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Zahlung von Beerdigungskosten trotz Ausschlagung des Erbes

 Von 
funnymind
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 8x hilfreich)
Zahlung von Beerdigungskosten trotz Ausschlagung des Erbes

Hallo,
folgende Situation:

Nachdem meine Mutter verstarb, wurde von von meinen Geschwistern(2 Töchter&1Sohn) und mir das Erbe ausgeschlagen, weil meine Mutter überschuldet war.
Um eine würdige Bestattung zu gewährleisten, habe ich die Bestattung(Urnenbestattung) mit ca. 4000 Euro vorfinanziert um dann meine Geschwister zur anteiligen Zahlung heranzuziehen.
Die beiden Schwestern bekamen, weil sie nur über geringes/kein Einkommen verfügen,Bestattungsbeihilfe genehmigt,die dann an mich abgetreten wurde.
Mein Bruder allerdings weigert sich strikt, auch nur einen Cent des "viertels vom Ganzen" zu bezahlen. Er benutzt seine Erbausschlagung als Begründung, das er für sowas nichts bezahlen müsse und auf keinen Fall etwas dafür begleichen müsste und dies mein Problem sei!
Meine Frage hierzu:
Ist er nicht TROTZ Ausschlagung des Erbes verpflichtet, seinen Anteil trotzdem zu tragen? Wenn die Schwestern nicht dazu verflichtet wären, hätte ihnen das Amt ja auch sicher nicht die Bstattungsbeihilfe gewährt, oder nicht?
Gibt es diesbezüglich eine rechtliche Handhabe, um ggf. das Geld mit einem gerichtlichen Mahnbescheid einzufordern?

Zu den finanziellen Verhältnissen meines Bruders: Er ist verheiratet und beide Eheleute sind Lohn/Gehaltsbezieher("Doppelverdienerhaushalt").

Leider wurde ich aus der Gesetgebung/Bestattungsverordnung nicht schlau und würde mich über jede Hilfe freuen!(Meine Mutter ist in Mannheim verstorben und wurde bei Heidelberg beigesetzt)

MFG

Thomas

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Beerdigungskosten Bruder Geschwister


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37052 Beiträge, 13315x hilfreich)

Zunächst einmal müssen die Erben die Beerdigungskosten zahlen. Sollten jedoch alle Erben das Erbe ausgeschlagen haben, dann müssen die Unterhaltspflichtigen die Beerdigungskosten übernehmen. Das sind in diesem Fall die Kinder. Dein Bruder wird also das 1/4 der Beerdigungskosten zahlen müssen.

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#2
 Von 
funnymind
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 8x hilfreich)

Hallo HH,
vielen Dank für die Info :)
Gibt es dazu auch Gesetzestextquellen(§?)wo ich das nachlesen,bzw. in meiner Begründung für das Amtsgericht einbringen kann?
Vielen Dank im voraus!
Gruss
Thomas

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37052 Beiträge, 13315x hilfreich)

Das ergibt sich aus § 1615 Abs. 2 BGB .

Der Bruder muss aber nicht, wie ich geschrieben habe, 1/4 der Beerdigungkosten zahlen. Die Aufteilung erfolgt entsprechend der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Geschwister (§ 1606 Abs. 3 BGB ).

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#4
 Von 
funnymind
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 8x hilfreich)

das heisst soviel, das der zuzahlende Anteil meines Bruder auf jedenfall höher ausfallen muss als der meiner Schwestern, der er Vollverdiener ist und meine Geschwister Sozialhilfeempfänger/Arbeitslos sind?
Im Prinzip geht es mir nicht um die Betragshöhe, sondern darum das meine Schwestern OHNE Einkommen sofort geschaut haben,das ich wieder zu meinen Auslagen komme und er ,wo voll verdient, im nachhinein nun nichts bezahlen will. So nach dem Motto" Nun hast du ja schon alles bezahlt und der Rest ist mir nun egal".
Meine Schwestern haben bezahlt und ich möchte eben zur Fairness ihnen gegenüber, das er nun auch seinen Beitrag dazu leistet.
Ich hoffe damit durch zu kommen.
gruss
Thomas

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#5
 Von 
tate62
Status:
Beginner
(145 Beiträge, 15x hilfreich)

ganz dummer frage
wer hat den vertrag zur beerdigung unterschrieben???

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#6
 Von 
funnymind
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 8x hilfreich)

den hab ich natürlich unterschrieben.

das tut aber eigentlich nichts zur sache, da a) die unterhaltspflichtigen kinder im vorfeld darüber informiert wurden und b)egal ob ich das unterschrieben habe,alle geschwister trotzdem anteilmäßig zahlungsverpflichtet sind, wie die ausführung weiter oben bestätigt.
das mahnverfahren hab ich mittlerweile eingeleitet.er wurde auch schon an das für zuständige AG weitergeleitet.

bin mir sicher das ich dies auch durchbekomme, da nun nach meinem wissenstand auch die rechtliche grundlage für geschaffen, bzw. bestätigt wurde.
gruss
thomas

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#7
 Von 
tate62
Status:
Beginner
(145 Beiträge, 15x hilfreich)

ich frage weil bei mir der fall so lag
ich mußte unwissend die beerdigung unterschreiben, weil wir zwar getrennt waren, aber nicht geschieden und nun hänge ich da trotz ausgeschlagenem erbe mit beerdigungskosten von fast 2500¤ da.
und nicht ich war erbe , sondern seine kinder und die waren zum zeitpunkt des todes nicht geschäftstüchtig
wünsche dir glück und hoffe du bekommst es auch durch

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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37052 Beiträge, 13315x hilfreich)

Das ist auch richtig so, es sei denn, die Beerdigungskosten hätten aus dem Erbe bezahlt werden können.

Unterhaltspflichtig ist zuerst der Ehegatte und dann erst die Kinder. Im Fall von funnymind ist aber der Ehegatte bereits früher verstorben, wenn ich das richtig interpretiert habe.

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