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Elternzeit und Elterngeld bei Grenzgänger-Paaren, Deutschland + Schweden

6.5.2021 Thema abonnieren
 Von 
gasfisher
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 0x hilfreich)
Elternzeit und Elterngeld bei Grenzgänger-Paaren, Deutschland + Schweden

Hallo liebes Forum,
ich wende mich mal wieder mit einem Spezialthema an euch. Und zwar geht es um die Frage von Elterngeld und Elternzeitregelungen bei Grenzgänger-Paaren.

Zum konkreten Fall:
Wir haben einige Jahre in Schweden gelebt und ziehen nun zurück nach Deutschland. Meine Partnerin ist Schwedin und wird weiterhin mit 100% in Schweden arbeiten (allerdings online von Deutschland aus). Ich beginne nun eine Stelle in einer Behörde in D ebenfalls mit 100%.

Wir wollen eine Familie gründen und planen eventuell in ein, zwei Jahren ein Kind zu bekommen. Daher stellen wir uns die Frage wie das eigentlich mit Elterngeld und Elternzeit etc. funktioniert, wenn wir in unterschiedlichen Ländern arbeiten. Es gibt ja immer Regelungen die Zeiten von Vater und Mutter bzw. gemeinsame Zeiten berücksichtigen… usw.

Hat jemand eine Ahnung wie das in unserem Fall aussieht?

Wieviel Elternzeit bekommen wir von dem jeweiligen Land?
Und wie sieht es mit dem Elterngeld aus? von welchem der Länder bekommen wir das? bekommt sie Elterngeld in Schweden und ich in Deutschland?
Was gibt es zu beachten? Habt ihr Ideen dazu?

(achja, vllt. spielt das eine Rolle: wir wollen vorher noch heiraten).

Wir würden uns sehr über eure Ideen freuen!
Vielen Dank schonmal!


-- Editiert von Moderator am 07.05.2021 16:24

-- Thema wurde verschoben am 07.05.2021 16:24

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26 Antworten
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#1
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4592x hilfreich)

Zitat (von gasfisher):
Und zwar geht es um die Frage von Elterngeld und Elternzeitregelungen bei Grenzgänger-Paaren.
Du bist kein Grenzgänger. Deine Frau auch nicht.

Wenn deine Partnerin oder dann Ehefrau irgendwann ein Kind bekommt, und wenn sie dann noch immer von D aus für ein schwedisches Unternehmen arbeitet --- und ihr bis dahin noch nicht wisst, wie das dann mit Elternzeit/-Geld ist, wird man klären müssen, welche Regelung dann gilt.
Zitat (von gasfisher):
Wieviel Elternzeit bekommen wir von dem jeweiligen Land?
Da du in einem deutschen Forum bist, kann man dir hier Hinweise zum deutschen Recht geben.
Du als Vater hast Anspruch auf Elternzeit nach dt. Recht.
Vielleicht nimmst DU die Elternzeit/Elterngeld komplett?

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/elternzeit/elternzeit-73832
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/elterngeld/elterngeld-und-elterngeldplus-73752

Was das schwedische Familienrecht/Arbeitsrecht betrifft--- kann deine Frau in einem schwedischen Forum nachlesen und nachfragen. Die Schweden haben garantiert eine umfassende rechtliche Regelung. Auch für im Ausland beschäftigte Schwed*innen.

Legt beide Recherche-Ergebnisse nebeneinander---und sucht das für euch Beste heraus.
Dann, wenn es soweit ist.



Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
gasfisher
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 0x hilfreich)

mhm ok... Grenzgänger sind wir nicht so richtig. Wobei meine Partnerin hin und wieder mal nach Schweden fahren wird um an Konferenzen oder ähnlichem teilzunehmen.

Wie nennt man den Menschen die dauerhaft in einem anderen Land leben als sie arbeiten? gibt es dafür einen Begriff?

Gibt es denn irgendeine Beratungsstelle oder professionelle Dienstleister an die man sich mit solchen Fragen wenden kann?

wir sind ja wohl nicht die einzigen die sich mit sowas befassen müssen! :)

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4592x hilfreich)

Zitat (von gasfisher):
Wie nennt man den Menschen die dauerhaft in einem anderen Land leben als sie arbeiten?
In Deutschland wird man sie Ausländerin mit ausländischem Arbeitgeber nennen. Ansonsten vermutlich mit ihrem Namen ansprechen.
Wie oft sie zu ihrem AG oder in dessen Auftrag sonst wohin fährt, dürfte unerheblich sein.
Zitat (von gasfisher):
Gibt es denn irgendeine Beratungsstelle oder professionelle Dienstleister an die man sich mit solchen Fragen wenden kann?
Nach dem, was du hier als Fragen ins Forum gepackt hast--- und dir die Angaben von deutscher Seite nicht schlüssig erscheinen--- würde ich einen *Lebensplaner* als Dienstleister beauftragen. :)

Ich selbst würde mich erstmal in Deutschland wieder heimisch machen, meiner schwedischen Frau so gut wie möglich die deutschen Gegebenheiten erklären.
Das meiste ergibt sich dann von selbst. Und auch für *neue* Fragen ist das Internet ein wertvoller kostenloser Helfer.

Im Grunde geht es doch nur um die Frage: Wer kriegt mehr Geld für die Elternzeit, oder?
Warum du nun den 5. Schritt vor dem 1. wissen willst---verstehe ich noch nicht.

Ihr seid absolut keine Exoten, falls du das meinst.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
gasfisher
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Im Grunde geht es doch nur um die Frage: Wer kriegt mehr Geld für die Elternzeit, oder?

nein. das ist klar: Sie bekommt natürlich mehr Geld, da sie in Schweden 80% des Gehalts bekommt.

Es geht zum einen um die Frage wer von uns für wie lange Eltengeld bekommen kann und wie sich in unserem Fall Elternzeiten und Elterngeldzeiten kombinieren lassen (da habe ich noch nichts zu finden können).
daran schließen sich Fragen zum Kindergeld an.

zum anderen geht es um eine ganze Reihe anderer Fragen:
Kann sie in D leben, ein Nebengewerbe betreiben und gleichzeitig zu 100% in Schweden arbeiten. (Steuerfragen)
Werden die Einkünfte aus einem Gewerbe in D dann bei der Berechnung des Elterngeldes in S mit berücksichtigt?
Was ist wenn sie arbeitslos wird, bekommt sie dann ALG in D oder in S? berücksichtigt der deutsche Staat dann ihr schwedisches Einkommen? oder wird dann nur das Einkommen aus dem Gewerbe herangezogen?
Was gibt es bei Versicherungen wie KV oder BUV zu beachten zb. wenn sie in ein paar Jahren einen Job in D annimmt (sollte man jetzt schon eine BU abschließen oder erst dann). und was wird aus unseren BUVs wenn wir in 10 Jahren zurück nach Schweden gehen und diese deutschen BUVs nicht mehr benötigen, da wir in Schweden über die gesetzliche Krankenversicherung BU-Versichert sind...

also da gibt es schon noch einen ganzen Haufen abzuarbeiten.



-- Editiert von gasfisher am 07.05.2021 14:17

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4592x hilfreich)

Zitat (von gasfisher):
da sie in Schweden 80% des Gehalts bekommt.
IN Schweden. Gilt das auch, wenn sie IN D. lebt, hier das Kind bekommt und hier ihre Elternzeit nimmt? Ich habe k.A.

In den Links von mir kannst du finden, wie lange man Elternzeit und Elterngeld in D erhalten kann. Wenn man in D lebt.
Ich werde keine schwedische Seite im Netz suchen, auch weil meine Sprachkenntnisse rudimentär sind. Das kann deine Frau als Schwedin selbst tun.
Und wenn es dann tatsächlich soweit ist, dass deine Frau bald in Mutterschutz geht, dann wird längst klar sein, wer was wo beantragt.
Das dürftet ihr beide in 1 bis 2 Jahren wohl schaffen.

- Steuerfragen hat man dir schon beantwortet. Genügt das nicht, geht man zu einem Steuerberater oder zum Lohnsteuerhilfeverein. Dann, wenn man in D. wohnt und Einkommen hat.

-Arbeitslos? Sie fragt/recherchiert jetzt im schwedischen Netz, was die schwedische Arbeitsagentur *Arbetsförmedlingen* dazu schreibt.
Von der dt. Arbeitsagentur kann sie als AN eines schwedischen AG kein Arbeitslosengeld erhalten.
Als Gewerbetreibende sowieso auch nicht, denn sie ist damit keine AN. Weder in D noch in S.

-KV: Wenn sie irgendwann einen Job in D annimmt, kann sie entweder als Ehefrau über dich mitversichert werden oder falls ihr keine Familie mehr seid, kann und muss sie sich selbst krankenversichern. Dazu gehört automatisch die Pflegeversicherung, falls das Gesetz dann noch gilt.

-BUV? Keine Ahnung, was diese Frage jetzt soll. Wann meint ihr denn, euren Beruf nicht mehr ausüben zu können? Wo die BUV zahlt und wann--- steht im Internet oder erfährt man bei der persönlichen Versicherungs-Verkaufsberatung.
-D hat das System der Erwerbsminderung und einer dazu gezahlten Rente. Wann das System greift und wem wo etwas gezahlt wird, findet sich im Internet. Oder bei der persönlichen Rentenberatung.

Zitat (von gasfisher):
also da gibt es schon noch einen ganzen Haufen abzuarbeiten.
Ja, und wenn ihr in 5 Jahren ein Haus kaufen wollt? Und wenn ihr nach D umzieht, wie wird hier der Müll getrennt? Und wie ist das mit dem €?

Sorry, du setzt falsche Erwartungen in ein Forum.
Du/ihr braucht vermutlich einen Begleiter für die nächsten Jahre.
Oder ihr macht euch selbst schlau... andere haben das auch geschafft und finden die Segnungen eines Sozialstaates hie&da und über kurz oder lang heraus.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100018 Beiträge, 37011x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Du/ihr braucht vermutlich einen Begleiter für die nächsten Jahre.

Das könnte tatsächlich sein, das das sinnvoll ist.
Als erste Anlaufstelle würde mir da ein Steuerberater bzw. Steuerhilfeverein einfallen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42504 Beiträge, 15194x hilfreich)

Zitat (von gasfisher):
Wie nennt man den Menschen die dauerhaft in einem anderen Land leben als sie arbeiten? gibt es dafür einen Begriff?


Ihr lebt beide in Deutschland und arbeitet beide in Deutschland. Es gilt also ganz klar für beide deutsches Recht. Dass Deine Frau online für einen schwedischen AG arbeitet ändert daran nichts. Sie arbeitet in dem Land, in dem sie sich tatsächlich aufhält.

Deine Frau muss sowohl ihre Steuern als auch die Sozialabgaben in Deutschland nach deutschem Recht zahlen. Ist das dem AG klar?

Ist Deiner Frau klar, dass in so einem speziellen Fall sie selbst für das Abführen von Steuern und Sozialabgaben verantwortlich ist?

Nur für die wenigen Tage, an denen sie in Schweden arbeitet gilt schwedisches Recht.

Zitat (von gasfisher):
Gibt es denn irgendeine Beratungsstelle oder professionelle Dienstleister an die man sich mit solchen Fragen wenden kann?


Ja, Steuerberater für die steuerrechtlichen Fragen und die Krankenkasse für die sozialversicherungsrechtlichen Fragen.

Zitat (von Anami):
Von der dt. Arbeitsagentur kann sie als AN eines schwedischen AG kein Arbeitslosengeld erhalten.
Als Gewerbetreibende sowieso auch nicht, denn sie ist damit keine AN. Weder in D noch in S.


Beide Aussagen sind falsch. Selbstverständlich ist die Frau AN in sie hätte Anspruch auf deutsches ALG, des schließlich muss sie auch Beiträge zur deutschen Arbeitslosenversicherung abführen.

-- Editiert von hh am 09.05.2021 08:59

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4592x hilfreich)

Zitat (von hh):
Selbstverständlich ist die Frau AN in sie hätte Anspruch auf deutsches ALG, des schließlich muss sie auch Beiträge zur deutschen Arbeitslosenversicherung abführen.
Dazu möchte ich nachfragen, ich lerne gern dazu.

Die Schwedin, derzeit unverheiratet und ohne Kind, will mit dem TE nach D umziehen.
Der TE selbst ist derzeit arbeitslos und wird voraussichtlich ab 08/21 als AN bei einer Behörde in D in Vollzeit arbeiten.
Sie will ihren Job online in D für den AG in S weiterführen.
Zusätzlich will sie in D eine selbständige gewerbliche Tätigkeit ausüben.
Ab und an führt sie Dienstreisen im Auftrag des schwedischen AG durch.
Alles soweit klar und schon erklärt.

Für den Fall, dass sie arbeitslos wird----ob dann verheiratet und mit Kind, dürfte nicht relevant sein.
Fragen:
- Warum müsste sie Beiträge zu dt. Alo-Versicherung abführen?
- Ist damit Pflichtversicherung gemeint?
- Oder müsste die Frau Alo-Versicherungsbeiträge als freiwillige Leistung an die BA abführen?
- Woraus ergibt sich der Anspruch auf ALG nach dt. SGB III, falls sie beim schwedischen AG arbeitslos würde?


Zitat (von gasfisher):
Wir haben einige Jahre in Schweden gelebt und ziehen nun zurück nach Deutschland.
Das habe ich gelesen und vorausgesetzt, dass die Frau vorher keine sv-pflichtig beschäftigte AN in D war.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(34657 Beiträge, 13192x hilfreich)

hh hat Recht. Ich würde allerdings noch einen Schritt weiter zurück gehen (oder hab ich da was überlesen?). Es könnte sein, dass sie einen deutschen Arbeitsvertrag benötigt, das kann ich im Augenblick nicht abschätzen. Dann wäre die schwedische Firma gefordert, hier für eine ordnungsgemäße Anmeldung zu sorgen und auch die Sozialabgaben zu leisten.

Ausnahmen gibt es insoweit nur, wenn es spezielle gesetzliche Regelungen gibt, die betreffen in der Regel internationale Organisationen, bzw. deren Mitarbeiter, etwa vergleichbar einem Diplomatenstatus.

Das wäre also als erstes zu klären. Und da ist unerheblich, ob man ab und zu mal für Konferenzen im Heimatland aufschlägt.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
gasfisher
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Es gilt also ganz klar für beide deutsches Recht. Dass Deine Frau online für einen schwedischen AG arbeitet ändert daran nichts. Sie arbeitet in dem Land, in dem sie sich tatsächlich aufhält.

Ok! das stellt alles zu vor gesagte auf den Kopf! :)
ohje, ich muss irgendwie jemand finden, der uns bei solchen Fragen kompetent und auch dauerhaft in der Zukunft beraten kann.

Zitat (von Anami):
Das habe ich gelesen und vorausgesetzt, dass die Frau vorher keine sv-pflichtig beschäftigte AN in D war.

Sie hat in D studiert, und während dessen auch in der Gastro gearbeitet und in einer Sprachschule Schwedischkurse gegeben. Damals war sie auch in D. krankenversichert. Das liegt allerdings ein paar Jahre zurück.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(34657 Beiträge, 13192x hilfreich)

Was sie irgendwann in Deutschland gemacht hat, das spielt doch alles keine Rolle. Entscheidend ist, dass ihr Arbeitsplatz in Deutschland ist, und dann unterliegt sie abgesehen von einigen Ausnahmen deutschem Arbeits/Sozialrecht/Steuerrecht.

wirdwerden

-- Editiert von wirdwerden am 09.05.2021 16:41

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4592x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Ausnahmen gibt es insoweit nur,
NÖ. Es gibt noch mehr. Deswegen habe ich bei @hh nachgefragt.

Zitat (von wirdwerden):
hh hat Recht.
Womit? Ich wollte nur wissen, wer dann tatsächlich die Beiträge in die dt. AloV. zahlen muss.

Nebenbei:
Das dürfte auch die RV und KV/PV betreffen. Also alle Sozialabgaben.
Lohn/EK-Steuer wurde schon abgehandelt.

----------------------------------------------------------
Zitat (von gasfisher):
das stellt alles zu vor gesagte auf den Kopf!
Moment! Wieso ALLES? Du hast ja nach ALLEM im Leben gefragt.

Jetzt gehts mal nur um ALG für deine Frau, falls sie irgendwann arbeitslos wird...

Und ich schrieb dir schon oben: Für ALLES wirst du vermutlich einen Lebensplaner benötigen.
Vorher und ab Aufenthalt in D sind ja andere Dinge wichtig als ALG, Elterngeld usw..
Weißt du, was sv-pflichtig bedeutet?

Vermutlich weiß der AG in Schweden, dass sie nach D ziehen wird und hier online für ihn arbeiten wird.
Frage: Was steht in dem Arbeitsvertrag? Ist der schon geändert?

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(34657 Beiträge, 13192x hilfreich)

Da hat die Kabelmaus einen Teil meines Beitrags aufgefressen. Ausnahmen gibt es nur, wenn im Gesetz festgelegt. Wenn der Arbeitsplatz in Deutschland liegt, dann gelten die deutschen Regeln. Man müsste eruieren, ob der Betrieb unter eine Ausnahmeregelung fällt. Das wissen die Betriebe aber.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42504 Beiträge, 15194x hilfreich)

Zitat (von Anami):
- Warum müsste sie Beiträge zu dt. Alo-Versicherung abführen?


Weil sie ihre Arbeit in Deutschland ausübt und damit sozialversicherungspflichtig in den deutschen Sozialversicherung ist. Sie übt ihre Arbeit dort aus, wo sie sich physisch befindet.

Zitat (von Anami):
- Ist damit Pflichtversicherung gemeint?


Ja und da der AG keine Betriebsstätte in Deutschland hat, muss sie selbst die Beiträge abführen und zwar AN- und AG-Beiträge

Zitat (von Anami):
- Oder müsste die Frau Alo-Versicherungsbeiträge als freiwillige Leistung an die BA abführen?


Nein, es handelt sich um Pflichtbeiträge.

Zitat (von Anami):
- Woraus ergibt sich der Anspruch auf ALG nach dt. SGB III, falls sie beim schwedischen AG arbeitslos würde?


Das ergibt sich aus der VO (EG) 883/04. Darin genauer aus dem Art. 11 Abs. 3 a) dieser Verordnung.

Zitat (von wirdwerden):
Es könnte sein, dass sie einen deutschen Arbeitsvertrag benötigt, das kann ich im Augenblick nicht abschätzen.


Es gilt deutsches Arbeitsrecht, jedoch muss sie deswegen nicht unbedingt einen deutschen Arbeitsvertrag abschließen.

Zitat (von wirdwerden):
Dann wäre die schwedische Firma gefordert, hier für eine ordnungsgemäße Anmeldung zu sorgen und auch die Sozialabgaben zu leisten.


In Steuerrecht ist in solche Fällen der AN selbst verpflichtet für das Abführen der Steuern zu sorgen. Die Steuer wird dann auch nicht monatsweise als Lohnsteuer abgeführt, sondern quartalsweise als Steuervorauszahlung. Der § 38 Abs. 1 EStG trifft hier nicht zu.

Zitat:
ohje, ich muss irgendwie jemand finden, der uns bei solchen Fragen kompetent und auch dauerhaft in der Zukunft beraten kann.


In Deutschland ist für Fragen der Sozialversicherung mit Auslandsbezug die DVKA zuständig. Die DVKA ist eigentlich für die umgekehrten Fälle zuständig, dürfte aber die genauen Regelungen kennen. Wenn man nicht weiß, wer dafür in Schweden zuständig ist, macht es durchaus Sinn, bei der DVKA einmal anzurufen.

Für steuerrechtliche Fragen sollte ein Steuerberater befragt werden. Denn wenn man in so einem Fall 200 Tage pro Jahr aus dem Home-Office in Deutschland arbeitet und an 20 Tage in Schweden bei seinem AG, dann müssen die 200 Tage in Deutschland versteuert werden und die 20 Tage in Schweden. Für die Sozialversicherung gilt dagegen ausschließlich deutsches Recht (Art 13 der VO (EG) 883/04).

Der Fall ist nicht mit echten Grenzgängern zu verwechseln, die eigentlich täglich über die Grenze zur Arbeit fahren. Für diese Fälle hat Deutschland nach meiner Kenntnis mit allen direkten Nachbarstaaten Sonderregelungen für Home-Office während Corona abgeschlossen. Schweden ist jedoch kein direkter Nachbarstaat.

1x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4592x hilfreich)

Vielen Dank @hh.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42504 Beiträge, 15194x hilfreich)

Ergänzung

Die wesentlichen Fragestellungen zur Sozialversicherung werden auf der Webseite der DVKA unter FAQ - Erwerbstätigkeit in Deutschland beantwortet.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
gasfisher
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 0x hilfreich)

Lieben Dank euch für eure ganzen Antworten!

Zitat (von Anami):
wirst du vermutlich einen Lebensplaner benötigen.

Wie findet man einen solchen? Wenn ich "Lebensplaner" bei google eingebe bekomme ich nur Links zu Terminkalendern :crazy:
gibt es Experten für solche Problemstellungen? wie kann man da jemand vertrauenswürdiges finden?

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42504 Beiträge, 15194x hilfreich)

Zitat (von gasfisher):
gibt es Experten für solche Problemstellungen? wie kann man da jemand vertrauenswürdiges finden?


Die Frage ist doch bereits beantwortet, oder?

Sozialversicherung => DVKA oder Krankenkasse
Steuer => Steuerberater

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
gasfisher
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 0x hilfreich)

ok.
ich dachte es gibt nochmal spezielle Berater, weil oben von "Lebensplanern" geschrieben wurde.
Viele Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4592x hilfreich)

Zitat (von gasfisher):
ich dachte es gibt nochmal spezielle Berater,
Ja, die gibt es auch. Für die jeweilige Problematik, die im Laufe eines Lebens auftritt, gibt es in Deutschland garantiert Experten mit dem nötigen Experten-Insel-Wissen für den grad vorliegenden Problemfall.
Sogar schon im Vorfeld kann man solche Experten befragen, wenn man dem Internet nicht vertraut.
Ich ergänze:
Elterngeld---> die Stelle für Elterngeld ist landesrechtlich zugeordnet. Je nach Bundesland
Kindergeld ---> die Familienkasse der Bundesagentur f. Arbeit
ALG---> die Bundesagentur für Arbeit
Eheschließung ---> das örtliche oder gewünschte Standesamt
Ausländerangelegenheiten ---> die Ausländerbehörde der Stadt/Landkreis des Wohnortes

Zum Nachfragen gibt es garantiert auch in Schweden entsprechende Stellen.
--------------------------------------------
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Signatur:

ist nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42504 Beiträge, 15194x hilfreich)

Zitat (von gasfisher):
ich dachte es gibt nochmal spezielle Berater


Berater, die sich außerhalb der in Antwort#18 genannten Institutionen mit so einer Fragestellung beschäftigen sind mir nicht bekannt.

Zitat (von gasfisher):
weil oben von "Lebensplanern" geschrieben wurde.


Ich glaube, dass @Anami das anders gemeint hat.

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
gasfisher
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 0x hilfreich)

nur zur Info:
von der DVKA wurde mir jetzt mitgeteilt, dass sie als Mitarbeiterin einer Uni als Beamtin zu werten ist und sie somit dem schwedischen sozialversicherungsrecht unterstellt bleibt.
Man muss sich lediglich die Bescheinigung A1 ausstellen lassen.

:wipp:

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42504 Beiträge, 15194x hilfreich)

OK, danke für die Rückmeldung

Es gilt also die Ausnahme des Art 11 Abs. 3 b) der VO (EG) 883/04

Die Steuerpflicht besteht dann nach Art. 19 des DBA auch in Schweden.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
gasfisher
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Die Steuerpflicht besteht dann nach Art. 19 des DBA auch in Schweden.

Gilt das auch für ihr Gewerbe in Selbstständigkeit? oder nur für ihr Arbeitsverhältnis an der Uni?
Ich werde aus dem DBA Text nicht wirklich schlau...

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42504 Beiträge, 15194x hilfreich)

Es gilt für jede Einkommensart ein anderer Artikel. Der Artikel 19 gilt ausschließlich für Gehälter, die aus öffentlichen Kassen gezahlt werden. Art. 15 gilt für Gehälter von privaten Arbeitgebern.

Für die selbstständige Tätigkeit gilt je nach genauer Art der Tätigkeit entweder Art. 7 oder Art. 14. In beiden Fällen liegt das Besteuerungsrecht bei Deutschland.

Noch ein Hinweis zur Krankenversicherung:
Da Deine Frau in Schweden krankenversichert ist, muss sie sich von ihrer Krankenkasse das Formular E 106 ausstellen lassen.

Damit erhält sie dann von einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse ihrer Wahl die Versicherungsleistungen. Diese Leistungen rechnet die deutsche Krankenkasse dann mit der schwedischen Krankenkasse ab.

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
gasfisher
Status:
Beginner
(92 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo an alle,
ich möchte den Thread nochmal hervor holen, da es jetzt so weit ist: wir erwarten unser erstes Kind.

Es ergibt sich nun folgende Situation:
Vater lebt und arbeitet in D
Mutter lebt in D und arbeitet in Schweden (an der Uni). Sie bezieht von dort das Gehalt und ist als Beamtin dort sozialversichert etc. (siehe #22 und #23).

In der Broschüre zu Elterngeld und Elternzeit ( https://www.bmfsfj.de/resource/blob/93614/384df498f46806a16d1845e0d4a07e76/elterngeld-elterngeldplus-und-elternzeit-data.pdf )
kann man nachlesen, dass in diesem Fall Deutschland als Wohnland des Kindes vorrangig das Elterngeld bezahlt und Schweden nachrangig den Differenzbetrag zahlen sollte (In Schweden ist das Elterngeld höher und beträgt 80% des Nettogehalts).

Aber gilt das dann nur für die schwedische Mutter oder ist das dann auf die Familie bezogen und der Vater bekommt auch noch Differenzzahlungen aus Schweden? Falls letzteres der Fall ist, würde es sich erheblich auswirken ob der Vater oder die Mutter Elterngeld/-zeit nimmt.

Was mir auch nicht klar ist, ist die Frage nach der Elternzeit und den möglichen Kombinationsmöglichkeiten.

In Schweden stehen dem Paar 16 Monate Elterngeld zu. Dort kann man Elterngeld und Elternzeit auch aufheben und bis zum 12. Lebensjahr des Kindes nutzen.

In Deutschland gibt es 14 Monate Basiselterngeld oder 28 Monate Elterngeld Plus und 4 Monate Partnerschaftsbonus. Und dabei gibt es x verschiedene Kombinationsmöglichkeiten...

Wie sieht das jetzt in unserem Fall aus? welche Regeln und Modelle gelten für die Einteilung von Elterngeld und Elternzeit?
Gelten die schwedischen Zeiten und Modelle für beide?
Gelten die deutschen Modelle für beide?
Oder gilt für den einen das deutsche für den andern das schwedische Modell??

Wir würden sehr gerne vom Elterngeld Plus gebrauch machen. Da wäre für mich zb. die Frage:
zahlt Schweden dann den Differenzbetrag zum Elterngeld Plus oder wird dann trotzdem das Basis-Eltergeld für die Berechnung verwendet? Und wie lange wird der Differenzbetrag gezahlt??

mhm...
irgendwie ganz schön schwierige Fragen.
Ich würde mich sehr über jede Form von Hilfe freuen! :)

0x Hilfreiche Antwort

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