Zuwendung ?

25. März 2005 Thema abonnieren
 Von 
Dr. Eschflegel
Status:
Lehrling
(1062 Beiträge, 317x hilfreich)
Zuwendung ?

Nach einem Überlassungsvertrag habe ich meine Geschwister mit einem allseitig im Vertrag so bestimmten Geldbetrag (je 10 T€)ausbezahlt. Grundlage war ein Verkehrswertgutachten. Was Haus und Grundstück betrifft sozusagen eine vorgezogene Auszahlung der Erbteile. Nun bin ich alleiniger Eigentümer.

Die Zuwendung an die Geschwister, muss ich die eigentlich irgendwie bei einem Finanzamt angeben ? Oder müssen diese "Einkommen" von den Geschwistern versteuert werden ?

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
RA_StB_Wagner
Status:
Frischling
(41 Beiträge, 6x hilfreich)

Hier lohnt es sich, fachlichen Rat unter Vorlage des Vertrags einzuholen. Es könnte sich um ein kaufähnliches Geschäft oder um eine Zuwendung, die möglicherweise Schenkungsteuer auslöst handeln. Gewissheit kann aber nur dann gewonnen werden, wenn der Vertrag und damit die Gestaltung als Ganzes untersucht wird.

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47218 Beiträge, 16728x hilfreich)

Theoretisch kann das von RA_StB_Wagner Angenommene passieren.

Im Regelfall handelt es sich aber um Schenkungen, die bei einem Betrag von 10T€ auch unterhalb der Freibeträge liegen.

Eine Angabe beim Finanzamt halte ich daher weder für Dich noch für Deine Geschwister für erforderlich.

Da sämtliche Grundstücksverträge ohnehin automatisch dem Finanzamt vorgelegt werden, kannst Du davon ausgehen, dass das Finanzamt von sich aus tätig wird, wenn eine Steuerpflicht vorliegen sollte. Die Einholung eines fachlichen Rates halte ich daher nicht für erforderlich.

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#3
 Von 
RA_StB_Wagner
Status:
Frischling
(41 Beiträge, 6x hilfreich)

hier muss ich darauf hinweisen, dass eine unterlassene Erklärung - obwohl eine Erklärungspflicht besteht - auch als Steuerhinterziehung gewertet werden kann. Ganz so einfach, wie unsterblich es sieht, würde ich den Fall also nicht abtun. Wie es im konkreten Fall dann läuft, könnte so sein wie bei unsterblich dargestellt. Die Erfahrung in den letzten Jahren hat aber gezeigt, dass die Finanzämter den Stift schnell in die Hand nehmen, wenn es darum geht, ein Steuerstrafverfahren einzuleiten.

Aber wie man sich im Einzelfall verhält, ist natürlich der Risikobereitschaft eines jeden einzelnen vorbehalten.



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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47218 Beiträge, 16728x hilfreich)

Zur Steuerhinterziehung gehört Vorsatz!

Selbst, wenn hier eine Steuererklärungspflicht bestehen würde (was ich nicht glaube), ist der Vorsatz nicht nachweisbar. Das setzt aber mindestens voraus, dass man weiß oder mindestens wissen konnte, dass eine Steuerpflicht besteht.

Ich halte daher die Kosten für eine entsprechende Beratung durch einen Steuerberater für Geldverschwendung.

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#5
 Von 
RA_StB_Wagner
Status:
Frischling
(41 Beiträge, 6x hilfreich)

der bedingte Vorsatz reicht aus, wie schon richtig zitiert: "wissen konnte" hierzu reicht es aus, dass man sich durch einen Berater hätte schlau machen lassen können (dann hätte man gewusst). Sonst würde das ja bedeuten, dass steuerliche Laien nie Steuerhinterziehung begehen, denn sie wussten ja nicht. (was wäre das ein Leben - ich würde meine Zulassungen freiwillig abgeben).

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47218 Beiträge, 16728x hilfreich)

@RA_StB_Wagner
Jetzt wollen wir doch einmal die Kirche im Dorf lassen.

Selbst Sie als Experte haben bislang noch keinen echten Anhaltspunkt gegeben, unter welchen theoretischen Aspekten im konkreten Fall Steuern anfallen könnten.

Wenn Sie Recht hätten, dann müsste ein Laie jeden Vertrag auf seine steuerliche Wirkung überprüfen lassen. Das wird vom Finanzamt nicht erwartet.

Mir fällt zum konkreten Fall kein Kostrukt ein, bei dem Dr. Eschflegel der Tatbestand der Steuerhinterziehung vorzuwerfen wäre. Selbst für den theoretischen Fall, dass es sich um einen (Teil-)Kaufvertrag handelt, würde eine Grundsteuerveranlagung automatisch durch das Finanzamt erfolgen.

Von einem Laien werden selbstverständlich Grundkenntnisse des Steuerrechtes erwartet, so dass er sich oftmals nicht mit mangelnder Kenntnis herausreden kann.
Ein Laie darf aber im konkreten Fall den Schluss ziehen, dass keine Steuerpflicht besteht, ohne dass er sich dem Vorwurf der Steuerhinterziehung aussetzen muss.

Das war schon immer so und die Steuerberater können trotzdem gut leben.

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#7
 Von 
RA_StB_Wagner
Status:
Frischling
(41 Beiträge, 6x hilfreich)

@Unsterblich

wie ich bereits oben schrieb, benötigt man den genauen Wortlaut der Urkunde, um den Sachverhalt dann unter etwaige Norm subsumieren zu können. Es macht herzlich wenig Sinn, in einem öffentlichen Forum sämtliche Eventualitäten durchzuhecheln. Dafür sind Universitäten da. Es geht hier auch nicht um die Möglichkeit einer etwaigen Grundwerwerbsteuerpflicht. Vielmehr dachte ich an die Schenkungsteuer.

Aber wie ich auch schon oben schrieb. EIGENES RISIKO.

Zum Thema Kirche: Es sind gerade die Berater, die alle Eventualitäten abklopfen müssen. Zu oft geschieht dies nicht und dann haben wir einen weiteren Haftungsfall und noch einen Haftungsfall etc.

Leider müssen die übrigen Berater dies über die Erhöhungen der Versicherungsbeiträge dann mitfinanzieren.

Gute Notarverträge weisen übrigens darauf hin, dass die steuerlichen Wirkungen von einem Steuerberater etc. zu untersuchen sind und der Notar hierüber aufgeklärt hat.

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#8
 Von 
Dr. Eschflegel
Status:
Lehrling
(1062 Beiträge, 317x hilfreich)

Danke für die Meinungen,

dass ich als neuer Eigentümer Grundsteuer bezahle, ist klar. Geschieht auch. Nur wird dies von einem anderen FA eingezogen, weil das Grundstück in einem anderen Bundesland liegt. Da ich damit ja kein Einkommen erziele, dürfte ich selbst das meinem hiesigen FA nicht mitteilen müssen. Einkommen entstünde doch nur bei einem evtl. Verkauf oder wenn ich Mieteinnahmen hätte usw. Aber ich habe nur Ausgaben wie die Grundsteuer, Boden- und Abwassergebühren, Feuerversicherung. Die Zuwendungen, die ich den Geschwistern gab, quasi als Entschädigung ist für diese sicherlich Einkommen. Aber ich glaube, es fällt unter einen Freibetrag.

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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47218 Beiträge, 16728x hilfreich)

quote:
dass ich als neuer Eigentümer Grundsteuer bezahle, ist klar.

Es ging hier um die Grunderwerbsteuer, nicht um die Grundsteuer. Die Grundsteuer fällt selbstverständlich an.

Weder ein Verkauf des Hauses, noch die Geldzahlungen an Deine Geschwister sind Einkommen im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Beim Verkauf ist jedoch die Spekulationsfrist zu beachten. Die 10 Jahre laufen jedoch bereits ab Erwerb durch Deine Eltern.

Nur Mieteinnahmen zählen als Einkommen. Die Ausgaben für das Haus kannst Du nur dann steuerlich geltend machen, wenn Du es vermietest oder mindestens eine Vermietungsabsicht besteht.

Der Verkauf des Hauses nach Ablauf der Spekulationsfrist ist gar nicht steuerpflichtig. Die Geldzahlungen an Deine Geschwister liegen unterhalb der Freibeträge für die Schenkungssteuer und sind daher auch nicht steuerpflichtig.

@RA_StB_Wagner
Ich bleibe dabei: Den Vertrag im Nachhinein von einem Berater prüfen zu lassen, ist rausgeschmissenes Geld.

Dass es oftmals sinnvoll ist, einen Vertrag im Vorfeld auf seine steuerlichen Auswirkungen zu prüfen, steht auf einem andern Blatt.


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