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Einzelgewerbe zu GbR umwandeln, Rechtsformen

22.5.2020 Thema abonnieren
 Von 
SGlueck
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Einzelgewerbe zu GbR umwandeln, Rechtsformen

Hallo zusammen,

ich bin seit mehreren Jahren selbstständig tätig als Einzelunternehmerin auf Gewerbebasis (umsatzsteuerpflichtig) im Bereich Grafik- und Webdesign.

Mein Lebensgefährte war vor längerem freiberuflich als Illustrator und Grafikdesigner tätig.
Aufgrund einer schweren gesundheitlichen Situation hatte er das aufgeben müssen.

Nun ist geplant, dass wir uns zusammentun und eine GbR anmelden.

Ich weiß, dass unsere Tätigkeiten in die freien Berufe gehören, so schlau war ich vor zehn Jahren nicht, weshalb ich einfach mein Gewerbe habe.

1. Gibt es bei der Gründung einer GbR die Voraussetzung, dass die Gesellschafter dieselbe Rechtsform haben müssen? Also entweder beide freiberuflich oder beide gewerbetätig?
2. Sobald ein Gewerbe angemeldet ist, ist auch im Regelfall Berufsgenossenschaft und Handelskammer fällig. Wie ist das mit der GbR? Zahlt hier die GbR allein diese Kosten oder ebenfalls die Gesellschafter für sich?

Die erste Frage ist eher grundlegend für uns.

(Meine Steuer habe ich seit Jahr 1 komplett alleine gemacht und da es dabei nie Schwierigkeiten mit dem Finanzamt gab, operiere ich ohne Steuerberater. In dieser konkreten Fragestellung sind aber offesichtlich selbst die offiziellen Ämter überfragt.)

Ich bin dankbar, für jeden Rat in dieser Sache.

Sabine



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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(77424 Beiträge, 33353x hilfreich)

Zitat (von SGlueck):
1. Gibt es bei der Gründung einer GbR die Voraussetzung, dass die Gesellschafter dieselbe Rechtsform haben müssen?

Nein, aber die GbR ist dann nicht "freiberuflich"



Zitat (von SGlueck):
Wie ist das mit der GbR?

Die ist ein Gewerbe.



Zitat (von SGlueck):
Zahlt hier die GbR allein diese Kosten oder ebenfalls die Gesellschafter für sich?

Die GbR besteht aus den Gesellschaftern.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
SGlueck
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

OK Harry van Sell,

ich danke Dir.

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#3
 Von 
SGlueck
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

OK Harry van Sell,

ich danke Dir.

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#4
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2669 Beiträge, 836x hilfreich)

Zitat (von SGlueck):

ich bin seit mehreren Jahren selbstständig tätig als Einzelunternehmerin auf Gewerbebasis (umsatzsteuerpflichtig) im Bereich Grafik- und Webdesign.


Umsatzsteuerpflicht hat nichts mit "Gewerbe" oder "Freiberuflichkeit" zu tun.

Zitat:
Ich weiß, dass unsere Tätigkeiten in die freien Berufe gehören, so schlau war ich vor zehn Jahren nicht, weshalb ich einfach mein Gewerbe habe.

Webdesign ist in aller Regel eine gewerbliche Tätigkeit, keine freiberufliche. Grafiker sind im Regelfall, stark vereinfacht gesagt, Freiberufler, wenn sie ein Grafik-Studium absolviert haben, sonst sind sie ebenfalls Gewerbetreibende.

Zitat:
1. Gibt es bei der Gründung einer GbR die Voraussetzung, dass die Gesellschafter dieselbe Rechtsform haben müssen? Also entweder beide freiberuflich oder beide gewerbetätig?

1. "Freiberuflich" und "gewerblich" sind keine Rechtsformen.
2. Die Rechtsform der Gesellschafter ist für eine GbR völlig egal, es können natürliche und juristische Personen Gesellschafter einer GbR sein. Z.B. eine GmbH und eine AG, oder eine GmbH und eine natürliche Person, oder mehrere natürliche Personen, etc.pp.
3. Es gilt steuerlich der Grundatz "Gewerbe verdirbt". D.h.: wenn ein Teil der Tätigkeit gewerblich ist und ein anderer Teil freiberuflich, wird die gesamte Tätigkeit steuerlich als gewerblich angesehen, und also als gewerbesteuerpflichtig.
Das kann man vermeiden, wenn man beide Bereiche sorgfältig trennt. Getrennte Buchführung, getrennte Konten, getrennte Versteuerung.

Zitat:
2. Sobald ein Gewerbe angemeldet ist, ist auch im Regelfall Berufsgenossenschaft und Handelskammer fällig.

Alle Gewerbetreibenden sind Zwangsmitglied in der zuständigen IHK, es sei denn, es handelt sich um Handwerksgewerbe, dann sind sie Zwangsmitglied in der zuständigen Handwerkskammer. In der Berufsgenossenschaft sind die Angestellten eines Unternehmens oder Unternehmers über dieses bzw. diesen versichert. Ob Einzelselbständige in der BG pflichtversichert sind, hängt von verschiedenen Kriterien ab, sie können sich freiwillig in der BG versichern.

Zitat:
Wie ist das mit der GbR? Zahlt hier die GbR allein diese Kosten oder ebenfalls die Gesellschafter für sich?

Mitglieder in der IHK sind die Gesellschafter der GbR, sie nehmen die Gewerbeanmeldung gemeinsam vor.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#5
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2669 Beiträge, 836x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von SGlueck):

Wie ist das mit der GbR?

Die ist ein Gewerbe.

Nur wenn sie gewerblich tätig ist. Auch Freiberufler können sich als GbR organisieren und sind dann logischerweise kein Gewerbebetrieb.

-- Editiert von eh1960 am 24.05.2020 01:11

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#6
 Von 
TidoZett
Status:
Schüler
(320 Beiträge, 62x hilfreich)

Welches offizielle Amt beantwortet denn irgendwelche Fragen zu Steuerthemen (mal abgesehen von der verbindlichen Auskunft beim Finanzamt)?

Die erste Frage nach den Gesellschaftern ist kein Stück grundlegend. Grundlegend ist vielmehr die Frage, ob die GbR freiberuflich oder gewerblich arbeitet hinsichtlich der Gewerbesteuerfreiheit.


-- Editiert von TidoZett am 25.05.2020 14:19

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