Möchte gegen den Staat Hawaii klagen. Richtiges Vorgehen?

15. Januar 2018 Thema abonnieren
 Von 
Hamburgberlin
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 2x hilfreich)
Möchte gegen den Staat Hawaii klagen. Richtiges Vorgehen?

Guten Tag.

Ich bin Opfer des Raketenfehlalarms auf Hawaii vom 13.01.2018.

Ich habe eine RSV und möchte in Deutschland gerne eine Kanzlei damit beauftragen.

Gibt es in Deutschland spezialisierte Kanzleien für zivile Prozesse und läuft die beauftragung ähnlich oder gleich ab wie bei deutschen Prozessen.
Vielen Dank

Notfall oder generelle Fragen?

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23 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107702 Beiträge, 38057x hilfreich)

Auf was genau möchte man denn klagen?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Hamburgberlin
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 2x hilfreich)

Guten Tag eine sehr berechtigte Frage die ich nicht profund mit einem Schlagwort bzw Paragraphen beantworten kann.
Es geht um die Gesamtwürdigung der Umstände die jetzt noch nicht abzusehen sind.

Für Sie als ausenstehner evtl nicht verständlich aber: In einem Hotel in Honolulu (auch noch direkte Innenstadt nicht an einem Wasserfall im Niemandsland) mit meiner schwangeren Frau zu stehen und sich in einer Tiefgarage verstecken zu müssen wirkt auf außenstehende möglicherweise als "übel das man mal so hin nimmt".
Für mich war dies jedoch kein Spaß.

Ich bin in Deutschland Polizist. Der Beruf lebt,wie sie sicher wissen,davon ständiger Lebensgefahr ausgesetzt zu sein und ich hatte schon viele knifflige Situationen die jedoch nie in ein Gefühl solcher Todesangst gegipfelt sind. Ich liege seit zwei Tagen fast schlaflos in meinem Hotel.

Unstrittig ist, dass so ein Ereignis einen Menschen traumatisiert.
Wielang und inwieweit mich dieses Ereignis verfolgen wird ist nicht abzusehen.
Aus diesem Grund informiere ich mich wie ich dafür den Verursacher beklagen kann.
Was in meinen Augen mehr als Gerechtfertigt ist.
Aber:

Ich habe auch beim Monitoring von in Facebook geteilten Artikeln von Spiegel und der SZ unter den Artikeln jeweils circa 100 Kommentare gelesen. Ich weiß, dass der Haupttenor daraus besteht: "stellt euch nicht so an" oder viele es einfach nur lustig fanden.

Wäre es infolge eines "Maus miss clicks" zu einer Auslösung der Schwangerschaft oder eine Früh- oder Fehlgeburt gekommen, wäre die Frage nach einer Klage wohl mehr als plausibel für unbeteiligte in Deutschland sitzende.

Harryvonsell kleines Gedankenspiel:
wenn in Deutschland ein Polizist in einer InnenStadt auf sie zugelaufen kommt und zieht plötzlich und unverhofft eine Waffe und er hält diese aus einem Meter Entfernung in ihr Gesicht und drückt ab.
Aber anstatt eines Knalls hören sie nur einen Klick weil vorher die Patronen entfernt wurden.

Gegenfrage um mir evtl zu helfen.
Gegen was oder wen würden Sie da klagen?




-- Editiert von Hamburgberlin am 15.01.2018 17:53

-- Editiert von Hamburgberlin am 15.01.2018 18:07

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107702 Beiträge, 38057x hilfreich)

Zitat (von Hamburgberlin):
wenn in Deutschland ein Polizist in einer InnenStadt auf sie zugelaufen kommt und zieht plötzlich und unverhofft eine Waffe und er hält diese aus einem Meter Entfernung in ihr Gesicht und drückt ab.
Aber anstatt eines Knalls hören sie nur einen Klick weil vorher die Patronen entfernt wurden.

Der Fall hier iat aber anders.
Da ist einer vor dem Polizisten vorher gelaufen und hat mir ein Schild vor die Nase gehalt mit dem Text "Der Polizist wird Dich gleich erschießen"



Zitat (von Hamburgberlin):
Gegen was oder wen würden Sie da klagen?

Hätte der deutsche Polizist das tatsächlich gemacht: Erst mal gegen niemanden, schlicht weil zu dem Zeitpunkt gar kein Schaden entstanden ist, disziplinarische Maßnahmen seinem Arbeitgeber vorbehalten sind und die strafrechtliche Würdigung Staatsanwaltschaft und Gericht vorbehalten bleibt.

Sollten Behandlungen wegen psychischer Schäden notwendig werden, holt sich die Krankenkasse die Kosten wieder (theoretisch)


In Amerika hätte ich auch niemanden verklagt, sondern eine der Kanzleien gesucht die auf solche Fälle spzialisiert sind.



Zitat (von Hamburgberlin):
Es geht um die Gesamtwürdigung der Umstände die jetzt noch nicht abzusehen sind.

Zumindest nach Deutschen Recht gibt es keine "unbestimmten Klagen" auf "irgendwas".
Die Amerikaner sind da etwas toleranter.

Deshalb wäre wohl eher eine Kanzlei zu empfehlen die in den USA sitzt. Die dürften auch - im Gegensatz zu den Deutschen - auf Erfolgsbasis arbeiten.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

2x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35985 Beiträge, 13461x hilfreich)

Wir haben es hier mit Landes- und nicht mit Bundesrecht zu tun. Ich habe erhebliche Schwierigkeiten, zu glauben, dass wir in Deutschland einen Anwalt finden, der auf das Recht dieses Bundesstaates spezialisiert ist, auch noch Mitglied der dortigen Bar-Assosiation ist. Abgesehen davon habe ich Schwierigkeiten, einen deutschen Gerichtsstand zu konstruieren.

Es ist zwar möglich, einen Anwalt zu finden, der auf Basis eines Erfolgshonorars arbeitet. Das sind jedoch nicht unbedingt die seriösesten. Eher üblich ist das Stundenhonorar, welches in den Metropolen derzeit so zwischen 500 und 1000 $ die Stunde liegt.

wirdwerden

2x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Flo Ryan
Status:
Schlichter
(7575 Beiträge, 5076x hilfreich)

Zitat (von Hamburgberlin):
Ich bin in Deutschland Polizist. Der Beruf lebt,wie sie sicher wissen,davon ständiger Lebensgefahr ausgesetzt zu sein und ich hatte schon viele knifflige Situationen die jedoch nie in ein Gefühl solcher Todesangst gegipfelt sind. Ich liege seit zwei Tagen fast schlaflos in meinem Hotel.

Unstrittig ist, dass so ein Ereignis einen Menschen traumatisiert.
Von einem Polizisten würde ich mehr psychische Stabilität erwarten. Du solltest erstmal den Beruf wechseln.

Signatur:

Wo lagert die Post eigentlich die ganzen Briefe, die angeblich nie zugestellt worden sind?

6x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9802 Beiträge, 4014x hilfreich)

Zitat (von Flo Ryan):
Von einem Polizisten würde ich mehr psychische Stabilität erwarten.


Weshalb?

Ist es Ihrer Ansicht nach normal, dass Polizisten z.B. ihre im Dienst getöteten Kollegen zu Grabe tragen?
Oder das das eigene Leben, das der Partnerin und des ungeborenen Kindes massiv gefährdet ist und das all dies dann ohne psychische Belastung am Polizisten abprallt?
Sorry aber das kriegen selbst Berufssoldaten nicht hin, die das Töten "gelernt" haben.

Ob das Ansinnen des TE irgendeine Aussicht auf Erfolg hat, wage ich allerdings zu bezweifeln.
Wenn es um Belange geht, die mit der nationalen Sicherheit in Verbindung stehen, geht so manches kommentarlos, was in der Privatwirtschaft Millionen an Strafen kosten würde.
Ich würde den Fehlalarm am ehesten mit dem Tsunamiwarnsystem vergleichen, durchaus dazu geeignet tausende Menschen in Panik zu versetzen und dann.....kommt die Welle nicht.

Aber im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" mit dem Präsidenten "totes Wiesel auf dem Kopf" ist vieles möglich, sehe es aber ebenso wie wirdwerden, mit einer deutschen Kanzlei wird das nichts.

Zitat (von Hamburgberlin):
Gegen was oder wen würden Sie da klagen?


"Verursacher" und damit die Beklagte müsste dann wohl die EMA des Bundesstaates Hawaii sein.

-- Editiert von spatenklopper am 16.01.2018 11:19

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
-Laie-
Status:
Wissender
(15095 Beiträge, 5594x hilfreich)

Zitat (von Hamburgberlin):
Möchte gegen den Staat Hawaii klagen. Richtiges Vorgehen?

Ich würde dir unbedingt anraten diesbezüglich einen lokalen Anwalt zu kontaktieren. Der wird dich dann über die dortige Gesetzeslage aufklären und dir mitteilen welche Möglichkeiten dir offen stehen. Aus dem Bauch heraus glaube ich allerdings nicht, dass du dir da irgendwelche Hoffnungen machen solltest.

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1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14316 Beiträge, 8621x hilfreich)

Zitat:
Ich habe eine RSV und möchte in Deutschland gerne eine Kanzlei damit beauftragen.

Beauftragen Sie besser eine amerikansiche Kanzlei, die in Amerika klagt - alles andere bringt nichts.

Zitat:
Harryvonsell kleines Gedankenspiel:
wenn in Deutschland ein Polizist in einer InnenStadt auf sie zugelaufen kommt und zieht plötzlich und unverhofft eine Waffe und er hält diese aus einem Meter Entfernung in ihr Gesicht und drückt ab.
Aber anstatt eines Knalls hören sie nur einen Klick weil vorher die Patronen entfernt wurden.
Gegenfrage um mir evtl zu helfen.
Gegen was oder wen würden Sie da klagen?

In dem Fall: Gegen den Polizisten.

Es dürfte aber ziemlich sinnlos sein, die Person aus Hawaii zu verklagen, die den Fehlalarm ausgelöst hat - die dürfte jetzt nämlich schon pleite sein.
Welche Institution stattdessen noch als Beklagte in Betracht kommt, das wird ein amerikanischer Anwalt schon herausfinden.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14316 Beiträge, 8621x hilfreich)

Nachtrag:
Wenn es eine Pauschalreise eines deutschen Veranstalters war, können Sie sich evtl. an den wenden.
Da könnte dann zumindest eine Reisepreisminderung herausspringen. Oder der Veranstalter hat evtl. Informationen an wen man sich in Amerika wenden kann wegen einer Entschädigung.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

2x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
eh1960
Status:
Junior-Partner
(5345 Beiträge, 1334x hilfreich)

Zitat (von Hamburgberlin):

Ich habe eine RSV und möchte in Deutschland gerne eine Kanzlei damit beauftragen.

Man kann in Deutschland nicht ausländische Staaten verklagen, und auch nicht Teilsstaaten von diesen. (Stichwort: Staatenimmunität)
Den US-Bundesstaat Hawaii kann man nur in den USA verklagen.
Zitat:

Gibt es in Deutschland spezialisierte Kanzleien für zivile Prozesse

Um in den USA klagen zu können, muss der Anwalt dort zugelassen sein.
Zitat:

und läuft die beauftragung ähnlich oder gleich ab wie bei deutschen Prozessen.

Nein. Das US-Rechtssystem unterscheidet sich ganz erheblich vom deutschen. Vor allem hat jeder Bundesstaat seine eigenen Gesetze, Bundesgesetze gibt es nur in einigen Teilbereichen.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
eh1960
Status:
Junior-Partner
(5345 Beiträge, 1334x hilfreich)

Zitat (von Hamburgberlin):

Für Sie als ausenstehner evtl nicht verständlich aber: In einem Hotel in Honolulu (auch noch direkte Innenstadt nicht an einem Wasserfall im Niemandsland) mit meiner schwangeren Frau zu stehen und sich in einer Tiefgarage verstecken zu müssen wirkt auf außenstehende möglicherweise als "übel das man mal so hin nimmt".
Für mich war dies jedoch kein Spaß.

Nun ja. Wenn es in Deutschland eine Sirenenfehlalarm gibt und hier jemand erschreckt in der Tiefgarage steht, kann er auch niemanden deswegen verklagen.

Ein Fehlalarm ist ein Fehlalarm.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
eh1960
Status:
Junior-Partner
(5345 Beiträge, 1334x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Nachtrag:
Wenn es eine Pauschalreise eines deutschen Veranstalters war, können Sie sich evtl. an den wenden.
Da könnte dann zumindest eine Reisepreisminderung herausspringen. Oder der Veranstalter hat evtl. Informationen an wen man sich in Amerika wenden kann wegen einer Entschädigung.

Da der Reiseveranstalter keinen Fehlalarm US-amerikanischer Katastrophenschutzbehörden zu verantworten hat, ist das eine komplett sinnfreie Idee.

Sie erinnert aber stark an US-Bürger, die den Hersteller eines Mikrowellen-Ofens verklagen, weil sie ihre vom Regen durchnässte Katze in das Gerät gesteckt hatten, um diese zu trocknen, was die Katze nicht überlebte, und sie nun Schadensersatz verlangen, weil der Hersteller keinen Warnhinweis gegeben hat, daß das Gerät nicht zum Trocknen nasser Haustiere oder Kleinkinder geeignet ist...

-- Editiert von eh1960 am 16.01.2018 17:53

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

1x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
guest-12328.06.2022 18:42:04
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 242x hilfreich)

Zitat (von Hamburgberlin):

Ich bin Opfer des Raketenfehlalarms auf Hawaii vom 13.01.2018.


Da kann man aber von Glück reden, daß man nicht Opfer eines realen Raketenalarms geworden ist.

Sind Sie überhaupt aktivlegitimiert? Wer war Opfer? Sie oder Ihre Frau?

Zitat (von Hamburgberlin):

Ich habe eine RSV und möchte in Deutschland gerne eine Kanzlei damit beauftragen.


Wenn der Deutsche hinfällt, steht er nicht auf, sondern sieht sich um, wer ihm schadensersatzpflichtig ist (Kurt Tucholski).

In diesem Sinne

Viel Erfolg beim Klagen.


-- Editiert von BudWiser am 16.01.2018 22:44

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14316 Beiträge, 8621x hilfreich)

Zitat:
Da der Reiseveranstalter keinen Fehlalarm US-amerikanischer Katastrophenschutzbehörden zu verantworten hat, ist das eine komplett sinnfreie Idee.

Nunja, es gibt das legendäre Urteil des BGH, wo einem Pauschaltouristen wegen eines Beinahe-Absturzes auf dem Rückflug die Erstattung der kompletten(!) Reise zugesprochen wurde, weil durch den Beinahe-Absturz (und dem daraus resultierenden Schrecken) die Erholung des gesamten Urlaubs zunichte gemacht wurde. Der Reiseveranstalter hatte den Beinahe-Absturz auch nicht verursacht, der Flug war "nur" Teil der gebuchten Pauschalreise.
*Wenn* das Hotel, in dem sich der Fragesteller zum Zeitpunkt des Fehlalarms befand, Teil einer bei einem deutschen Reiseveranstalter gebuchten Pauschalreise wäre, dann wäre eine Inanspruchnahme des deutschen Reiseveranstalters nicht "komplett sinnfrei".

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
eh1960
Status:
Junior-Partner
(5345 Beiträge, 1334x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Zitat:
Da der Reiseveranstalter keinen Fehlalarm US-amerikanischer Katastrophenschutzbehörden zu verantworten hat, ist das eine komplett sinnfreie Idee.

Nunja, es gibt das legendäre Urteil des BGH, wo einem Pauschaltouristen wegen eines Beinahe-Absturzes auf dem Rückflug die Erstattung der kompletten(!) Reise zugesprochen wurde, weil durch den Beinahe-Absturz (und dem daraus resultierenden Schrecken) die Erholung des gesamten Urlaubs zunichte gemacht wurde. Der Reiseveranstalter hatte den Beinahe-Absturz auch nicht verursacht, der Flug war "nur" Teil der gebuchten Pauschalreise.
*Wenn* das Hotel, in dem sich der Fragesteller zum Zeitpunkt des Fehlalarms befand, Teil einer bei einem deutschen Reiseveranstalter gebuchten Pauschalreise wäre, dann wäre eine Inanspruchnahme des deutschen Reiseveranstalters nicht "komplett sinnfrei".

Auf das Risiko eines Beinahe-Absturzes des Flugzeugs hat der Reiseveranstalter aber Einfluss, indem er eine Fluggesellschaft wählt, die eine gute Sicherheits- und Unfallbilanz hat. Und die Airline kann sogar direkt für den Absturz in Regress genommen werden, sogar dann, wenn sie ihn zu verantworten hat.
Auf Fehlalarme amerikanischer Behörden kann der Reiseveranstalter genausowenig Einfluss nehmen wie auf Vulkanausbrüche oder außerplanmäßige Zwischenlandungen wegen eines Terroranschlags.

-- Editiert von eh1960 am 17.01.2018 11:52

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

1x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3691 Beiträge, 1411x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Sie erinnert aber stark an US-Bürger, die den Hersteller eines Mikrowellen-Ofens verklagen, weil sie ihre vom Regen durchnässte Katze in das Gerät gesteckt hatten, um diese zu trocknen, was die Katze nicht überlebte, und sie nun Schadensersatz verlangen, weil der Hersteller keinen Warnhinweis gegeben hat, daß das Gerät nicht zum Trocknen nasser Haustiere oder Kleinkinder geeignet ist...


Eine Urban Legend. Immer wieder erstaunlich, daß Leute so einen Blödsinn glauben und weiterverbreiten.

Im vorliegenden Fall werden sicher einige Hawaiianer klagen. Noch ist aber nichts konkretes zu finden. Falls dann doch Kanzleien Kläger suchen, kann man sich dort ja mal melden. Aber hier in Deutschland ist eine Klage gegen Hawaii oder denjenigen, der den Fehler gemacht hat, nicht möglich.

2x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Hamburgberlin
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke für die vielen Antworten Die das Ereignis aus den verschiedensten Punkten beleuchtet haben.
Dann hab ich jetzt soviel Feedback um mir mein evtl. weiteres Vorgehen vorzubereiten oder einzustellen.
Danke



Zitat (von Flo Ryan):
Von einem Polizisten würde ich mehr psychische Stabilität erwarten. Du solltest erstmal den Beruf wechseln.


Danke Flo Ryan für deine Empfehlung mir einen anderen Job zu suchen weil ich der psychischen Stabilität, die einen guten Polizisten in deinen Augen ausmacht nicht standhalten kann.
Gerne gebe ich dir auch auch eine Antwort aus meiner Sicht.

Ich lebe gern in Deutschland.
Es hat viele Gründe aber evtl kommt dir ein expliziter mini Punkt warum ich es hier angenehmer finde bekannt vor.

Ich habe hier für jeglichen Lebensbereich
sei es Einkaufen, Bahnfahren, Unfall mit dem Kfz, in die Radarfalle gefahren, vom Mieter seit drei Monaten kein Geld gesehen, vom Arbeitgeber kein Geld pünktlich bekommen usw usw
die rechtlichen Eckpfeiler im Kopf und fühle mich somit recht behandelt. Es gibt mir sogar ein "überlegenes" Gefühl.
Wissen ist eben doch Macht.
Und wer die gängigen Gesetze dieses Landes kennt fährt doch ganz gut da stimmst du mir doch zu.

Und es gibt manchmal im Leben Situation in welchen du kein Widerruf, keine Berufung oder kein Einspruch machen kannst.

Ich wünsche dir nie dass du mal in so eine Situation kommst. Gegen eine unheilbare Diagnose beim Arzt, ein tödlichen Unfall zum Nachteil deiner Partnerin oder deinem Kind gibt es die Optionen Widerspruch gegen den Tod nicht.
Und auch ich hatte an diesem Tag keine Möglichkeit Einspruch gegen die Situation einzulegen.

Aber eine Nachricht aufs Handy gepusht zu bekommen - in der steht, dass auf die Stadt in der du gerade direkt in der Mitte stehst eine balitische Rakete geschossen wird und am Ende sogar noch steht dass dies keine Übung ist - ist nicht gerade eine Nachricht für welche ich während ich in mein Nagel beiße spontan einen Plan B im Hinterkopf habe.

Du siehst wie Menschen in Gullideckeln der Straße verschwinden, die Hotel Tür aus Glas zum Pool zerstört wird weil alle nach draußen rennen.

Klar danach, nach circa 30 Minuten ist alles wieder gut und es klärt sich auf.

Mein Vergleich mit der Waffe und dem Polizisten war evtl nicht ganz korrekt. Horroclowns sind dir sicher ein Begriff.
Wenn du mit deiner Freundin die evtl noch schwanger ist durch deine Heimatstadt läufst und zwei "Horroclowns " passen euch in der Tiefgarage ab.
Evtl
1.) lässt du sowas einfach auf dir Sitzen

oder - wenn du die Möglichkeit hättest die beiden aus der Anonymität zu holen-

2.) zerrst sie mit dem StGB vors Gericht.

Und da spielt es keine Rolle ob du Polizist bist oder Tierpfleger im Streichelzoo. In einer Tiefgarage von sogenannten Horroclowns angegriffen zu werden trifft es evtl besser.
Und auch der Vergleich wird hinken.

Du hast mich aber nach 20 Jahren Berufserfahrung anscheinend gut analysiert. Und das auch noch aus der Ferne.
Leider liegst du damit komplett falsch.
Nicht nur bei mir sondern bei dem Gros der mir bekannten Kollegen.
Wenn du wüsstest in welchem "Bereich" ich bei der Polizei genau arbeite dürfte deine Ungläubigkeit noch gesteigert werden.

Menschlickeit ist für mich ein hohes gut.
Empathie ebenfalls. Vielleicht würde es dir und deiner Umwelt noch besser als jetzt schon im Leben gehen wenn du deine Maßstäbe da neu definierst.


Zitat (von BudWiser):


Da kann man aber von Glück reden, daß man nicht Opfer eines realen Raketenalarms geworden ist.




Es war ein realer Raketenalarm.

Die Nachricht auf dem Handy mit dem Hinweis "this is not a drill" plus Sirenen im Hotel lassen überhaupt keine andere Interpretation zu.
Das abschließend Betrachtet bei Absendung der Nachricht keine Rakete in der Luft war und somit auch nicht einschlagen konnte, ist allerdings ein glücklicher Umstand, da gebe ich Ihnen recht.

-- Editiert von Hamburgberlin am 18.01.2018 08:28

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35985 Beiträge, 13461x hilfreich)

Die Sache ist doch ganz einfach. Du nimmst etwas Geld in die Hand, gehst zu einem Anwalt auf Hawai und lässt die Sache klären.

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
eh1960
Status:
Junior-Partner
(5345 Beiträge, 1334x hilfreich)

Zitat (von bear):
Zitat (von eh1960):
Sie erinnert aber stark an US-Bürger, die den Hersteller eines Mikrowellen-Ofens verklagen, weil sie ihre vom Regen durchnässte Katze in das Gerät gesteckt hatten, um diese zu trocknen, was die Katze nicht überlebte, und sie nun Schadensersatz verlangen, weil der Hersteller keinen Warnhinweis gegeben hat, daß das Gerät nicht zum Trocknen nasser Haustiere oder Kleinkinder geeignet ist...


Eine Urban Legend. Immer wieder erstaunlich, daß Leute so einen Blödsinn glauben und weiterverbreiten.

Natürlich ist das eine Urban Legend. Sie zeigt aber sehr schön, welch skurrile Formen Haftungspflichten in den USA teilweise annehmen können.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35985 Beiträge, 13461x hilfreich)

@ eh: das liegt aber auch daran, dass bei uns vieles zwischen Schädiger und Versicherungen des Geschädigten direkt abgewickelt wird, wovon der Geschädigte in der Regel nichts erfährt, während in den USA das alles eben zwischen Geschädigtem und Schädiger auszumachen ist. Und wenn eine Rente im Raum steht wegen Erwerbsunfähigkeit oder teilweiser Erwberbsunfähigkeit, dann wird das halt richtig teuer.

Übrigens, der berühmte Kaffee-Fall mit dem verbrühten Bein, der ist in der Ausgestaltung, wie er immer im www dargestellt wird, auch nicht existent.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3691 Beiträge, 1411x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Natürlich ist das eine Urban Legend. Sie zeigt aber sehr schön, welch skurrile Formen Haftungspflichten in den USA teilweise annehmen können.


Erfundene Geschichten können gar nichts zeigen hinsichtlich realer Haftungspflichten in den USA.

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
eh1960
Status:
Junior-Partner
(5345 Beiträge, 1334x hilfreich)

Zitat (von bear):
Zitat (von eh1960):
Natürlich ist das eine Urban Legend. Sie zeigt aber sehr schön, welch skurrile Formen Haftungspflichten in den USA teilweise annehmen können.


Erfundene Geschichten können gar nichts zeigen hinsichtlich realer Haftungspflichten in den USA.

Doch. Können sie. Sehr schön sogar.
Man braucht nur ein bißchen Abstraktionsvermögen. Der Fehler, dies immer erstmal zu unterstellen, unterläuft mir, zugegeben, manchmal.

-- Editiert von eh1960 am 19.01.2018 15:42

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
DumitruKurier
Status:
Praktikant
(583 Beiträge, 148x hilfreich)

Das klingt irgendwie nach Reichsbürger Quatsch!


1x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

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