Liebe Gruppe,
ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr uns weiterhelfen könnt.
Es geht um die Beerdigung meines Cousins, der am 01.10.2024 überraschend verstorben ist.
Seiner Geschichte geht eine vor 3 Jahren eingetretene Erkrankung mit Kopf-OP, Koma und anschließendem Aufenthalt im Pflegeheim voraus. Er war ledig, Vater zweier Kinder und von der Mutter seiner beiden Kinder getrennt. Dennoch war der Kontakt sehr gut und unterstützend.
Ganz anders als zu seiner Mutter, die sich seit seiner Erkrankung rar gemacht hat (auch davor war es schwierig).
Wichtig ist vielleicht hier zu erwähnen, dass die Mutter grundsätzlich eine Person ist, die sich mit vielen verstritten hat, keinen Kontakt zur eigenen Mutter, ihrer eigenen Tochter und Sohn inkl. Enkelkinder hatte - und allen das Leben erschwert. Wo sie ist, sind Anschuldigungen und Ärger nicht weit.
Für ihn da waren sein Betreuer, seine ehemalige Lebensgefährtin, sein Vater (zu dem er jedoch erst seit seiner Erkrankung wieder regelmäßig Kontakt hatte) und meine Eltern (als Onkel und Tante).
Heute haben wir erfahren, dass seine Mutter beim Bestattungsunternehmen eine anonyme Bestattung in Auftrag gegeben hat. Keiner soll wissen, wann und wo genau (auf der grünen Wiese) beigesetzt wird.
Und wir wollen dies als engster Kreis unbedingt verhindern, da wir genau wissen, dass es nicht das ist was mein Cousin wollte. Er war nie anonym, eher kontaktfreudig - und es tut uns weh, dass sie ihn so behandelt und unter die Erde bringen möchte.
Nach einem Telefonat mit dem Bestattungsinstitut sieht es schlecht aus.
In Thüringen ist die Rangfolge der bestattungspflichtigen Personen so, dass die Kinder zwar vor den Eltern kommen, diese jedoch noch minderjährig sind.
Seht ihr hier velleicht irgendeine Möglichkeit?
Kann die Mutter die Art der Bestattung z.B. bestimmen, wenn der leibliche Vater damit nicht einverstanden ist?
Wie das Bestattungsunternehmen sagte, haben wir nicht mehr viel Zeit.
Herzlichen Dank vorab an jeden, der diesen Text gelesen hat und sich Gedanken macht.
Wie können wir eine anonyme Beerdigung verhindern?
Zitat :Heute haben wir erfahren, dass seine Mutter beim Bestattungsunternehmen eine anonyme Bestattung in Auftrag gegeben hat. Keiner soll wissen, wann und wo genau (auf der grünen Wiese) beigesetzt wird.
Ausser, dass man mit der Mutter spricht, sehe ich keine Handhabe.
Zitat :Und wir wollen dies als engster Kreis unbedingt verhindern, da wir genau wissen, dass es nicht das ist was mein Cousin wollte.
Wenn der Cousin das so nicht wollte, hätte er sich aber zeitig entsprechend darum kümmern müssen.
Bietet der Mutter an, die zusätzlichen Kosten für eine pompöse Beerdigung, Grab und Grabstein sowie die Folgekosten für die Grabpflege zu übernehmen.
Vielleicht lässt sie sich darauf ein.
Ansonsten hat nun mal die Mutter (und der Vater) in diesem Fall zu entscheiden.
Mir persönich ist es z.B. völlig schnuppe, was nach meinem Ableben mit meinem toten Körper passiert, ich habe ja eh nichts mehr davon.
Möchte jemand jahrelang zum Friedhof rennen? Gerne. Anonyme Bestattung? Von mir aus. Urne auf dem Nachttisch? Meinetwegen.
-- Editiert von User am 8. Oktober 2024 10:27
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Zitat :Ausser, dass man mit der Mutter spricht, sehe ich keine Handhabe.
Wenn das die einzige Möglichkeit ist, dann funktioniert es leider nicht.
Rufen wir an, nimmt sie nicht ab.
Fährt man vorbei, öffnet sie nicht.
Zitat :Wenn der Cousin das so nicht wollte, hätte er sich aber zeitig entsprechend darum kümmern müssen.
Absolut, aber wie das leider so ist...wenn man mit etwas nicht rechnet, kümmert man sich nicht.
Und auch wenn er dem Tod zunächst entkommen ist, so war er nicht mehr lebensgefährdet....und hat es vielleicht verdrängt.
Erst einmal mein aufrichtiges Beileid. Es ist immer schlimm, wenn man einen geliebten Menschen verliert und man dann auch keinen Einfluss auf die Abwicklung dieses Trauerfalles hat. Trotzdem, die Verpflichteten und Verantwortlichen sind nun mal die Verwandten in gerader Linie. Also Kinder, Eltern. Die müssen auch finanziell für das alles aufkommen. Etwas anderes könnte sich nur ergeben, wenn der Verstorbene eine entsprechende Verfügung getroffen hätte und Eltern/Kinder sich weigern, diese umzusetzen.
Meine Empfehlung in so Fällen: macht eine gesonderte Trauerfeier, die Ihr nach Euren Vorstellungen gestaltet. Das Friedhofsamt wird Euch auch Auskunft darüber geben, wo in etwa er beigesetzt ist. Und nie vergessen: solange wir leben, werden auch sie leben, denn sie sind nun ein Teil von uns, wenn wir uns an sie erinnern.
wirdwerden
Zitat :Bietet der Mutter an, die zusätzlichen Kosten für eine pompöse Beerdigung, Grab und Grabstein sowie die Folgekosten für die Grabpflege zu übernehmen.
Vielleicht lässt sie sich darauf ein.
Ansonsten hat nun mal die Mutter (und der Vater) in diesem Fall zu entscheiden.
Es geht weniger um den Umfang der Beerdigung - sondern eher um den Umstand, dass Sie möchte, dass es anoynym durchgeführt wird. Dies hat nicht den Grund der Kostenersparnis, sondern egozentrische Gründe.
Und hier würden wir gerne ansetzen. Es geht nicht um den Grabstein und die große Zeremonie - es geht darum, dem Verstorbenen gerecht zu werden und den Ort, an dem er bestattet wird, zu erfahren.
Wenn es um Kosten geht, würde sich eine Lösung finden.
Zitat :Erst einmal mein aufrichtiges Beileid. Es ist immer schlimm, wenn man einen geliebten Menschen verliert und man dann auch keinen Einfluss auf die Abwicklung dieses Trauerfalles hat. Trotzdem, die Verpflichteten und Verantwortlichen sind nun mal die Verwandten in gerader Linie. Also Kinder, Eltern. Die müssen auch finanziell für das alles aufkommen. Etwas anderes könnte sich nur ergeben, wenn der Verstorbene eine entsprechende Verfügung getroffen hätte und Eltern/Kinder sich weigern, diese umzusetzen.
Meine Empfehlung in so Fällen: macht eine gesonderte Trauerfeier, die Ihr nach Euren Vorstellungen gestaltet. Das Friedhofsamt wird Euch auch Auskunft darüber geben, wo in etwa er beigesetzt ist. Und nie vergessen: solange wir leben, werden auch sie leben, denn sie sind nun ein Teil von uns, wenn wir uns an sie erinnern.
Dankeschön, wirdwerden!
Es ist so schwierig, dies zu akzeptieren - da es, wirklich nicht im Sinne des Verstorbenen ist.
Und seine Mutter über diese anonyme Bestattung ihre Emotion gegenüber ihm und denen, die um ihn trauern, ausdrückt.
Ich habe auch schon gelesen, dass die Friedhofsverwaltung ggf. Auskunft erteilt.
und auch eine private Trauerfeier ist eine gute Idee, die ich weitergeben würde.
Ich hatte nur gehofft, dass der Vater von ihm (ich hatte vergessen zu erwähnen, dass die Eltern schon seit Ewigkeiten geschieden sind) Möglichkeiten hat, ein Veto einzulegen.
Auch für anonyme Bestattungen gibt es festgelegte Orte und Stellen, denn kein Verstorbener wird einfach so irgendwo in der Landschaft beigesetzt. Ihr werdet erfahren, wo dieser Ort ist. Dort könnt ihr als Gruppe/Kreis jederzeit gedenken, uU sogar Blumen ablegen.Zitat :Heute haben wir erfahren, ...
Es gibt lediglich keine Grabstelle mit Grabstein.
Der Cousin hätte das noch selbst bestimmen können. Ihr als Verwandte, die so eng mit ihm waren und ihn sicher im Pflegeheim besucht haben...werden iaR vom Pflegeheim darauf hingewiesen. Irgendetwas wird der Verstorbene veranlasst haben, als er es konnte. Oder nun die Mutter.Zitat :Und wir wollen dies als engster Kreis unbedingt verhindern, ...
Was hat das mit einer anonymen Bestattung zu tun? Du/ihr scheint hier was zu verwechseln.Zitat :Er war nie anonym, eher kontaktfreudig
Und die werden es wohl wissen.Zitat :Nach einem Telefonat mit dem Bestattungsinstitut sieht es schlecht aus.
Wann und wo die Trauerfeier stattfindet, könnt ihr erfahren, denn die ist nicht geheim.
Erbrecht?
-- Editiert von User am 8. Oktober 2024 11:01
Zitat :Kann die Mutter die Art der Bestattung z.B. bestimmen, wenn der leibliche Vater damit nicht einverstanden ist?
Der Vater könnte da durchaus noch einschreiten.
Akzeptiert das Bestattungsinstitut das denn?
Zitat :Auch für anonyme Bestattungen gibt es festgelegte Orte und Stellen, denn kein Verstorbener wird einfach so irgendwo in der Landschaft beigesetzt. Ihr werdet erfahren, wo dieser Ort ist. Dort könnt ihr als Gruppe/Kreis jederzeit gedenken, uU sogar Blumen ablegen.
Es gibt lediglich keine Grabstelle mit Grabstein.
Dies ist die Hoffnung, die langsam Gestalt annimmt. Ich habe gerade eine Email an die Friedhofsverwaltung geschickt. Das Bestattungsinsitut durfte nichts sageb.
Zitat :Der Cousin hätte das noch selbst bestimmen können. Ihr als Verwandte, die so eng mit ihm waren und ihn sicher im Pflegeheim besucht haben...werden iaR vom Pflegeheim darauf hingewiesen. Irgendetwas wird der Verstorbene veranlasst haben, als er es konnte. Oder nun die Mutter.
Hier kann ich leider nichts zu sagen.
Zitat :Was hat das mit einer anonymen Bestattung zu tun? Du/ihr scheint hier was zu verwechseln.
Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass es so garnicht zu ihm passt und in seinem Sinne wäre! Mir ist der Unterschied schon bewusst.
Danke!
Zitat :Ganz anders als zu seiner Mutter, die sich seit seiner Erkrankung rar gemacht hat (auch davor war es schwierig).
Und wer hatte die Betreuung während der Zeit im Heim?
Sollte er eine rechtliche Betreuung gehabt haben, dann müsste eigentlich ein Nachlassverwalter eingesetzt werden, evtl. da nachfragen. Könnte auch auf die Mutter übertragen worden sein.
Sind die Kinder noch nicht erwachsen, sonst wäre es deren Aufgabe.
Wenn die Mutter alles organisiert, übernimmt sie auch die Kosten?
Anonyme Beerdigungen auf der grünen Wiese finden häufig nur 2 x jährlich statt und die Angehörigen werden nicht benachrichtigt.
Falls er einen Glauben hatte, könnte die zuständige Kirche weiterhelfen.
Schade jedenfalls, dass alle, die für ihn da waren, so gar nicht wissen, was er sich vielleicht zuletzt doch gewünscht hat.Zitat :dass es so garnicht zu ihm passt und in seinem Sinne wäre!
Nicht mal der Betreuer und seine LG?
Wieso kommt hier denn keiner auf die Idee, das auch die Wünsche der nächsten Verwandten zu berücksichtigen bzw. zu respektieren sind? Und wenn da entferntere Verwandte und Gott weiß wer meinen, sich einmischen zu müssen, ist das doch abgesehen von der juristischen Seite sehr respektlos.
Es kann doch jede der Gruppen eine eigene Trauerfeier abhalten und gut ist.
wirdwerden
Habt die Leute im Herzen. Ein Grab ist nichts gegen die Gedanken wie wir mit einer Person verbinden
Und - nur weil jemand lebenslustig und gesellig war, heisst das ja nicht, dass die Abwicklung nach seinem Tod auch seinem Willen entsprechend so sein muss und er es so wollte. Wie kommt man nur darauf?
wirdwerden
Zitat :Möchte jemand jahrelang zum Friedhof rennen? Gerne. Anonyme Bestattung? Von mir aus.
Ich würde den Hauptpunkt in den Kindern sehen, deren Vater irgendwo beigesetzt wird und sie nicht dabei sein können..... Anonym, ok, aber nicht zu wissen, wann und wo ist schon blöd für die Kinder
Nun, diese Problematik hat man doch bei vielen Bestattungsoptionen; etwa bei der Seebestattung.
wirdwerden
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