Wohnrecht - Darf fremdvermietet werden?

7. Juni 2006 Thema abonnieren
 Von 
Celin
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 0x hilfreich)
Wohnrecht - Darf fremdvermietet werden?

Im Testament steht:
In unserem Wohnhaus hat unser Sohn x die obere Wohnung. An dieser soll ihm ein lebenslängliches, unentgeltliches Wohnrecht zustehen, bestehend in der alleinigen Benutzung aller Räume...etc.
Unser Sohn hat alle Kosten, die üblicherweise ein Mieter als nebenkosten tragen muß wie bisher zu zahlen, ebenso ein Drittel der Hauskosten etc...
Unser Sohn hat das Recht, die Ausübung des Wohnrechts auch seinen Kintern zu überlassen.

Das komplette Haus wurde der Tochter überschrieben.
Ein anderer Sohn konnte ein Wohnrecht in einer anderen Wohnung wahrnehmen oder Betrag x erhalten. Er hatte sich für Betrag x entschieden.
Nun möchte o.g. Sohn nicht in dieser Wohnung leben.(Kinder auch nicht)
Nun sagt Tochter(Hauseigentümer) das nicht fremdvermietet werden darf. Wenn er nicht dort einzieht (geheizt werden muß im Winter) geht die Wohnung eben auf sie über.

Frage: 1.)
Darf fremdvermietet werden?
2.) Kann man einen Pflichtanteil geltend machen?

Sonst, sehe ich doch richtig, geht er leer aus?
MfG Celin

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wald-hase
Status:
Praktikant
(723 Beiträge, 74x hilfreich)

1) Wenn ein Wohnrecht (und kein Nießbrauchsrecht) besteht, darf die Wohnung nur zum Wohnen für den Berechtigten und seine Familienangehörigen benutzt werden. Eine Vermietung ist nicht zulässig.

2) Einen Pflichtteil kann man nur geltend machen, wenn man als gesetzlicher Erbe nicht bedacht wurde oder der Erbteil kleiner wäre als der Pflichtteil.

3) Ein Wohnrecht erlischt übrigens nicht dadurch, daß es nicht ausgeübt wird. In so einem Falle steht die Wohnung eben leer.

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"Mein Name ist Hase, ich wohne im Walde und weiß von nichts..."

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#2
 Von 
Celin
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die schnelle Antwort.

"Unser Sohn hat das Recht, die Ausübung des Wohnrechts auch seinen Kintern zu überlassen."

Gilt das auch über den Tod des
"1. Wohnberechtigten" hinaus?
Soll heißen, die Kinder geniessen dann weiterhin Wohnrecht? (die Enkel dann nicht mehr, ist schon klar)

MfG Celin

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47610 Beiträge, 16829x hilfreich)

zu 1) Die Wohnung darf nach meiner Kenntnis bei Nichtnutzung sehr wohl fremdvermietet werden. Es ist dabei jedoch sicherzustellen, dass der Wonrechtinhaber sein Wohnrecht jederzeit in Anspruch nehmen kann.

Vermieten darf in so einem Fall übrigens nur die Eigentümerin. Der Wohnrechtinhaber ist nicht berechtigt, die Wohnug zu vermieten.

zu 2) Der Sohn kann den Pflichtteil zwar verlangen. Davon wird ihm aber der Wert des Wohnechtes abgezogen, unabhängig davon, ob er es nutzt oder nicht. Er bekommt auf diesem Weg nur etwas, wenn der Wert des Wohnrechtes kleiner ist, als sein Pflichtteilsanspruch.

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#4
 Von 
wald-hase
Status:
Praktikant
(723 Beiträge, 74x hilfreich)

Ja, das meinte ich mit dem Vermieten: der Wohnrechtsinhaber darf (im Gegensatz zu einem Nießbrauchsberechtigten) nicht vermieten, jedenfalls nicht ohne Zustimmung des Eigentümers. War etwas unpräzise ausgedrückt.

Ich weiß allerdings nicht, ob der Eigentümer bei Nichtnutzung - und womöglich noch ohne Zustimmung des Berechtigen - auf eigene Faust vermieten darf. Wie gesagt, muß der Berechtigte jederzeit sein Wohnrecht ausüben können. Was macht der Eigentümer, wenn der Wohnrechtsinhaber kurzfristig in seine Wohnung einziehen will, diese aber vermietet ist?

Das Wohnrecht erlischt mit dem Tode des Berechtigten oder mit dessen notariellen Verzicht auf das Wohnrecht. Das würde dann auch für das abgeleitete Wohnrecht von Familienangehörigen gelten, sofern diese nicht ein eigenständiges Wohnrecht haben. Das würde davon abhängen, was genau hinsichtlich des Wohnrechtes angeordnet worden ist.

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"Mein Name ist Hase, ich wohne im Walde und weiß von nichts..."

-- Editiert von wald-hase am 07.06.2006 21:33:02

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#5
 Von 
guest123-1062
Status:
Student
(2846 Beiträge, 907x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#6
 Von 
Celin
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 0x hilfreich)

Das Testament wurde zu Lebzeiten erstellt.

Der Sohn wohnt auch noch in dieser Wohnung.

Nun ergibt sich aber durch andere Lebenumstände ein Umzug in einere andere Stadt 300 km weg.

Das Verhältnis zur gesamten Familie war zu Lebzeiten perfekt, sodas ich mir nicht vorstellen kann, das Böswilligkeit vorlag.

Ohne das Testament zu kennen, hieß es lediglich, du bekommst deine Wohnung "überschrieben".
Das Wort Eigentumswohnung ist nicht gefallen so aber angenommen.

War wohl, wie ich jetzt hier erkenne "Dummheit" von den Eltern wie auch von dem "Wohnberechtigten".

Also im Prinzip vom Erbe ausgeschlossen.

Danke für das Interesse.

MfG Celin

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47610 Beiträge, 16829x hilfreich)

Das Dumme dabei ist, dass er formalrechtlich durch die Übertragung des Wohnrechtes nicht vom Erbe ausgeschlossen wurde.

Dass dieses Wohnrecht für ihn keinen Wert darstellt oder im Gegenteil sogar eine Belastung, spielt dabei leider keine Rolle.

Wenn das Verhältnis zur Familie immer noch gut ist, lässt sich ja vielleicht eine einvernehmliche Regelung finden.

@Wald-hase
Was macht der Eigentümer, wenn der Wohnrechtsinhaber kurzfristig in seine Wohnung einziehen will, diese aber vermietet ist?
Dann muss die Wohnung umgehend frei gemacht werden (Eigenbedarfskündigung) und für die Übergangszeit hat der Wohnrechtsinhaber einen Anspruch auf Schadenersatz.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest123-1062
Status:
Student
(2846 Beiträge, 907x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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