer Testamentsklausel ein gesetzlicher Erbanspruch zum Tragen kommen kann, der dann im Widerspruch zu dem Gewünschten steht.

Die Betonung liegt hier auf kann und unter Umständen.

Wenn es um eine Immobilie geht, ist es absolut angebracht, für die Formulierung des Testaments einen Notar heranzuziehen. Das hat zwei unschätzbare Vorteile: erstens vermeidet man "Kinken" und daß am Ende aufgrund erbrechtlicher Ahnungslosigkeit ein Ergebnis herauskommt, das der Erblasser so nicht wollte (jeder Notar kennt solche Fälle), und zweitens spart sich der Erbe den Erbschein, da er hat ein notarielles Testament, und das ist ein wirksamer Ersatz für den Erbschein.

Und so teuer ist der Notar nun auch nicht.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(38882 Beiträge, 13935x hilfreich)

Zitat:
Im beschriebenen Fall könnte der Vater, so er noch lebt, also Pflichtteilsansprüche gegen den Bruder des Erblassers geltend machen.

Das kann man aber durch keine noch so gute Formulierung des Testamentes verhindern.

Zitat:
Außerdem kann eine "salvatorische Klausel" (Sollte eine der in diesem Testament enthaltenden Anordnungen unwirksam sein, so behalten trotzdem alle weiteren Anordnungen ihre Wirksamkeit.)

Eine salvatorische Klausel in einem Testament ist sinnfrei

Zitat:
Die Betonung liegt hier auf kann und unter Umständen.

Nein, kann nicht.

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#6
 Von 
Pabloa
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Bei der ganzen Geschichte sollte nicht übersehen werden, daß die Eltern pflichtteilsberechtigt sind, wenn das Kind vor ihnen stirbt und keine Kinder hat.

Im beschriebenen Fall könnte der Vater, so er noch lebt, also Pflichtteilsansprüche gegen den Bruder des Erblassers geltend machen.

Außerdem kann eine "salvatorische Klausel" (Sollte eine der in diesem Testament enthaltenden Anordnungen unwirksam sein, so behalten trotzdem alle weiteren Anordnungen ihre Wirksamkeit.) in Testamenten eine kitzlige Sache werden, weil unter Umständen durch die Unwirksamkeit einer Testamentsklausel ein gesetzlicher Erbanspruch zum Tragen kommen kann, der dann im Widerspruch zu dem Gewünschten steht.

Die Betonung liegt hier auf kann und unter Umständen.

Wenn es um eine Immobilie geht, ist es absolut angebracht, für die Formulierung des Testaments einen Notar heranzuziehen. Das hat zwei unschätzbare Vorteile: erstens vermeidet man "Kinken" und daß am Ende aufgrund erbrechtlicher Ahnungslosigkeit ein Ergebnis herauskommt, das der Erblasser so nicht wollte (jeder Notar kennt solche Fälle), und zweitens spart sich der Erbe den Erbschein, da er hat ein notarielles Testament, und das ist ein wirksamer Ersatz für den Erbschein.

Und so teuer ist der Notar nun auch nicht.

Also kann man dies am besten so verfassen(wie oben):

Zitat:
Mein letzter Wille und Testament

Ich, Vorname1 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt, setzte meinen Bruder, Vorname2 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt als meinen Alleinerben ein. Sollte er vor dem Erbfall versterben oder das Erbe nicht annehmen wollen, setzte ich meinen Bruder Vorname3 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt als Alleinerben ein. Sollte dieser Ebenfalls vor dem Erbfall versterbe oder das Erbe nicht annehmen wollen, setze ich meinen Vater Vorname 3 Nachname, geboren am Geburtsdatum in Stadt als Alleinerben ein.

Stadt, den Datum

Die Anschriften würde ich dann halt noch einfügen.


Zitat (von hh):
Zitat:
Im beschriebenen Fall könnte der Vater, so er noch lebt, also Pflichtteilsansprüche gegen den Bruder des Erblassers geltend machen.


Das kann man aber durch keine noch so gute Formulierung des Testamentes verhindern.

Zitat:
Außerdem kann eine "salvatorische Klausel" (Sollte eine der in diesem Testament enthaltenden Anordnungen unwirksam sein, so behalten trotzdem alle weiteren Anordnungen ihre Wirksamkeit.)


Eine salvatorische Klausel in einem Testament ist sinnfrei

Zitat:
Die Betonung liegt hier auf kann und unter Umständen.


Nein, kann nicht.



Keiner von beiden Elternteilen würde einen Pflichtteilanspruch stellen.

Könnte man aber einen Pflichtteilanspruch verhindern?

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#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(38882 Beiträge, 13935x hilfreich)

Zitat:
Also kann man dies am besten so verfassen(wie oben):

Ja

Zitat:
Könnte man aber einen Pflichtteilanspruch verhindern?

Nein.

Außerdem würde ich empfehlen, das Testament beim Amtsgericht zu hinterlegen.

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#8
 Von 
cruncc1
Status:
Senior-Partner
(6303 Beiträge, 3933x hilfreich)

Zitat (von Pabloa):
Könnte man aber einen Pflichtteilanspruch verhindern?

Nur wenn die Pflichtteilsberechtigten beim Notar einen Verzicht unterschreiben.

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