unverheiratetes Paar, gemeinsamer Hausrat im Todesfall

30. Juni 2019 Thema abonnieren
 Von 
guest-12301.07.2019 16:18:34
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
unverheiratetes Paar, gemeinsamer Hausrat im Todesfall

Frau A und Herr B leben (unverheiratet) seit mehreren Jahren mit ihrem Sohn C in einer gemeinsamen Mietwohnung. Herr B hat aus einer vorherigen, unverheirateten Beziehung zwei weitere Söhne (D und E), die bei der leiblichen Mutter leben.

Frau A und Herr B haben zu unterschiedlichen Anteilen Möbel und Einrichtungsgegenstände mit in die gemeinsame Wohnung gebracht bzw. gemeinsam gekauft.

Wie würde es sich verhalten, wenn Herr B versterben würde? Dürften Frau A und Sohn C alle Möbel und Einrichtungsgesgenstände in der Wohnung weiter behalten und nutzen oder hätten die Söhne D und E ein Anrecht auf die Möbel und den Hausrat?

Wie sollte Frau A nachweisen können, wem welche Möbel und Einrichtungsgegenstände in der Wohnung gehören, würde man von 50% ausgehen oder müsste Frau A beweisen, dass ihr überhaupt etwas in der Wohnung gehört? Was wäre mit dem gemeinsam angeschafften Gegenständen?

Des weiteren existiert ein gemeinsames Konto von Frau A und Herrn B - von diesem Konto werden Rechnungen und Lebensmitteleinkäufe bezahlt. Da Herr B die Miete alleine bezahlt, zahlt er auf dieses Konto auch nur einen geringen monatlichen Betrag (z.B. 100€) ein. Da Frau A sich nicht an der Mietzahlung beteiligt, zahlt sie auf das Gemeinschaftskonto einen deutlich höheren monatlichen Betrag (ca. 800€) ein. Hätten die Kinder D und E auch auf dieses Konto ein Anrecht (oder nur auf den Anteil, den der Vater eingezahlt hat)?

Herr B möchte, dass seine Möbel/Einrichtungsgegenstände der gemeinsamen Wohnung sowie das Guthaben des Gemeinschaftskontos im Falle seines Todes bei Frau A und dem gemeinsamen Sohn C verbleiben. Herr B besitzt noch ein Sparbuch, ein Konto sowie ein Auto - diese Dinge sollen gleichermaßen unter allen Kindern aufgteilt werden.

Ist es möglich, dass Herr B nur ein Testament verfasst in dem ausschließlich steht was mit seinen Möbeln/Einrichtungsgegenständen sowie dem Guthaben des Gemeinschaftskontos passieren soll und seine weiteren Vermögenswerte nicht mit erwähnt oder muss er ein Testament verfassen, in dem auch steht das seine eigenen Konten, Sparbücher, Auto an alle Kinder verteilt werden sollen?

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47260 Beiträge, 16739x hilfreich)

Zitat:
Dürften Frau A und Sohn C alle Möbel und Einrichtungsgesgenstände in der Wohnung weiter behalten


Nein.

Zitat:
Wie sollte Frau A nachweisen können, wem welche Möbel und Einrichtungsgegenstände in der Wohnung gehören, würde man von 50% ausgehen oder müsste Frau A beweisen, dass ihr überhaupt etwas in der Wohnung gehört? Was wäre mit dem gemeinsam angeschafften Gegenständen?


Wenn es keine klare Zuordnung gibt, dann wird er im Zweifel 50/50 zugeordnet.

Zitat:
Hätten die Kinder D und E auch auf dieses Konto ein Anrecht (oder nur auf den Anteil, den der Vater eingezahlt hat)?


Ja, die Hälfte des Kontoguthabens geht in das Erbe ein.

Zitat:
Ist es möglich, dass Herr B nur ein Testament verfasst in dem ausschließlich steht was mit seinen Möbeln/Einrichtungsgegenständen sowie dem Guthaben des Gemeinschaftskontos passieren soll und seine weiteren Vermögenswerte nicht mit erwähnt oder muss er ein Testament verfassen, in dem auch steht das seine eigenen Konten, Sparbücher, Auto an alle Kinder verteilt werden sollen?


Ersteres ist zwar möglich, dennoch sollte Herr B in einem Testament über sein gesamtes Vermögen verfügen um Missverständnisse zu vermeiden. Dabei möge Herr B den Unterschied zwischen Erbe und Vermächtnis beachten.

Herr B kann also z.B. seine Kinder zu gleichberechtigten Erben einsetzen und den Hausrat sowie das Konto als Vorausvermächtnis dem Sohn C und/oder der Frau A zuwenden.

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#2
 Von 
guest-12301.07.2019 16:18:34
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort. Was wäre in dem Fall sinnvoller - den Hausrat Frau A zu "vermachen" oder zu "vererben"?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7963 Beiträge, 4488x hilfreich)

Frau A und Herr B sollten sich beim Notar beraten lassen. Dieser formuliert das Testament rechtssicher. Zudem benötigt man später bei einem notariellen Testament oder Erbvertrag keinen Erbschein.

-- Editiert von cruncc1 am 30.06.2019 21:08

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47260 Beiträge, 16739x hilfreich)

Zitat:
Was wäre in dem Fall sinnvoller - den Hausrat Frau A zu "vermachen" oder zu "vererben"?


Bestimmte Dinge können nur ein Vermächtnis sein.

Eine Erbschaft ist immer ein Anteil am Nachlass im Sinne eines Bruchteils oder eine Prozentangabe.

Auch Frau B sollte ein Testament errichten.

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